Muss man sich für seine Sexualität rechtfertigen??? Ja/Nein???

    Hallo liebe Med 1 Gemeinde.... @:)


    Mal wieder ein Beitrag von mir, der diesmal durch einen Beitrag in einem anderen Faden ausgelöst wurde.


    An der Stelle Danke an den User PIDDLE, Dein Beitrga wie folgt hat mich zum nachdenken gebracht und mich veranlasst, hier eine neue Diskussion in rennen zu schmeißen:

    Aus dem Faden Natursekt


    http://www.med1.de/Forum/Sexualtechniken/709055/?p=4#p21844254


    ich habe mir nun darüber Gedanken gemacht.


    Auch mir erstellt sich die Frage, warum man sich nicht rechtfertigen muss, wenn man eine Brust erotisch und anturnend findet, jedoch eine Rechtfertigung abliefern muss, wenn es um SM, NS, BDSM oder Co geht.


    Warum muss man für Dinge im sex, die nicht der Norm entsprechen eine Rechtfertigung ablegen ":/


    Ich finde, dass man sich für fast gar nichts rechtfertigen sollte, was man geil findet. Und wenn es eben ist, dass man beim Anblick eines Flugzeuge Sex haben will oder wenn man eben ein Haufen Kot sehen will.


    Es kommt lediglich darauf an, die Menschen um sich herum nicht damit zu belästigen, die mit diesem oder jenen nichts anfangen können.


    Ich freue mich über eine zahlreiche Teilnahme und werde von Zeit zu Zeit sicher noch meinen Senf dazu geben...

    @ :) :-) @:)

  • 22 Antworten

    Ich denke keiner oder keine muss sich rechtfertigen. Viel witziger finde ich die Reaktionen wenn man im Freundeskreis mal recht offen gefragt wird, was man so toll findet und dabei dann strunz ehrlich ist. (Mache ich gerne wegen den Reaktionen). Plötzlich wollen die dann die Antwort nicht hören.... ]:D ]:D ]:D


    Und warum?


    Weil sie damit ihre eigen Sexualität reflektieren könnten. Und sich vielleicht auch fragenmüssen, ob ihnen ihre Sexualität mit dem Partner noch Spaß macht. Und dann müssten manche das für sich verneinen. Dann wären sie genötigt etwas zu ändern. Da sind die meisten Menschen aber viel zu bequem, um aus ihrer Komfortzone heraus zu gehen und Dinge zum positiven zu ändern.


    Nur so ein plötzlicher Gedanke.

    Man muss sich nicht rechtfertigen (oder hat das Gegenüber erheblichen Einfluss auf die Ausübung der Vorlieben?). Man muss aber damit rechnen, eine dem Gegenüber vermeintlich fremde Vorliebe (wie das eben bei "speziellen", "nicht der Norm entsprechenden" Vorlieben häufiger der fall ist) zu erklären, wenn man ihn darauf anspricht.


    Ein Übermaß an anfänglicher Skepsis ist dabei auch nicht gleichbedeutend mit einem Urteil (das es eventuell durch die genannte Rechtfertigung abzuwenden gilt?).

    Man muss sich selbstverständlich nicht für seine Sexualität rechtfertigen. Was Menschen wie miteinander machen und treiben, müssen sie untereinander klarmachen. Und wenn manch Einer eben Außergewöhnliches mag, dann sollte er es auch kundtun können, ohne doof angemacht zu werden.


    Mir fällt aber auch auf, daß manchmal Beiträge hier sind, wo Frauen Dinge mitmachen, nur um den Partner nicht zu verlieren. Und da hört der Spaß für mich auf.

    Zur Auseinandersetzung mit der eingangs gestellten Frage könnte man schon mal ins Philosophische abgleiten. ":/


    Ich zitiere hierzu mal aus der Wikipedia, und zwar hier:

    SM, NS, BDSM weichen schlicht von der "Norm" ab (noch). Bei Abweichungen von der Norm sind viele Menschen versucht, dies rechtfertigen zu müssen. Ich würde das nicht grundsätzlich negativ sehen, weil sie damit intuitiv versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten und die jeweilig gesellschaftliche "Norm" zu hinterfragen, zu öffnen und im Sinne eines Fortschrittes zu erweitern.


