Zitat

    Wenn man sich wirklich liebt, dann kommt man sich näher. Liebe hat nichts mit einer Heirat zu tun!

    Ganz ehrlich, was soll denn unter dem Aspekt dann dieses ganze "Wahre Liebe wartet" Gedöns ?? Das ist dann doch im Prinzip nichts weiter als eine völlig ungerechtfertigte Verbrämung dieses ganzen Keuschheitswahns, der in vielen fundamentalreligiösen Gemeinschaften kursiert. Damit wird dann doch quasi all den Leuten, die mit dem Sex aus Liebe und Begehren ihrem Partner gegenüber NICHT warten bis zur Heirat, abgesprochen, dass es auch bei ihnen wahre Liebe sein kann und etwas völlig Natürliches, nämlich wie thequestions schon gesagt hast, dem Anderen ab einem gewissen Punkt gerne so nah wie möglich sein zu wollen, vergeistigt und auf eine transzendente Ebene gehoben, wo es eigentlich meiner Meinung nach gar nicht hingehört.


    Wird der Sex dadurch besser, dass man damit bis zur Hochzeit wartet ?? Wird die Verbindung dadurch enger ?? Sorry, aber ich denke, Sex ist ein sehr wichtiges verbindendes Element in einer Beziehung und damit bis zur Hochzeit zu warten, mag zwar die Vorfreude darauf steigern, man enthält sich dadurch aber auch viele schöne Erfahrungen, die man auch vor der Hochzeit schon machen kann und auch sollte, vor und zögert im dümmsten Fall damit auch nur die Erkenntnis, dass es zwischen beiden Ehepartnern unter Umständen im Bett nicht klappt, bis zu dem Punkt hinaus, wo man dann nicht mehr zurück kann. Sowas kann doch nicht gottgewollt sein.


    Ich finde diese Einstellung irgendwie zum Teil echt verdammt dumm. Das hat sowas von kirchlich propagierter Selbstkasteiung und davon halte ich ehrlich gesagt mal so gar nichts. Schlimm genug, dass jüdische Jungen immer noch als Zeichen des Bundes mit Gott diesem ihre Vorhaut opfern müssen und katholische Priester und Nonnen "zu Ehren Gottes und der Kirche" zölibatär leben müssen, was dann ja immer wieder so tolle Blüten wie Ministrantenmissbrauch, Heime für uneheliche Kinder und Pseudobeziehungen mit der Haushälterin zur Folge hat. Es kann darüber hinaus, wie thequestions schon sagte, auch entweder zu solch komischen Phänomenen wie den vor ihr erwähnten "Instant-Ehen" führen, die völlig verfrüht geschlossen werden, nur damit beide Ehepartner dann mit Gottes Segen im Rücken endlich losvögeln zu können oder aber zu der bitteren Erkentnis, dass man sich durch religiöse Diktate wie dieses wissentlich jahrelang um all die schönen (und zum Teil auch leidvollen) Erfahrungen gebracht hat, die mit Sex zusammenhängen.


    Denn genau darum scheint es vielen Religionsgemeinschaften primär zu gehen: Je mehr man das eigene Menschsein verleugnet und auch die damit verbundenen menschlichen Bedürfnisse, desto näher kommt man dadurch gemäß ihrer verqueren Logik Gott. Fastet, kasteit euren Körper und euren Geist, verdrängt eure menschlichen Gefühle und Bedürfnisse, denn genau das ist es, was Gott von euch will. Wer ist eigentlich auf den saudämliche Idee gekommen, dass es zwangsläufig einen Widerspruch darstellen muss, sowohl für sich als auch für Gott zu leben ??


    Gott hat mir diesen Körper und diesen Verstand mitgegeben und es ist - vor allen eventuellen religiösen Pflichten - meine Pflicht, mich Zeit meines Lebens gut um beide zu kümmern. Und dazu gehören neben dem Bedürfnis nach Essen, Trinken und Schlafen auf körperlicher Ebene eben auch das Bedürfnis nach menschlicher Nähe und irgendwann auch nach Sex. Alles, was Gott von uns wollte, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Grundbedürfnissen - nicht zu viel und nicht zu wenig von allem. Aber da all die religiösen Gemeinschaften meinen, dass wir zu einem verantwortungsvollen Umgang damit nicht imstande wären, legen sie völlig willkürlich dann selber fest, was diesbezüglich das rechte Maß ist.


