wieauchimmer

    Zitat

    Wenn du einen Irrtum eingestehen müßtest (Ich sag nur prähistorisch), antwortest du einfach nicht mehr, um dir ja nicht irgendeine Blöße zu geben.

    Sag ich ja, alles was von deiner Meinung abweicht, gilt für dich als Irrtum (ebenfalls Stichwort: prähistorisch);-)

    Zitat

    Von vielen leuten habe ich hier schon Kritik angenommen, aber von so einem "Ich habe die Weisheit mit Löffeln gefressen-Überflieger" sehe ich da keinen Sinn drin, mir da etwas von anzunehmen.

    Soso, von so vielen Leuten. Mir ist jedenfalls verborgen geblieben, dass du dich auch nur schreibender Weise einen einzigen mm von der Stelle bewegt hättest. Mein Kritikpunkt war übrigens nicht der, dass du "von mir nichts annimmst", das ist ja lächerlich, sondern der, dass du auf meine Posting zwar ellenlang antwortest, aber darauf in keiner Weise eingehst....*) Was zwingt dich denn da überhaupt zu einer Antwort, die ohnehin keine ist?

    Zitat

    Es ist also per se dominant, wenn man da etwas gegen hat, wenn der andere fremdgehen will?

    ...*) oder meine Aussage verdrehst, damit sie zu deiner Antwort passt.

    Zitat

    Alle Menschen, die keine offene Sexualität leben, sind also dominant und wollen den Partner nur beugen.

    Kindische Trotzreaktion.

    morgenluft

    Zitat

    sag ich ja, alles was von deiner Meinung abweicht, gilt für dich als Irrtum (ebenfalls Stichwort: prähistorisch)

    Du redest über wissenschaftliche Erkenntnisse der Prähistorie und stellst eine Behauptung auf. Das Sexleben in der Prähistorie hat mit Meinung nichts zutun, sondern mit Wissen. Auf meine mehrfache Aufforderung, mir einen Link zu nennen, der deine Behauptung bestätigt, kommt von dir nichts. Wo bleibt der Link?

    morgenluft

    Zitat

    Oder sind dir die Fingerchen wieder mal durchgegangen?

    Dazu habe ich etwas im anderen Thread geschrieben und ich möchte dich bitten, dir mal einen anderen Ton anzugewöhnen. Ich weiß nicht, wieso du mir gegenüber so einen zickigen Ton anschlägst, dazu habe ich keinen Anlaß gegeben. Ich habe nur, berechtigter Weise, deine Aussagen in Frage gestellt, was kein Grund ist, mich als kindisch, etc. zu bezeichnen, oder mir grundlos vorzuwerfen, ich hätte meinen Ex "beugen" wollen.


    Nein, er wollte von mir die Absolution für etwas, was er auch ohne meine Einwilligung getan hätte, aber mit meiner Einwilligung hätte ich nicht mehr die Möglichkeit gehabt, wenn es mich verletzt, auch offen zu meiner Verletzung zu stehen, sondern ich hätte es verdrängen müssen, denn ich habe ja schließlich zugestimmt. Ich kann akzeptieren, wenn jemand den Wunsch hat, Sex mit anderen zu haben, aber ich muss nicht akzeptieren, damit zu leben, wenn mich das verletzt. Er wollte aber meine grundsätzliche Einwilligung, so als wolle er meine Unterschrift dafür haben, dass er mich verletzen darf, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, dass es mich verletzt.


    Gegen das Gefühl, dass es mich verletzt, kann ich mit rationalen Überlegungen, dass ich kein Recht habe, es ihm nicht zuzugestehen, wenig ausrichten. Rational gesehen hätte ich ihm die Erlaubnis gegeben, emotional konnte ich aber nicht, denn es hätte Konsequenzen gehabt, nämlich, dass ich eifersüchtig reagiere, aggressiev werde, vielleciht anfange an anderen Dingen rumzunörgeln, weil ich ja durch meine Einwilligung auf sein Fremdgehen nicht mehr ehrlich verletzt reagieren darf. Ich hätte die Verletzung aber irgendwie kompensieren müssen, was der Beziehung nicht gut getan hätte, also konnte ich auch nicht einfach meine Einwilligung geben.


