Mal "die Seiten wechseln", wenn man keine(n) abbekommt?

    Ich hab gelesen, dass Kylie Minogue überlegt, lesbisch zu werden, weil sie keinen Mann abbekommt. Umgekehrt überlege ich mir dies wegen Erfolglosigkeit bei den Frauen auch manchmal. Habt ihr auch mal solche Gedanken gehabt, und ist daraus etwas geworden?

  • 26 Antworten

    So ein Unsinn. Entweder man mag auch Männer/Frauen oder eben nicht. Will sagen: Man wechselt nicht einfach so "die Seiten". Schön wär's, da hätte ich mir als Schwuler so manches Problem erspart. Nach dem Motto: Na dann such ich mir halt 'ne Frau.


    Seine Sexualität sucht man sich nicht aus oder wechselt sie wie ein Hemd.

    Zitat

    Ausserdem, wie schon geschrieben, kann man die Orientierung nicht einfach wechseln. Man kann höchstens seine Neigung spät erkennen.

    liebe lina,


    dass ist EINE möglichkeit das alles zu sehen. de facto ist das konzept, dass homosexualität etwas ist mit dem mensch geboren wird (was ihm quasi als markierung ein leben lang anhaftet, und was mensch erkennen kann oder nicht; bzw. ausleben kann oder nicht) - dieses konzept ist knapp 200 jahre alt.


    davor war sodomie (nicht sex mit tieren, sondern historisch - unzucht, in dem fall unter personen des gleiche/männlichen geschlechts -- frauen machen übrigens körperhygiene.. was damit erlaubt ist) ein FEHLER, den eine person macht - nicht ihre zu ihr gehörende charakter/gen/whatever-eigenschaft


    im alten griechenland, z.b. war eine bestimmte (auch temporäre) form von homosexualität teil der initiation junger bürger (eh schon wissen zzz); in arabischen ländern wird/wurde das penetrieren von jünglingen (allerdings nicht das sich ficken lassen) als notlösung für vor der ehe geduldet (was diese männer sind oder nicht hat jedenfalls mit dem konzept "schwul" rein gar nix zu tun); für die letzten x jahre sprechen psychologinnen von sequentieller homo-/ und heterosexualität (d.h. dass die phasen im leben abwechseln - das werden dir auch einige hier im forum so bestätigen können - aus eigener erfahrung); für frauen, die nicht immer lesbe sind und waren gibts begriffe wie "hasbian" (has been - nonaned), "lug" (lesbian until graduation), aber auch "bewegungslesbe" (frauen, die während der 2. frauenbewegung in den 70/80er jahren lesbische beziehungen angefangen haben), genauso wie es "lesbisch identifizierte männer" gibt, gibt es übrigens auch "frauenidentifizierte frauen" (was ja irgendwie auch ein synonym für "lesbe" sein könnte) - un zu denen gehören lt. audre lorde alle frauen, die jemals irgendwie mit andern frauen verbunden sind/waren (also z.b. auch mütter und töchter); ahja.. emobuben, küssen sich anscheinend um emomädels aufzureissen (ob das nur die ausrede dafür ist oder nicht, ist ja wurscht)


    anyway: wenn ein erwachsener mann mittleren alters mit drei töchtern und ehefrau, plötzlich auf schwule jungs steht, dann kann ich sagen, er war das schon immer, und sein ganzes leben (d.h. das ist insgesamt sein halbes leben, z.b. 40 jahre :-o) war eine lüge?? oder aber ich sage: bzw. der betreffende mann sagt: nö. ich hab die frau geliebt (so sehr mensch sich halt 20 jahre lang lieben kann), ich hab die frau begehrt (vllt nicht so wie den jungen mann an meiner seite grad; aber begehren ist sowieso immer anders; ich hatte jedoch defintiv gern sex mit der lady) -- und jetzt ist die phase rum. jetzt kommt noch mal was anderes.


    WAS liebe lina, gibt dir das recht zu urteilen, dass das eine richtiger wäre als das andere. nur weil du dir hundertfix sicher bist, dass du auf die einen stehst und nicht auf die anderen - du kannst nicht in die köpfe, herzen, schwänze und mösen anderer menschen kriechen.. -- woher willst du wissen wie die fühlen. und was sagt dir, dass nicht du es bist, die sich ihre sexualität durch völlig unnötige begehrensverbote beschränkt. (nein, ich will dir nicht unterstellen dass du in wirklichkeit auch auf die anderen stehen würdest, wenn du es nur zuliesest, aber ich könnte es - das wäre das gleiche wie das was du da grad behauptet hast..)

    ach .. das bezweifle ich.. kein charme ist kein charme.. und kein appeal kein appeal.. und wer zu viel angst vor anderen personen und eigener blöße hat, hat dies auch ob er nun mann, frau oder "the rest of us" vor sich hat..




    im übrigen bin ich der meinung diese ganze trennerei wird überschätzt... - ich brauch nicht mal die virtualität um bi, schwul, hetero_a, lesbisch und bi auf einmal sein zu können. ... ob queer eine option ist?? hm.. möglich.. aber eigentlich eher als kritische praxis denn als rezept für ein endlich glückendes privatleben bislang glückloser mauerblümchen...


    (kylie??... hä?)