Aber was ich mich halt immer Frage, was machen wir den nun falsch, das wir bis ins hohe Alter noch keine Freundin hatten?


    Ich gehe ja davon aus, das die JM optisch nicht gerade toll aussehen.


    würden wir denn eine bekommen, wenn wir gut aussehen würden aber die gleiche Art wie jezt auch besitzen würden?

    ice

    Glaube mir, wenn du ihre Gene gehabt hättest, hätten sie dich gar nicht so unterbuttern können. Kinder bringen unheimlich viel mit, die erzieherischen Möglichkeiten sind da eher begrenzt. Man kann sicher ein Kind verhätscheln und damit an der Selbstständigkeit hindern, aber bei dem einen führt es dazu, dass er aufbegehrt und ein anderer fügt sich. Das ist wirklich Typsache.

    Zitat

    würden wir denn eine bekommen, wenn wir gut aussehen würden aber die gleiche Art wie jezt auch besitzen würden?

    Ein wirklich gutes Aussehen macht es auf jeden Fall erheblich einfacher, zumal das wieder rückwirkt auf das Verhalten und das Selbstbewusstsein. Es ist nicht so, dass jeder die gleichen Startbedingungen hat. Ist aber bei Frauen auch nicht so viel anders.

    Zitat

    Kinder bringen unheimlich viel mit, die erzieherischen Möglichkeiten sind da eher begrenzt. Man kann sicher ein Kind verhätscheln und damit an der Selbstständigkeit hindern, aber bei dem einen führt es dazu, dass er aufbegehrt und ein anderer fügt sich. Das ist wirklich Typsache.

    Wenn das so sein sollte, können ja auch die meisten Verhaltenstherapien nicht funktionieren, wenn jemand z.B. darunter leidet das er schüchtern ist, kein Sebstvertrauen etc. hat.

    @ Monika65

    Das wäre mal interessant herauszufinden, inwiefern Durchsetzungsvermögen genetisch bedingt ist. Man kann doch aber sagen, dass das Ego zu großen Teilen ein Erziehungsding ist. Und das Verhalten wurde in den Genen ja noch nicht wirklich entschlüsselt, außer vielleicht, dass Typen mit Gendefekten zu Sexualstraftaten (XXY-Chromosom oder so ähnlich) neigen.


    Ich glaube Du siehst das vielleicht schon zu sehr aus der Brille der Mutter und das Du bei der Erziehung (obwohl Du alles erdenkliche gegeben hast) auch mal versagt hast (wie alle Menschen). Meine Eltern haben ja auch das Ihr Beste gegeben, trotzdem fehlten wichtige Dinge, die meine Geschwister zwar teilweise haben (trotzdem sind klare Konstanten des Versagens zu sehen).


    Und es gibt doch viele Leute, die nach einer Therapie Durchsetzungswillen, Ego oder was auch immer entwickeln.


    Was Ice schildert erkläre ich mir eher so: Er konnte sich gegen seine sehr durchsetzungsfähigen Eltern selten durchsetzen und deswegen ist dieser Teil bei ihm verkümmert.

    colt

    Ich habe gar nicht alles Erdenkliche gegeben in der Erziehung, das ist eher ein altes Mutterding. Ich sehe es aber aus der Mutterbrille, ich selbst war überrascht bei mir und bei anderen Kindern, wie wenig wir wirklich beeinflussen können. Das ist meine Erfahrung, ich hatte es auch anders gedacht, obwohl ich es hätte besser wissen müssen. Meine Schwester und ich sind so verschieden (gerade beim Durchsetzungsvermögen), wie man nur sein kann. Tatsache ist, das Wesen des Kindes wirkt auch auf die Eltern, das heißt, wenn überhaupt, erzieht man sich gegenseitig. Meine Eltern haben meine Schwester anders behandelt wie mich, weil sie und ich so verschieden sind. Das ist keine einseitige Beziehung.

