Zitat

    Sowas macht wiederum aggressiv. Ein guter Freund ist was Tolles und schon gar nichts, wozu man "abgestempelt" werden kann. Deshalb finde ich es auch so ätzend, wenn man sich als guter Freund tarnt, den Freund vorlügt, aber innerlich kocht, wenn die Frau das ernst nimmt.

    Ich verstehe was du meinst. Wenn ein Mann sich absichtlich so verhält ist es berechtig darüber verärgert zu sein. So wie ich es verstehe machen die JM die auf der Freundschaftsschiene landen das nicht absichtlich sonder weil sie es nicht besser bzw. anders können. Das was sie für die Frau erkennbar zeigen passt nicht zu dem was sie tatsächlich wollen. Sie können es leider nicht besser.


    So wie von einigen hier beschrieben auf der Freundschaftsschiene zu landen ist mir so nie passiert. Die Mädels die es mir in den letzten Jahren angetan hatte lernt ich alle im Studium kennen. Außer dem gemeinsamen Mensabesuch oder mal zusammen lernen war nichts. Also nichts was ich als Freundschaftsschiene bezeichnen würde. Eben nur das was im Studium so üblich ist. Dabei ist es mir auch nie gelungen ihr zu zeigen, dass ich gerne was anderes von ihr wollte. Ich weiß leider auch nicht wie ich das hätte anfangen sollen. Der einzige konkrtet Plan in diese Richtung war die angedachte Einladung ins Cafe zu der es nie kam.

    @ Ich29

    Sieh es mal von der rein evolutionsbiologischen Seite:


    Was wollen Männer? Eine, nein vielmehr am besten mehrere, fruchtbare, gesunde Frauen, die genetisch starken Nachwuchs zeugen können. Gutes Aussehen (für Männer sehr wichtig) ist ein Indikator dafür.


    Und was wollen Frauen? Nun, Sie können nur ein Kinde zur gleichen Zeit austragen, d.h. können nur einen Mann den Erzeuger sein lassen. Während ein Mann beliebig viele Frauen gleichzeitig schwängern könnte (zumindest theoretisch). Daraus folgt:


    1. Sie ist sehr viel wählerischer


    2. Sie braucht einen Beschützer / braucht Existenzsicherheit (wenn Sie schwanger ist, das Kind stillt muss jemand für Essen sorgen, Feinde fernhalten, ...)


    Logischerweise sucht sich die Frau einen Mann, der


    a) einen hohen sozialen Rang hat (er hat z.B. viele Freunde, was z.B. zusätzlichen Schutz bietet)


    b) der dominant ist (geht meist mit a einher)


    c) der stark ist (Aussehen: groß, breite Schultern; heutzutage: insbesondere psychisch stark)


    Alles was moderne Frauen heute so toll finden, lässt sich daraus ableiten. Hör Dir Umfragen an: "Er muss wissen was er will."; "Er muss selbstbewusst sein" etc. Und: Frauen wählen gerne einen Mann, der ohnehin schon von anderen Frauen gewählt wird. Das erleichtert die Selektion und ist ein Indikator für sozialen Status. Aus dem primären Kriterium des Selbstbewussten und des sozialen Status leitet sich dann auch so was wie Extraversion ab (es muss sich ja auch der Gruppe mitteilen können).


    Und jetzt schau Dir Jungmänner an! Und, kappiert? Nun nicht jeder entspricht einem "idealtypischen Jungmann", aber Konstanten sind da: Verkopft, geringes Ego, wenige Freunde oder zumindest kaum weibliche. Die amerikanischen Verführungskünstler nennen so jemanden einen "Average frustrated Crump - AFC", also ein durchschnittlich frustriertes Würstchen oder so ähnlich.




    Nun ist der AFC keineswegs immer ein JM als vielmehr ein "normaler Typ". Unter den 30-jährigen erwachsenen Männern gibt es aber immerhin 10% Jungmänner (! eine erstaunlicher Zahl, deswegen immer wieder zitiert).


    Meine These ist (und das trifft auch auf mich zu): Der Jungmann hat eine (früh-)kindheitliche Traumatisierung oder sonstwede negative Konditionierung durchgemacht. Wodurch sein Ego gelitten hat, er ist also wenig selbstbewusst. Er hat mitunter aufgrund dieses geringen Egos in seiner Jugend keine Erfahrung gesammelt, obgleich Chancen da waren. Aber jetzt ist der Zug abgefahren, weil als Kriterium noch die Erfahrenheit im Bett dazukommt (zumindest in seinem Kopf). In Frage kommen auch andere psychische Missstände.


    Fassen wir es zusammen: Ein Mann mus mental stark sein und das sind Jungmänner i.d.R. nicht (schon aufgrund der Tatsache, dass sie keinen Sex haben und damit deselektiert werden).


    Und auf Frauen trifft dieses Problem sehr viel seltener zu, da sie nicht mental stark sein müssen. Im Gegenteil: Eine "schwache" Frau bietet sogar noch die Möglichkeit für "schwächere" Männchen sich zu profilieren. Und nun rate mal, warum so viele erfolgreiche Frauen keinen Macker finden?


    So: Und nun vergleiche das mit den Ansprüchen von Frauen von oben. Klingt doch logisch oder?

