@ colt

    Wenn es beim Sex nicht so klappt wie es soll hat das wenig mit Geisteshaltung zu tun. Mit fehlender Gewohnheit schon und damit auch mit Übung. Gewohnheit entsteht durch regelmäßiges praktizieren über einen längeren Zeitraum.

    Zitat

    Ich kann nicht für Dich sprechen, aber die Hure wäre für mich nur Mittel zum Zweck, meine Unerfahrenheit aus meiner Geisteshaltung zu löschen, um quasi selbstbewusster zu agieren.

    Wenn ich ins Bordell gehe will ich Sex haben. Erfahrung zu sammeln und damit Gewohnheiten zu ändern spielt auch am Rand eine Rolle.


    Ich fühle dabei keine innere Leere. Ich sehe das inzwischen rein praktisch. Früher hatte ich keine Gelegenheit Sex zu haben, weil ich keine Frau für mich begeistern kann. Nun habe ich eine Weg wie ich sex haben kann ohne an diesem alten Problem zu scheitern. Das empfinde ich als Unabhängigkeit.

    Ich wollte was anderes sagen, als Du verstanden hast.


    Du beschreibst den Gang zur Hure als Dein "Programm", Deine Art der Dinge, mit dem JM-Dasein umzugehen.


    Ich sehe das Problem nicht darin, dass mein Penis noch nie in einer Frau drin war, ich nicht auf Trieb schalten kann oder mein kleiner Mann nicht mitmacht. Der Versagensfaktor mag eine Rolle spielen. Aber das eigentliche Problem ist doch ein ganz anderes, nämlich ein soziales.


    Das Ziel muss doch sein, eine normale Beziehung zu führen, ohne Geld dafür auf den Tisch zu legen. Und da fehlen Dir, ja auch mir einfach die Sozialkontakte oder das Geschick im Umgang mit Menschen.


    Vielleicht bist Du mir aber auch einfach nur sozusagen in der Frustration voraus. Ich merke nämlich zunehmend, dass ich eigentlich ein zutiefst unsozialer Mensch bin, oft gerne alleine bin und mich ungerne auf andere Menschen einrichte (vielleicht auch nur eine Phase).


    Und ich nehme eine Entwicklung wahr, die zwiespältig zu sehen ist: Ich finde mich immer mehr damit ab, alleine zu sein und zu bleiben und sehe es nicht mehr als schlimm an, eher als normal. Alles um dieses Thema wird mir zunehmend egal. Das ist einerseits traurig irgendwie, resignierend. Andererseits macht es vielleicht auch lockerer, für alles, was noch kommen könnte.

    Zitat

    Gewohnheit entsteht durch regelmäßiges praktizieren über einen längeren Zeitraum. Ich fühle dabei keine innere Leere. Ich sehe das inzwischen rein praktisch....

    Ist vielleicht auch ein bisschen wie Saufen. Irgendwann wird einem nicht mal mehr schlecht davon. Und innen leer sind auch nur die Flaschen.


    Aber mal ganz ohne Augenzwinkern:

    Colt hat natürlich Recht, aber das steht eben für weniger Frust und den Anspruch, es anders zu gestalten und sich nicht gehen zu lassen. Anspruch ist natürlich auch ne Quelle für Unzufriedenheit, Neid undsoweiter, aber letztendlich ist es das, was Menschen antreibt und voranbringt. Gefühle wie Neid, Frust oder so sind dann wirklich eher ne Frage der Geisteshaltung oder des Umgangs damit.

    @ colt

    Ich verstehe jetzt was du meinst. Ich habe für mich entschieden den technischen vom sozialen Teil des JM Problems zu trennen. Ich habe gemerkt ich schaffe es nie wenn ich versuche alles auf einmal zu lösen. Deshalb habe ich vor einiger Zeit meinem JM-Sein im Bordell ein Ende gesetzt. Danach habe ich so einiges mal wieder schleifen lassen. JM bin ich nichtmehr aber so einige der bekannten Probleme trage ich weiterhin mit mir rum. Deshalb nenne ich mich hier auch Ex-JM.

    Zitat

    Vielleicht bist Du mir aber auch einfach nur sozusagen in der Frustration voraus. Ich merke nämlich zunehmend, dass ich eigentlich ein zutiefst unsozialer Mensch bin, oft gerne alleine bin und mich ungerne auf andere Menschen einrichte (vielleicht auch nur eine Phase).

    Du kennst es nicht anders. Woher auch? Es war nie anders. Du bist es seit 30 Jahren so gewöhnt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.


    Ich kann mir auch kaum vorstellen wie es anders sein könnte. Kwak mit einer Freundin

    Das gabs doch nie zuvor!

    Zitat

    Colt hat natürlich Recht, aber das steht eben für weniger Frust und den Anspruch, es anders zu gestalten und sich nicht gehen zu lassen. Anspruch ist natürlich auch ne Quelle für Unzufriedenheit, Neid undsoweiter, aber letztendlich ist es das, was Menschen antreibt und voranbringt.

