Reife vs. Erfahrung

    Reife hat meiner Meinung nach sowohl mit dem Alter als auch mit (Lebens-)Erfahrung zu tun. Und damit, wie man mit dem, was man erlebt, umgeht. Das, was Torqi eine "schöne Seele" genannt hat, gehört dazu. Meist sind Menschen, die schon viel erlebt haben, auch reifer als andere. Jugendliche, die eine schwere Krankheit durchgemacht haben, sind oft in mancher Beziehung reifer, als Gleichaltrige.


    Ich denke, alle Erfahrungen, die man im Leben macht, finden ihren Widerhall auch in der Sexualität, nicht nur die sexuellen Erfahrungen. Je nachdem, wie ich im Leben stehe, selbstbewusst oder verschämt, fröhlich oder depressiv, offen oder ängstlich, wird auch meine Sexualität sein. Und eben dieses "Im-Leben-Stehen" wird durch meine Erfahrungen beeinflusst.


    Aber Reife braucht auch Zeit. Man kann nichts einfach vom Zaun brechen. Wenn ich hier manchmal von 16-Jährigen lese, die schon "alles probiert" haben und denen jetzt im Bett mit ihrer Freundin langweilig ist, dann denke ich: "Lasst euch doch Zeit!" Auch Geduld ist wichtig für eine erfüllte Sexualität - Geduld mit mir und Geduld mit meinem Partner.


    Um im Bild mit den Früchten zu bleiben: Die Erfahrungen sind das Wetter, der Boden, Wind, Sonne, Regen .... die eine Frucht braucht, um zu reifen. Aber auch unter den besten Bedingungen wird die Frucht nicht vor der Zeit reif.

    @ LovHus

    In Wirklichkeit leben wir nur in einer von unendlich vielen Dimensionen ... :=o

    @ countdown

    toroidales Polyeder? ;-) Nein, nicht wirklich - LovHus irrt hier: ein Ding hat nur 2 Seiten (hell oder dunkel - "richtig oder falsch"), allerdings in x-facher Ausprägung der beiden Extreme und auch in Abmischungen zueinander ...


    Stell Dir die 2 Extreme Schwarz und Weiß links und rechts von Deiner Frage/Problem vor. Nun hast Du auf der x-Achse alle Möglichkeiten von Weiß (links) über Grau (Mitte = das Probelem) bis hin zu Schwarz (rechts). Auf der y-Achse hast Du nun noch alle Farben, die nebene den Helligkeiten existieren. Und das Ganze ergibt dann eine Voll-Kugel an unendlichen Möglichkeiten der Entscheidung. Letztenendes bleiben die Hauptentscheidungen aber "hell" der "dunkel". Wie hell, oder wie dunkel, bleibt dir überlassen - wie auch, in welcher Einfärbung Dein Hell oder Dunkel funkelt ;-)

    @ Mae

    Sehe ich ähnlich - daher meinte ich ja, daß nicht die Zeit allein die Reife ausmacht. Wie Du so schön sagst, spielen da die Erfahrungen rein, aber auch, WIE ich als Persönlichkeit diese Erfahrungen reflektieren, sie verarbeite und wie sich diese Erfahrungen somit auf meine Perönlichkeit/Charakter auswirken.


    Somit hinkt das Früchtebeispiel ein wenig, da den Früchten wohl genau diese Eigenschaft fehlt. Sie werden wirklich einfach mit der Zeit reif und fallen vom Baum. Menschen werden evtl. auch von der Zeit allein "reif" im Sinne von "welk", aber sagt dieser Zeustand noch lange nichts darüber aus, wie sie mit ihren Erfahrungen umgegangen sind. Dies erklärt auch, warum jüngere Menschen mitunter reifer sein können, als ältere! Hier sehe ich teilweise auch schon 16jährige im Vorteil zu älteren, die vielleicht ein sehr unbedarftes Leben hinter sich haben ...

    persönliche erfahrungen, persönlichkeitsentwicklung spielt alles eine rolle, aber was ist mit dem faktor zeit, ich bin jetzt 31 und kann von mir/uns behaupten wir geniesen unsere gemeinsamen stunden sehr viel mehr und sehr viel intensiver als früher, sprich wsir nehmen uns viel zeit um miteinander zu "spielen", das war rückblickend nicht immer so.

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    aber was ist mit dem faktor zeit

    Das ändert sich, je nach den Gegebenheiten. Als wir kleine Kinder hatten, gab es weniger Zeit für uns, inzwischen ist es wieder mehr geworden. Aber auch Beruf und sonstige Verpflichtungen fordern ihren Tribut :-/.


    Auch bei uns ist es so, dass wir die gemeinsame Zeit sehr bewusst genießen :p>.

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    Kann das eine der anwesenden Mütter bestätigen?

    Ja, ich *:).


    Wobei ich nicht weiß, ob das an den körperlichen Veränderungen liegt :-/. Ich mache dafür eigentlich eher das gemeinsame, uns einander unglaublich nahe bringende Geburtserlebnis verantwortlich.


    Gegen Ende der Geburten konnte ich nicht mehr reden - trotzdem wusste mein x:) immer, was ich brauchte. Bei der ersten Geburt bin ich sogar zwischen den Wehen eigeschlafen, wollte keinerlei Berührung mehr. Die Hebamme hat meinen übermüdeten Schatz auf's Kreißbett gelegt, dass er auch etwas schlafen kann. Irgendwann brauchte ich seine Hand wieder - und er war einfach da x:). Dieses Vertrauen, das da vertieft wurde, half sicher mit beim Fallenlassen später.


    Vielleicht habe ich auch erst bei der Geburt gelernt, mich richtig fallen zu lassen :-/. Denn, wenn man irgendwo die Kontrolle verlieren lernt, dann da ;-D.

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    torodiales Polyeder?

    Nein, bei unendlich vielen Seiten darf man von einer Kugel sprechen ;-D.


    Was ich meinte war, dass man ein und denselben Gegenstand aus unendlichen vielen Perspektiven betrachten kann. Von hier, von dort, von nahe, von weiter weg...




    Reife ist das, was von allein geschieht, wenn es nicht durch unzuträgliche Erfahrungen gehindert wird.