Im Prinzip ist das einfache Physik :-) - es kommt die sehr extreme "weibliche" Sicht von der TE und einigen Mitstreiterinnen. Dementsprechend polarisiert kommen die Antworten zurück, und es bildet sich ein starker Gegenpol auf der anderen Seite + vereinzelte dazwischen.


    Ich glaub keiner der in diesem Thread Beteiligten wollte/will Frauen, die Pornokonsum nicht mögen als gestört darstellen.


    Das was mir persönlich nur so negativ aufgestoßen ist - und das kann ich jetzt auch nur für mich persönlich sagen - ist diese Annahme, man befände sich moralisch irgendwie auf einem höheren Standpunkt, wenn man Pornos veruteile und hätte damit das Recht, andere zu beurteilen, die dies nicht tun. Was z.B. dann moncherie die imaginäre Position vermittelt, ihrem Freund äußerst großmütig SB zu erlauben, aber bloß nicht zu oft. Und dagegen würde ich mich (heute, früer war das auch nicht so) erbittert wehren. Denn das würde ich schon als gestört bezeichenen (im Sinne von nicht "normal") - denn es geht nunmal niemanden außer mir selbst etwas an, wann wo und wie oft ich es mir mache - es sei denn ich hab eben Lust sie daran teilhaben zu lassen. Das mit den Pornos ist ja nur die Spitze des Eisbergs.


    Das Thema ist nunmal einfach schwierig. Es ist, denke ich, ziemlich auffällig, dass die Frauen, die selber Pornos konsumieren, kein Problem damit haben. Und da zeigt sich das Problem: Sie verstehen nämlich wie es ist, was man dabei fühlt, was für einen Stellenwert das hat. Andere können das aber kein Stück nachvollziehen. Und deswegen kommen eben solche Diskussionen zu Stande.


    Mich beschleicht auch immer wieder das Gefühl, dass da stark differierende moralische Vorstellungen mitschwingen, für viele wirkt Sex dadurch anscheinend im Wert gemindert, oder als etwas dargestellt was es für sie nicht ist.

    Zitat

    Na, wer soll den diesen Damen sonst erzählen, daß SIE das Problem sind, nicht ihr wixender Freund


    -> Diesen Satz hier finde ich :(v

    Er stimmt aber. Ohne die Frau hätte er das Problem nicht. Mann ist glücklich und zufrieden, bis zu dem Moment in dem Frau daher kommt, es für etwas Schlechtes befindet und versucht es ihm zu verbieten. Also rührt das PRoblem von ihr her.


    Die Begründung dabei ist übrigens genau die gleiche wie jene, die bei den Männen kritisiert wird: "Es ist nunmal so, dass es mich verletzt - da kann ich doch auch nichts für. Genauso kann der Mann sagen: "Es ist nunmal so, dass ich das mag - da kann ich doch auch nichts für?"


    Die Diskussion müsste also absolut nicht darum geführt werden, ob es jetzt richtig oder falsch ist Pornos gut zu finden, sondern eher die Frage, wie beide jetzt mit der Situation klar kommen.

    @Toffifee

    Zitat

    Na, wer soll den diesen Damen sonst erzählen, daß SIE das Problem sind, nicht ihr wixender Freund


    -> Diesen Satz hier finde ich

    Dieser Satz ist zwar sehr direkt und hart und formuliert, ganz unwahr ist er aber nicht.


    Ich möchte mal ein Beispiel nennen, um zu verdeutlichen, was ich meine. Ich weiß, mein Vergleich hinkt natürlich ein bisschen, wie alle Vergleiche das tun, ich versuche ja auch nur das Prinzip zu erklären.


    Also ich kenne ein befreundetes Paar, die in ihrer Beziehung das Problem haben, dass er sehr sehr eifersüchtig ist. Deshalb gibt es immer wieder Stress ohne Ende. Sie ist aber eine Person, die gerne mal alleine tanzen und auf Partys geht, sich auch gerne mal mit anderen Männern unterhält usw.


    Ihr Verhalten empfindet er mit Sicherheit als emotional sehr verletzend.


    Aber soll sie Tag und Nacht zuhause bleiben und ja keinen Kontakt mit anderen Männern pflegen? Also MUSS jetzt zwingend SIE ihr Verhalten grundsätzlich ändern, weil er schließlich emotional verletzt ist?