    Zitat

    Er konnte sich gegen seine sehr durchsetzungsfähigen Eltern selten durchsetzen und deswegen ist dieser Teil bei ihm verkümmert.

    Das stimmt, aber ein durchsetzungsfähiges Kind hätte es gekonnt. Du kannst dir vielleicht gar nicht vorstellen, an welche Grenzen einen Kinder bringen können, sie sind alles andere als machtlos.


    Wie war das bei dir? Du hast deine Geschwister erwähnt.

    kaputter kerl

    Zitat

    Wenn das so sein sollte, können ja auch die meisten Verhaltenstherapien nicht funktionieren, wenn jemand z.B. darunter leidet das er schüchtern ist, kein Sebstvertrauen etc. hat.

    Warum denn das? Jemand, der schüchtern ist und darunter leidet, kann sehr von einer Therapie profitieren. Dieser Schluss, denn du da ziehst, ist für mich unlogisch. Es geht ja nicht darum, aus ihm einen Partylöwen zu machen. Er bleibt, was er ist, derselbe Mensch, aber er kann lernen, mit seiner Schüchternheit anders umzugehen, andere soziale Erfahrungen zu machen. So ähnlich geht es auch bei gutem Willen in der Erziehung. Du kannst ein schüchternes Kind bestärken, wenn es Glück hat findet es auch passende Unterstützung in der Schule, oder du kannst es noch zusätzlich fertig machen, indem du ihm seine Schüchternheit vorhälst. Oder er wird zum Mobbingopfer. Die Umstände spielen schon eine Rolle. Und entsprechend kannst du als Erwachsener an deiner Schüchternheit in der Therapie arbeiten.

    Zitat

    Naja, eine gewisse Grundsympathie dem Unternehmen gegenüber sollte man schon empfinden ...

    Das ist richtig. Bei einem Unternehmen das mir zuwider ist würde ich mich nicht bewerben. Nur finde ich es übertrieben was man teilweise für Geschichten erzählen soll. 99% der Arbeitnehmer arbeiten hauptsächlich wegen dem Geld. Da sollte man weniger um den heißen Brei herum reden.

    Zitat

    Dennoch: Wie wäre es denn mit ein wenig Authentizität? Ich meine: Ich hätte offen gesagt das gleich Problem wie Du, zu erläutern, warum ich in einer bestimmten Firma arbeiten wollte. Aber die Leute, die wirklich wissen was sie wollen (die zudem vermutlich auch eher Checker bei Frauen sind), die können das vermutlich relativ authentisch rüberbringen. Beziehungsweise, die müssen sich nicht verstellen, weil sie nur zu solchen Firmen gehen, die sie auch interessant finden.

    Authentizität ist schwierig, weil man nur unvollständige Informationen zur Vrefügung hat. Über das Unternehmen bei dem man sich bewirbt hat man nur die Informationen die öffentlich verfügbar sind. Ob das tatsächlich der Realität entspricht kann man als Außenstehender nicht überprüfen. Deshalb kann man auf solche Fragen nur mit den üblichen Floskeln antworten. Darin sehe ich wenig Sinn.


    Wie es im dem Unternehmen tatsächlich aussieht und ob man sich dort wohl fühlt merkt man erst wenn man tatsächlich dort arbeitet.

    @ Julien-Matteo

    Zitat

    Nehmen wir mal an, die gesellschaftlichen Regeln, die Dich stören, wären nicht mehr da. Wärst Du dann mit Deinem selbst gewählten Lebensweg glücklich?

    Eine gute Frage. Bin jetzt zu müde um eine Antwort zu finden. Denke morgen darüber nach. zzz

    Zitat

    würden wir denn eine bekommen, wenn wir gut aussehen würden aber die gleiche Art wie jezt auch besitzen würden?

    Es wäre erheblich leichter.


    Gutaussehende Männer haben mehr Erfolg bei Frauen, weil die "wahrgenommen" werden.


    Es heißt doch oft "ist der Typ süß" etc.


