@Zottelbaer

    Ich kann verstehen, dass es dir zu schaffen macht jetzt wieder alleine zu sein. Aber das ist noch viel besser als JM zu sein. Du weißt jetzt wie es ist. Wenn du morgen vom Blitz getroffen wirst bist du wenigstens nicht als JM gestorben. Und wenn man etwas schonmal erreicht hat ist es einfacher es wieder zu erreichen als wenn man zum ersten Mal vor der Aufgabe steht.

    Zitat

    Und cara meinte damals noch, ich sei blöd, und ich sollte jede Chance nutzen, um Erfahrung zu sammeln...

    Muss ein JM jede Gelegenheit nutzen? Nein, natürlich nicht. Trotzdem frage ich mich langsam, ob ich noch legitimiert bin, Ansprüche zu haben. Mache ich mich lächerlich, wenn ich ein Angebot ablehne, etwa weil ich die Frau nicht anziehend finde und nicht liebe...Darf ich noch auf die Richtige warten...


    Stehe dieser Frage irgendwie ambivalent gegenüber.

    Fiann

    Zitat

    Darf ich noch auf die Richtige warten...

    Mit diesem Begriff habe ich echte Schwierigkeiten. Deshalb sage ich ganz spontan, nein, auf die Richtige würde ich warten, das schürt nur womöglich unerfüllbare Ansprüche. Frage allerdings: Was verstehst du darunter?


    Keine Liebe, keinerlei Anziehung.. nein, dass muss nicht sein. Es geht ja auch um Selbstachtung.


    Die Frage müsste eher lauten, sind meine Ansprüche an eine, die ich lieben könnte, zu hoch oder zu speziell? Kann ich mich mit der Liebe auf den zweiten Blick anfreunden, auf zunächst mal nur Sympathie aufbauen?

    Zitat

    Die Frage müsste eher lauten, sind meine Ansprüche an eine, die ich lieben könnte, zu hoch oder zu speziell? Kann ich mich mit der Liebe auf den zweiten Blick anfreunden, auf zunächst mal nur Sympathie aufbauen?

    Kann ich für mich mit Ja beantwroten. Nur was hab ich davon?

    Zugeben, richtig und falsch sind etwas zu grobe Begriffe diesbezüglich. Zu sehr schwarz/weiss. Ich meinte eher: Darf ein JM seine erste Beziehung aus wirklicher Liebe eingehen. Oder muss er sich seine Gefühle irgendwie zurechtbiegen, sich Mühe geben, das Positive zu sehen. Fände das eben auch irgendwie unfair der Frau gegenüber. :-/

    tam

    du hast gechrieben, und das ist mir auch schon bei schüchtern mal aufgefallen... ich hätte sie angesprochen, aber wir mußten uns um einen Kumpel von mir kümmern, der betrunken war...!!! Und das ist euer Vermeidungsverhalten... pfeif auf den Kumpel, der nimmts dir nicht wirklich übel, wenn er ein echter Kumpel ist, besoffen hat er sich auch selber... red die Frau an, die läuft dir weg, dein Kumpel nicht... und glaub mir, das sind die Ausreden, die euch am Eigentlichen hindern...

    sinistra


    :)^


    Ich kenne das auch bei mir, oft wenn es nach einer konkreten Chance riecht, kommt irgendwas dazwischen, dem ich mich dann widmen kann. Tatsächlich ein Vermeidungsverhalten. Wobei ich noch nicht vollständig herausgefunden habe, was ich genau zu vermeiden suche.


    Nicht-JM sind da viel kaltblütiger, setzen vorübergehend Scheuklappen auf, um sich ganz aufs Ziel zu konzentrieren.

    @Sinistra

    Zitat

    du hast gechrieben, und das ist mir auch schon bei schüchtern mal aufgefallen... ich hätte sie angesprochen, aber wir mußten uns um einen Kumpel von mir kümmern, der betrunken war...!!! Und das ist euer Vermeidungsverhalten... pfeif auf den Kumpel, der nimmts dir nicht wirklich übel, wenn er ein echter Kumpel ist, besoffen hat er sich auch selber... red die Frau an, die läuft dir weg, dein Kumpel nicht... und glaub mir, das sind die Ausreden, die euch am Eigentlichen hindern...

    Bei mir war das so, das ich auch niemand zum ansprechen hatte, mir ist auch an dem abend niemand aufgefallen, die für mich interessant wäre, also habe ich mich um meinen Kumpel gekümmert, und ihn heimgebracht

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    Muss ein JM jede Gelegenheit nutzen? Nein, natürlich nicht. Trotzdem frage ich mich langsam, ob ich noch legitimiert bin, Ansprüche zu haben. Mache ich mich lächerlich, wenn ich ein Angebot ablehne, etwa weil ich die Frau nicht anziehend finde und nicht liebe... Darf ich noch auf die Richtige warten...