    Genauso so wird nämlich in der Porno-SB-Frage häufig argumentiert!


    Die Frau ist ja durch den Porno-Konsum so gefühlsmäßig verletzt, dass der Mann deshalb auf jeden Fall das Anschauen von Pornos zu unterlassen hat.


    Ich bin mir ganz sicher, dass meinem Beispiel von 90% der Frauen, der Rat kommen würde, der Mann muss halt über seinen eigenen Schatten springen, er solle sich mit dem Gedanken abfinden, dass die Frau auch Kontakte außerhalb der Partnerschaft pflegt.


    Der Frau würde höchstens geraten werden, dass sie es vielleicht nicht übertreiben soll und vielleicht nicht ganz so offentsichtlich mit anderen flirten soll.


    Warum ist das bei der SB-Porno-Frage so anders?

    Außerdem hat hier noch kein Mann einer Frau abgesprochen oder verboten, Pornos doof, widerlich, frauenfeindlich oder sonstwas zu finden.


    Umgekehrt gibt es eher die Tendenz, dass viele Frauen den Männern nahelegen, Pornos auch scheiße zu finden zu müssen...

    Jede Partnerschaft ist anders - klar.


    Und in manchen Beziehungen will man nur Sex mit dem Partner haben, auch geistig.


    Nur der Partner macht einen an (alle anderen Frauen / Männer sind während der Beziehung neutral), nur mit dem Partner stellt man sich Sex vor und nur mit dem Partner hat man Sex.


    Andere Menschen (auf erotischen Bildern, Pornos, Heftchen) empfindet man als Bedrohung weil man die Gedanken und den Körper nur mit dem anderen teilen will - der besseren Hälfte ;-)


    Sie möchte so eine Beziehung - er nicht.


    Daher kann sie hier eigentlich gar nicht fragen ob es normal ist, dass alle Männer Pornos schauen usw.


    Sich muss sich eher fragen:


    Kann ich damit leben?


    Ist meine Partnerschaft unter diesem Aspekt wirklich erfüllend?


    Bin ich noch glücklich?


    (Sex ist schließlich auch ein sehr großer Bestandteil einer zufriedenen Beziehung und man muss sich schon einig sein)


    Wenn sie alle Fragen mit "Nein" beantwortet, muss sie die Konsequenzen ziehen und gehen... - das ist klar.


    Es gibt auch Männer die anders sind und so einen muss sie sich dann suchen genauso wie umgekehrt.


    Ändern kann sie sich genauso wenig wie ihr Freund es kann.


    Könnt ihr euch vorstellen eine offene Beziehung zuführen, wenn man es euch schmackhaft macht und sagt:


    "Menschen sind nicht monogam veranlagt, kommt schon aus der Steinzeit blabla..."


    Wohl kaum, oder?


    (war jetzt an diejenigen gerichtet, die keine offene Beziehung führen wollen!!)


    "Drum prüfe wer sich ewig bindet" ;-)

    Für mich ist das ein partnerschaftliches Problem. Wenn ich einen bestimmten, für meinen Mann offensichtlich doch sehr wichtigen Aspekt seines Lebens, seiner Persönlichkeit nicht akzeptieren kann, dann läuft das auf jeden Fall auf Respektverlust hinaus. Wenn es dann mal soweit ist, dass beide Meinungen schließlich aufeinanderprallen ist der Respektverlust gegenseitig. Und das geht eben nicht. Es kommt natürlich auf das Ausmaß an, aber letztendlich ist es ein Sargnagel, ein sehr dicker Sargnagel, für eine Beziehung.

    @Toffifee

    Ich stimme deinem letzten Beitrag vorbehaltlos zu! *:)


    Allerdings gilt das für so ziemlich alle Aspekte in einer Beziehung.

    Zitat

    Andere Menschen (auf erotischen Bildern, Pornos, Heftchen) empfindet man als Bedrohung weil man die Gedanken und den Körper nur mit dem anderen teilen will - der besseren Hälfte

    Ich persönlich möchte mit so einer Person keine Beziehung führen wollen, die verlangt, dass ich meinen Körper und meine Gedanken in jeder, wirklich jeder Situation mit ihr teilen soll, auch in privatesten und intimsten Bereichen, die es gibt.