    Um gewisse ansprüche umsetzen zu können sind gewisse Voraussetzungen (oft materielle) erforderlich. Wenn diese nicht gegeben sind kommt man mit der Umsetzung nicht weit. Man muss also schauen was unter den existierenden Umständen realisierbar ist.

    Zitat

    Du kennst es nicht anders. Woher auch? Es war nie anders. Du bist es seit 30 Jahren so gewöhnt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

    Na ja, ich habe schon Kumpels und Sozialkontakte, wenngleich ich mir durchaus mehr wünschen würde. Aber ich brauche einfach super viel Zeit für mich selber und bin auch öfter mal gerne allein. Andere Menschen können z.B. gar nicht alleine sein. Ich würde das bei mir nicht als disfunktional oder so bezeichnen. Ich habe mich mein Leben lang selber aktiv unbewusst ausgegrenzt, weil ich einfach gelernt habe und dachte, nicht dazuzugehören und der anderen leute nicht genügend zu sein. das ändert sich zunehmend.

    Zitat

    Ich kann mir auch kaum vorstellen wie es anders sein könnte. Kwak mit einer Freundin

    Das gabs doch nie zuvor!

    Ich kann mir das schon vorstellen. allerdings lerne ich einfach keine frauen kennen, die in frage kommen und wo alle kriterien erfüllt sind auf beiden seiten. deswegen glaube ich auch einfach nicht mehr an eine liebesbeziehung. alles andere vielleicht schon.

    @ roadrunnerII

    Zitat

    Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass man sich durchaus in jemand anders verlieben kann, wenn man Zeit mit ihm verbringt und Gemeinsamkeiten hat. Ihr geht Eislaufen, Schwimmen, Essen und vieles mehr, manchmal macht es dann später plötzlich klick.

    :)z *unterschreib*

    Noch ein par Gedanken

    Einige Langzeit-JM haben im Lauf des Fadens irgendwannmal geschrieben, dass ihre Eltern für ihre Probleme mitverantwortlich sind.


    Mir wird seit einiger Zeit immer deutlicher, dass das auch bei mir so ist. So wie meine Eltern es mir vorgelebt haben will ich nicht leben.

    @ kwak

    Zitat

    Um gewisse ansprüche umsetzen zu können sind gewisse Voraussetzungen (oft materielle) erforderlich. Wenn diese nicht gegeben sind kommt man mit der Umsetzung nicht weit. Man muss also schauen was unter den existierenden Umständen realisierbar ist.

    Du meinst materiellen Kram? Also ich würd das keineswegs ausschließen, aber es ist eigentlich sekundär, wenn ich hier von Ansprüchen rede. Abgesehen davon hab ich allerdings schon ein Faible für diversen Kram, schicke Klamotten oder mal ne neue Uhr, Elektronikzeuch... und da wirds bei mir auch mal teurer, aber wenn man nicht gleich riesige Autos oder Häuser/ Wohnungen möchte, dann ist das alles in Reichweite. Auto und Haus heb ich mir für später auf ;-)


    Aber wie gesagt, den Anspruch hab ich eigentlich auf etwas anderes bezogen. Auf Alltag und Leben; wie Colt schon gesagt hat, eher den sozialen Zusammenhang. Achtung und Selbstachtung. Wenn man introvertiert ist, neigt man eventuell dazu, sich mehr zurückzunehmen, als einem gut tut. Ich hab das richtige Maß gefunden, denk ich, und ich bin froh drüber.


    Als ich hier angefangen hab zu schreiben, hätt ich viele Aussagen von dir abgenickt, weils mir selbst so ging. Ich kann zum Glück sagen, dass sich das gewandelt hat. Mir ist mittlerweile die Unsicherheit und Illusionslosigkeit von früher fremd. Zum Beispiel ist die Vorstellung, nicht mehr allein zu sein, selbstverständlich, weil die mir entgegengebrachte Aufmerksamkeit allgegenwärtig ist. Aber eigentlich in jeder Hinsicht. Also deckt sich das meiste in Sachen Selbstbild und Wahrnehmung durch andere... und so muss das sein.


    Das früher war im Prinzip ein Missverständnis, und sowas muss man eben ausräumen. Diese Entwicklung zieh ich jeder sonstigen "Maßnahme" vor.

    @ roadrunner

    Zitat

    Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass man sich durchaus in jemand anders verlieben kann, wenn man Zeit mit ihm verbringt und Gemeinsamkeiten hat. Ihr geht Eislaufen, Schwimmen, Essen und vieles mehr, manchmal macht es dann später plötzlich klick.

    Stimmt, das hab ich in letzter Zeit so ähnlich, wenn auch (noch) nicht unter den nötigen Vorzeichen erlebt. Man wills dann einfach nicht mehr missen. Es ist nicht so verkopft-ehrgeizig wie wenn man zum Beispiel ne besonders schöne Frau kennenlernt und deswegen auf Teufel komm raus was konstruiert, obwohl man einfach nur ganz nett miteinander auskommt.


    Ich kenn mittlerweile ein paar Frauen, mit denen ich richtig lachen kann. Nicht nur so höflich lachen, sondern weil ich nicht anders kann. Das ist cool, so oder so, aber wenn dann noch die gewisse Attraktivität dazukommt....