    Führt diese Überzeugungsarbeit früher oder später zu dem Erfolg, dass heute in weiten Bevölkerungskreisen noch verpönte "Sexualpraktiken" gesellschaftlich anerkannt sind, gelten sie dann bestenfalls auch als "normal" und sind nicht mehr rechtfertigungsbedürftig. Gesellschaftliche Normen (nicht nur die Sexualität betreffend) unterlagen schon immer einem steten Wandel und damit auch Diskussionen und Rechtfertigungen. Wäre das nicht so, würde sich unsere Gesellschaft nicht weiterentwickeln können und das würde den Stillstand bedeuten.

    Ich gebe Euch in der Hinsicht recht, das man durch rechtfertigung/Verteidigung auch die menschen zum Nachdenken bringen kann.


    Dadurch ist es wie Fade-to-grey sagt ja erst Möglich, dass sich unsere gesselschaft weiterentwickelt.


    Ich finde es nur befremdlich, wie einige Meschen jemanden in die Rechtfertigunmg bringen.


    Sie klagen geradezu an und werden ausfallend mit solchen Begriffen wie Du Perversling oder Du bist Abschaum, weil du dieses oder jenes magst.


    Jeder Mensch ist verschieden und hat verschiedenen Vorstellung von allen Lebensbereichen, das ist gut so, denn nur so st die Welt bunt!


    Doch sollten wir in unsere aufgeklärten Zeit, nicht die beleidigungen nur weil etwas anders bei jemanden ist sein lassen können???

    Zitat

    Sie klagen geradezu an und werden ausfallend mit solchen Begriffen wie Du Perversling oder Du bist Abschaum, weil du dieses oder jenes magst.

    Da mangelt es dann wohl an Toleranz. In solchen Fällen wird man wohl auch keine Überzeugungsarbeit leisten können. Vergebliche Liebesmüh'!

    Zitat

    Ich denke keiner oder keine muss sich rechtfertigen. Viel witziger finde ich die Reaktionen wenn man im Freundeskreis mal recht offen gefragt wird, was man so toll findet und dabei dann strunz ehrlich ist. (Mache ich gerne wegen den Reaktionen). Plötzlich wollen die dann die Antwort nicht hören.... ]:D ]:D ]:D

    Haha, müsste ich auch mal versuchen. Da wird man aber teilweise schon schief angeguckt, wenn man sagt, dass man gerne bläst... ":/

    Ich glaube schon dass man sich teilweise rechtfertigt, weil man eben etwas tut das für die meisten nicht "normal" ist.


    Am Anfang hier im Forum hab ich nie geschrieben dass ich zB eine BDSM-Beziehung mit meinem Freund Pflege.


    Im reallife wusste es auch niemand, wir sind gelegentlich in Clubs außerhalb gefahren.


    Seit shades of Grey ist bdsm aber salonfähig (wahrscheinlich weil das Buch das Thema nur ganz oberflächlich streift und es vom "richtigen" bdsm etwas weiter weg ist).


    Wenn ich jetzt sage "ich bin die sub meines Mannes" Ernte ich maximal interessierte Blicke, anstelle von angewiderten ;-)


    Ganz einfach weil die sich mit dem Thema nicht näher auseinander gesetzt haben und dieses Buch sofort vor Augen haben, wo sie maximal einen Klaps auf den Po bekommt.


    Rechtfertigen muss ich mich jetzt zumindest nicht (mehr) weil alle denken etwas damit anfangen zu können.