    Um dieser Konsequenz aus dem Wege zu gehen, habe ich ihm dann folgenden Vorschlag gemacht: Um ihm im Nachhinein nichts vorwerfen zu können aus lauter Verletzheit, was ich mir nicht auch selber vorwerfen muss, haben wir für ein bestimmtes WE abgemacht, dass wir da beide Fremdgehen. Er hatte sich schon eine Frau ausgeguckt und ich mir einen Mann. Damit wäre aus dem Thema der Druck raus gewesen, wir hätten beide die Erfahrung gemacht, wie "schlimm" es nun wirklich ist und man hätte danach in Ruhe weiter überlegen können, wie es weiter geht.


    Wie das Pech so spielt, hat es bei mir geklappt, aber bei ihm nicht. Das führte dazu, dass bei ihm der Druck noch größer wurde und seine ganze Energie haupsächlich nur noch darum kreiste, eine Frau zu finden, mit der er seinen Teil der "Abmachung" verwirklichen kann. Der Druck wurde also noch schlimmer und anstatt mir das Gefühl zu geben, dass ich ihm wichtig bin, war nun seine Hauptbeshäftigung, auf die Suche nach anderen Frauen zu gehen. Schließlich habe ich eine Auszeit vorgeschlagen, damit er seinem Ziel weiter nachgehen kann, aber ich nicht mehr diesem Druck ausgesetzt bin. Er hielt die Auszeit aber nicht aus, noch bevor er "Erfolg" hatte.


    Des Weitern kam hinzu, dass er mir das Gefühl gab, es ginge ihm gar nicht nur um Sex, sondern dass er überhaupt dadurch dass er ständig andere Frauen kennenlernte, mit denen er sich gut verstand und die er erotisch fand, daran zweifelte, ob ich schon die richtige Frau bin, mit der er seine Zukunft teilen möchte, oder er nicht noch lieber weiter sucht. Dazu muss man sagen, dass er zuvor so gut wie keine Erfahrungen mit Frauen hatte. Er lernte eine kennen, war von ihr total begeistert, um sie nach kürzester Zeit wieder uninteressant zu finden. Er wußte also generell nicht, was er will. ("Ist alles so schön bunt hier, ich kann mich gar nicht entscheiden")


    Ich hatte also Grund, Verlustangst zu haben. Das bestätigte sich auch später. Er hatte sich eine Frau, eine Freundin eingeladen zur Auszeit zwecks Sex mit ihr (ausgerechnet zu seinem 30. Geburtstag). Er meinte, er fände sie nett, aber mehr nicht, eben nur eine "harmlose" Freundin, wo ich mir keine Sorgen machen brauche. Zu dieser Zeit hatten wir aber gar keine Auszeit mehr, sondern sahen uns jeden Tag. Daher war ich der Meinug, wir führen entweder die Auszeit strpickt weiter, aber das wollte er nicht und ich schaffte es auch nicht, ihn abzuweisen, oder er solle ihr absagen, wir sollten erstmal unsere Beziehung wieder klar bekommen und dann könne er sie ja immer noch mal einladen. Das sah er aber nicht ein und hat damit die Lage unserer Beziehung noch verschlechtert, indem er nicht ein Zeichen gesetzt hat, dass es seine Priorität ist, erstmal unsere Beziehung wieder ins Lot zu bekommen. Die Auszeit wollte er aber auch nicht, denn ich hatte inzwischen einen Mann kennen gelernt, mit dem ich zwar noch nichts hatte, aber der mir ganz gut gefiel. Das war ihm scheinbar zu riskant.