    Habe im Freundeskreis einen sehr gutaussehenden Collegen, ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviele Frauen schon an ihm Intresse hatten. Dafür musste er nichtmal einen Finger krümmen.


    Ausstrahlung hin und her, wer gut aussieht und sich dessen bewusst ist, wird das auch automatisch ausstrahlen.

    Thema Aussehen:


    Ich denke da sind doch alle JMs, die hier länger unterwegs sind, inzwischen d'accord, dass Aussehen eher zweit- bis drittrangig ist. Misserfolg auf das Aussehen zu schieben, ist eher das Zurückfallen in die Opferrolle, in die Tatenlosigkeit. Als Ausnahme davon sehe ich eine selbstwahrgenommene"Organminderwertigkeit" wie eine TB o.ä., die teilweise einer psychotherpeutischen Behandlung bedarf.


    Ich habe auch so einen Kollegen, der ist "total süß" und die Weiber drehen sich nach ihm um, ohne dass er was dafür tun muss. Seine bisherigen Freundinnen: na ja, eher normal aussehend. Soweit ich weiß, hat er auch damit zu kämpfen, dass er immer als der süße Typ abgestempelt wird. Da kommt dann natürlich auch ne Menge "menschlischer Schrott" an, der Dich plötzlich kennenlernen will. Aber das sind dann natürlich die Luxusprobleme.


    Was soll's: Wir können unser Aussehen nur marginal beeinflussen.

    Zitat

    würden wir denn eine bekommen, wenn wir gut aussehen würden aber die gleiche Art wie jezt auch besitzen würden?

    Klares nein.... meiner Erfahrung nach. Wenn man gut aussieht, hält man sich eben für häßlich.


    Schon dieses "eine bekommen" - als würde nur die Frau darüber entscheiden - kann man doch nicht ohne Bauchschmerzen über die Lippen bringen... für mich klingt da ne gewaltige Selbstablehnung durch.


    Wenn ne Frau also die Initiative ergreift, dann beißt sie sich eben daran die Zähne aus. Diese Selbstablehnung blockiert neben ganz normalen sozialen Verhalten (extrem) wohl auch sexuelle Interaktion (speziell), der "Instinkt" bleibt aus, man ist blind für Signale und so... also die alte Nummer mit dem JM und der Frau aufm Schoß, die wahrscheinlich nur deswegen grad dort sitzt, weil grad kein Platz frei ist. Dann ists ein Ansatz, sich zu fragen, ob man überhaupt will.

    Copper

    Ich habe Schwierigkeiten, dir das zu glauben. Es ist doch so, ein wirklich gutaussehender Mensch (bei beiden Geschlechtern) bekommt von Kindheit an zu spüren, dass er gut ankommt. Es ist ja sogar untersucht worden, das hübsche Kinder von Lehrern mehr gefördert werden und das setzt sich später im Beruf fort. Dass das Nachteile haben kann, lass ich mal außen vor. Mir gehts darum, dass durch diese Bestätigung nie Zweifel an seiner/ihrer Attraktivität aufkommt und er es von Anfang an leichter hat, wenn er dann in das entsprechende Alter kommt. Ich sehe auch nicht ein, warum er sich für hässlich halten sollte, das hängt doch von der Bestätigung der Umwelt ab, die Gutaussehende immer bekommen.

    @ Monika

    Zitat

    Ich habe Schwierigkeiten, dir das zu glauben. Es ist doch so, ein wirklich gutaussehender Mensch (bei beiden Geschlechtern) bekommt von Kindheit an zu spüren, dass er gut ankommt. Es ist ja sogar untersucht worden, das hübsche Kinder von Lehrern mehr gefördert werden und das setzt sich später im Beruf fort. Dass das Nachteile haben kann, lass ich mal außen vor. Mir gehts darum, dass durch diese Bestätigung nie Zweifel an seiner/ihrer Attraktivität aufkommt und er es von Anfang an leichter hat, wenn er dann in das entsprechende Alter kommt. Ich sehe auch nicht ein, warum er sich für hässlich halten sollte, das hängt doch von der Bestätigung der Umwelt ab, die Gutaussehende immer bekommen.

