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    Ich selbst mache es nicht kompliziert, kann ich garnicht. Es besteht eine Erwartungshaltung die von außen an mich herangetragen wird. Wenn ich diese Erwartungshaltung steiern könnte wäre es kein Problem, dann wäre es einfach.

    Wenn ich das richtig verstehe, lehnst Du gesellschaftliche Regeln wie soziale Kompetenz & Kommunikationsfähigkeit für Dich ab. Du willst so bleiben und akzeptiert werden wie Du bist. Nun ja, ich glaube, dass auch diese Erwartungshaltung unrealistisch ist. Ein gutes gesellschaftliches Miteinander - z.B. am Arbeitsplatz - erfordert nun mal gewisse soziale Fähigkeiten und ich meine, dass jeder auch in der Lage ist, diese zumindest zu verbessern.


    Nehmen wir mal an, die gesellschaftlichen Regeln, die Dich stören, wären nicht mehr da. Wärst Du dann mit Deinem selbst gewählten Lebensweg glücklich?

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    Im Kern ist es angeboren, das heißt, die es nicht haben, müssen es lernen, die anderen nicht. Und das zu lernen ist ein langer Prozess, je nachdem, und nicht jeder lernt es. Menschen sind nunmal verschieden, man kann sich nicht etwas antrainieren, was ganz und gar nicht dem eigenen Wesen entspricht.

    Das finde ich sehr gemein. Ich habe auch nicht viel davon.

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    Im Kern ist es angeboren, das heißt, die es nicht haben, müssen es lernen, die anderen nicht. Und das zu lernen ist ein langer Prozess, je nachdem, und nicht jeder lernt es. Menschen sind nunmal verschieden, man kann sich nicht etwas antrainieren, was ganz und gar nicht dem eigenen Wesen entspricht.

    Das stimmt meiner Meinung nach auf keinen Fall.


    Meine Eltern sind beide sehr "starke" Persönlichkeiten, lassen sich nicht unterkriegen und bekommen was sie wollen.


    Ich bin genau das gegenteil. Eigentlich sollte ich es von meinen Eltern geerbt haben aber ich bin im gegensatz zu ihnen ein "Feigling" der immer angsat hat, wenn er leute lachen sieht, dass sie über ihn lachen und der sich nicht zu einenm Bewerbungsgespräch traut..


    Und warum? Weil meine eltern mich so erzogen haben. Das haben sie auch selber schon gesagt. Meine eltern haben mich mit 18 noch behandelt wie ein kleines Kind, mir alles gemacht und zu allem verholfen das ich erreichen wollte. Ich war nie eigenständig und auf mich selbst angewiesen. Dadurch hab ich nie gelernt selber aufzustehen und etwas zu wollen. Sie es mehr Gehalt, selber den Sender beim TV im Pausenraum in der Arbeit vor den Kollegen zu bestimmen, oder eine Freundin.


    Ich bin der Überzeugung, dass das hauptsächlich an der Erziehung liegt, sofern es bereits in der Kindheit beginnt.

    @ Julien-Matteo:

    Klar wären "wir" dann glücklichER.


    Schließlich wäre das Leben dadurch erheblich einfacher. Sicher müssten wir selber auch etwas tun aber eben auch nur mehr so viel wie "Normale" auch.

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    Verdammt, ich muss mir dringend aneignen, ein Arschloch zu werden. Sonst gibt das in diesem Leben nix mehr mit ner Frau.

    Das halte ich für ein Irrtum. Du kannst ja versuchen ein Arschloch zu werden aber wenn Du kein wirklich echtes bist, wirst Du vielleicht dann eine Frau anziehen die nicht zu Dir paßt. Ich kenne genügend Männer die keine Arschlöcher sind und auch ne Frau haben.

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    Ich bin der Überzeugung, dass das hauptsächlich an der Erziehung liegt, sofern es bereits in der Kindheit beginnt.

