@ KWAK

    Zitat

    Aber du verwendest ja auch alle Kraft auf Fassade und Gegenwehr. Überlege dir mal ernsthaft, ob das ein richtiger Weg ist. Eigentlich willst du bestimmte Ziele erreichen...du willst soziale Kontakte, du willst eine Beziehung, du willst Sex, du willst ein ganz normales Leben.

    Ich schließe mich an. Warum weigern sich eigentlich so viele Menschen, einen Therapeuten aufzusuchen? Ich kenne da auch Fälle in der Familie. Ist das ein Eingeständnis von "Schwäche"?


    Ich finde das echt typisch deutsch. In Amerika prahlen die sogar mit Ihren Sitzungen. In Argentinien legen sich nahezu alle Leute in der Hauptstadt auf die Couch.


    Und in Deutschland: Wenn Du in einer Therapie warst kannst Du den Wechsel in eine private Krankversicherung oder den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung vergessen. Dank sei der zentralen Versicherten Datei.


    Aber wenn ich mein Auto reparieren lasse, gehe ich auch zu jemanden, der sich damit auskennt. Oder wenn ich mir das Bein gebrochen habe, dann gehe ich zum Orthopäden. Aber bei seelischen Dingen, die viel schwerer wiegen, da lehne ich jede Hilfe ab. Sorry, aber wieso sind die Menschen so verbohrt? Es gibt hier mindestens 3-4 Leute im Thread, denen eine Therapie gut tun würde, aber sie weigern sich partout.


    Mich würde auch mal interessieren KWAK, was eigentlich Deine Eltern zu Deiner Situation sagen? Ich meine, Ihnen müsste doch auffallen, dass Du Probleme hast.

    @ smile-4-me

    Du stehst in aller herrgottsfrühe auf, um im Jungmann-Thread zu posten? JMs scheinen es Dir wohl angetan zu haben ;-)

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    Ich schließe mich an. Warum weigern sich eigentlich so viele Menschen, einen Therapeuten aufzusuchen? Ich kenne da auch Fälle in der Familie. Ist das ein Eingeständnis von "Schwäche"?

    Vielleicht ist auch auch ein Zeichen vom Willen nach Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Intelligenz. Ich finde es eher seltsam wenn sich wie in Argentinien nahezu jeder auf die Couch legt. Vielleicht glauben viele Menschen auch einfach nicht daran das ein Therapeuten Besuch was bringt und machen es deswegen nicht.

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    Aber wenn ich mein Auto reparieren lasse, gehe ich auch zu jemanden, der sich damit auskennt. Oder wenn ich mir das Bein gebrochen habe, dann gehe ich zum Orthopäden. Aber bei seelischen Dingen, die viel schwerer wiegen, da lehne ich jede Hilfe ab. Sorry, aber wieso sind die Menschen so verbohrt?

    Solche Vergleiche werden immer wieder gerne angebracht aber sie hinken absolut. Wenn ich zu einem Auto Schlosser gehe dann komme ich zu 80 oder gar 90 % mit einem fertigen Auto wieder. Bei einem Gang zu einem Therapeuten ist das Ergebniss mehr als ungewiss. In nicht wenigen Fällen verschlimmert sich sogar das Wohlbefinden. Gehe ich zu einem Chirugen um ein gebrochenes Bein behandeln zu lassen ist das auch in den meisten Fällen nach einigen Wochen erledigt. Man kann keinen Beinbruch oder ein kaputtes Auto mit den kuriosen Methoden mancher Seelendoktoren vergleichen.

    kaputter kerl

    Vielleicht erscheinen dir die Methoden kurios, weil du dich nicht damit befasst hast. Von außen betrachtet sind auch manche uns normal erscheinenden ärztlichen Methoden kurios, Aderlässe, Blutegel etc. Und auch bei Ärzten gibt es nicht die geringste Garantie auf Erfolg, besonders nicht bei Orthopäden, wovon viele Patienten ein Lied singen können. Und manche Leiden werden auch nur gelindert, nicht geheilt. Da gibts keinen Unterschied zu psycholgischen Behandlungen. Man muss sich eben mal offen damit befassen. Ich verstehe diese zugeknöpfte Auffassungen darüber von einigen von euch überhaupt nicht.:-/

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    Ich verstehe diese zugeknöpfte Auffassungen darüber von einigen von euch überhaupt nicht.