    Kwak

    Ja, ich verstehe schon, dass das nicht nur reine Taktik ist. Es hat mehrere Ursachen, eine davon dürfte schlicht mangelnde Gelegenheit sein, zu wenig soziale Kontakte (wenn das der Ursprung ist, wie bei dir, ist das Problem ja weitreichender), zu wenig Kontakt zu Frauen überhaupt. Entweder läuft es dann so, dass es überhaupt keine richtige Annäherung gibt oder eben - das ist die Variante, von der ich sprach - man versucht es über Freundschaft, über eine sogenannte Freundschaft. Aus schlechter Erfahrung heraus kann ich auch Frauen nur davon abraten. Wahrscheinlich aufgrund mangelnder Kontakte, also das oben genannte, und aus dieser Unsicherheit heraus ist der Mann nicht risikofreudig genug, er will einerseits die Frau unbedingt halten, am Ball bleiben, nähert sich aber nicht spezifisch genug an. Sogenannte Normalos sind da viel risikofreudiger, das sagte ich ja schon, es geht dann nicht darum, unbedingt den Kontakt zu erhalten.


    Wie gesagt, bei dir ist Problem ja sehr weitreichend, weil du praktisch überhaupt keine sozialen Kontakte außerhalb der Familie hast. Das müsstest du, wie so oft geraten, mal fachlich angehen.

    @ Monika65:

    Mit als guter Freund abgestempelt meine ich nicht, dass er sich so versucht anzuschleichen oder sowas. Es ist vielmehr die Schublade, aus der ein Mann nur schwer rauskommt.


    Mit guter Freund meine ich: Er hört ihr bei Problemen (meist mit Männern) zu, fährt sie zu irgendwelchen Sachen usw. usw.....


    Aber er wird halt nicht als Mann wahrgenommen. Er wird nicht als sexuell attraktiv angesehen. Eher sowas wie der schwule Freund.

    Monika

    Zitat

    Wie gesagt, bei dir ist Problem ja sehr weitreichend, weil du praktisch überhaupt keine sozialen Kontakte außerhalb der Familie hast. Das müsstest du, wie so oft geraten, mal fachlich angehen.

    Da lernt aber aber wohl nicht, wie er mehr Kontakte kriegt und interessant wird, sondern nur, wie er damit umgehen kann und akzeptieren kann, so zu sein, wie er ist.

    Monika, aber wenn man einfach nicht der Typ ist für grosse soziale Kontakte, dann bringt das auch nichts. Dann hat man halt akzeptiert, dass man alleine ist, unabhängig davon, ob man soziale Ängste hat oder nicht. Beliebter bei Anderen oder geselliger wird man doch so auch nicht. Es fällt doch eher der Leidensdruck weg mal endlich was richtig Grosses zu versuchen.

    Erzkanzler

    Ich weiß, was du meinst, ich habe das Problem täglich bei meinem jüngeren Sohn vor Augen. Soziale Ängste sind aber (je nach Ursache) therapierbar. Dabei geht es aber nicht um was "Großes", sondern um diesen Mittelweg zwischen Einsamkeit und Geselligkeit. Die meisten Menschen sind nicht nur zu sozialen Kontakten gezwungen, sondern brauchen sie auch, mehr oder weniger. Es geht nicht nur um Geselligkeit, sondern darum, wie man sich selbst behaupten und einordnen kann, wie man soziale Aktionen von Anderen besser beurteilen kann (zum Beispiel als nicht gegen sich selbst gerichtet, was häufig bei Sozialängsten der Fall ist) etc. Wie man Alltagssituationen besser bewältigt in diesem Zusammenhang. Die Tatsache, dass man dadurch auch freundschaftsfähiger wird ist ja nur ein Bereich, um den es geht.


    Es geht sicher nicht darum, einen Partylöwen aus kwak zu machen, als Beispiel.

    Monika, bei mir war es z.B. so, dass ich bis Mitte 20 eigentlich nie einsam war. Natürlich hätte ich gerne eine Freundin gehabt, aber das Gefühl Einsamkeit kannte ich nicht so wirklich. Während meiner Schulzeit hatte ich ein paar wenige Kumpel, aber das verlief sich dann irgendwann. Sehr häufig war ich alleine und ich wusste mich immer recht gut zu beschäftigen und ich brauchte auch meine "Ruhe". Ich war wohl nicht gesellig und hatte auch Hemmungen, aber ich war nie einsam. Oft stand ich bei sozialen Pflichtveranstaltungen abseits, nicht weil ich davor gross Angst hätte, sondern weil ich es einfach nicht einordnen konnte und mich total deplaziert vorkam. Erst als ich anfing in den letzten Jahren mich anderen Menschen gegenüber zu "öffnen" und auch Kontakt zu haben und das dann teilweise nicht optimal lief lernte ich das Gefühl Einsamkeit richtig kennen. Das war kein gutes Gefühl. Irgendwie bekommt dadurch die Erfolglosigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen eine ganz andere gefühlte Dimension/Problematik. Ich finde nur irgendwie, man sollte nicht gross versuchen gegen seine "Natur" zu arbeiten.

    Erzkanzler

    Das stimmt, gegen seine Natur arbeiten soll man nicht. Andererseits kommen häufig gerade von dir so dich selbst niedermachende Kommentare. Das passt irgendwie nicht zusammen.


    Aber da gebe ich dir absolut recht, der Mensch ist wie er ist. Es geht nur darum, dass er das auch wirklich ist, und nicht durch Ängste gehemmt wird.

    Zitat

    Irgendwie bekommt dadurch die Erfolglosigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen eine ganz andere gefühlte Dimension/Problematik.

    Kann ich total verstehen..

    Zitat

    Unter den 30-jährigen erwachsenen Männern gibt es aber immerhin 10% Jungmänner (! eine erstaunlicher Zahl, deswegen immer wieder zitiert).

    Woher kommt diese Zahl? Das wurde hier schon oft zitiert aber wie wurden die 10% ermittelt? Gibts eine Quelle dazu?