    Und das hat dann wiederum dazu geführt, dass all diese allzu menschlichen Grundbedürfnisse ab einem gewissen Grad als Todsünden verteufelt wurden und es regelrechte Wettstreite unter den Kirchenvätern darum gab, wer bedürfnisloser und keuscher gelebt hat (oder zumindest vorgegeben hat, so zu leben) und das einfache Volk aufs Jenseits vertröstet wurde, wo man dann endlich ein schönes "Leben" genießen könne. Denn wie heißt es doch so schön: Ora et labora !!


    Ganz ehrlich, ich vertraue lieber darauf, was mein Herz und mein Verstand mit sagen, als mein (Sex-)Leben nach einem knapp 2000 Jahre alten Buch auszurichten, bei dem inzwischen aus bibelwissenschaftlicher Sicht sicher ist, dass es nicht von Gott persönlich stammt und teilweise nicht mal von diesem inspiriert wurde.

    Ich find deine Entscheidung sehr Muttig - vorallem als Junge eigentlich hört man das ja eher von den Mädels, was ich auch verstehen kann.


    Da du keine Ahnung davon hast wird dich das auch nicht heiß machen, also noch nie "blut" geleckt ;-)


    Ich bin nicht Jungfrau aber da ich es mit meiner großen Liebe zum ersten mal erlebt hab habe ich es auch nicht bereut.


    Mein Bruder vergleicht das wie mitm Autokauf, du steigst doch auch in ein Auto ein bevor du es kaufst.. ist extrem hart sowas aber nunja..


    SEX sollte aufkeinenfall eine große Rolle spielen bei einer beziehung, vllt nach der hochzeit.. da ist es dann aber wesentlich anders finde ich..


    ipRa

    Kein Sex vor der Ehe?


    Davon kann ich nur Abraten! Mögliche Risiken und Nebenwirkungen:


    - erhöht das Scheidungsrisiko


    - erhöht das eheliche Fremdgehrisiko


    - schadet der Kondomindustrie (gefährdet Arbeitsplätze)


    An die Risiken für unser Renten- und Kirchensteuersystem will ich gar nicht denken. :|N

    Sex spielt unter anderen mit die groesste Rolle.


    Aber soll der Mensch doch tun was er will. Keinen Sex vor der Ehe? Wer sich vorher schon entmuendigen liess von irgendeiner Religion, kann das ja weiter betreiben.

    Zitat

    Wer sich vorher schon entmuendigen liess von irgendeiner Religion, kann das ja weiter betreiben.

    Das Spaßige ist, viele Leute, die Theologie studieren und Pfarrer werden wollen, tun dies laut eines Kollegen von mir, der schwul ist, unter anderem auch deshalb, weil sie sich so - aufgrund des damit einhergehenden Zwangszölibats - nicht mir ihrer Sexualität auseinander setzen müssen.


    Ich frage mich, inwiefern dies auch auf die Leute zutrifft, die freiwillig bis zur Ehe enthaltsam bleiben wollen. Das soll jetzt ganz bestimmt keine Anschuldigung sein. Aber irgendwer hier meinte in einem der Threads zum Thema "Kein Sex vor der Ehe" auch, dass er die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch, der sich freiwillig in dieser Weise selbst beschränkt, dann nach der Heirat bezüglich Sex voll loslegt, eher gering einschätzt.


    Was für Motive - außer natürlich, dass sie es "für Gott" tun - haben solche Menschen, die freiwillig zeitweise zölibatär leben, für ihren Lebenswandel ?? Haben sie generell keinen großen Bock auf Sex und fällt es ihnen darum so leicht, zu behaupten, dass sie es aus religiösen Motiven tun (bzw. NICHT tun ;-)), haben sie keinen Bock auf Sex mehr, weil dieser in ihren Augen mit zu viel Stress und Problemen verbunden ist oder ist es zum Teil einfach auch eine abgefahrene Form von Nonkonformismus (nach dem Motto: Es wird heutzutage gesellschaftlich viel zu viel Gedöns um Sex gemacht und darum werde ich diesen einfach mal aus Prinzip heraus bis zur Ehe meiden) ??

