Monika

    Aus der Perspektive des Mannes sieht es wohl anders aus, wenn man mal das "klassische" Rollenmuster zugrundelegt. Aus der Sicht des Mannes siehts doch so aus:


    1. Frau gefält mir --> Flirten+Ansprechen (SCHWELLE)


    2. Date abmachen


    3. ...


    Dasselbe aus der Sicht der Frau


    1. Huch, ich werde angesprochen


    2. Date abmachen (*erstmaljasag* ;-))


    3. ... *hmm, was will ich nun von ihm, soll ich, soll ich nicht?* (SCHWELLE)


    Könnte es nicht so etwas sein?

    kuckucksblume

    Zitat

    du machst die schwelle.

    Ja, irgendwie schon. Eine kleine Unsicherheit darüber, wie es weitergehen soll…und die Schwelle ist da. Ich mache sie, und fühle mich als Mann dann verantwortlich dafür, sie zu überwinden, beginne, mich zu bemühen, versuche mutig zu sein etc. Das Traurige ist, dass ich gar nicht damit rechne, dass auch die Frau sich einsetzen könnte, die Schwelle zu überwinden, egal wie gross das Interesse ihrerseits ist. Ich komme immer wieder in Situationen, wo bildlich ausgedrückt die Frau jenseits der Schwelle beobachtet, was ich unternehme. Einfach weil irgendwie in der Luft zu liegen scheint (bzw. ich das ausstrahle), dass ich abhängiger bin von ihr als sie von mir, und ich deshalb mehr zu verlieren habe. Deshalb ist mein nächstes Ziel, diese subjektiv empfundene Abhängigkeit vom Verhalten der Frau zu überwinden. Je mehr ich mich abhängig fühle, umso mehr wirken die Annäherungsversuche bemühend. In solchen Situationen scheint dann Rückzug in die Einsamkeit die einzige Möglichkeit zu sein, autonom zu bleiben.

    Bergsteiger

    Zitat

    Ich dachte immer, dass zuerst "Liebe" da sein muss, bevor es zu Berührungen und Nähe kommt. Dass man sich also erst verbal "einigen" muss

    Das dachte ich früher auch, mit diesem Verbalisieren von etwas, das eigentlich ohne Worte klar sein müsste. In den meisten Fällen schaffen Worte nur Distanz, legen auf Eis, was warm werden möchte.

    @fiann

    Zitat

    Eine kleine Unsicherheit darüber, wie es weitergehen soll…und die Schwelle ist da.

    ob klein oder groß, warum denkst du, gibt es überhaupt eine unsicherheit wie es weitergehen soll? woher kommt sie?


    wirklich gut finde ich es dann, wenn beide genau spüren wie es weitergehen soll und wenn eben keine "wie soll es weitergehen-unsicherheit" auftaucht.

    Fiann

    Zitat

    Ich komme immer wieder in Situationen, wo bildlich ausgedrückt die Frau jenseits der Schwelle beobachtet, was ich unternehme. Einfach weil irgendwie in der Luft zu liegen scheint (bzw. ich das ausstrahle), dass ich abhängiger bin von ihr als sie von mir, und ich deshalb mehr zu verlieren habe.

    Wieso meinst du ist das so? Diese Abhängigkeitsgefühle bei dir? Wenn du immer wieder in diese Situationen gerätst, klingt es ja schon nach einem Muster.

    Noch was...

    Faehigkeit zu klaren klugen Gedanken scheint's hier im Faden ja genug zu geben, das stelle ich immer wieder fest. Z.B. bei den Herren Fiann und Bergsteiger faellt mir das gerade wieder auf.


    Ich bin bekanntlich nicht der Meinung, dass es ein gutes Rezept ist, das Denken zu verteufeln und abstellen zu wollen.


    Aber: Wie ernst nehmt ihr eure Gedanken eigentlich? Seid ihr in der Lage, ueber euch selber zu lachen? Z.B. ueber den himmelweiten Unterschied zwischen Theorie und Praxis? Oder ueber den Quatsch, den ihr euch jedesmal trotz aller eurer Intelligenz wieder zusammendenkt, wenn euch mal wirklich eine tolle Frau ueber den Weg laeuft? (Das ist kein Vorwurf, ich kenne das selber nur zu gut... 8-))


    Denken, schoen und gut... aber ein bisschen Distanz zum eigenen Denkapparat kann nicht schaden.


    Und wenn man sich selber im Scheitern lustig finden kann, wird die Angst vorm Scheitern vielleicht kleiner?

    ein beitrag von einem mann mit dem ich öfters pns schreibe

    der text beginnt damit, dass er die ganze jm-problematik überhaupt nicht nachvollziehen kann und ich meinte daraufhin dass so eine außensicht vielleicht gar nicht schlecht wäre, deshalb hier sein text (er weiß bescheid):


    "(...)Ich kann das alles absolut nicht nachvollziehen, überhaupt gar nicht, kein bisschen.


    Das läuft doch normalerweise alles von ganz alleine.


    Anfangs ist irgendeine Anziehung da, die die Beiden erst mal auf sich aufmerksam werden lässt. Diese Anziehung zu vermeiden, zu ignorieren, erfordert doch schon mehr Strategie, Kraft und Selbstverleugnungskünste, als ihr nachzugeben und sich treiben zu lassen


    Dann ergeben sich irgendwelche Worte, Blicke, Gesten, automatisch, völlig ungesteuert, quasi blind. Das führt dazu, dass man, in der Regel beidseitig, Kontakt miteinander aufnimmt.


