ich find Selbstbewusstsein ein etwas seltsames Wort, versteht man es wörtlich, womit man ja vom alltäglichen Gebrauch des Worts weggeht, bedeutet es nicht mehr als sich seiner selbst bewusst zu sein was auch ohne Selbstsicherheit möglich ist. Verwendet wird es aber im Sinne von selbstsicher. Und schau ich so in die Gesellschaft gibt's da mehrere Formen und v.a. verdammt viele unechte Pseudoformen davon. Z.B. kann völlige Umempathie sich und andern gegenüber außerordentlich selbstsicher wirken^^ ohne dass die Selbstsicherheit dabei von Selbstakzeptanz, -annahme, oder Selbstwertgefühl unterfüttert wäre.

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    Mich würde mal Eure Meinung interessieren: Was ist eigentlich Selbstbewusstsein?

    Ich greif für Gedankenmachen oder Formulierung wo's genau sein soll einfach auf die anderen Selbst-wörter zurück. Außerdem stell ich mir dann eher diese Frage in der Richtung, was in meinem (von anderen Menschen ziemlich unabhängigen) Sinne ist, und weniger wie die Wirkung wäre. Geht's nur um letzteres, also darum ein bestimmtes Bild zu vermitteln ist nicht mehr als Schauspielerei nötig.

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    Das bedeutet, Selbstbewusstsein ist so gesehen auch eine gesunde Abschätzung der Umweltreaktionen

    hm, das ist auf dem Außen aufgebaut und mag dann selbstsicher erscheinen ohne in der Tiefe in sich selbst verankert zu sein, und ich bin sicher das reicht zur Chanchensteigerung im Sinne des Fadens. (Darüberhinaus denke ich übrigens keineswegs dass Selbstsicherheit eine Notwendigkeit ist, gibt viele Menschen die das nicht sind und trotzdem Beziehungen führen.)

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    Wenn wir hier im Forum uns unseres "Wertes" und unserer Fähigkeiten vollkommen bewusst wären, dann hätten wir vermutlich gar kein Problem.

    weiß nicht, Selbstbewusstheit im Sinne des Selbst-Erkennens geht in zwei Richtungen, Richtung positiv und negativ. Und dann ist es nur Erkennen, was gut und der erste Schritt ist, aber für beide Richtungen und vllt für jede Einzelerkenntnis muss noch die emotionale Ebene folgen. Ein emotionales Annehmen der Erkenntnis. Positives unterscheidet sich hierbei natürlich ein bißchen von der Annahme "negativer" Selbstbetrachtungen, wobei die zwei Seiten schätzungsweise Hand in Hand gehen oder nach und nach auf einander aufbauen. Bei mir hinkt das emotionale Annehmen positiver Dinge hinterher und aus bisher nur vermutbaren Gründen blocke ich es stellenweise auch gänzlich ab.


    Hm, die Annahme von Negativem geht in Richtung Selbstakzeptanz und das des Positven in Richtung Selbstwertschätzung. (wobei das nur die Fokusse sind, prinzipiell ist vermutlich beides bei jeder Seite dabei, nur unterscheidlich gewichtet *schulterzuck*) Vllt muss die Selbstakzeptanz der Selbstwertschätzung vorrausgehen, keine Ahnung. Meinem bisherigem Eindruck nach scheint Selbstwertgefühl das schwierigere und tiefere zu sein und erst mit erlangen dessen kann man sich vllt als aufgeräumt betrachten (vllt auch nicht^^), wobei allerdings die Selbstakzeptanz auch schon alleine eine tiefere Grundzufriedenheit mit sich selbst schaffen kann. Ob ich mal zu tiefem Selbstwert gelange hab ich mir daher inzwischen freigestellt, gut wenn, wenn nicht auch ok. Die Krankhaftigkeit von, und schnell zu Selbsthass führende, Selbstablehnung verliert schon mit reiner Selbstakzeptanz massiv an Macht.


    Die Wirkung von derartigen Änderungen nach außen als Motivation zu nehmen finde ich übrigens wirklich problematisch. Es ist ja grad die Grundlage sich selbst wert zu sein, also warum nicht völlig weg vom Gedanken an andere oder die eigene Wirkung auf diese?

    @ ForrestG

    Ich habe in diese richtung auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Tatsächlich tendieren viele dazu schüchternen und eher ruhigen menschen schnell den stempel "kein Selbstbewusstein" aufzudrücken, was ja so nicht immer stimmen kann. Nur weil man ruhig ist und nicht dauernd am reden ist, heißt das ja noch lange nicht, das man sich nichts traut oder kein Selbstbewusstsein hat. Kenne Leute die genau so urteilen. Nach dem Motto: Naja, der kommt in der runde nicht so aus sich raus, also kann er ja entweder nur viel zu schüchtern sein (und schüchterne menschen brauchen nach allgemein ansicht ja soiweso mehr selbstbewusstsein) oder aber er hat irgend ein anderes Problem. Oder aber er mag uns nicht. Nicht alle sind so, aber viele, gerade sehr extrovertierte und besonders lebenslustige Menschen haben doch diese Denkweise.