    Denk ich nicht, schon deswegen, weil man körperlich so einige Veränderungen durchläuft, demnach also über die Jahre kein einheitliches Feedback erlebt hat. Und die Selbstwahrnehmung lässt sich eventuell auch von einigen wenigen negativen Stimmen verzerren. Oder einfach nur von fehlender direkter Anerkennung seitens der Personen, von denen man sie gerne hätte.


    Das würde dann ja auch Schönheits-OPs oder zumindest Unsicherheiten bei ohnehin schönen Frauen erklären. Oder eben gutaussehende JM.


    Also Selbstzweifel gehen eigentlich immer. Wenn man keine Methode hat, damit umzugehen, hilft das meiste an Anerkennung auch nicht.

    @ colt

    Also was "Alpha-Tiere" und Durchsetzungsvermögen angeht... ich finde das Thema mittlerweile gar nicht mehr so dringend oder besonders kompliziert. Besteht das mangelnde Durchsetzungsvermögen vielleicht nur darin, nicht zu wissen, ob man etwas überhaupt will? Wie soll man das dann durchsetzen?

    Zitat

    Es ist doch inzwischen bekannt, dass die "Alphatiere" eine Mission haben, Selbstvertrauen ausstrahlen.

    Zitat

    Und genau da schließt sich der Kreis: Man muss (so glaube ich) gelernt haben, Dinge im Leben zu wollen und seinen Willen durchsetzen zu können.

    Vor allem das letztere halt ich für wichtig. Selbstvertrauen auszustrahlen tut erstmal nicht viel zur Sache. Es findet aber von allein statt, wenn man, wie du sagst, bestimmte Ziele/ Motivationen hat und für diese gegenüber anderen einsteht. Das ist wichtig - Strahlung misst man dort, wo sie auftrifft ;-) Also vor allem gegenüber anderen muss man sich behaupten.


    Ein einfaches Negativbeispiel dafür:


    Wenn man sich in ner Gruppe z.B. bei Diskussionen nicht traut, was zu sagen, weil man sich für blöder als die anderen hält - obwohl man was beizutragen hätte - dann überlässt man das Feld anderen, die es in Zukunft unter sich ausmachen, damit zu Entscheidern werden und an Status gewinnen. Man selbst verliert, aber nicht, weil die anderen einen dahin drängen oder die Gesellschaft so blöd ist, sondern weil man sich selbst dort positioniert. Und wenn man sich selbst noch über Leistung und Kompetenz definiert, dann wirkt das umso frustrierender, weil man die eigenen Bedürfnisse nicht auslebt.


    Man hat also jede Menge Spielraum, sich in einer Gruppe zu positionieren, das ist zu einem großen Teil selbstbestimmt.


    Natürlich kann man sich keinen Lottogewinn herbeireden, wie Kwak argumentiert, aber in Statusangelegenheiten geht das schon.


    Es ist schwer, ne Aussage darüber zu machen, ob das bei einem ursprünglich erzieherisch schief gelaufen ist oder ob einem die charakterliche Grundlage dafür fehlt, durchsetzungsfähig zu sein.


    Ich finds nicht mehr allzu schwer. Ich mein, man muss ja auch niemanden fragen, was man will oder tun soll, außer sich selbst. Wenn man weiß, was man will und sich das auch zugesteht, dann macht man das eben. Das beginnt bei vielen kleinen alltäglichen Dingen... man lässt sich nicht von der bloßen Präsenz anderer beeinflussen, man trägt die eigene Meinung bei, lehnt auch mal was ab, man geht in der Kommunikation offensiver mit anderen Leuten um, usw ...


    Introversion kann man ja verschieden interpretieren. Also mit Schüchternheit allein hats nichts zu tun, wenn man sich gegenüber anderen total zurücknimmt. Es spielt wahrscheinlich schon ne soziale Unsicherheit bis hin zur Angst rein.