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    Du, das tue ich auch. Aber irgendwie fehlt dann doch etwas. Wenn eine Beziehung so nebensächlich wäre, würden sich nicht alle danach sehnen. Eine gewisse Grundbereitschaft zu suchen muss ja wohl da sein, sonst würdest du nicht mit offenen Augen durch die Gegend laufen.

    Ja, eine Grundbereitschaft muss schon da sein, hab ich auch nie abgestritten. Aber eine Grundbereitschaft ist etwas anderes als eine krampfhafte Suche. In letzterem Fall bricht für einen die Welt zusammen, wenn es mal wieder einen Korb gab, im ersten Fall sagt man sich: Schade, hat nicht sollen sein, war aber trotzdem ein kurzweiliger Abend, ein heißer Flirt.


    Oder - und das auch schon selbst erlebt - nach zwei Stunden ist das Treffen vorbei, beide Seiten wissen, dass keine gemeinsame Wellenlänge vorhanden ist, aber trotzdem ein Erfolg, da man nicht vor dem Rechner / dem Fernseher gesessen hat.


    Und bevor ich mich selbst noch länger fertig mache, akzeptiere ich doch lieber die augenblickliche Situation und sehe zu, was ich aus meiner Situation machen kann.

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    Ich selbst schaffe das nicht. Wenn nicht von außen ab und zu Einflüsse kommen, durch die ich mich aufbauen kann, werde ich völlig depressiv.

    Das kommt mir nur zu bekannt vor. :-/ War bei mir ähnlich, und da die äußeren Einflüsse nicht kamen, wurde ich immer depressiver, über Jahre hinweg. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, dieses Spielchen länger mitzumachen.

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    Deine Mail, die noch immer in meiner Mailbox auf die Beantwortung verharrt, hast du am 26.08.06 um 02:59 Uhr geschrieben.

    Muss ich wohl ein schlechtes Gedachtnis haben, dachte, wär schon länger her

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    Wieso ist eine Änderung nach unten nicht möglich? In welchen Situationen hast du diese Erwartungen und Hoffnungen? Was erwartest / erhoffst du dir? Aus welchem Grund? Mit welchem Ergebnis? Was hat dir das Ergebnis gebracht?

    Weil das bei mir fast unmöglich ist. Wenn ich z.B. irgendwo hingehe, und die Erwartung habe, einen schönen abend zu verbringen, kann ich nicht einfach sagen, das ich die Zeit rumbringen möchte. So was ist vieleicht bei neuen Leuten, mit denen ich was unternehmen möchte, wo sich dann rausstellt, das mal wieder eine Frau ins Spiel gekommen ist. So z.B. am Samstag, wo ich die Erwartung hatte, mit einen guten Kumpel einfach Spass in der Disco zu haben, wo auch ein totaler reinfall war. Und was das Ergebiss ist, das ich daran kaputtgehe

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    Was erhoffst du dir von neuen Bekanntschaften? Was kannst du tun, wenn das Gegenüber deine Erwartungen / Hoffnungen nicht erfüllt? Wie reagierst du dann? Ist deine Reaktion zielführend? Was kannst du tun, um dich von solchen Situationen nicht deprimieren zu lassen?

    Gar nichts. Was kann ich schon machen, wenn sich z.B. die Leute nicht mehr melden? Dagegen kann ich nichts machen, wenn sie auf SMS oder anrufe nicht mehr reagieren, weil sie gerade eine neue Freundin kennengelernt haben

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    Beispiel aus meiner eigenen Vergangenheit: Spaziergang, Wald- und Wiesenweg, gerade mal wieder ein Buch über kognitive Verhaltenstherapie zu Ende gelesen, hochmotiviert, offener Blick, Blickkontakt zu entgegenkommenden Spaziergängern, ich werde gegrüßt und grüße zurück oder umgekehrt, ...

    Bei meinem letzten Spaziergang ist mir ja nicht mal ein Mensch begegnet

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    hochmotiviert, offener Blick, Blickkontakt zu entgegenkommenden Spaziergängern, ich werde gegrüßt und grüße zurück oder umgekehrt, ...

    Ja genau, das ist genau richtig!


    Einfach wieder aktiver am Leben, außerhalb des eigenen teilnehmen!


    ;-)


    Sag einfach du mal "Hallo" zu den Leuten die dir begegnen und warte nicht darauf, dass sie die Initiative ergreifen.


    Halt die Augen und Ohren offen und nimm wieder wahr was um dich herum geschieht.