    Habe mich gerade noch mal bezüglich der "Wahre Liebe wartet" Keuschheitsbewegung ein wenig belesen und kann echt nur sagen: Was für ein Schwachsinn !!!


    Hier mal ein paar Ausschnitte aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel:

    Zitat

    Wahre Liebe Wartet propagiert gegenüber Jugendlichen und jungen Erwachsenen völlige sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe, die sie mit dem christlichen Postulat der ehelichen Treue begründet, das auch für (noch) nicht Verheiratete gelte. Sexualität vor dem Zeitpunkt der Eheschließung wäre somit Ehebruch gegenüber dem künftigen Ehepartner, selbst dann, wenn der voreheliche Sexualpartner später geheiratet wird, da die Ehe zum Zeitpunkt der sexuellen Handlung noch nicht gültig bestand.

    Hier mal das Gelübde der Bewegung:

    Zitat

    "Believing that true love waits, I make a commitment to God, myself, my family, my friends, my future mate, and my future children to be sexually abstinent from this day until the day I enter a biblical marriage relationship."


    "Mit Gottes Hilfe verspreche ich ab heute vor Gott, mir selbst, meiner Familie, meinen Freunden und meinem zukünftigen Ehepartner, bis zum Tag meiner Heirat sexuell enthaltsam zu leben."

    Und hier noch was zur Zielgruppe der Bewegung:

    Zitat

    In Deutschland hat die Aktion nach eigenen Angaben etwa 10.000 Anhänger im Alter von etwa 16 Jahren bis Anfang 20.

    Hatte echt nicht erwartet, dass die Zielgruppe nur eine so geringe Altersspanne aufweist. Nicht wenige Leute heiraten doch erst mit Mitte bis Ende 20 bzw. Anfang 30.


    Und hier noch mal - als besonderes Schmankerl zum Schluß - die Kritik an der Bewegung:

    Zitat

    In den USA versorgt True Love Waits auch Lehrer mit Unterrichtsmaterialien zur Keuschheitserziehung in öffentlichen Schulen. Kernbotschaft ist, dass ein entsprechender Verzicht ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Erkrankungen vorbeuge. Kritiker wenden ein, dass man die Jugendlichen auf diese Weise einer einseitigen und unzureichenden Sexualerziehung überlasse. Einige Studien zeigen, dass Schüler, die sich Keuschheitsgelübden unterziehen, eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit aufweisen, Verhütungsmittel zu benutzen, und über weniger Informationen über Safer Sex verfügen als diejenigen, die dies nicht tun.


    Eine Studie der Columbia University und der Yale University kommt zu dem Schluss, dass junge Menschen, die sich entsprechenden Keuschheitsgelübden unterziehen, die gleiche Rate an Geschlechtskrankheiten aufweisen wie diejenigen, die dies nicht tun. Kritiker des Programmes stellen daher fest, dass dieses hinsichtlich des Schutzes vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Erkrankungen versagt. Die Studie stellt fest, dass Keuschheitsgelübde den ersten Geschlechtsverkehr ein Jahr bis 18 Monate verschieben. Zugleich weisen betroffene Jugendliche eine höhere Beteiligungsrate an anderen sexuellen Aktivitäten, wie vor allem Oralverkehr und Analsex, auf. Wahre Liebe Wartet wurde in der zuvorgenannten Yale-Studie ausdrücklich als typisches Beispiel dieser Entwicklung bezeichnet. "Von 12.000 Teenagern, die im Alter von 12 bis 18, die am WLW-Programm teilnahmen, hatten innerhalb von sechs Jahren 88 % vorehelichen Geschlechtsverkehr."

