Auch das ist richtig, im Grunde ein meditatives sexuelles Erlebnis, d.h., ganz in seiner Mitte sein. Das setzt voraus, daß man nicht gedanklich mit etwas anderem beschäftigt ist, sowie nicht schon so erschöpft ist, daß Kontrollverlust mit Müdigkeit einhergeht. Gut zu beobachten bei Meditationsseminaren, wenn bei Tiefenentspannungs-Übungen allenthalben Schnarchen ertönt :-)

    Trance gefällt mir als Beschreibung nicht, obschon es wohl auf diese Richtung abzielt. Im Grunde muß natürlich im sexuellen Akt vor dem Orgasmus noch eine gewisse Bewußtheit vorhanden sein, um Bewegungen auszuführen. Dennoch kann auch dieses bewußte Einwirken hinübergleiten in ein Getragenwerden von den Wellen, auf denen man den Orgasmus erreicht. In der Praxis wird das selten gleichzeitig bei beiden Partnern sein, das ist eher ein Glücksfall, so daß normalerweise einer der beiden Partner sich ganz hingeben kann (Vertrauen, Nähe und sich gut kennen sind m.E. wichtige Voraussetzungen dafür).

    Hm, ich weiß was Du meinst, aber ich würde es als einen Zustand bezeichnen, in welchem man gerade BESONDERS mit der Realität verhaftet ist, und zwar Realität nicht im kognitiven Sinne sondern eben im meditativen Sinne der völligen Aufmerksamkeit, des bei-der-Sache-seins. Wenn ich den Körper der Partnerin und meinen eigenen fühle und diese Sinneseindrücke völlig aufnehme ohne sie zu reflektieren, ist das eine Einbahnstraße zum Höhepunkt, die man allerdings schon auch willentlich verlassen kann, um z.B. anstelle dieses Höhepunkts eine weitere Steigerung zu erfahren.

    Zitat

    daß man sich erst ganz loslassen kann wenn man sich vorher gefunden (= ganz akzeptiert) hat.

    Und dies "passiert" oftmals erst ab einer gewissen Reife und somit erst mit einem gewissen Alter. Vorher sind oft viel zu viele andere Dinge zu wichtig - allem voran die Meinung anderer über und zu einem selbst (auch im Bett).