    Man stellt dann nach und nach entweder fest, dass es passt, dann gehts, langsamer oder schneller, weiter. Oder man stellt fest, dass es gewisse Hemmnisse gibt. Dafür kann es 1000 und mehr Gründe geben. Dann wird der Magnet schwächer und beide "lösen" sich wieder voneinander, ohne irgendwelche kompromittieren Peinlichkeiten für Beide.


    Das ist doch schon fast so, als wäre das alles z.B. vom vegetativen Nervensystem gesteuert. (...)"

    Schwellen ...


    Schwellen gehören doch zum Leben wie das Atmen. Jeder hat irgendwo Ängste, die er überwinden muss. Und jeder hat solche, die ihm unüberwindbar scheinen. Heut beim Mittagessen zum Beispiel hatten wirs von einer Softwareumstellung, die uns wohl ins Haus steht. Eine ältere Mitarbeiterin hat die Hände verworfen darob. Mit 53 nochmals ganz von vorn anfangen ... so wirds rauskommen. Nach 15 Jahren mit der "Alten" (inkl. neuer Versionen, etc.) eine Totalumstellung ...


    Bei mir ists nicht so schlimm, ich arbeite erst 8 Jahre damit. Dennoch bin ich nicht wild drauf. (Aber immerhin kenn ich die andere Software.) Schnügi dagegen ist beinahe Feuer und Flamme. Sie hätte eh einen Kurs besuchen wollen dafür.


    Drei Menschen, drei unterschiedliche Sichtweisen.


    Bei Sex wirds wohl auch so sein. Und beim Ansprechen. Usw.


    Die Einen sehen Berge da, wo andere nur eine Bodenwelle sehn.


    Was ist nun die richtigere Sichtweise? Es gibt sie nicht.


    Zottelbär, du kannst gut sagen, dass das Flirten halt einfach getan werden muss, weil es Spass macht, Bestandteil ist, etc. Das stimmt für dich. Und ist sicher ein richtiger Weg. Aber für jemand anderes ist es einfach eine schier unlösbare Aufgabe. Da brauchts vielleicht ein Engagement von der anderen Partei. Weiss auch nicht. Das Muster X gibts nicht. Jeder muss für sich sehen, wie er mit dem Thema umgeht. Das Ziel muss einfach sein, die eigenen Schwellen entweder zu ebnen oder dann halt umgehen zu können. Beides führt zum Ziel.


    Thema ONS. Ich seh darin grad gar keine Möglichkeit für mich. Ich bin einfach ein gehemmtes Stück Mensch, das sich sicher nicht vor einer unbekannten Person entblösst. Nennt mich prüde, kein Problem. Aber das tu ich nicht. Ich brauch Vertrauen und das lässt sich nicht durch Alkohol oder Geilheit aufbauen. Darum sag ich für mich, eine Beziehung ist das Wahre, weil sie den Rahmen bietet, den ich brauch, um mich sicher zu fühlen. Das ist meine Ansicht, andere sehen das anders. Und jeder soll dafür sehn, dass er das findet, was ihm nützt.


    Lösungen finden ist das Stichwort. Nicht unbedingt allgemeine Lösungswege.


    Ich mein damit ja nicht, dass man drei Jahre zusammensein muss, bevor ichs mir erlaube, ihre Schulter entblösst anzusehen. Vielleicht lern ich am Dienstag jemanden kennen und am Donnerstag startet das Feuerwerk. Kein Problem. Das schliess ich ja nicht aus. Aber es soll ein Davor und ein Danach geben.


    Am Dienstag haben wir Weihnachtsessen. Heut gabs nen Vortrag und danach nen Apéro. Da kam ich mit einer unserer Praktikantinnen ins Gespräch ... ich konnte mich selbst sein und sie zum Lachen bringen ... Vielleicht ergibt sich mal noch ein Gespräch am Dienstag ... wer weiss. Ich schau mal.

    @ Monika

    Ich kann im Moment nicht genau sagen, was die Ursachen sind.

    @Kuckucksblume

    Manchmal ist doch gerade die Anziehung und der Magnetismus das Komplizierte. Ich finde, der von dir zitierte Mann vereinfacht etwas zu sehr. In deinem eigenen Faden im Beziehungsforum beschreibst du ja auch Situationen, wo gerade durch die Anziehung Unsicherheiten entstehen und vieles sich nicht "einfach so" ergibt!

    @Lewian

    Ich musste mir meine Selbstironie regelrecht abtrainieren! Zu lange war "Lachen über mich selbst" blosses Ausweichen vor der Konfrontation mit meiner Unsicherheit...


    Selbstironie und sogar Humor sollten meiner Meinung nach eher sowas wie ein "Gewürz" sein, und nicht ein Mittel um ständig auszuweichen bzw. "darüber zu stehen", unangreifbarer zu sein. Die Ironie und der Sarkasmus zielten bei mir oft auch ein wenig auf mein Geschlecht. So im Sinne von "seht, ich bin halt nicht so ein typischer Mann, ich kann auch über mich selber lachen". Und alle fandens lustig!


    Mit dem "himmelweiten Unterschied zwischen Theorie und Praxis" verstehe ich nicht richtig was du meinst… Die Theorien, die ich auf mich selbst anwende, beziehen sich ja auf tatsächlich Erlebtes! Und in einem Forum, wo alles über Worte läuft, kommt man nun mal nicht an der Theorie vorbei.