    So, da ich mich inzwischen auf die Knilche von "Wahre Liebe wartet" eingeschossen habe, hier noch mal ein paar erhellende Links zu dem Thema. Alle schwanken inhaltlich hinsichtlich der Argumentation zwischen "Soweit sogar halbwegs nachvollziehbar" und "Erzkonservativer, religiös verbrämter Schwachsinn".


    http://www.shinemedia.de/bwbb/…irls/wahreliebewartet.htm - irgendwo zwischen "nett" und "dämlich" angesiedelt


    http://wissen.spiegel.de/wisse…l?id=13688020&top=SPIEGEL - sehr informativ mit gewissen boshaften Untertönen


    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4720/1.html - zeigt zum Teil sehr gut die naiven Ansichten der Mitglieder der Bewegung auf


    http://www.liebewartet.de/uplo…ww%20liebewartet%20de.doc - ein "Highlight", die Argumentation spottet zum Teil jeder Beschreibung


    http://www.duden-open.de/03/downloads/kramer.pdf - gute Mischung aus informativ und kritisch

    der Geist des Waldes

    Danke fuer die Links.


    Hat der Mensch Langeweile? Geht immer nur das Extreme?


    Sollen sie doch erstmal in sich selbst Ordnung machen, bevor sie andere missionieren und deren Ordnung herstellen wollen.


    Solange es ein Mensch fuer sich selbst so entscheidet und den Partner findet, der das auch so sieht, ist es ja gut.


    Aber darum zu werben ect....meine Haare straeuben sich auf;

    Geist des Waldes

    Auf Deine Fragen hin, welche Motive die Menschen haben, die es nicht wegen der Religion tun, weiss ich auch nicht eine exakte Antwort;


    Aber dieses missionieren,...wahre Liebe wartet, hat schon einen Hintergrund.


    Wohin die Frau wieder gestellt werden soll, springt ja ins Gesicht.


    Ist doch das Beste was einem Mann passieren koennte, eine unerfahrene Jungfrau.


    Und das sie auch schoen bloed und unerfahren bleibt, koennte sie man ja dann gleich mal auf den Scheiterhaufen verbrennen, sollte sie es dennoch wagen, mal ueber den Tellerrand zu schauen.


    Wenn das dann mal geregelt ist, ab mit den Schwulen und Lesben. Teuflisch, teuflisch..]:D


    Und wo man diese Leute findet, die da mit missionieren, kann sich ja auch jeder selbst vorstellen.


    Gruselig, gruselig

    Huch, wieder so'n ausgebuddelter Uralt- Thread. Nun denn...

    Zitat

    Ich denke, was diese ganze "Kein Sex vor der Ehe" Diskussion angeht, darf man auch keinesfalls außer Acht lassen, unter was für gesellschaftlichen Umständen diese biblischen Gebote damals aufgestellt wurden.


    Heiraten aus Liebe gab es damals wahrscheinlich kaum, da haben die Eltern die zukünftige Braut für den jungen Mann ausgesucht und deren Eltern dann ein angemessenes Mitgift für das Mädchen gezahlt. Das Standardalter fürs Heiraten war damals mit etwa 12, für die Jungen unter Umständen etwas später. Wenn ein Mädchen kurz vor ihrem 13. Lebensjahr noch nicht verheiratet war, haben die Eltern wahrscheinlich bereits Torschlusspanik geschoben.

    Dafür hätte ich gern mal Belegstellen aus der Bibel, gerne auch weitere Quellenangaben.

    Zitat

    Was ist, wenn Gott mehr Freude darüber empfindet, dass ein unverheiratetes Paar liebevoll Oralsex praktiziert, als dass eifrige, verheiratete Kirchgänger leidenschaftslos in der Missionarstellung Geschlechtsverkehr treiben?//

    Woher willst du bzw. der Zitierte wissen, in welcher Stellung und mit welcher (nicht vorhandenen??) Leidenschaft eifrige, verheiratete Kirchgänger miteinander Sex haben?

    Ihr ahnt wohl schon, was ich will. Richtig: Entsprechende Statistiken mit Quellenangaben, die das belegen.

    Steht das auch schon in so Beipackzetteln drin? Die sind immer so lang und schwammig formuliert. Diesen "Stil" wollte ich in meinem Beitrag aufgreifen.


