• Jungmann mit 25 Jahren: Meinung von Frauen (Teil 2)

    Fortsetzung des Fadens: http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/95559/ (Zitat)Auf so nen Spruch würd ich prompt antworten "und nach deinem Tod wären alle froh, dass das Arschloch mit der frechen Klappe nicht mehr unter uns weilt". Ernsthaft, der Spruch ist das allerletzte, so was würde ich mir nicht bieten lassen! Wenn jemand kein Respekt vor dir hat nur…
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    Jeder Mensch braucht soziale Kontakte zum Überleben, nicht nur weil sie nützlich sind. Sondern auch weil Seele und Körper sie brauchen, siehe Bestseller "Die Glücksformel". Deine Grundmotivation im Leben ist es, im weitesten Sinne Geltung zu bekommen, ein egoistisches Motiv. Jeder Mensch will Beachtung und Anerkennung. Lies mal Bücher zu Transaktionsanalyse, dort spricht man von "Stroking" also Streicheleinheiten (im übertragenen Sinne).


    Wenn Frauen auf einen als Mann stehen, dann ist das eben diese Form von Beachtung, halt in sexueller Ausprägung. Der Sex für sich genommen wird in den wenigsten Fällen die Motivation sein, als vielmehr die Eroberung bzw. soziale Anerkennung durch die Frau.

    Diese Beachtung und Anerkennung habe ich mir mein ganzes Leben lang gewünscht, aber ich habe sie nie gespürt – einerseits weil ich tatsächlich schlechter bin als andere Männer, andererseits, weil meine Minderwertigkeitskomplexe es niemals zugelassen haben, diese annehmen zu können.


    Selbst jetzt, wo ich für meine Verhältnisse viel erreicht habe und stolz auf mich selbst bin, spüre ich immer wieder, dass viele Frauen mich nicht so akzeptieren wie ich bin. Ich bin zu schwach, habe keinen Mut auf sie zuzugehen und zu mir selbst zu stehen.


    Einige Frauen finden mich "nett" – schlimmer hätte es wirklich nicht kommen können. Es versteht sich von selbst, dass genau diese Frauen einen Freund / Ehemann haben, der das exakte Gegenteil von mir ist.


    Deshalb war meine Entscheidung richtig, mich von den unerfüllbaren Erwartungen der Anderen zu lösen, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und nur noch meine eigenen, erfüllbaren Maßstäbe an mich anzulegen. Seitdem bin ich zwar einsamer als je zuvor, aber ich muss zugeben, dass ich auch glücklicher bin, denn Minderwertigkeit und Ablehnung in Gegenwart Anderer zu spüren war immer das Allerschlimmste für mich. Dem kann ich nur als Einzelgänger aus dem Weg gehen.


    Ich habe das nie so gewollt, weil ich mich sehr nach Liebe sehne, aber ich sehe für mich immer noch keine Alternative.

    sorry, aber das hört sich,richtig, richtig traurig an, ich werd jetzt nicht 1000e von seiten lesen, deswegen frag ich einfach.


    hast du schon mal psychologische hilfe in anspruch genommen? das hört sich ja wirklich ernst an!

    Zitat

    sorry, aber das hört sich,richtig, richtig traurig an

    Ja, ich bin oft traurig, und ich weiss, dass mir ohne Liebe etwas Existenzielles fehlt.


    Im Laufe der Jahrzehnte habe ich allerdings gelernt, ganz ohne Liebe und nur mit einem Minimum an Beachtung und Anerkennung auszukommen. Ich habe mich angepasst wie ein Kaktus an die Wüste.


    Seit einigen Jahren arbeite ich intensiv an mir und befasse mich viel mit psychologischen Ratgebern. So habe ich auch die Kraft gefunden, mich so weit zu entwickeln, dass ich heute zumindest gut genug für mich selbst bin. Ich bin zufrieden mit mir und unternehme viel alleine.


    Das hat mir trotz Einsamkeit neue Lebensfreude gegeben.

    weißt du denn, was die gründe dafür sind,dass du dich für andere nicht gut genug fühlst? also was an dir du als nicht gut genug empfindest? das aussehen,gewisse eigenschaften? was magst du nicht an dir?

    Zitat

    weißt du denn, was die gründe dafür sind,dass du dich für andere nicht gut genug fühlst?

