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    Also ich finde der Psychologe hat wahrscheinlch das richtige gemacht. Er hat erkannt das Bergsteiger nicht krank ist und er auch das Wissen hat sich aus seiner Lage zu befreien. Die Hemmung das auch zu tun ist also theoretisch durch Übung und Selbstüberwindung zu besiegen.

    Seh ich irgendwie auch so. Wenn ich weiss, wie ich mit Angst beim Bergsteigen umgehen kann, dann ist die "Anwendung" auf andere Situationen auch denkbar. Darüber haben wir recht lange gesprochen - und da kann er mir auch nicht mehr bieten, wenn das diesbezügliche Wissen ja da ist. Er kann es nicht für mich umsetzen, ich muss es selbst tun. Ich kann mir zuhause tausende Male einen Durchstieg der Eigernordwand vorstellen, ich kann mit Kollegen darüber sprechen. Wenn ich eines Tages auf dem Gipfel stehen will, so muss ich mich zum Einstieg begeben und den Versuch wagen...

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    Wenn man nun auch noch nach dem Warum und dem Grund der Hemmung fragt, dann muss man sich auch fragen ob einen das weiter bringt bzw. ob diese Frage überhaupt zu beantworten ist (denn wo soll man denn anfangen zu suchen und wo hört man auf?).

    Je nachdem kann es schon etwas bringen, aber nur wenn man "am Anfang" steht und überhaupt nicht weiss, was los ist. Es hiflt einem sicherlich, erstmal die eigene Situation einzuordnen. Aber das ist nur der erste Schritt. Und wenn man den mal gemacht hat, so bringt das nichts mehr. Man kann die Vergangenheit nicht ungeschehen machen.


    Dies hat mich gestern wirklich schockiert:

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    Der schweizerische Bergführer und bekannte Erschließer (u.a. der Wendenstöcke) hat sich Mitte letzter Woche das Leben genommen.


    Gut zwei Jahre nach Jürg von Känels Freitod ist wieder ein bekannter Kletterer aus der Berner Gegend freiwillig aus dem Leben geschieden. Viel wissen wir bisher nicht, aber Kaspar Ochsner hat sich nach Informationen aus der Schweiz Mitte letzter Woche das Leben genommen. (http://climbingpool.ch)

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    Wenn man nun auch noch nach dem Warum und dem Grund der Hemmung fragt, dann muss man sich auch fragen ob einen das weiter bringt bzw. ob diese Frage überhaupt zu beantworten ist (denn wo soll man denn anfangen zu suchen und wo hört man auf?).

    Was kann es bringen, die Gruende zu wissen?


    Nun, manchmal ist es so, dass man sich in der Kindheit oder in bestimmten Situationen Verhaltensweisen angewoehnt hat, die damals ihren Sinn hatten (weil man z.B. in irgendeiner Weise bestraft wurde oder schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, sich zu oeffnen). Man verhaelt sich dann weiter so, spaeter im Leben, obwohl es zu den neuen Situationen und Menschen, denen man dann begegnet, gar nicht mehr passt.


    Herauszufinden, wo das Verhalten herkommt, ist der erste Schritt. Damit kann man es aber noch nicht unbedingt aendern. Das eigene Gefuehl muss aktiv begreifen, warum dieses Verhalten entstanden ist, dann kann man es "innerlich zur richtigen Situation zurueckgeben", also zu der Situation, in der es entstanden ist und wo es hingehoert, und sich fuer das gegenwaertige Handeln davon befreien.


    Das geht nicht immer, und nicht immer findet man sowas. Aber es ist ein moeglicher Weg, der funktionieren kann. (Ich habe sowas erlebt.)

    zu betsy's beiträgen von der letzten seite (habe nicht alles gelesen) möchte ich sagen, daß sie im grunde genommen völlig recht hat. das problem dabei ist nur, daß es eben schon eine genetische/vererbliche disposition zur schüchternheit/gehemmtheit oder gar zur angststörung/menschenphobie gibt. natürlich ist diese erbliche komponente nicht der einzige faktor. man kann natürlich trotzden gewisse verhaltensweisen "trainieren" bzw. fördern, aber letzten endes kommt nicht jedermann mit den gleichen voraussetzungen auf die welt.


    meine theorie ist, daß die frau eben nach "guten genen" sucht. ist der mann erblich bedingt schüchtern/ängstlich, bedeutet dies, daß die gene eben "nicht so gut sind" - das heißt, daß er schlechtere chanchen hat als ein mann der vor kontaktfreude und weltzugewandheit strotzt.


    jetzt heißt es wieder: vitalboy und seine gen-theorien - aber die moderne wissenschaft ist sich ziemlich sicher, daß die gene einen nicht zu unterschätzenden einfluß auf die entwicklung von ängsten, schüchternheit usw. haben. es liegt lange nicht nur an der kinderstube. manche menschen stammen aus miserablem sozial-familiären verhältnissen und sind trotzdem psychisch "kerngesund" und nicht im geringsten ängstlich, schüchtern oder depressiv.