    Gibt aber ja auch Paare die mehrere Kinder haben. Kind 1 kann sich durchsetzen, Kind 2 nicht so gut. Wie kann das denn ?

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    Klar wären "wir" dann glücklichER.

    Also ich bestimmt nicht. Was würde es einem Introvertierten bringen, wenn alle Menschen introvertiert wären? Das wäre ja eine todlangweilige Welt.

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    Schließlich wäre das Leben dadurch erheblich einfacher. Sicher müssten wir selber auch etwas tun aber eben auch nur mehr so viel wie "Normale" auch.

    Wer hindert Dich daran, ein einfaches Leben zu führen? Wenn Du nicht so viel für Dich tun willst, dann lass es doch einfach.

    Aber was ich mich halt immer Frage, was machen wir den nun falsch, das wir bis ins hohe Alter noch keine Freundin hatten?


    Ich gehe ja davon aus, das die JM optisch nicht gerade toll aussehen.


    würden wir denn eine bekommen, wenn wir gut aussehen würden aber die gleiche Art wie jezt auch besitzen würden?

    ice

    Glaube mir, wenn du ihre Gene gehabt hättest, hätten sie dich gar nicht so unterbuttern können. Kinder bringen unheimlich viel mit, die erzieherischen Möglichkeiten sind da eher begrenzt. Man kann sicher ein Kind verhätscheln und damit an der Selbstständigkeit hindern, aber bei dem einen führt es dazu, dass er aufbegehrt und ein anderer fügt sich. Das ist wirklich Typsache.

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    würden wir denn eine bekommen, wenn wir gut aussehen würden aber die gleiche Art wie jezt auch besitzen würden?

    Ein wirklich gutes Aussehen macht es auf jeden Fall erheblich einfacher, zumal das wieder rückwirkt auf das Verhalten und das Selbstbewusstsein. Es ist nicht so, dass jeder die gleichen Startbedingungen hat. Ist aber bei Frauen auch nicht so viel anders.

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    Kinder bringen unheimlich viel mit, die erzieherischen Möglichkeiten sind da eher begrenzt. Man kann sicher ein Kind verhätscheln und damit an der Selbstständigkeit hindern, aber bei dem einen führt es dazu, dass er aufbegehrt und ein anderer fügt sich. Das ist wirklich Typsache.

    Wenn das so sein sollte, können ja auch die meisten Verhaltenstherapien nicht funktionieren, wenn jemand z.B. darunter leidet das er schüchtern ist, kein Sebstvertrauen etc. hat.

    @ Monika65

    Das wäre mal interessant herauszufinden, inwiefern Durchsetzungsvermögen genetisch bedingt ist. Man kann doch aber sagen, dass das Ego zu großen Teilen ein Erziehungsding ist. Und das Verhalten wurde in den Genen ja noch nicht wirklich entschlüsselt, außer vielleicht, dass Typen mit Gendefekten zu Sexualstraftaten (XXY-Chromosom oder so ähnlich) neigen.


    Ich glaube Du siehst das vielleicht schon zu sehr aus der Brille der Mutter und das Du bei der Erziehung (obwohl Du alles erdenkliche gegeben hast) auch mal versagt hast (wie alle Menschen). Meine Eltern haben ja auch das Ihr Beste gegeben, trotzdem fehlten wichtige Dinge, die meine Geschwister zwar teilweise haben (trotzdem sind klare Konstanten des Versagens zu sehen).


    Und es gibt doch viele Leute, die nach einer Therapie Durchsetzungswillen, Ego oder was auch immer entwickeln.