    Im Wesentlichen sind es traumatische Erfahrungen aus meiner Kindheit, die mich nicht mehr loslassen:


    Ein cholerischer Vater hat mich fast täglich völlig grundlos wie ein Irrer angeschrien und mir so jedes Selbstvertrauen genommen. Diese Erfahrungen in Verbindung mit einer schlimmen Trichterbrust haben dazu geführt, dass ich mich nie an Frauen herangetraut habe bzw. von ihnen abgelehnt wurde.


    Heute bin ich selbstbewusster, die Trichterbrust ist operiert, und einige Frauen scheinen sich für mich zu interessieren, obwohl ich nicht finde, dass ich gut aussehe (dafür bin ich besonders groß und schlank – das bringt bei einigen wohl wieder Pluspunkte).


    In Bezug auf Frauen bin ich aber immer zurückhaltend geblieben. Ich schäme mich so sehr für meine Unerfahrenheit und die daraus resultierende Unsicherheit, dass ich ihnen lieber aus dem Weg gehe.


    Hinzu kommt noch, dass ich ausgerechnet auf Frauen stehe, die zurückhaltenden, unerfahrenen Männern nach meiner subjektiven Einschätzung besonders negativ gegenüberstehen.

    was sind das deiner meinnung nach für frauen?


    hast du nie über tatsächliche psychologische hilfe nachgedacht, z.b. in form einer therapie?


    und wegen der unerfahrenheit würde ich mir ehrlich gesagt nicht all zu viele gedanken machen. ich denke, dass da sehr, sehr viel frauen, bestimmt die meisten, verständnis dafür hätten, bzw. es auch nicht schlimm finden würden. kann natürlich nur von mir ausgehen, aber so schätze ich die meisten frauen ein, vor allem, wenn sie interesse an einem mann haben.

    Julien-Matteo


    Interessante Beschreibung. Meine Lage und die gezogenen Konsequentzen sind in gewisser Weise ähnlich. Und ich glaube das gilt für die meisten hartnäckigen JMs, die versuchen damit zurecht zu kommen. Nur so viel: Es gibt eine körperliche Komponente, meist anfänglich, die man selber viel schwerwiegender einstuft als anderer. Und es gibt all die seelischen Defizite durch Prägung.


    Ich begegne auf der Straße häufiger Frauen die mich erwartend angucken, so nach dem Motto: "Sprich mich an". Was ich wirklich bräuchte, ist ein größerer Freundeskreis, in dem solche Frauen auch mal kennenlernt ohne der super Checker zu sein. Leider habe ich es mir mit einigen Leuten verdorben, die soziale Multiplikatoren sind. Gerade weil es mich aufregt, dass Oberflächlichkeit und Verlogenheit soziale Anerkennung nach sich zieht. Andererseits sitze ich in meiner moralischen Festung ganz alleine dar.


    Als Konsequenz mache ich es ähnlich wie Du: Abschotten, messbares unternehmen und weiter grübeln, ob und wie man denn nun zum gewünschten Status kommen könnte.


    Bei mir ist es übrigens schon so weit, dass meine Eltern mir sagen, ich solle mich outen, wenn ich dann ein befreites und glückliches Leben führen würde. >:(

    Zitat

    was sind das deiner meinnung nach für frauen?

    Charaktermäßig weiche ich etwas vom männlichen Durchschnitt ab und ich glaube, dass eine Frau, die etwas vom weiblichen Durchschnitt abweicht, ideal für mich wäre.


    Starke, selbstbewusste, selbständige, durchsetzungsfähige Frauen, die nicht auf einen dominanten Mann angewiesen sind, faszinieren mich. Ich glaube, dass so eine Frau meine Schwächen perfekt ausgleichen könnte. Im Gegenzug würde sie einen Mann bekommen, der mit weiblicher Selbständigkeit nicht nur umgehen kann, sondern diese sogar voraussetzt.


    Es geht mir nicht darum, Halt bei einer starken Frau zu suchen (denn ich bin -vom Thema Unerfahrenheit mal abgesehen – so gefestigt und selbstbewusst wie noch nie zuvor), sondern eine gleichberechtigte Partnerschaft zu führen, sowohl in der Beziehung als auch sexuell.


    Eine Beziehung mit einer Frau, die in den meisten Lebenslagen männliche Dominanz voraussetzt, würde nicht funktionieren. Diese Rolle kann und will ich nicht einnehmen. Männliches Gehabe, das jedes Selbstreflektionsvermögen vermissen lässt, ist mir viel zu grobschlächtig.