    Ich könnte genau so gut diejenigen als zugeknöpft bezeichnen die bei jedem Zimperlein mit der Therapie Fahne wehen. Als wenn Therapien der einzig wahre Weg wäre. Ich habe in den letzten Jahren genug Menschen kennen gelernt die in die Rente gewandert sind nach diversen Klinink Behandlungen. Ich kenne nur wenige Menschen denen dieser Scheiß geholfen hat. Mir selbst hat es eher geschadet. Aufgrund langjähriger Erfahrungen bei mir selbst und vielen anderen habe ich mir eine eigene Meinung gebildet.

    kaputter kerl

    :-/ Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht, sowohl bei mir selbst als auch bei Anderen. Ich kenne allerdings auch unterschiedliche Therapeuten und Therapieansätze, deshalb - wie bei einem Arzt - man muss das Passende finden. Wenn du mit Knieschmerzen zu einem Arzt gehst, der macht irgendwas, aber deine SChmerzen gehen nicht weg, dann versuchst du doch erstmal dein Glück bei einem anderen Arzt, bevor du in Bausch und Bogen sämtliche Ärzte abkanzeln würdest. Und natürlich, kann es sein, dass deine Knieschmerzen nur weniger werden, aber nicht weggehen, im schlimmsten Fall hilft nichts. So und nicht anders ist es auch in der Psychologie/Psychiatrie. Manche werden eben nicht total "geheilt", aber du kannst auch nicht wissen, was aus diesen Leuten geworden wäre ganz ohne Therapie. Dann wären sie vielleicht nicht in Rente, sondern gar nicht mehr am Leben.

    @ Kerl:

    Nö, es ist nicht der einzig wahre Weg. Es gibt sicher auch andere. Aber mach doch Leuten wie z.B. Kwak einmal einen Vorschlag wie er aus seinem Loch herauskommt. Er hat das jetzt schon 2 Jahre (glaub ich) und es hat sich quasi nichts geändert. Ich bezweifel auch, dass er da aus eigener Kraft herauskommt. Freunde hat er nicht. Ob er sich den Eltern "anvertraut" bzw. ob die ihm helfen können bezweifel ich. Er hat quasi nur das Forum hier um mit Leuten zu reden. Aber ob das immer so gut ist, weiss ich auch nicht. Es hilft zwar, wenn man sich den Frust bzw. Kummer von der Seele schreibt, aber dennoch bringt ein Gespräch irgendwo mehr. Ausserdem gibt es hier im Forum auch quasi kaum noch neue Erkenntnisse würde ich jetzt mal so sagen.

    Zitat

    Wenn ich zu einem Auto Schlosser gehe dann komme ich zu 80 oder gar 90 % mit einem fertigen Auto wieder.


    Gehe ich zu einem Chirugen um ein gebrochenes Bein behandeln zu lassen ist das auch in den meisten Fällen nach einigen Wochen erledigt.


    Bei einem Gang zu einem Therapeuten ist das Ergebniss mehr als ungewiss.

    Was vielleicht an der sicher meist höheren Komplexität der Problematik liegen könnte?


    [Sorry für die Umschichtung der Sätze, so ist event. deutlicher, was ich sagen möchte.]

    Zitat

    Ich könnte genau so gut diejenigen als zugeknöpft bezeichnen die bei jedem Zimperlein mit der Therapie Fahne wehen.

    Wann wäre für dich denn eine Therapieempfehlung (gleich welcher Richtung) "zulässig"? Ab welcher Grenze siehst du statt Zimperlein ernsthafte, lebensqualitätsbeschränkende Probleme?