    Was Ice schildert erkläre ich mir eher so: Er konnte sich gegen seine sehr durchsetzungsfähigen Eltern selten durchsetzen und deswegen ist dieser Teil bei ihm verkümmert.

    colt

    Ich habe gar nicht alles Erdenkliche gegeben in der Erziehung, das ist eher ein altes Mutterding. Ich sehe es aber aus der Mutterbrille, ich selbst war überrascht bei mir und bei anderen Kindern, wie wenig wir wirklich beeinflussen können. Das ist meine Erfahrung, ich hatte es auch anders gedacht, obwohl ich es hätte besser wissen müssen. Meine Schwester und ich sind so verschieden (gerade beim Durchsetzungsvermögen), wie man nur sein kann. Tatsache ist, das Wesen des Kindes wirkt auch auf die Eltern, das heißt, wenn überhaupt, erzieht man sich gegenseitig. Meine Eltern haben meine Schwester anders behandelt wie mich, weil sie und ich so verschieden sind. Das ist keine einseitige Beziehung.

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    Er konnte sich gegen seine sehr durchsetzungsfähigen Eltern selten durchsetzen und deswegen ist dieser Teil bei ihm verkümmert.

    Das stimmt, aber ein durchsetzungsfähiges Kind hätte es gekonnt. Du kannst dir vielleicht gar nicht vorstellen, an welche Grenzen einen Kinder bringen können, sie sind alles andere als machtlos.


    Wie war das bei dir? Du hast deine Geschwister erwähnt.

    kaputter kerl

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    Wenn das so sein sollte, können ja auch die meisten Verhaltenstherapien nicht funktionieren, wenn jemand z.B. darunter leidet das er schüchtern ist, kein Sebstvertrauen etc. hat.

    Warum denn das? Jemand, der schüchtern ist und darunter leidet, kann sehr von einer Therapie profitieren. Dieser Schluss, denn du da ziehst, ist für mich unlogisch. Es geht ja nicht darum, aus ihm einen Partylöwen zu machen. Er bleibt, was er ist, derselbe Mensch, aber er kann lernen, mit seiner Schüchternheit anders umzugehen, andere soziale Erfahrungen zu machen. So ähnlich geht es auch bei gutem Willen in der Erziehung. Du kannst ein schüchternes Kind bestärken, wenn es Glück hat findet es auch passende Unterstützung in der Schule, oder du kannst es noch zusätzlich fertig machen, indem du ihm seine Schüchternheit vorhälst. Oder er wird zum Mobbingopfer. Die Umstände spielen schon eine Rolle. Und entsprechend kannst du als Erwachsener an deiner Schüchternheit in der Therapie arbeiten.

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    Naja, eine gewisse Grundsympathie dem Unternehmen gegenüber sollte man schon empfinden ...

    Das ist richtig. Bei einem Unternehmen das mir zuwider ist würde ich mich nicht bewerben. Nur finde ich es übertrieben was man teilweise für Geschichten erzählen soll. 99% der Arbeitnehmer arbeiten hauptsächlich wegen dem Geld. Da sollte man weniger um den heißen Brei herum reden.

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    Dennoch: Wie wäre es denn mit ein wenig Authentizität? Ich meine: Ich hätte offen gesagt das gleich Problem wie Du, zu erläutern, warum ich in einer bestimmten Firma arbeiten wollte. Aber die Leute, die wirklich wissen was sie wollen (die zudem vermutlich auch eher Checker bei Frauen sind), die können das vermutlich relativ authentisch rüberbringen. Beziehungsweise, die müssen sich nicht verstellen, weil sie nur zu solchen Firmen gehen, die sie auch interessant finden.

    Authentizität ist schwierig, weil man nur unvollständige Informationen zur Vrefügung hat. Über das Unternehmen bei dem man sich bewirbt hat man nur die Informationen die öffentlich verfügbar sind. Ob das tatsächlich der Realität entspricht kann man als Außenstehender nicht überprüfen. Deshalb kann man auf solche Fragen nur mit den üblichen Floskeln antworten. Darin sehe ich wenig Sinn.


    Wie es im dem Unternehmen tatsächlich aussieht und ob man sich dort wohl fühlt merkt man erst wenn man tatsächlich dort arbeitet.