Neuer Freund ist devot, ich ebenfalls

    Hallo ihr Lieben,


    und zwar geht es um folgendes: Ich bin seit 2 Monaten mit meinem Freund zusammen, in den ich sehr verliebt bin, was er auch erwidert. Es ist alles sehr schön, bis auf eine Sache: Er möchte gerne im Bett dominiert werden, ich aber auch. Bisher hatten wir noch keinen Sex, wollten aber demnächst damit anfangen und haben halt im Vorfeld über Vorlieben etc. gesprochen. Es passt alles zwischen uns, nur diese eine Sache halt nicht... Er meinte, er hätte schon öfter Schwierigkeiten damit gehabt, da er kaum auf eine Frau traf, die ihn gerne dominieren wollte. Ich muss echt sagen, ich kann es mir auch absolut nicht vorstellen. Ich bin - was den Sex anbelangt - absolut unterwürfig und möchte da auch einfach nicht den Ton angeben (natürlich wurde vorher mit ehemaligen Sexpartnern geredet, was geht und was nicht, und in welcher Situation). Ihm geht es genauso. Keiner will und kann sich verstellen, es würde wohl sehr unauthentisch rüberkommen und keinen anturnen. Sich sein Verlangen andernweitig zu stillen kommt auch nicht in Frage, wir sind beide schnell eifersüchtig und wünschen uns eine monogame Beziehung.

    Was würdet ihr in meiner Situation machen? Die erste Lösung, die mir einfällt, wäre eine Trennung, aber ich habe schön länger keinen Mann mehr getroffen, der so gut zu mir passt wie er...

  • 19 Antworten

    Schwierige Kiste. Das einzige was mir einfällt - einfach mal ausprobieren. Ich bin auch devot, aber mittlerweile mag ich auch mal dominant sein. Eventuell findet einer gefallen an der dominanten Rolle - ansonsten sehe ich nicht viele Möglichkeiten, den Sex für euch erfüllend zu gestalten...

    Jeanne85 schrieb:

    Bisher hatten wir noch keinen Sex

    Wieso das? Wäre es anders, wäre eine von euch dominant?

    Jeanne85 schrieb:

    wollten aber demnächst damit anfangen

    Ach, da macht man sich dann einen Termin? Normalerweise fällt man, gerade in der Anfangszeit, doch iwann über den anderen her.

    Jeanne85 schrieb:

    Keiner will und kann sich verstellen

    Vielleicht einfach mal diese Denkweise beiseitelegen und einfach nur Sex haben.

    Ihr zwei seid noch jung, kennt euch nach 8 Wochen eher oberflächlich und selbst Vorlieben

    sind nicht für die Ewigkeit in Stein gegossen. Es soll keineswegs anmaßend klingen, aber mit viel Fantasie und Liebe zum Spiel lässt sich einiges ausreizen als neue gemeinsame Erfahrung. Ich bin manchmal überrascht, wie stringent von sich behauptet wird, Schubladen gleich, ich bin so und Du bist so. Menschen haben eine Vielfalt, welche häufig noch nicht in Gänze ausprobiert und erkannt wurde.


    Auch die Ansage, er/sie muss im Bett sagen wo es lang geht, reicht mir nicht als Alleinstellungs-Merkmal für eine ausgeprägte Dominanz. Vielfach versteckt sich hinter dieser Einstellung, eigene Unsicherheit nicht genug Fantasie zu haben, um den Partner/die Partnerin auf Touren zu bringen, damit es beim Sex richtig kracht. (manchmal auch das Bett:_D:=o), Auch jemand, der sich selbst für devot hält, ist nicht davon entbunden sich beim Sex einzubringen, sondern nur zu erwarten, dass das Gegenüber es richten soll, indem die Ansagen kommen, was zu tun ist.


    Hier ist es gleichermaßen Empathie, der Wunsch dem anderen Freude zu schenken mehr gefragt als abwartend zu hoffen, dass die richtigen Reizorte und Ideen gefunden werden, die zum "Sex-Erfolg" führen. Deshalb mein Rat, probiert erst mal aus, ob die Art der Berührung, der Küsse, Abwarten und Aktivsein, die Art der Bewegung, Rhythmus des Gemeinsamen euch Spaß und Erfüllung bringen, statt euch gleich zu Beginn mit Kopfblockaden zu füttern, was alles nicht geht und funktioniert. Das ist so ziemlich das kontra produktivste was ihr miteinander beginnen könntet.