    Zitat

    Als wenn Therapien der einzig wahre Weg wäre.

    Aha. Aber offensichtlich immerhin ein Weg. Interessant. :-D

    Zitat

    Ich habe in den letzten Jahren genug Menschen kennen gelernt die in die Rente gewandert sind nach diversen Klinink Behandlungen.

    Das dürfte meines Wissens nach der normale Weg sein: Diagnostik, Therapie und Behandlung, Reha und je nach Fall dann Rentenantrag durch den Betroffenen unter ärztlicher Befürwortung. So kenne ich das. Man wird nicht "einfach so in Rente geschickt"! >:( Zur Feststellung einer Erwerbsunfähigkeit müssen die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen.


    Ich kenne mehrere Berentete.


    Kannst du dir auch nur annähernd vorstellen, welchen Druck es ausüben kann, wenn man eben den normalen gesellschaftlichen Anforderungen zum Erwerb nicht mehr gewachsen ist? Unerheblich, ob aus psychischen oder physischen Gründen.


    Früher nannte man das bei uns 'Invalidenrente':

    Zitat

    invalidus = kraftlos, schwach, hinfällig

    :-( Nicht mehr fähig, für sich selbst zu sorgen. Stets irgendwie abhängig. Parasitär von anderen leben, die hart arbeiten. Eine Last. Eine Belastung.


    Heute weiß ich, dass einige genauso dachten und sich lange immer wieder quälten, versuchten, den Anstrengungen nicht standhalten konnten und sich selbst dadurch immer mehr noch schadeten.


    Weißt du, wie die von dir genannten Personen sich vor der Berentung fühlten? Und wie danach? Was sie dachten, wie sie lebten, welchen Weg sie innerlich und äußerlich nahmen? Welche Gründe dazu führten? Weißt du das?


    Eine Therapie, Gespräche mit anderen Betroffenen oder Beratungsstellen kann der sehr, sehr augenöffnend sein in Bezug darauf, für sich selbst den richtigen Weg zu finden. Zurück ins Arbeitsleben, hin zur Rente, in oder aus einer Beziehung; was auch immer.


    Es ist kein Allheil- und Wundermittel. Ich kenne Menschen mit positiven, Menschen mit negativen Erfahrungen. Es ist ein möglicher Weg. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Zitat

    Aufgrund langjähriger Erfahrungen bei mir selbst und vielen anderen habe ich mir eine eigene Meinung gebildet.

    Siehst du und andere haben eben ihre Erfahrungen und ihre Meinung.

    So. Der Rest getrennt. *lufthol und mich etwas beruhig*


    @ Kwak:


    Erst mal noch alles, alles Liebe für deine Mom, Kwak. Ich drücke feste Daumen, dass es nichts Schlimmes ist und ihr bald hoffentlich erleichtert aufatmen könnt. Vielleicht magst du sie einfach mal ganz spontan mit irgendetwas überraschen, was ihr gefällt? Einem kleinen, bunten Strauß oder einem Ausflug an ein schönes Plätzchen? Irgend eine kleine Alltagsfreude zwischendurch?


    Und zu der von dir vermissten Lebensfreude fällt mir gerade etwas ein. Hm. Du, dein Alltag verläuft doch recht gleichförmig, oder? Und tat das schon immer, ja? Dein Urlaub damals hat dir doch gut getan, also auch so, nicht nur wegen deines Prostituiertenbesuchs. Eventuell brauchst du immer mal so ein Highlight? Muss ja nun nicht gleich ein Bungeesprung vom Eifelturm oder so etwas sein. ;-) Nein, nur kleine, kwaksche Albernheiten *g*, die ein wenig Lethargie aus deinem Leben schnippsen?