    VG

    Gegentheorie:


    Bei einem kontaktfreudigen Mann ist die Gefahr wesentlich größer, dass er von Weibchen zu Weibchen hüpft. Frauen wollen aber - unter historischen Gesichtspunkten gesehen - jemanden, der sie und die Familie versorgt. Das ist bei einem sehr kontaktfreudigen Menschen aber nicht unbedingt anzunehmen. Ergo: Frau wendet sich lieber dem schüchternen, introvertierten Mann zu. ;-)

    aber auch da muß man differenzieren. natürlich ist nicht jede schüchternheit gleich eine psychische störung. aber es ist schon auffällig, daß viele männer die erst spät oder noch gar nicht "zum zuge" gekommen sind eine mehr oder weniger stark ausgeprägte soziale phobie und/oder depressionen mit sich rumtragen.


    wichtig ist halt, zwischen schüchternheit/introvertiertheit und angst/depressionen zu unterscheiden.

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    Frauen wollen aber - unter historischen Gesichtspunkten gesehen - jemanden, der sie und die Familie versorgt. Das ist bei einem sehr kontaktfreudigen Menschen aber nicht unbedingt anzunehmen. Ergo: Frau wendet sich lieber dem schüchternen, introvertierten Mann zu.

    Das wäre nur der Fall, wenn schüchterne Männer beruflich genauso erfolgreich wären, wie extrovertierte Männer. Dass das nicht der Fall ist, zeigen ja unendlich viele Untersuchungen.

    jabb - und auch daß schüchterne männer im schnitt deutlich weniger beziehungen eingehen. der unterschied bei den frauen (schüchtern-nicht schüchtern/anzahl der beziehungen) ist da viel geringer - was wiederum an den geschlechterrollen liegt.


    generell dürfte es ein sozialphobiker beim anderen geschlecht schwerer haben als eine -phobikerin.

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    so n superstar- (oder was auch immer) kandidat. 24. riesenschlagzeile. huuuuuh.

    Mit irgendwas muss die Bildzeitung eben die erste Seite füllen. Und diese sogenannten "Superstarkandidaten" und diese ganze Veranstaltung kann man sowieso in keiner Weise ernst nehmen. Einen größeren Unsinn gibt es kaum.


    Wenn jemand bis zur Ehe JM bleiben will ist das seine Entscheidung. Wenn er meint das der Bildzeitung verkünden zu müssen interessiert mich das nicht.

    @Betsy

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    PS: Und wenn Du jetzt sagst, Du findest Theater langweilig und blöd, dann komme ich ganz persönlich bei Dir vorbei und zieh' Dir die Ohren lang!

    Wenn du erstmal da bist fällt uns bestimmt schnell was anderes nettes ein;-) und du willst plötzlich nicht mehr an meinen Ohren ziehen. Also Torti, Betsy ist dieses WE bei mir!:=o;-D


    Jetzt aber ernsthaft.


    Man sagt berechtigter Weise: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.


    Ich bin da keine Ausnahme. Ich merke immer wieder wie tief in mir so manches verwurzelt ist. Das werde ich nicht los. Soweit kann ich mich nicht umkrempeln.


    Ich schreibe später noch etwas ausführlicher.*:)

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    Das wäre nur der Fall, wenn schüchterne Männer beruflich genauso erfolgreich wären, wie extrovertierte Männer. Dass das nicht der Fall ist, zeigen ja unendlich viele Untersuchungen.

    Man(n) muss ja auch nicht gleich ein Dommermuth (Betsy sagt gerade, dass der trotz seines Reichtums zur Zeit Junggeselle ist; dem sind die Frauen wahrscheinlich zu teuer geworden) oder einer von den Aldi-Brüdern sein, um eine Frau versorgen zu können.


    Und hey, ich bin introvertiert und sehr schüchtern, verdiene aber genug, um später einmal eine Familie davon ernähren zu können. Und ich stehe immer noch am Anfang meiner beruflichen Entwicklung. ;-)

    Belügen natürlich nicht, aber bei euch dominiert aus meiner Sicht das "wir" etwas zu stark. Dem "wir" sollte ein "ich und du" voraus gehen, ich spreche da leider aus Erfahrung. Sonst bleibt die Situation unklar oder die erotische Spannung wird vernebelt, jedenfalls aus Sicht der Frau. Es ist eben ein Unterschied, ob man das Verbindende sucht, oder ob man sich von Beginn weg als Einheit sieht. Du (und ich) wären vielleicht gar nicht so unzufrieden mit einer Frau, bei der es uns einfach wohl ist, aber den meisten jungen Frauen ist das zuwenig.

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    Das wäre nur der Fall, wenn schüchterne Männer beruflich genauso erfolgreich wären, wie extrovertierte Männer. Dass das nicht der Fall ist, zeigen ja unendlich viele Untersuchungen.

    So pauschal kann man das nicht sagen. Es hängt auch vom Beruf ab. Ein introvertierter Vertreter wird es schwer haben während es für jemanden der seine Arbeit im Büro tut nicht nachteilig sein muss introvertiert zu sein. Auch kann man vom äußeren Auftreten einer Person nicht unbedingt auf ihren beruflichen Erfolg schließen.