    Interessante Frage! Vor allem im Zusammenhang mit Vermeidungsverhalten und Flucht. Ich trau mir da nämlich nicht mehr so ganz, vielleicht geht es sogar soweit dass beim Überlegen ob jemand passt eine unterschwellige Angst dafür sorgt dass mir dies und jenes auffällt was gegen eine Beziehung sprechen würde...

    Oh je, da habt Ihr ja mal wieder geschrieben wie die Weltmeister. Genau wie Aldi finde ich einige der Beiträge sehr diskussionswürdig. Ich hoffe deshlab, Ihr seid nicht böse, wenn ich auch auf ein paar ältere Aussagen noch kurz Bezug nehme. Die Diskussion um den Vergleich des Schweregrads von Problemen fand ich erstaunlich. In verschiedenen Beiträgen klang die Einstellung durch: "Meine Situation verdient ein gewisses Maß an Mitleid und das hat meine Umwelt mir auch gefälligst entgegenzubringen!" Derjenige, der so denkt, fühlt sich im Grunde in seiner Situation wohl und hat auch nicht wirklich vor sie zu ändern. Wenn er seine Situation ändern wollte, würde er sich "an die Arbeit machen", dann wär's ihm egal, ob andere das Problem als "gar nicht so schlimm" abtun.


    Außerdem klang in mehreren Beiträgen an, dass sich einige von uns häufig ausgenutzt fühlen. Das ist aber etwas, was wir ganz klar selber in der Hand haben. Wenn jemand uns um Hilfe bittet, haben wir die "Macht" zu entscheiden: Gewähren wir diese Hilfe oder nicht? Gewähre ich die Hilfe bedingungslos ("Er hat mir schon so oft beigestanden, jetzt höre ich mir auch mal seinen Kummer in aller Ruhe an.") oder an eine Bedingung geknüpft ("Okay, ich helfe Dir bei Deinem Umzug. Dafür hilftst Du mir aber dann im Februar beim Tapezieren meines Schlafzimmers.")? Klar ist es manchmal schwierig, seine Grenzen aufzuzeigen, aber da geht letztendlich kein Weg dran vorbei.


    Ich war zum Beispiel mal in der Situation, dass eine Freundin mich über Jahre hinweg fast jeden Tag angerufen hat, um ihren Liebeskummer im Hinblick auf einen ganz bestimmten Mann loszuwerden. Sie kannte diesen Mann damals nicht einmal, sondern hat ihn lediglich aus der Ferne "angeschmachtet". Anfangs habe ich mir diese Geschichten noch gerne angehört, weil ich im Gegenzug ja auch meine ganzen Desaster loswerden konnte. Aber irgendwann fing's an zu nerven, da sich die Geschichte nicht entwickelte sondern sich nur noch im Kreis drehte. Ich habe dann noch mehrere Monate lang mehr oder minder mit Wiederwillen diese Geschichten angehört, bis ich den Mut hatte, ihr zu sagen, dass ich zu dem Thema einfach nichts mehr hören will.

    @ Bergsteiger:

    Ich hab' das ja schon öfter mal gesagt: Deinem Leben selber ein Ende zu setzen (bewusst oder unbewusst) ist kein guter "Plan B". Das ist so eine Flucht durch's Hintertürchen, die Dich daran hindert, Dein Leben so zu verändern, dass Du es genießen kannst. Veränderungen kosten sehr viel Energie. Wenn Du aber im Grunde denkst: "Ach, bevor ich mich hier rumquäle um's langfristig besser zu haben, nehme ich doch den leichteren Weg und stürze mich einen Berg runter." - wo soll da die Motivation herkommen, weiter für eine Besserung zu kämpfen?


    Außerdem fände ich es ehrlich gesagt ganz schön abschreckend, wenn ein Mann, den ich vielleicht ganz attraktiv finde, diese selbstzerstörerischen Gedanken in sich trägt. Man (bzw. frau) möchte doch jemanden haben, mit dem sie ihr Leben teilen kann. Nicht jemanden, bei dem sie sich ständig Gedanken machen muss, ob er am Wochenende von seiner Klettertour zurückkommt oder nicht. Und hier noch eine Frage, die Du Dir auch mal in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen solltest (und das ist jetzt wirklich als Denkanstoss und nicht als Provokation gemeint): Wenn Du nicht die Kraft hast, mit Dir selber liebevoll und fürsorglich umzugehen, woher willst Du dann die Kraft nehmen, mit einer Partnerin liebevoll und fürsorglich umzugehen?


    Ich wünsch Dir jedenfalls, dass Du bald über diese selbstzerstörerische Phase hinwegkommst! :)*

    Zitat

    pfeif auf den Kumpel, der nimmts dir nicht wirklich übel, wenn er ein echter Kumpel ist, besoffen hat er sich auch selber... red die Frau an, die läuft dir weg, dein Kumpel nicht... und glaub mir, das sind die Ausreden, die euch am Eigentlichen hindern...

    Definitiv Ausrede, denn wie er schreibt, haben sich ja offensichtlich mehrere, mindestens jedoch zwei personen um den bertunkenen Freund gekümmert.


    Und einer hätte ja wohl zur Not auch ausgereicht, oder? ;-)