    Das ist so ähnlich wie über den Geschmack eines Kuchens zu philosophieren, der weder gebacken noch vom Rezept her eine Grundlage gefunden hat. Wenn ihr euch sicher seid, dass es nicht nur ein Strohfeuer der Emotionen ist, wie ihr miteinander lieben und Sex genießen wollt, dann reizt euch aus, übt euch an Vielfalt und Ideen, wie das Gegenüber auf die Wogen der Sinnlichkeit und Ekstase gebracht werden kann. Das gelingt selten auf Anhieb bei einem neuen Partner und bedarf des Versuchs. Vieles spielt dabei mit rein. Die Tagesform, die Stimmung, Hormonwirkung/Zyklus-Ablauf u.v. m. Beraubt euch nicht gleich zu Beginn eines schönen Erlebnisses, indem ihr euch ausgrenzt bevor ihr überhaupt eure Sexualität zum Leben erweckt habt.


    Seid mutig, fordert euch gegenseitig heraus und verlasst euch nicht darauf, dass es der/die Gegenüber schon 'irgendwie' richten wird, weil er oder sie einen Tacken mehr Erfahrung mitbringen könnte. Wir reagieren auf jeden neuen Sex-Partner anders, genau deswegen, weil er als Persönlichkeit anders ist als jede/r Ex, eine andere Sex-Vita hat usw.


    Ihr würdest staunen, wie schnell sich Grenzen, die es vorher gab verschoben werden können, wenn man offen für Neues ist und sich mit Fantasie beschenkt, die mehr ausmacht als devot oder dominant zu sein. Bei einigen Menschen ist das mehr Klischee-Denken als gelebter Fakt. Euch viel Spaß beim gemeinsamen ausprobieren. :)z@:)

    Jeanne85 schrieb:

    ich habe schön länger keinen Mann mehr getroffen, der so gut zu mir passt wie er...

    Wenn 85 dein Geburtsjahr ist, würde ich sagen, ihr passt eben NICHT zusammen. Mit über 30 kennt man seine sexuellen Bedürfnisse, und die werden sich dann auch nicht einfach so ändern.


    Wenn ihr noch sehr jung seid, würde ich sagen: Redet nicht so viel, probiert es einfach aus. Und wenn es nicht passt, lasst es halt wieder.

    CoteSauvage schrieb:

    Wenn 85 dein Geburtsjahr ist, würde ich sagen, ihr passt eben NICHT zusammen. Mit über 30 kennt man seine sexuellen Bedürfnisse, und die werden sich dann auch nicht einfach so ändern.

    So stringent würde ich an das Thema nicht heran gehen. Erleben wir es doch gerade auch hier im Forum öfter, dass Lebensalter und sexuelle Erfahrung nicht kongruent miteinander einher gehen. Es gibt die frühreifen Menschentypen, die bereits mit 14 aufwärts vielfältige Erfahrungen rund um das Thema Erotik und Sex sammeln, ebenso die Spätstarter, welche erst mit Mitte 20 aufwärts erste Erfahrungen gesammelt haben. Mitunter mit einem ebenso noch unerfahrenen Partner, sodass beide zwar sexuelle Erfahrungen gemacht haben, aber nicht so feststehende und Dauer geprägte, dass nichts mehr an neuen Impulsen dazu kommen kann.


    Zudem erleben und erkennen viele Menschen erst jenseits der 30 aufwärts, wie sie sexuell und in der Erotik ticken, ganz einfach häufig deswegen, weil sie aus Angst und Unsicherheit nicht gewagt haben deutlicher zu zeigen was sie sich wünschen. Was bisher nicht ausprobiert und erlebt wurde, ist dann nur als Vorstellung im Kopf und man glaubt, dass ist es. Mitunter auch mehr durch äußere Einflüsse geprägt als durch eigenes ausprobieren. Medial werden heute so viele Dinge als die einzig wahren und guten Dinge propagiert, dass sexuell aktive Menschen sich zu wenig trauen, ihre eigene Fantasie zu bemühen, um selbst Erfahrungen zu sammeln, statt sie vorgefertigt von anderen zu übernehmen.


