Zitat

    Glaubt Ihr in den 50er, 60er Jahren gab es vergleichbar viele JMs wie heutzutage? OK es gab krassen Männermangel (was für wunderbare Zeiten müssen das gewesen sein, die Frauen mussten sich ins Zeug legen). Ich glaube unser Wohlstand gibt uns erst die Möglichkeit so viel Selbstreflexion zu betreiben.

    In den 50ern war Sex im Gegensatz zu heute stark tabuisiert.


    Während heute jeder 13jährige in der Bravo erzählt bekommt, dass er mit 15 sein 1.Mal gehabt haben sollte und mit spätetstens 17 dann hier im Forum aufschlägt, vermittelten die Medien der 50er (wenn überhaupt, Thema wurde vielfach tatdgeschwiegen), dass Sex in der Ehe oder vielleicht bei reichen Playboys in Saint Tropez stattfindet. Jedenfalls nicht bei Jugendlichen.

    @ colt38

    Zitat

    Jetzt kommen wieder so blöde Sprüche wie: "Das ist doch ganz einfach: Beweg Dich einfach zur Musik, lass Dich gehen ..." Eben das ist das Problem: Ein ungehemmtes Dasein. Bitte verstehe: Den Leuten hier wurden gewisse grundsätzliche Dinge eben nicht mitgegeben.

    nicht allen, aber ich stimme dir hier zu, colt38.

    mrk82


    Bei uns ist es leider teurer. Im Schlußverkauf finde ich meistens nichts das mir gefällt oder es ist nichts mehr in meiner Größe da. Deswegen gehe ich auch ungern Kleidung kaufen. Ich finde der ganze Kram ist zu teuer.

    kwak


    das erstaunt mich, weil ich deutschland als sehr günstiges land erlebt hab. ausser im bereich der heimelektronik. da hab ich hier für meinen neuen fernseher weniger bezahlt, als er bei mediamarkt in berlin gekostet hätte.


    aber hier fand ich erst vor kurzem ne 2-für-1-aktion bei h&m, bei der ich einige baumwollhemden für wenig geld bekommen hab (14.95 für 2). aber vielleicht hatte ich einfach glück, dass ich das, was mir gefällt, genau da finde. früher fand ich auch kaum was. und kleider kaufen mag ich auch nicht wirklich. versteh das schon.

    @ Kwak

    Zitat

    Wir sind 'ne Generation von Männern, die von Frauen großgezogen wurden!

    Natürlich werden und wurden alle Männer von Frauen großgezogen, aber er meint ja eher "sozialisiert", d.h. der Wertekanon stammt von Frauen, nicht mehr von Männern.


    Dieser deutsche Pick Up Artist und Redakteur vom Playboy (O. Kuhn) schreibt das mit der weiblich bestimmten Sozialisation in seinem Buch. Dass es dazu führt, dass Männer und Frauen frustriert sind, weil Männer lernen "nett" zu sein, und verlernen sich was zu trauen und eben Kerle zu sein. Klang für mich einleuchtend. Der ist ja auch überhaupt nicht chauvinistisch, im Gegenteil.


    Seine These verkürzt:


    1. Der Mann muss eben gewisse Schritte in der Kontaktanbahnung übernehmen und bestimmte Verhaltenskriterien erfüllen.


    2. Durch die weibliche Sozialisation, werden viele Männer als Kind davon abgebracht, weil deren Mütter keinen kleinen Casanova großziehen wollen, er soll "respektvoll" sein.


    3. Fazit: Der Mann ist verschüchtert (mal mehr mal weniger) und muss erst wieder lernen, wie man das macht.


    Viele hier (inkl. mir) haben doch das Problem, dass sie "nett" sind, aber eben nur "nett" oder aber anders "nett", als im Sinne von sexuell oder beziehungsmäßig interessant (nen ähnlichen O-Ton habe ich höchst persönlich auch schon gehört).

    Hi. Ich meld mich jetzt hier auf mal zu wort. Ich hatte vor nem Jahr oder so hier schonmal kurz mitgelesen, aber nie geschrieben.


    Bei mir sieht es so aus wie bei euch auch. Bin nun 23 und dachte immer, naja es wird sich schon irgendwann was ergeben, war auch tendenziell nicht so falsch der Gedanke, aber eben dann doch nicht so ganz.