    Schließlich beendete er die Beziehung und als er diese Frau das nächste Mal sah, verliebten sie sich ineinander und er plante, jetzt mit ihr glücklich zu werden und ich wäre ja irgendwie nicht richtig gewesen, während sie viel besser zu ihm passt (So schnell wurde aus der "harmlosen Freundin" die neue Traumfrau). Er hatte jetzt mit ihr ein halbes Jahr eine Fernbeziehung, wollte dann zu ihr ziehen und dann mir ihr eine glückliche Beziehung haben, erzählte mir aber vor ein paar Tagen kurz, dass er nun solo sei (das erste Mal in seinem Leben!), war wohl doch nichts mit neuer Traumfrau.


    Wie kann man mit einem Menschen, der gefühlsmäßig so dermaßen drucheinander ist, eine vertrauensvolle Beziehung haben, in der so viel Vertrauen herrscht, dass man sogar eine offene Beziehung leben kann? Dass er mich durch sein ganzes Verhalten total verunsichert hat, ist doch wohl nachvollziehbar.


    Jetz leg mal bitte deinen Groll ab und überlege, ob du in Anbetracht der ganzen Geschichte immer noch meinst, ich hätte ihn nur "beugen" wollen. Ich finde, ich bin ihm trotz meiner schlechten Gefühle von Verletztheit sehr entgegen gekommen, aber er mir nicht.

    Calacirya

    Zitat

    Da in mir Anforderungen vermutet werden, betrachte ich es als meine Sache, das Thema so rüberzubringen, dass sie nicht diffus oder unüberwindlich bleiben. Wenn es zur Überwindlichkeit aber erforderlich ist, dass ich meine tatsächlichen Anforderungen zurückschraube, dann tu ich das nur bis zu meiner Schmerzgrenze, und nicht weiter.


    das ist mir unverständlich. Tut mir leid, geht es auch genauer?

    Ich versuchs. Schon wenn ich einen Mann näher kennenlerne, (noch ohne Sex), habe ich immer den Eindruck, dass er mir irgendwelche enormen sexuellen Ansprüche unterstellt, und schon von da an zunehmend an sich zu zweifeln (höflich formuliert) beginnt, obwohl diese Vorstellung ja nur völlig diffus sein kann. Warum das so ist, obwohl ich noch keinen Piep zum Thema überhaupt gesagt habe? - Ich habe keine Ahnung. (Muss wohl irgendwie an mir liegen, das hat der betreffende Mann ja nicht bei allen Frauen.) Wenn möglich versuche ich dem - indirekt - entgegenzuwirken. Wenn ich aber merke, das bringt nichts, er rafft es entweder nicht, oder es hilft nichts, dann lass ich es ganz bleiben. Sowas würde letztlich nur dazu führen, dass ich ihm in jedem Fall vorgaukeln müsste, er sei ein ganz toller Liebhaber, sonst würde sich die Spirale noch weiter abwärts drehen. Sowas interessiert mich nicht.

    Zitat

    Schon wenn ich einen Mann näher kennenlerne, (noch ohne Sex), habe ich immer den Eindruck, dass er mir irgendwelche enormen sexuellen Ansprüche unterstellt, und schon von da an zunehmend an sich zu zweifeln (höflich formuliert) beginnt, obwohl diese Vorstellung ja nur völlig diffus sein kann. Warum das so ist, obwohl ich noch keinen Piep zum Thema überhaupt gesagt habe? - Ich habe keine Ahnung.

    Diese Vorstellungen sind nicht diffus. Unten mehr dazu.

    Zitat

    (Muss wohl irgendwie an mir liegen, das hat der betreffende Mann ja nicht bei allen Frauen.) Wenn möglich versuche ich dem - indirekt - entgegenzuwirken.

    das würde ich als Unsinn empfinden. Selbstverleugnung.


    Zweifler ziehen nur Zweifler an ???


    Thema: Selbstbewusste Frauen nehmen sich das, was sie wollen. Aber: Voraussetzung dafür ist der richtige Partner, denn sonst können sie das nicht.