    Ergo gibt es für meinen Ratschlag keine

    Zitat

    Entsprechende Statistiken mit Quellenangaben, die das belegen

    Apropos: Gibt es zum Thema überhaupt irgend welche glaubwürdigen Statistiken, lieber Uhu?

    Zitat

    Gibt es zum Thema überhaupt irgend welche glaubwürdigen Statistiken, lieber Uhu?

    Es gibt mit Sicherheit Statistiken, die aussagen, dass sich Menschen mit starker religiöser Bindung seltener scheiden lassen oder fremdgehen. Wenn ich mal genug Zeit habe, reiche ich das gern nach.


    Nun wirst du mir sicher zustimmen, dass die "Kein Sex vor der Ehe"- Fraktion am ehesten unter Menschen mit starker religiöser Bindung zu suchen ist. Was für Schlussfolgerungen kann man folglich ziehen... ?


    Außerdem, sieh es doch mal von der Seite: Wer schon so verklemmt ist (wie z.B. ich :)z ), dass er mit seiner Partnerin erst ab der Hochzeitsnacht Sex hat, der wird doch erst recht viel zu verklemmt sein, um fremd zu gehen. Ist doch logisch, nicht wahr?!

    Das ist gar nicht traurig, lieber ehrlichER. Es war wunderschön! x:)


    Und es war so, dass wir uns nach diesem unserem ersten Mal ganz fest verbunden fühlten, eben wie verheiratet. :)z


    Was uns aber nicht daran gehinder hat, in der Nacht nach unserer Hochzeit auch gleich die Ehe zu vollziehen. o:)

    x:)

    @ uhu2:

    An Belegstellen für das Heiratsalter der Brautleute zu biblischen Zeiten habe ich jetzt mal zwei Stellen rausgesucht. Die erste Quelle stammt aus dem Buch "Nein und Amen" von Uta Ranke-Heinemann und ist auf Seite 52 zu finden:

    Zitat

    Das normale Verlobungsalter für ein jüdisches Mädchen war das Alter von zwölf bis zweieinhalb Jahren. War ein Mädchen älter als zwölfeinhalb und hatte noch keinen Mann gefunden, so geriet manche Mutter damals in Torschlusspanik und mancher Vater bekam graue Haare. Die Verlobung war der erste Teil der Eheschließung, dem nach etwas mehr als einem Jahr die Heimführung folgte. Zwar nicht praktisch, aber rechtlich galt eine Verlobung als Ehe. Die Verlobte war bereits die Frau des Mannes.

    Die zweite Stelle stammt aus "Geschlechtermetaphorik und Gottesverhältnis" von Ruben Zimmermann auf Seite 241:


    "Die Quellen belegen ein extrem junges Heiratsalter vor allem bei Frauen und bezeugen ebenso überraschend alte Brautleute. Nach einer Grabinschrift aus Tiberias starb eine Salome als 22-jährige Braut, die Mehrzahl der Belege deutet jedoch auf ein erheblich jüngeres Heiratsalter der jüdischen Frauen zwischen 12 und 15 Jahren hin. Beim Mann war wohl die Heirat im 18. Lebensjahr üblich."


    Quelle: http://books.google.de/books?i…num=1&ct=result#PPA241,M1


    Und was das Heiraten aus Liebe angeht, so will ich das bei genauerer Betrachtung zwar nicht in Abrede stellen, aber ich bleibe bei meiner Meinung, dass eheliche Gemeinschaften damals noch in stärkerem Maße Zweckgemeinschaften waren als aus Liebe eingegangene Bündnisse oder das sie teilweise zu dem Zweck eingegangen wurden, die gesellschaftliche Stellung bzw. den finanziellen Status der Familie zu festigen oder auszubauen. Und die Eltern hatten dabei gut was mitzureden:

    Zitat

    Eine Heirat im Alten Testament wurde in der Regel von den Eltern abgesprochen und mit dem Segen der Eltern auch durchgeführt, wobei der finanzielle Aspekt des Brautpreises, bzw. das Erbrecht, größere Aufmerksamkeit genoss, als die heute so oft angeführte "geistliche Seite".