    Wer weiß, vielleicht hast du schon den / die ein oder andere deshalb übersehen, die ähnlich "schüchtern" waren wie du und vor dem selben Problem standen. ;-)

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    Bei meinem letzten Spaziergang ist mir ja nicht mal ein Mensch begegnet

    Jetzt mal ganz frecht / dumm / unverschämt gefragt:


    SOLLTE dir überhaupt jemand begegnen?


    Will sagen, bist du vielleicht bewußt oder unbewußt nicht da spazieren gegangen, wo du weißt, dass dir möglichst niemand begegnet, da du dich schon selbst nicht genug akzeptierst und wenn du meinst dass dich eh niemand beachtet, du hoffst dort diese unangenehmen Situationen vermeiden zu können?


    Ich weiß ja nicht wo du bislang spazieren gehst, aber geh doch einfach mal dahin wo du 100% weißt, dass dir da Leute begegnen werden.


    Bin früher auch lieber allein im Wald joggen gegangen.


    Mittlerweile bin ich auf eine Strecke gewechselt, auf der es von Leuten / Joggern wimmelt und das ist einfach viel schöner.


    "Hallo hier", "Hallo da", jeder grüßt jeden, man kennt sich oder lernt sich dabei kennen,.....


    Verstehst du was ich meine?


    Auch das ist, wie es Michael Mittermeier sagen würde, BACK TO LIFE! ;-)

    buhmänner

    ich möchte hier sicher keine buhmänner abstempeln (nein, hab mich nicht schuldig gefühlt, aber ich möcht aus meiner sicht antworten) ;-)


    wenn ich ein für mich schier unerreichbares ziel zu erreichen versuch, lange erfolglos bleib unds dann irgendwie schaff, bin ich ja erstmal glücklich. und danach merk ich, wie blöd ich mich wohl angestellt hab vorher. und sehe den lösungsweg klar. die probleme, die ich hatte, kenn ich zwar noch, aber sie sind für mich nicht mehr wichtig, weil ich ja weiss, wie sie zu lösen gewesen wären. wenn nun jemand anderer dasselbe problem hat, ists doch klar, dass ich demjenigen sag (sofern er mir sympathisch ist), wie ers lösen kann. oder erklär, wie ichs gelöst hab. nur ists mit der lösung allein ja nicht getan. die passagen mit dem aufgeben des selbsthasses und so, die musstest du, tortola, ja erst erleben und dir bewusst werden, wie scheisse das ist. und wie ineffizient du dadurch wirst. das fehlt mir wohl noch. ich merk, wie unnötig dieses abendfüllende rumgammeln in irgendwelchen foren ist, nur um mir meine missliche lage vor augen zu führen. ich heul mich auch darum aus, dass ich merk, wie blöd ich eigentlich tu. und wie weh ich mir mit meiner untätigkeit tu. jetzt ists mehrheitlich so, dass es mir zwar mies geht, ich die welt verfluch und mich selbst oft am liebsten auf den mond schiessen würd, weil ich weichei einfach nicht in der lage bin, etwas zu ändern. oder angst davor hab, etwas zu ändern. zuviel angst vor den folgen hab. obwohls ja aufs selbe hinausläuft, ob ich nen korb krieg oder nichts mach. in beiden fällen hab ich kein erfolgserlebnis (wobei man beim korb ja noch immerhin sagen kann, dass ich den versuch werten könnte).


    das wissen ist da. aber die kraft zur anwendung, die fehlt mir (und vielen anderen hier offensichtlich auch).


    ich weiss also, ich sollte einfach jetzt grad in meine bar gehn und die nächste "einsame" dame mal ansprechen. den intellekt, irgendeinen vernünftigen satz rauszubrösmeln, hätt ich ja. aber ich tus nicht. selbst wenn ich eins trinken geh. in mir drin ist was, das mich stoppt. und das muss weg. weil momentan muss ich zuviel kraft aufwenden, das zu überwinden, als dass ich danach noch kraft hab, sie anzusprechen.


    ich bin nicht bereit. nur von mir aus jedenfalls nicht.

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    Welchen Vorteil bringt es dir, kein JM mehr zu sein? Welche Nachteile siehst du bei einem so zielgerichteten Handeln? Wie zufrieden bist du mit dieser Zielgerichtetheit? Deine neue Einstellung - basiert sie auf Einflüsse, die du bestimmen kannst? Oder sind sie fremdbestimmt? Welchen Anteil hast du an diesen Einflüssen? Was bringt es dir, dich über Einflüsse aufzuregen, die du nicht bestimmen kannst? Wie sieht es mit "Zielerreichung" aus? Was bringt dir deine Zielsetzung? Was bringt sie dir nicht?

    Viele Fragen -ich versuch mal zu antworten.