    Meine Theorie: Unbewusst (oder bewusst? aus gemachter Erfahrung) treffen selbstbewusste Frauen die richtigen Partner. Das war das, was trashman anhand seiner Partnerin versucht hat, zu erklären. Sie wirkt SO STARK, dass sich keiner rantraut, der nicht 100 % selbstbewusst ist. Mein Argument dagegen war: Stärke zieht Schwäche an. Mittlerweile nehme ich das zurück. Was soll ein starker Mensch mit einem schwachen? Er spielt kurz mit ihm und lässt ihn dann fallen, weil es ihm langweilig ist. Für den starken ist nur der Starke die Herausforderung, und die sucht er ja!


    Also: Wenn selbstbewusste, starke Frauen den falschen treffen, versuchen sie nicht lange, ihn zu ändern, weil sie wissen, dass es nix bringt und weil sie wissen, dass der "Fehler", der eventuell in einer sich anbahnenden Beziehung unweigerlich auftritt, nicht an ihnen liegt (schließlich sind sie selbstbewusst, sie kommen gar nichtg auf den Gedanken.)


    Deshalb meine ich: Schwäche (kann man auch Bedürftigkeit nennen) zieht Schwäche bzw. Stärke zieht Stärke an.


    Wenn du immer die falschen triffst... strahlst du irgendwas aus, was genau DIESE Männer anzieht.


    Wenn dir jemand enorme sex. Ansprüche ansieht und ZWEIFELT, ist er einfach nicht der Richtige. Alles Reden, zurücknehmen etc ist sinnlos. Wenn deine Ausstrahlung aber so stark wäre, wie du meinst, warum zieht sie dann Zweifler an ???


    Grainne

    trashman

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    Aber du schon? Immerhin weisst du über "absolutes Glück" zu berichten.


    Richtig, weil ich mich in der Vergangenheit bereits mit entsprechenden Personen unterhalten habe. Kannst du das von dir auch behaupten?

    Unterhalten schon oft. Nur kenne ich niemand, wo von "absolutem Glück" die Rede sein könnte. Meinem persönlichen Eindruck nach sind diese Leute zwar bestenfalls nicht unbedingt unglücklich über ihre Situation, haben aber zumeist ein auffällig geringes Selbstvertrauen.

    Zitat

    Nochmals: Selbstverwirklichung - das Wort an sich klingt schon viel zu geschwollen - ist nichts anderes als die Umsetzung der eigenen Wünsche. Wenn diese u. a. darin liegen, sich von einem starken Partner führen zu lassen, ergibt dies eine andere Vorstellung von eigener Verwirklichung als du sie hast.

    Die unmittelbare Umsetzung der eigenen Wünsche, nicht aber, sie durch einen anderen umsetzen zu lassen.

    Zitat

    Um deine Argumentation zu begründen, müsstest du konkret erläutern, was solchen Menschen denn nachweislich zu ihrer angeblich nicht vorhandenen Selbstverwirklichung fehlt. Das wird dir aber nicht gelingen, weil die Wünsche, Mentalitäten und Lebensmodelle schlicht zu unterschiedlich sind. Dinge, die dir wichtig erscheinen, können für andere völlig belanglos sein (z. B. beruflicher Erfolg).

    Ich will mich da nicht im entferntesten zum Mass aller Dinge machen. Der Begriff "Selbstverwirklichung" an sich wäre jedoch völlig entbehrlich, wenn man ihn so allumfassend ausfüllt, wie von dir angeführt. Mit Passivität, mit mittelbarer Verwirklichung von Zielen - alles wertneutral betrachtet - vermag ich ihn nicht in Einklang zu bringen.

    Zitat

    Dass es, wie von Monika65 erwähnt, Fälle gibt, in denen devotes Verhalten aus Unsicherheit oder Antriebslosigkeit resultiert, soll gar nicht bestritten werden. Mir geht es allerdings darum aufzuzeigen, dass dies längst nicht immer der Fall sein muss, (teil-) devote Menschen sehr wohl ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein besitzen können und dies daher durchaus ein Weg zum persönlichen Glück sein kann.