    Quelle: http://www.uvcm.de/Publikation…Heirat%20teuer%20wird.htm


    Und was das Zitat mit dem leidenschaftlosen Sex eifriger Kirchgänger in der Missionarstellung angeht, so solltest du dich mal ein wenig über das Thema belesen ;-). Wenn du es als bibelfester Christ richtig machen willst, so dürftet ihr eigentlich nur in der Missionarstellung oder anderen, verwandten Stellungen, bei denen der Mann oben ist, vögeln. Reiterstellung wäre tabu, von hinten wahrscheinlich zu "animalisch" und Lust dürftet ihr eigentlich beide dabei nicht empfinden (und wenn, dann höchstens du als Kerl), da Sex ja (laut dem Papst, der ja immerhin Gottes Stellvertreter auf Erden ist) primär zum Babys machen da ist und Lust nur ein (notwendiges) Nebenprodukt dabei ist, damit es überhaupt zum Sex kommt. Ach ja, und was die Missionarstellung angeht ... sagt dir der Name Lilith etwas ??

    Zitat

    In alten rabbinischen Kommentaren kann man lesen, daß Lilith, Adams erste Frau war. Adam und Lilith fanden aber niemals Frieden miteinander. Lilith war nicht bereit sich Adam zu unterwerfen. Und das aus gutem Grund. Sie war erschaffen, aus der gleichen Erde wie Adam. Im gleich und ihm gleichberechtigt.


    Symbolisiert wurde Liliths Einstellung dadurch, daß sie sich weigerte, beim Sex die Missionarstellung einzunehmen. Sie wollte aktiv das Liebesspiel mitbestimmen und auch mal "oben sitzen". Ein Symbolismus der sich übrigens auch in andere Religionen Eingang fand. So kann man in muslimischen Schriften lesen: "Verflucht sei der Mann, der die Frau zum Himmel und sich selbst zur Erde macht."

    Quelle: http://www.streitkultur.net/content/view/58/

    @ Geist des Waldes

    Danke für die Angaben! Ich würde auch da manches kritisch sehen, aber das wäre jetzt zugegebenermaßen aus der Hüfte geschossen und würde auch zu weit führen. Aber zu einer Aussage deinerseits möchte ich mich dann doch noch verbreiten.

    Zitat

    Wenn du es als bibelfester Christ richtig machen willst

    Mir wurde zuweilen eine passable Bibelfestigkeit bescheinigt, wenn ich das ganz unbescheiden anführen darf. Aber eine Bibelstelle, die sich mit den Stellungen beim Koitus beschäftigt, ist mir noch nicht unter gekommen. Und ich meinte eigentlich, wirklich alle Bibelstellen mit Sex als Thema gelesen zu haben. Schließlich liebe ich beides über alle Maßen, sowohl die Bibel als auch den Sex.


    Ich gebe auch offen zu, nicht ganz selten :-p unter animalischer Lust Sex mit meiner Angetrauten zu haben, zwar vorzugsweise in der Missionarsstellung, aber gerne auch mal anders. Nachdem wir uns dabei früher auch erfolgreich vermehrt haben, sind wir seit geraumer Zeit dazu übergegangen, Verhütungsmittel anzuwenden.


    Was der Papst mitsamt seinen Kardinälen davon hält, ist mir wurscht. Schließlich bin ich stockprotestantisch. Falls dich das interessiert: Einer der vielen Unterschiede zwischen beiden Konfessionen ist das Eheverständnis: Nach offiziell katholischer Lesart ist der Sinn der Ehe (und somit auch des Sex') Fortpflanzung. Nach protestantischer Meinung, die ich - kaum verwunderlich - für der Bibel entsprechend halte, ist der Sinn der Ehe Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft hat verschiedene Aspekte, körperliche Liebe, also Sex, ist eine davon. Beide Konzepte unterscheiden sich m.E. grundlegend.


    Die Lilith- Sage kenne ich aus anderem Zusammenhang. Als nicht-biblische Quelle hat sie für mich aber eher unterhaltenden als normativen Charakter.