    Die selbstbewussten Frauen, die ich hier beschrieben habe, sind in meinen Augen allein schon charakterlich echte Premium-Frauen. Sie wissen was sie wollen und genießen ihr Leben. Genau hier fängt mein Problem an. Ich glaube, dass ich für solche Frauen (noch) nicht gut genug bin und noch viel an mir arbeiten muss.

    Zitat

    hast du nie über tatsächliche psychologische hilfe nachgedacht, z.b. in form einer therapie?

    In den letzten Jahren habe ich so viele Fortschritte gemacht, dass ich gehofft habe, dass es auch mit einer Beziehung klappen könnte. Aber es ist schwieriger als gedacht, die alten Minderwertigkeitskomplexe los zu werden.


    Ich denke seit einiger Zeit tatsächlich darüber nach, eine Therapie zu machen, um die letzten Hürden zu nehmen.

    Zitat

    Ich begegne auf der Straße häufiger Frauen die mich erwartend angucken, so nach dem Motto: "Sprich mich an".

    Da geht es uns ähnlich. Ich habe allerdings Zweifel, ob ich die Erwartungen dieser "Sprich mich an-Frauen" erfüllen kann.


    Ich glaube, dass Frauen, denen zumindest gedanklich ein "Na, mein Kleiner (in diesem Fall "mein Großer"), ich will Dich näher kennenlernen" auf den Lippen liegt, besser zu mir passen würde. OK, so würde es auch die selbstbewussteste Frau nicht ausdrücken, aber ich glaube, Ihr versteht, was ich meine. ;-)

    Julien

    Zitat

    Diese Beachtung und Anerkennung habe ich mir mein ganzes Leben lang gewünscht, aber ich habe sie nie gespürt – einerseits weil ich tatsächlich schlechter bin als andere Männer, andererseits, weil meine Minderwertigkeitskomplexe es niemals zugelassen haben, diese annehmen zu können.

    Zwei Männer und eine Frau sitzen in einer Bar, alle um die Mitte 30. Die Frau ist mehrfache Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, der eine Mann ist mehrfacher Mittelstreckenlauf-Olympiasieger, der andere ist Physiker und hat seit dem Studium ein Unternehmen aufgebaut mit mittlerweile 250 Mitarbeitenden und fährt in der Freizeit ab und zu Rad. Zwei völlig verschiedene Typen. Für welchen wird sich die Frau entscheiden, welcher Mann hat sie mehr verdient und warum?

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    Deshalb war meine Entscheidung richtig, mich von den unerfüllbaren Erwartungen der Anderen zu lösen, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und nur noch meine eigenen, erfüllbaren Maßstäbe an mich anzulegen.

    Von wo nimmst du die Gewissheit, anderen nicht zu genügen? Warum sollst du deshalb weniger wert sein?

    hallo männer.


    einige von euch kennen mich vllt noch (tam, kwak *:) ) ich hab mich länger nicht im forum aufgehalten, kenn den einen oder anderen aber schon seit ein paar jahren durchs mitlesen in diesem faden.


    ich hab meine motivation, mich hier mit einem bestimmten einwurf zu wort zu melde, noch nicht ganz reflektiert, vielleicht möchte ich euch aufrütteln, vielleicht aber auch nur eine sache zur diskussion stellen, die mir heute spontan beim überfliegen der letzen beiträge in den kopf geschossen ist.


    eine beziehung zwischen 2 menschen ist meiner erfahrung nach und bildhaft ausgedrückt ein austausch von energie. diese energie kann man unterschiedlich benennen; im romantischen fall liebe, im desillusionierendsten fall geld; in dazwischen gelagerten fällen auch körperwärme, seelischen beistand, verständnis, optimismus, komplimente, geschenke, körperflüssigkeiten ............


    funktioniert eine beziehung, ist es ein wechselspiel aus geben und nehmen. ich möcht jetz garnicht darauf hinaus, eine lebenslange gemeinschaft zu idealisieren, es kann auch sein dass in einer kurzen erfüllten nacht beide parteien das bekommen was sie möchten, z.B. er eine weiche stimme die ihm gute nacht wünscht, sie einen starken arm der sie festhält.


    ist eine person nicht in der lage, energie – in welcher form auch immer – zu geben, wird es meines logik nach schwer, einen partner zu finden. zumal es ein partner sein müsste, dem es genug ist, seine energie zu geben und dafür nichts oder verhältnismäßig wenig zurückzubekommen.


    ich möchte euch fragen – könnt ihr energie geben? und wenn ja – welche?


    was wünscht ihr euch im gegenzug von eueren zukünftigen frauen?


    wäre geben und nehmen in relation zueinander ausgeglichen?