    In der Sache will ich das keineswegs generell bestreiten, nur scheint mir der Begriff "Selbstverwirklichung" fehl am Platz, und ich halte die Eigenschaften "alltagsdevot" und "ausgeprägt selbstbewusst" für unvereinbar.

    Zitat

    ... oder Haushaltsarbeit...


    Scheint ja ein regelrechtes Trauma von dir zu sein...

    Allerdings. ;-D ;-D Angeführt habe ich es jedesmal, wenn du die - meinem Empfinden nach weitaus unverfänglicheren - Finanzangelegenheiten erwähnt hast. Es fällt mir nämlich mehr als schwer, mir im praktischen Leben einen dominanten Mann vorzustellen, der statt seiner alltagsdevoten Frau den Haushalt verrichtet. Wird wohl ein Realitätsdefizit meinerseits sein;-)

    Zitat

    Nebenbei bemerkt: Ich beherrsche jede Art der Haushaltsarbeit so gut wie eine ordentliche Hausfrau. So weit kommt's noch, dass ich da auf weibliche Hilfe angewiesen bin...

    Ausgezeichnet. Ich gehöre zu jener raren Sorte Frau, die eine totale Aversion hat und mache da keinen Finger krumm. - Selbstverwirklichung!;-)

    Calacirya

    Zitat

    Stärke zieht Schwäche an. Mittlerweile nehme ich das zurück. Was soll ein starker Mensch mit einem schwachen?

    Man kann aber sagen, dass Menschen, die nach außenhin einen starken Eindruck machen wollen, einen schwachen Partner brauchen nach dem Motto: "Andere erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen". In einer Beziehung kann es dann schnell so kommen, dass der eigentlich Schwächere (der "Möchtegern-Starke"), die Dominanz übernimmt. Er regeirt dann aber nicht mit wirklicher Stärke, sondern mit miesen Tricks, z.B. indem er sich unberechenbar verhält, hintergeht, den anderen erniedrigt, da wo er Schwachpunkte findet oder sogar mit körperlicher Gewalt.


    Es ist manchmal gar nicht leicht zu sagen, wer wirklich der Stärkere in einer Beziehung ist. Oft übt nämlich das vermeindliche "Opfer" gerade mit seiner Opferhaltung viel mehr Macht aus, indem es die Verantwortung immer auf den anderen schiebt. Man kann auch als Opfer, indem man dem anderen ständig Schuldgefühle macht, der eigentlich Mächtige sein.


    Wer wr z.B. in meiner Exbeziehung im Endeffekt der Stärkere? Ursprünglich war ich das, aber ich hab mir so viel Energie absaugen lassen, dass ich es am Ende nicht mehr war.

    morgenluft

    Zitat

    und ich halte die Eigenschaften "alltagsdevot" und "ausgeprägt selbstbewusst" für unvereinbar.

    Mein Opa ist der Inbegriff des Leidens, ständig kränklich, fühlt sich ständig unverstanden, ständig hilfebedürftig....und in Wahrheit lässt er mit diesem Verhalten die gesamte Familie nach seiner Pfeife tanzen. Devot sein kann eine ganz hinterhältige Form der Machtausübung sein.

    Calacirya

    Grundsätzlich würde ich allem, was du dazu schreibst, zustimmen. Der Haken dabei ist, es trifft bei mir einfach nicht zu, denn jeder Mann ist ein Zweifler. Kleines Beispiel: ich habe mich im Laufe der Zeit damit abfinden müssen, auf andere Leute zugehen zu müssen, praktisch jeden Kontakt selbst anzubahnen, indem ich irgendeine Plauderei, Small-Talk, beginne. Ganz gleich, ob bei Mann oder Frau. Das liegt daran, dass ich - eigentlich 100% übereinstimmendes Feedback - zunächst mal als sehr unnahbar und - vor allem - als extrem anspruchsvoll (in jeder Hinsicht) und wählerisch eingeschätzt werde. Die Verunsicherung in Person sozusagen. Beim alltäglichen zwischenmenschlichen Umgang spielt das keine weitere Rolle, es zwingt mich lediglich dazu, zu agieren, aber das bin ich mittlerweile gewöhnt. Aber wenn persönliches Interesse zwischen einem Mann und mir ins Spiel kommt, ist diese Verunsicherung mit ein paar Sätzen Small Talk nicht abzuschütteln. Vordergründig natürlich schon, wenn er ein souveränes Auftreten hat. Aber eben nicht wirklich. Und gleich vorweg wieder mal dazu bemerkt: Das sind keine schüchternen, unsicheren Männer. Ganz im Gegenteil.