    Es gibt nicht wenige Menschen, die langjährig gebunden waren/sind und dennoch eher wenig und dann marginale Erfahrungen in Sachen Sex haben, ihr eigenes Potenzial nicht kennengelernt haben. Manchmal erst durch neue Lieben und Partnerschaften zu ihrem sexuellen Ich gefunden haben.


    Wie das speziell bei der TE und ihrem neuen Partner ist, weiß ich natürlich nicht. Deswegen war mein Rat probiert es aus, erfahrt euch und dann können beide immer noch entscheiden, wofür die noch sehr junge Bindung ausreicht oder nicht. Einfach nach 8 Wochen Gefühlsaufbau behaupten,' nööö passt nicht' und wird schnell weiter optimiert, ist mir als Antwort zu einfach. Das hat für mich etwas von der Abhak-Liste, weil ein vorgefertigtes Bild des 'Wunschpartners' im Kopf herum schwirrt, ohne sich jemals richtig kennengelernt zu haben.


    Können Menschen natürlich so machen, aber ob das zu ungeahnten neuen und vor allem rundum positiven Ergebnissen führt, wage ich zu bezweifeln. Es gibt hier im Forum vielfach Beispiele dafür, wenn man genauer hinschauen will.

    CoteSauvage schrieb:

    Mit über 30 kennt man seine sexuellen Bedürfnisse, und die werden sich dann auch nicht einfach so ändern.

    Ich möchte mich hier auch eher DieDosismachtdasGift anschließen. Oft habe ich in den letzten Jahren im Zuge des SoG-Hypes gelesen, dass Neigungen erst sehr spät, sogar jenseits der 50, entdeckt wurden.


    Viel zu oft wird leider in viel zu engen Schubladen gedacht. Aus meiner Sicht unerlässliche Kompromisse scheinen heute out zu sein und die Suche nach dem in allen Punkten perfekten Partner wird bis zur unvermeidlichen Frustration auf die Spitze getrieben.

    Ich würde euch auch raten, es erst einmal miteinander zu probieren. Ihr wärt nicht die Ersten, die dabei vielleicht feststellen würden, dass sich währenddessen Grenzen verschieben können die jetzt noch unmöglich in euren Köpfen erscheinen.

    DieDosismachtdasGift schrieb:

    Auch jemand, der sich selbst für devot hält, ist nicht davon entbunden sich beim Sex einzubringen, sondern nur zu erwarten, dass das Gegenüber es richten soll, indem die Ansagen kommen, was zu tun ist.

    Bei wirklich empfundener Submissivität bringt man sich als sub auf hohem Level ein, wobei dieses Level nicht durchgehend von außen durch Aktivität sichtbar sein muss.

    DieDosismachtdasGift schrieb:

    So stringent würde ich an das Thema nicht heran gehen.


    DieDosismachtdasGift schrieb:

    Das hat für mich etwas von der Abhak-Liste, weil ein vorgefertigtes Bild des 'Wunschpartners' im Kopf herum schwirrt, ohne sich jemals richtig kennengelernt zu haben.

    Das stimmt beides ;-) Es ist stringent und hat was von Abhakliste. Ich finde, bestimmte Neigungen beim Sex sind ein NoGo bzw Voraussetzung dafür dass es klappt (außer ich bin wie gesagt in einer Experimentierphase, zB weil ich noch jung bin bzw wenig sexuelle Erfahrungen habe), und für mich wäre es zB ein NoGo auf meiner "Abhakliste", wenn ein Partner devot wäre oder eine devote Frau suchen würde, denn das kann ich beides nicht ab. Da kenne ich mich genau, und daher kann ich da auch stringent sein.

    Zitat


    CoteSauvage schrieb:

    zB weil ich noch jung bin bzw wenig sexuelle Erfahrungen habe), und für mich wäre es zB ein NoGo auf meiner "Abhakliste", wenn ein Partner devot wäre oder eine devote Frau suchen würde, denn das kann ich beides nicht ab. Da kenne ich mich genau, und daher kann ich da auch stringent sein.


    Das ist insoweit völlig OK, als es Dich als Mensch und Person betrifft. Zumal Du entsprechende Erfahrung gesammelt haben dürftest durch mehrere gelebte Partnerschaften. Hier geht es (im Vergleich zu uns beiden) um junge Leuten, die ihr sexuelles Potential noch sehr gut neu entdecken und für die fantasievolle Erotik ausprobieren können, um herauszufinden was für beide gefällt und als Sexpartner passt.