    Also erstmal muss ich sagen, sind wir vermutlich wirklich selber an vielem schuld. Bei mir war es z.B. so, dass ich auch immer eine Freundin haben wollte und da vorallem auch zu wissen, dass man für eine der wichtigste ist und eben das gemeinsame Miteinander. Es war sogar so, dass ich von 2 Frauen angesprochen wurde, die ich eigentlich gut fand, ist mittlerweile aber nen paar Jahre her und ich so überrumpelt war nach all der warterei und das so ungewohnt war für mich, dass ich nichtmal irgendwas auf die Reihe bekommen habe. Dazu muss man noch sagen, dass ich eine Trichterbrust habe und damals sehr unsicher war darauf und nicht zu mir selbst gestanden habe. Das wirkt sich natürlich doch aus.


    Ich hatte über die Jahre ansonsten nie Probleme mit Frauen zu reden, aber ich war immer der, der in der Schule z.B. mit allen klar kam, aber irgendwie auch nur da und ansonsten bis auf Partys von nen paar echt besseren Freundinnen nie jemanden sonst getroffen hatte. Ich war gennerell eher der Stubenhocker. Außer mit meiner besten Freundin, mit der hab ich recht viel gemacht.


    Naja mitlerweile hab ich mich da zum glück sehr stark geändert. Ich hab mir irgendwann einfach gesagt so kann es nicht weitergehen und hab versucht was drann zu ändern. Ich hab vorallem meine gewohnheiten verändert. Wenn früher die Frage kam, hast du lust was zu machen, war meine Antwort meist nein, weil ich irgendwie lieber zuhause war, nun habe ich mir geschworen, dass so eine Antwort nie wieder kommt. Ich habe mich bei Unisportkursen angemeldet und habe da sehr viel Kontakt gefunden. Ich habe mir vorgenommen wenn immer es möglich ist, die Leute die neben mir sitzen z.B. in der Uni kennen zu lernen. Und ich denke nichtmehr bei jeder Frau, könnte das was werden. Mitlerweile hab ich viele Freundinnen, mit denen ich auch privat was unternehme. Und genau das ist denke ich der Punkt, man wird sicherer. Ich verhalte mich nichtmehr total schüchtern wenn ich mit einer ausgehe oder sonstwas. Diese ganzen softskills, die andere seit jahren haben, so langsam habe ich das Gefühl kommen die bei mir auch.


    Ich habe zwar auch immer noch keine Freundin, aber ich bin der festen Überzeugung, dass ich auf dem richtigen weg nun endlich bin, was ich auch daran festmache, dass ich früher irgendwie luft für Frauen war, wenn es eher auf die körperliche schiene geht. Nun habe ich immerhin neulich von einer Freundin einen Korb bekommen, weil sie angeblich noch an ihrem ex freund hängt. Ok ist nicht schön, aber ich bin schonmal scheinbar nichtmehr nur luft wenn es um mehr als den kumpel typen geht.


    So warum schreibe ich euch das eigentlich. Einmal, weil ich finde, dass es gut tut, darüber zu schreiben, zum anderen, weil vielleicht dadurch andere auch mehr dazu getrieben werden, ihre Verhaltensmuster zu überdenken und langsam aber sicher an ihren softskills zu arbeiten und zu allerletzt um einen anker zu haben, nicht in alte Verhaltensmuster zurück zu fallen.


    Also in diesem Sinne: machts gut, wir schaffen das alle!

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    Dieser deutsche Pick Up Artist und Redakteur vom Playboy (O. Kuhn)

    :-/ Wow, sicher hat dieser Mann einen umfassenden Einblick in die Betreuung von Kleinkindern und den Alltag von Müttern.8-)


    Ganz ehrlich, das ist aus Sicht einer Mutter, die zwei Söhne groß gezogen hat, ziemlich viel Unsinn.%-|

    colt


    Meiner Meinung nach bist du ein bisschen auf dem Holzweg mit dieser PUA-Theorie.

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    1. Der Mann muss eben gewisse Schritte in der Kontaktanbahnung übernehmen und bestimmte Verhaltenskriterien erfüllen.


    2. Durch die weibliche Sozialisation, werden viele Männer als Kind davon abgebracht, weil deren Mütter keinen kleinen Casanova großziehen wollen, er soll "respektvoll" sein.