    :)D

    Manchmal muss man das. Sogar schon alleine deshalb weil man als Frau Bock auf Sex hat und den dann, wie in meinem Fall, mit einem Sexfreund hat. In manchen Köpfen haben Frauen immer noch nur Sex weils der Mann halt braucht. %-|


    Das jener welche dann auch noch mein Dom ist binde ich nicht jedem auf die Nase, bei manchen Leuten wüsste ich das ich mich rechtfertigen muss und da hab ich schlicht kein Bock drauf. Ausserdem muss ich meine sexuellen Vorlieben ja auch nicht vor jedem ausbreiten. Ich will ja auch nicht unbedingt wissen was andere so im Schlafzimmer treiben. ;-)


    Aber bei manchen bin ich neugierig und frag dann auch mal genauer nach was der Reiz für die Person von speziellen Dingen ist, einfach weil es für mich eben überhaupt nicht reizvoll ist. Ich bewerte das nicht, aber evtl kommt es für andere dann auch so an als ob sie sich rechtfertigen müssen, dabei meine ich das nicht so.

    @yessesneee

    **

    Zitat

    Ich denke keiner oder keine muss sich rechtfertigen.

    Aaaahhhh ja! :)_ Rechtfertigen muss sich, Deiner Meinung nach, keiner ... aber offenbar damit leben, dass unbekannte Dritte sich - so wie Du hier - Gedanken über die Qualität ihres Sexuallebens machen

    Zitat

    ... Und sich vielleicht auch fragenmüssen, ob ihnen ihre Sexualität mit dem Partner noch Spaß macht. Und dann müssten manche das für sich verneinen. Dann wären sie genötigt etwas zu ändern. Da sind die meisten Menschen aber viel zu bequem, um aus ihrer Komfortzone heraus zu gehen und Dinge zum positiven zu ändern.

    ? In den 60-ern ist der Bundesmichel über den Brenner geschnürt, um 14 Tage lang am Gardasee zu campen und total braungebrannt, glücklich und erholt zurückzukommen. Heute müssen es mindestens zwei Fernreisen pro Jahr sein, wobei man in der Folge mindestens vier Wochen braucht, um sich halbwegs vom Trekkingstress im Himalaya oder Tierrettung in der Namib zu erholen. So ähnlich ist's beim Sex offenbar auch: immer neuen, immer härteren Kick - wenn Sex nicht permanent neu erfunden wird, bzw. mit irgendwelchen jet-set-Ferkeleien oder akrobatischen Höchstleistungen verbunden ist, dann muss der für manche Zeitgenossen per se schon mal langweilig sein! :=o Aber o.k. - in Zeiten, in denen 14-jährige "it-girls" gang-bangs unter meth für nötig halten und als normal empfinden, ist das vielleicht tatsächlich so?


    Na denn - jedem das seine! *:)

    @ Nanni77:

    Zitat

    Aber bei manchen bin ich neugierig und frag dann auch mal genauer nach was der Reiz für die Person von speziellen Dingen ist, einfach weil es für mich eben überhaupt nicht reizvoll ist. Ich bewerte das nicht, aber evtl kommt es für andere dann auch so an als ob sie sich rechtfertigen müssen, dabei meine ich das nicht so.

    Wenn es sich dabei um echtes Interesse handelt, lässt sich darüber reden. Oft ist es aber so, dass der Fragesteller schon sehr gut weiß, worum es sich handelt, und auch weiß, daß er daran überhaupt nichts erregend findet.Dann handelt es sich eben um eine rein rhetorische Frage, die nur zum Ausdruck bringen soll, wie unverständlich und anormal der Befragte sich verhält.


    Zum Beispiel weiß ich, daß ich mit der ganzen Dom/Sub-Szenerie absolut nichts anfangen kann, jedenfalls nichts in Richtung sexuelle Erregung. Aber frage ich dann auf Foren, in denen sich Anhänger der Szene aufhalten, was das denn soll und was daran überhaupt erregend sein kann? Nein, natürlich nicht.


    Und nun vergleiche man mal mit anderen sexuellen Vorlieben (darunter NS): Was nicht in den Mainstream passt, wird gnadenlos bombardiert, von rhetorischen Fragen über Veralberungen bis hin zu offener, auch vulgärer Beschimpfung.


    Eine wirkliche "Rechtfertigung" für einen sexuellen Auslöser ist nicht nur nicht möglich, sondern auch nur in seltenen Fällen gefragt. Von echter Toleranz gegenüber sehr unterschiedlichen sexuellen Regungen sind wir - jedenfalls in allgemein ausgerichteten Internet-Foren - weit entfernt.