    Nach 8 Wochen Beziehung ist das Fundament noch sehr vage und wenig erprobt. Deswegen tendiere ich in diesem speziellen Fall mehr dafür sich auszuprobieren. Beide stehen nicht vor soo schwerwiegenden Entscheidungen, wie Hausbau, Hochzeit und Kinderplanung, dass eine unerprobte Sexualität weit schwerer ins Gewicht fallen würde. Beide sind jung, frei und haben Zeit. Nach meiner Erfahrung werden Schubladen wie devot und dominant gerade in jüngeren Jahren noch sehr unbedarft verwendet, um sich selbst einordnen zu können. Wäre doch traurig, mit Anfang 30 schon der Meinung zu sein (zu müssen), alles zu kennen und wenig Mut für Neues zu haben, um es eifrig abzuhaken. ;-)]:D

    Zitat


    DieDosismachtdasGift schrieb:

    Hier geht es (im Vergleich zu uns beiden) um junge Leuten, die ihr sexuelles Potential noch sehr gut neu entdecken und für die fantasievolle Erotik ausprobieren können, um herauszufinden was für beide gefällt und als Sexpartner passt.

    Ich hab aus den Angaben der TE weder ihr Alter noch ihre sexuelle Erfahrung rauslesen können, daher habe ich ihr zunächst 2 Alternativen vorgeschlagen.


    Für mich galt übrigens schon mit 20, dass ich weder Sex mit einem devoten Mann haben möchte noch Sex mit einem Mann, der eine devote Frau braucht. Wenn ich weiß was mir nicht gefällt, dann lasse ich es. Es gibt genügend Interessantes Neues worauf ich mich gerne einlasse.


    Vielleicht schreibt die TE ja noch Näheres über sich, dann kann man sich besser auf sie einstellen.

    CoteSauvage schrieb:

    Vielleicht schreibt die TE ja noch Näheres über sich, dann kann man sich besser auf sie einstellen.


    Gut, machen wir das so. :)^;-)Es bringt thematisch wenig Zugewinn, nur über das zu schreiben, was man selbst so und nicht anders handhabt oder zu sehr ins Reich der Vermutung überzugehen. Überlassen wir der TE, wenn sie mag, dazu noch nähere Ausführungen zu schreiben. :)z

    Mit 30 oder 50 oder älter ist noch lange nicht die Weiche gestellt an das was man an Vorlieben und Neigungen hat. Vieles kann Mann oder Frau noch ausprobieren und ggf. den Spaß daran finden.

    Versuch macht kluch ;-)

    Das ging mir mit meiner ehemaligen Partnerin genauso.

    Ehrlich? Das wird auf Dauer einfach nicht funktionieren! Liebe hin oder her, keiner von euch wird auf seine Kosten kommen dauerhaft gesehen! Ihr seid sehr verschieden. Ich will zu nichts raten, denke mir aber das es auf Trennung hinauslaufen wird. Jeder von uns hatte wohl schon mal inkompatible Sexpartner und wer diese Erfahrung gemacht hat, weiss das es auf Dauer nicht klappt. Ich kann z. B. Im Gegensatz zu dir mit einem sexuell dominanten Mann nichts anfangen. Hatte ich schon, klappt nicht so wirklich. Ich dominiere gerne, treffe allerdings auf Männer die das mögen, man scheint diejenigen irgendwie anzuziehen, die zu einem passen, wie auch immer das chemisch funktioniert. Aber ja, der größte Teil der Damen möchte dominiert werden und Männer wollen das zum großen Teil auch so. Andersrum ist seltener. Beim Sex kann man sich nun mal nicht verstellen, die preferenzen sind dahin gehend klar gesteckt. Devot, dominant, oder mischwesen.

    Joschi68 schrieb:

    Mit 30 oder 50 oder älter ist noch lange nicht die Weiche gestellt an das was man an Vorlieben und Neigungen hat. Vieles kann Mann oder Frau noch ausprobieren und ggf. den Spaß daran finden.

    Versuch macht kluch ;-)

    Das ging mir mit meiner ehemaligen Partnerin genauso.

    Das kann ich bestätigen.