    Der Anteil der Vaeter an der Erziehung der Kinder hat historisch gesehen keinesfalls abgenommen in den letzten 50 Jahren, sondern eher zugenommen (dieses ist einer der Effekte der Emanzipation, die von den PUAs uebereinstimmend mit den verstaubtesten Konservativen ja so gerne verteufelt wird). Angesichts dessen von (zunehmend) "weiblicher Sozialization" zu sprechen ist reichlich unpassend. Punkt 1 zitiert nichts weiter als die Ergebnisse einer aelteren Sozialisation, die die Moechtegern-Machos lieber wiederhaetten als das, was sich in der letzten Zeit getan hat, weil die armen identitaetsgeschaedigten Troepfe anscheinend mit Frauen ueberfordert sind, die ihre eigenen Ansichten haben. (Es wird zwar gerne daherbehauptet, aber nie bewiesen, dass das irgendwie naturgegeben oder biologisch sei... das ist wie mit der alten Rechtschreibung; man hat sich dran gewoehnt, und wenn dann jemand was neu machen will, tut man so, als haetten schon die Affen auf den Baeumen so geschrieben.)


    Du hast mal gemutmasst, dass es frueher nicht so viele JM gegeben hat - das ist voellig frei erfunden und beruht auf keinerlei Sachkenntnis, richtig? Wissen kann das niemand, denn frueher war Sexualitaet ja Tabuthema und man konnte nicht einfach als Forscher herumrennen und 2000 repraesentativ ausgewaehlte Maenner nach ihren sexuellen Erfahrungen fragen... auch dass das heute moeglich ist, ist erst im Zuge derselben gesellschaftlichen Tendenzen entstanden, zu denen auch die Emanzipation gehoert.

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    Viele hier (inkl. mir) haben doch das Problem, dass sie "nett" sind, aber eben nur "nett" oder aber anders "nett", als im Sinne von sexuell oder beziehungsmäßig interessant (nen ähnlichen O-Ton habe ich höchst persönlich auch schon gehört).

    Das Problem mit der uebertriebenen Nettigkeit ist meiner Meinung nach ein persoenliches. Jeder ist gefragt, zu lernen, die eigene Persoenlichkeit zu entdecken und, wenn angebracht, selbstbewusst zu praesentieren. Dass viele JM auf diesem Gebiet, insbesondere bei Mut und Selbstbewusstsein, Schwierigkeiten haben, ist mir bewusst und wir sind uns einig darueber. Ich kann dich nur ermutigen, daran etwas zu tun. Die "Schuld" bei den Frauen und der Emanzipation zu suchen, erscheint mir dabei aber nicht hilfreich, sondern eher kontraproduktiv. "Die Gesellschaft ist schuld dass ich so bin" erscheint mir nicht gerade als wirkungsvoller Hebel, etwas zu veraendern. Uebernimm Verantwortung fuer dich selber!


    Ach so, "Pick up artists" - in den alten Zeiten, die diese Herren angeblich so hoch verehren, hat man sich noch "Kuenstler" genannt, wenn man etwas produziert hat, was zur Erbauung oder Bildung der Mitmenschen geeignet war, anstatt bloss ein paar Frauen ins eigene Bett zu locken.

    tam: ganz lieben gruß zurück!!!!! *:) war grad 3 wochen nicht im lande, deswegen schreib ich erst jetzt.


    kwak: danke auch dir für die blume! :-D ich kann dich irgendwie verstehen. zum psychologen zu gehen ist ein riesen schritt. allerdings gleichzeitig auch nur ein kleiner.


    ich würd dich so gern an der hand nehmen und dich ins leben schleifen, aber das kann ich leider nicht. das kannst nur du.


    eines weiß ich inzwischen - du denkst zuviel. dein denken hemmt dein handeln. das ist bei vielen menschen so, oft auch bei mir.


    zum psychologen bzw. therapeuten: menschen können sich ändern, dazu gehört selbstvertrauen. selbstvertrauen entsteht u.a. durch positiven austausch mit mitmenschen. psychologen und therapeuten sind dazu da, durch eine positive therapeutische beziehung - die manchmal einer platonischen freundschaft nicht unähnlich ist - selbstvertauen im klienten zu erzeugen und zu verstärken. ein therapeut ist ein mensch, der dich unterstützt, was immer du grad durchmachst. es ist eine bezahlte menschliche beziehung, die durch professionelle gesprächstechniken, übungen und hilfestellungen unterstützt wird, je nach fachrichtung läuft das unterschiedlich ab. und jetzt sag mir nicht, dass dir das nicht helfen könnte. :)z

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    "Die Gesellschaft ist schuld dass ich so bin" erscheint mir nicht gerade als wirkungsvoller Hebel, etwas zu veraendern. Uebernimm Verantwortung fuer dich selber!

    Genau so sehe ich das auch. Und seitdem ich das so sehe, mache ich zum ersten mal wirklich Fortschritte auf dem Gebiet. Die Schuld bei anderen zu suchen ist einfach sinnlos und wird niemanden hier voran bringen.