    Es kotzt mich einfach nur noch an JM zu sein. Zu wissen 99% meiner Altersgenossen haben mir gegenüber einen Erfahrungs- und Erfolgsvorsprung. Mir ist etwas bis heute nicht gelungen was andere die strohdumm sind schon längst geschafft haben.


    Nachteile sehe ich beim zielgerichteten handeln bis jetzt keine. Ob ich damit zufrieden sein werde kann ich noch nicht abschätzen. Bis jetzt hat sich der Erfolg noch nicht eingestellt. Aber ich musste doch etwas ändern. Die Art die ich lange versucht habe hat nichts gebracht. Also kann ich nicht weiter machen wie bisher. Es wurde hier doch oft gesagt JM muss auch an seiner Einstellung arbeiten. Das habe ich getan und bin wohl auch noch dabei.


    Es war meine eigene Entscheidung etwas zu ändern. Ich will ja etwas erreichen. Ich hoffe meine Zielsetzung wird dazu führen, dass ich so bald wie möglich kein JM mehr bin. Die Erfolgsaussichten sind leider nicht abschätzbar. Aber schlechter wie vorher geht nicht.

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    Langsam glaube ich, der gute Torti und ich geraten hier in die Rolle von Buhmännern, nur weil wir keine JM mehr sind.

    Nein. Ich gönne euch eueren Erfolg.

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    Nochmal: Torti und ich haben verdsammt schwer gekämpft, auch und vor allem mit uns selbst, um das zu erreichen, was wir erreicht haben.

    Das glaube ich. Jeder hier kämpft auf seine Art mal mehr mal weniger. So weitermachen wie bisher geht nicht wenn sich etwas ändern soll.

    Hallo an alle!


    Ich wollte heute doch endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben und jetzt ist es schon wieder so spät...


    Zu dem Phänomen: Ich gerate immer nur an Männer/Frauen, die schon vergeben sind, gibt es einige sehr interessante Thesen. Diese findet ihr in "So nah und doch so fern" von Steven Carter und Julia Sokol. Ein sehr interessantes und hilfreiches Buch. Und im Gegensatz zu "Unberührt" gibt es hier ein paar wirklich gute Ratgeber-Kapitel mit sehr konkreten Hilfestellungen.


    Meine Schüchternheit in bestimmten Situationen habe ich übrigens auch mit Hilfe eines Buches in den Griff bekommen. Jaja, ich weiß, ich bin ein Ratgeber-Junkie und leben nach dem Motto: Hast Du ein Problem, recherchiere bis Du vernünftige Lösungsansätze gefunden hast. Wohl auch deshalb mag ich meinen Beruf so sehr - da werde ich unter anderem für's recherchieren und lesen bezahlt . :-) Ach ja, und jetzt noch der Titel: Philip G. Zimbardo: Nicht so schüchtern.


    So, und dann bin ich auch schon wieder weg...

    du darfst mir gern alle tipps zukommen lassen, die du kennst, betsy ;-)


    ich bin in der lage, vor allen möglichen reaktionen angst zu haben, monika.


    seis vor der ablehnung, welche mir meine träume zerstört und die hoffnung, es könne doch mal klappen, wieder nicht bestätigt. oder die angst vor dem gegenteil ... die jedoch erst einmal aufgetreten ist. dass sie interessiert sein könnte und ich dann angst hab, der situation nicht gewachsen zu sein.


    und wenn das alles nicht zutrifft, erfind ich bestimmt ne neue angst. wie gesagt ... bin ich reif genug? oder will ich nur, weil alle tun?

    herr koch

    Angst kenne ich, wenn auch hauptsächlich in anderen Situationen. Und die von dir geschilderten auch, nur komme ich anscheinend leichter drüber. So eine gewisse Schwellenangst. Man muss mal begreifen, dass Angst nur ein Gefühl ist, nicht mehr und nicht weniger.


    Die Angst, der Situation nicht gewachsen zu sein, wirst du womöglich erst IN der Situation verlieren, aber im Grunde ist das gar nicht so wichtig. Dann hast du halt Angst...;-) Bringt dich nicht um.. Ich sag das jetzt so flapsig, weil das meine Art geworden ist, mit Ängsten umzugehen, ich begrüße sie als alte Bekannte. Je mehr man unterdrückt, umso schlimmer wird sie, vor allem gewinnt sie dann die Oberhand. Es gibt Situationen, wo ich nicht klarkomme, aber alles in allem funktioniert es so ganz gut.


    Träume würde ich allen Ernstes zu den Akten legen, das macht dich nur total anfällig für Angst und eigentlich nicht wirklich offen. Vielleicht schreibst du sie mal auf, deine Träume, und verschließt sie dann irgendwo..