    So war bisher zumindest meine Erfahrung.*:)

    @ colt

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    1. Zieh zuhause aus

    Wie schon gesagt: Ist nicht. Will dazu auch nicht weiter schreiben.

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    2. Mach Dich unabhängig von Bewertungen anderer

    Habe ich schon getan. Habe mich nie viel darum gekümmert was andere von mir halten.

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    Habe ich schon getan. Habe mich nie viel darum gekümmert was andere von mir halten.

    Sorry, aber das nehme ich dir nicht wirklich ab. Wenn es dich wirklich nicht kümmern würde, dann wärst du nicht so unsicher in Gesellschaft, würdest nicht so Angst haben, dass jmd zu viel über dich weiss usw.

    Bitte erklärt mir dieses Phänomen:


    Also ich hab mich mal wieder in ne Frau verguckt (alle Jahre wieder, wirklich im Jahresturnus). Natürlich wieder mal eine, die ich eigentlich gar nicht kenne und mit der ich gerade mal einen Satz geredet habe (typisch), vermutlich auch zu hübsch, wahrscheinlich nen Typen, sowie weitere Barrieren. Egal, ich nehme das diesmal gelassen fatalistisch und wirklich bemühen kann ich mich aufgrund anderer Faktoren nicht.


    Was ich eigentlich von Euch wissen möchte ist: Immer wenn ich mich in eine verguckt habe, kann ich mich nicht an ihr Gesicht erinnern!


    Das sollte doch eigentlich genau anders herum sein oder? Aber das war schon immer so. Was hat das zu bedeuten? (Übrigens an "verflossene" Schwäme kann ich mich erinnern meist.)


    Ich habe das mal so interpretiert, dass ich aufgrund mangelnder Selbstliebe oder geringer Wahrscheinlichkeit, diese Option quasi unbewusst wortwörtlich ausblende. Es ist diesmal auch gar nicht mehr sooo schlimm (gut die Verliebtheitsgefühle sind auch nicht so stark, aufgrund geringer werdender Naivität). Also: Bitte um Erklärungen.


    P.S. Das meine ich z.B. mit interne Prozesse beobachten.

    @ colt

    Mir fallen 2 mögliche Erklärungen ein.


    1. Unterbewußtsein. Du verguckst dich in eine Frau und weißt schon von Anfang an es wird auch diesmal nichts werden. Um den Frust darüber zu verringern verhindert dein Unterbewußtsein, dass du dir ihr Gesicht merkst.


    2. Kannst du dir sonst Gesichter gut merken? Ich habe mal gehört (weiß nichtmehr wo) es gibt viele Leute die Probleme damit haben sich Gesichter zu merken.

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    Du verguckst dich in eine Frau und weißt schon von Anfang an es wird auch diesmal nichts werden.

    Na ja, das mit dem Gesichtergedächtnis war schon beim ersten Mal so, als ich richtig verliebt war und 2 Wochen nicht wirklich essen konnte. Das war mit 17 so. Damals hatte ich ja noch keine Abweisung erfahren oder negative Erfahrungen gemacht.

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    2. Kannst du dir sonst Gesichter gut merken? Ich habe mal gehört (weiß nichtmehr wo) es gibt viele Leute die Probleme damit haben sich Gesichter zu merken.

    Also ich habe komischerweise, soweit ich das beurteilen kann, eine sehr sehr gute Gesichterwahrnehmung. Zum Beispiel bin ich es immer der sagt: "Hey der sieht aus wie der und der" oder "Die erinnert mich an ...". Und alle: "Ja stimmt".

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    Wenn du dich dann nicht mehr "verguckt" hast in sie, erinnerst du dich dann wieder an ihr Gesicht?

    Zum Teil ja. Also diesmal muss ich mich sehr konzetrieren und mir Details ins Gedächtnis rufen. Dann klappt es zeitweise. Bei "Verflossenen" eigentlich kein Problem.


    Also dieses Phänomen hat doch irgendetwas zu sagen oder nicht?

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    Was ich eigentlich von Euch wissen möchte ist: Immer wenn ich mich in eine verguckt habe, kann ich mich nicht an ihr Gesicht erinnern!


    Das sollte doch eigentlich genau anders herum sein oder?

    Es ist in der Tat so, dass wir uns Gesichter von Menschen am besten speichern, die wir aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht leiden können.