    @ gerneLeben:

    Zitat

    Man muss sich immer kleine Ziele setzen das ist das wichtigste mfg Shadowmann


    mehr kann ich nicht schreiben sonst würde ich jammern das lasse ich mal heute

    Ach Quark, junger Mann, Sie jammern doch nicht wirklich! Wenn man sich mies fühlt, darf man das doch auch mal sagen, bitteschön und was einem nicht gefällt am eigenen Leben.


    Außerdem scheinst du dich immer wieder sehr zu bemühen, dich zu motivieren und das ist klasse. Ich weiß, wie schwer das sein kann, deswegen: :)^ :)*

    Zitat

    So ich geb jetzt gas mit der neuen Wohnung und dann werde ich all die anderen Dinge in Angriff nehmen.



    Uih, ihr seid alle so fix. Vielen lieben Dank, mrk! |-o:)_


    *rasch das schöne Blümchen in die Vase hier auf meinem Schreibtisch stell*

    Aldhafera schrieb:

    Zitat

    Was vielleicht an der sicher meist höheren Komplexität der Problematik liegen könnte?

    Mit Sicherheit. Und von daher finde ich diese Vergleiche die von vielen immer wieder gerne gebracht werden, wenn ich ein Bein gebrochen habe gehe ich ja auch zum Arzt einfach unapassend. Weil sich eine seelische Erkrankung einfach nicht mit einer körperlichen vergleichen läßt.

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    Das dürfte meines Wissens nach der normale Weg sein: Diagnostik, Therapie und Behandlung, Reha und je nach Fall dann Rentenantrag durch den Betroffenen unter ärztlicher Befürwortung. So kenne ich das.

    Wenn DAS der "normale" Weg ist, ist das für mich ein weiterer Grund die meine Meinung über Therapien festigt. Eine für mich erfolgreiche Therapie führt wieder zurück auf den ersten Arbeitsmarkt und nicht in die Rente.

    kaputter kerl

    Die weitaus meisten Menschen machen Therapie, ohne dass es Berentung geht, das sind doch nicht alles klinische Fälle. :-/ Es geht in der Regel darum, sein Leben für sich besser zu leben.


    Und in den fällen, in denen es um Berentung geht, wie gesagt, was weißt denn du, wie es diesen Menschen OHNE Therapie ginge!!

    Der normale Weg zu einer Berentung. Und eine Berentung ist nur ein mögliches (Zwischen-/Neben-)Ergebnis einer Therapie.


    War das nicht logisch? Sonst wäre ja jeder, der jemals eine Therapie machte, danach in Rente. %-|

    Zitat

    Eine für mich erfolgreiche Therapie führt wieder zurück auf den ersten Arbeitsmarkt und nicht in die Rente.

    Eine für mich erfolgreiche Therapie hilft dem Patienten lebenseinschränkende Umstände zu händeln und für sich neue Lebensqualitäten zu finden. Wo und worin auch immer die liegen mögen.

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    Das dürfte meines Wissens nach der normale Weg sein: Diagnostik, Therapie und Behandlung, Reha und je nach Fall dann Rentenantrag durch den Betroffenen unter ärztlicher Befürwortung. So kenne ich das.

    Wenn DAS der "normale" Weg ist, ist das für mich ein weiterer Grund die meine Meinung über Therapien festigt. Eine für mich erfolgreiche Therapie führt wieder zurück auf den ersten Arbeitsmarkt und nicht in die Rente.

    Interessante Argumenation.


    Was hältst Du den von dieser Diskussion zum Thema Krebstherapie:

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    Das dürfte meines Wissens nach der normale Weg sein: Diagnostik, Therapie und Behandlung, Operation, Chemo und je nach Fall Tod.

    Wenn DAS der "normale" Weg ist, ist das für mich ein weiterer Grund die meine Meinung über Krebstherapien festigt. Eine für mich erfolgreiche Therapie führt wieder zurück zur Gesundheit und nicht in den Sarg.

    Ach, das lässt sich auf jede medizinische Maßnahme ausweiten. Ärzte, Medizin und Heilkunst: Alles für die Katz, denn es kann ja auch mal nichts bringen.