    Also: wie lautet deine Stärke-Schwäche-Theorie dazu?

    wieauchimmer

    Zitat

    Devot sein kann eine ganz hinterhältige Form der Machtausübung sein

    Eine Form der Machtausübung, stimmt. Aber ich würde die von dir genannten Verhaltensweisen nicht per se als devot bezeichnen (Obwohl mir devote Menschen mit derartigen Verhaltensstrategien wirklich nicht unbekannt sind;-))

    morgenluft

    Zitat

    Aber ich würde die von dir genannten Verhaltensweisen nicht per se als devot bezeichnen

    Klarer formuliert geht es um Verhaltensweisen, bei denen man sich selber als schwach und hilflos darstellt und damit an das schlechte Gewissen, Mitleid und den "Hilfeinstinkt" anderer appeliert. Wenn man sich schwach gibt, kann man nämlich anderen die Verantwortung für alles zuschieben. Das kann auch sehr bequem sein. Solche Menschen erkennt man daran, dass sie selten sagen: "Ich tue das, weil ICH...", sondern meistens "Ich tue das ja nur, weil DU..." und schon haben sie die Verantwortung von sich geschoben.

    Zitat

    Es ist manchmal gar nicht leicht zu sagen, wer wirklich der Stärkere in einer Beziehung ist. Oft übt nämlich das vermeindliche "Opfer" gerade mit seiner Opferhaltung viel mehr Macht aus, indem es die Verantwortung immer auf den anderen schiebt. Man kann auch als Opfer, indem man dem anderen ständig Schuldgefühle macht, der eigentlich Mächtige sein.

    ja, klar. Sowas nenne ich billigen Egoismus.


    Und es ist nicht das, was ich mit bewusstem "Devotsein" verbinden würde. Dann nämlich gebe ich Entscheidungsgewalt an einem gewissen Punkt ab, muss mich aber auch mit dem Ergebnis dieser Entscheidung abfinden und nicht lamentieren.

    Zitat

    Wer wr z.B. in meiner Exbeziehung im Endeffekt der Stärkere? Ursprünglich war ich das, aber ich hab mir so viel Energie absaugen lassen, dass ich es am Ende nicht mehr war.

    schönes Beispiel für sich langsam verändernde Machtpositionen. Tückisch, wenn sie so langsam vonstatten gehen, dass man es nicht merkt. Es zeigt aber auch die Gefahr des "Starkseins" um jeden Preis (???) .. es kostet Kraft.

    Zitat

    Der Haken dabei ist, es trifft bei mir einfach nicht zu, denn jeder Mann ist ein Zweifler.

    ich denke mal, irgendwo ganz tief drin sind wir alle Zweifler ;-)


    Der eine mehr, der andere weniger.

    Zitat

    Kleines Beispiel: ich habe mich im Laufe der Zeit damit abfinden müssen, auf andere Leute zugehen zu müssen, praktisch jeden Kontakt selbst anzubahnen, indem ich irgendeine Plauderei, Small-Talk, beginne. Ganz gleich, ob bei Mann oder Frau. Das liegt daran, dass ich - eigentlich 100% übereinstimmendes Feedback - zunächst mal als sehr unnahbar und - vor allem - als extrem anspruchsvoll (in jeder Hinsicht) und wählerisch eingeschätzt werde. Die Verunsicherung in Person sozusagen.

    nun ja, das kenne ich ;-D... an mich traut sich auch kaum jemand ran ;-D man ändert dann im Laufe der Zeit die Vorgehensweise; wie du sagst: Man wird selbst aktiv. Man MUSS es.


    Ich habe z.b. gemerkt, dass sehr viele Männer auf den "Kumpel'"-Frau- Typ stehen .. so kommt man immer an. Aber es ist nur eine Rolle von mir. Ich bin kein "Kumpel"- Typ. Ich strahle das aber aus, und gerate dann natürlich an die falschen.

    Zitat

    Aber wenn persönliches Interesse zwischen einem Mann und mir ins Spiel kommt, ist diese Verunsicherung mit ein paar Sätzen Small Talk nicht abzuschütteln. Vordergründig natürlich schon, wenn er ein souveränes Auftreten hat. Aber eben nicht wirklich. Und gleich vorweg wieder mal dazu bemerkt: Das sind keine schüchternen, unsicheren Männer. Ganz im Gegenteil.


    Also: wie lautet deine Stärke-Schwäche-Theorie dazu?

    1. Du MUSST aktiv werden, weil sich sonst keiner rantraut.. soweit richtig? Kann es sein, dass du ungeduldig bist? Ich denke, dass ist der entscheidende Punkt. Man muss warten lernen. Schwierig, ich weiß. Manchmal muss man sich auch rar = kostbar machen. Nein sagen können wäre ein weiteres Stichwort. Jemand, der wirklich will, bleibt dran. Der Zweifler gibt auf.


    2. Du schreibst: Vordergründig kann er seine Verunsicherung abschütteln, aber irgendwie merkst du dann, dass es Vorspiegelung falscher Tatsachen ist.. im Gespräch? Oder woran sonst? Legst du es vielleicht (unbewusst) drauf an, diese "Schwachpunkte" zu finden?


    Ich schrieb oben: Jeder Mensch ist irgendwo ein Zweifler, auch ein starker Mann. Nur, bei dem ist es möglicherweise ganz tief drin.. kaum zu finden. Man muss nur seine schwache Stelle suchen.


    Grainne

    Calacirya

    Zitat

    Es zeigt aber auch die Gefahr des "Starkseins" um jeden Preis () .. es kostet Kraft.

    Starke Menschen werden eben gerne ausgenutzt, indem man ihnen alles aufladen kann. Aber auch sie brechen irgendwann unter der Last zusammen, wenn sie nicht frühzeitig merken, dass sie sich zu viel aufladen lassen. Durch die Last werden sie immer "kleiner", bis sie schließlich auf dem Boden kriechen und der andere im Vergleich dazu immer "größer", denn er befreit sich ja von der Last und kann dadurch wachsen. Es passiert nicht selten, dass vormals selbstbewußte Menschen in einer Beziehung immer mehr zu Boden sinken.


    Jetzt kommt es darauf an, aus was sie ihr Selbstbewußtsein ziehen. Ich bin damals aus einer Beziehung, in der ich mein Selbstbewußtsein völlig verloren hatte, rausgekommen, durch Erfolg und Anerkennung im Studium. Das hat mir dann wieder die nötige Kraft gegeben. Es ist also gut, wenn man sein Selbstbewußtsein aus anderen Quellen schöpfen kann, als nur zwischenmenschliche Anerkennung. Ganz schwer wird es für Leute, bei denen die Beziehung irgendwann ihr Ein und Alles und ihr ganzer Lebenssinn ist. Daher haben es auch (gehört aber eigentlich in den Monogamie-Thread) die typischen abhängigen Hausfrauen der 50/60ger so verdammt schwer, sich frei zu schwimmen und sich aus einer unbefriedigenden Ehe zu lösen.


    Ich sehe z.B. meine künstlerische Begabung als sehr großes Glück an, weil ich dadurch immer etwas habe und immer etwas hatte, was mein Selbstbewußtsein wieder auffangen kann und daher habe ich auch keine Angst, mich fallen zu lassen, denn ích weiß, da gibt es etwas, das mich immer wieder retten wird.