    Ich würde bei so einer Partnerin, die die vollständige Kontrolle über Körper und Geist des anderen haben möchten, entweder so was Egozentrik oder mangelndes Selbstwertgefühl vermuten.


    Ich wollte damit aber jetzt nicht behaupten, dass du so eine "kontrollsüchtige" Person bist!

    Ja, wenn man es "muss" dann ist es natürlich total :(v


    Aber viele "wollen" es ja und für sie ist es selbstverständlich und gehört für die Beziehung dazu (oder es geschieht völlig automatisch und unbewusst)


    Für sie ist praktisch nur der Partner interessant und deckt alle Bedürfnisse, insbesondere das Bedürfnis andere erotische Frauen anzuschauen, ab ;-)


    Jeder ist eben verschieden und man kann glücklich sein "den / die Richtige" gefunden zu haben.


    Eine wirklich gute Partnerschaft ist ja heutzutage wie ein 6er im Lotto ;-)

    toffifee,


    du magst es ja auch nicht so, wenn dein partner pornos anschaut, oder? wie ist es dann wenn er gedanklich während der sb andere nackte frauen ansieht, anderen pärchen beim sex zusieht, mit anderen frauen schläft, sie leckt, sie streichelt - eben alles gedanklich.

    Zitat

    Aber viele "wollen" es ja und für sie ist es selbstverständlich und gehört für die Beziehung dazu (oder es geschieht völlig automatisch und unbewusst)


    Für sie ist praktisch nur der Partner interessant und deckt alle Bedürfnisse, insbesondere das Bedürfnis andere erotische Frauen anzuschauen, ab

    Dann ist es doch perfekt, wenn sich solche zwei Menschen treffen! x:)


    Allerdings glaube ich, dass es davon auf männlicher Seite und vermutlich auch auf weiblicher Seite weniger Menschen gibt als du vielleicht denkst.

    @ Hale-Bob

    Zitat

    Allerdings glaube ich, dass es davon auf männlicher Seite und vermutlich auch auf weiblicher Seite weniger Menschen gibt als du vielleicht denkst.

    Was ich glaube ist auch, dass es viel häufiger ist, dass ein Partner merkt, dass die Partnerin empfindlich auf Interesse an Pornos etc. reagiert und daher sein eigenes Interesse daran zurückstellt. Ich glaube, da werden mehr wohlmeinende Illusionen gepflegt als sich das hier einige vorstellen.


    Denn rein sexuelle Anziehungskraft versiegt ja nicht auch wenn man liebt...


    Ich habe auch kein gesteigertes Interesse an anderen Männern - auch wenn ich ja dürfte - und trotzdem erblinde ich nicht gleich für die sexuellen Reize von anderen Männern.


    Und gerade viele Männer sind ja schon unfreiwillig erregt wenn sie bloß eine durchschnittlich attraktive Frau im Rock sehen.


    Ich glaube, da wird viel Rücksicht genommen auf Empfindlichkeiten - auch indem dann gesagt wird "Ich schau ja keine andere an, ich habe ja gar kein Interesse an Bildern von anderen Frauen, ich habe ja Dich".


    Sicher gibt es das auch wirklich - aber meines Erachtens nur höchst selten, häufiger ist die "liebevolle Lüge".

    sierva,

    Zitat

    Denn rein sexuelle Anziehungskraft versiegt ja nicht auch wenn man liebt...

    genau! genau so ist es. als könne die liebe die sexuelle lust auf eine einzige frau kanalisieren. oder auf einen einzigen mann.

    Nebenbei, Sierva Angelina...

    Du hast mich gefragt "Was sagst Du denn zu folgender Situation:"


    Daß das

    Zitat

    Sie erwähnt das so nebenbei gegenüber ihrem Freund und fragt nur "Warum verheimlichst Du mir das denn? - Du weißt doch, dass ich das völlig ok finde!"

    nicht die eleganteste Art und Weise ist mit etwas umzugehen, was der Partner ja ganz offensichtlich sehr privat halten möchte sagst du später selber.


    Daß ich diese Formulierung "gnädig gestatten" nenne gefällt dir nicht weil es ja "außerdem ganz anders war".


    Meinetwegen, ihm in passender Weise zu sagen, daß er sowas nicht verheimlichen muss ist ja völlig ok.


    Hättest du es direkt so gesagt hätte ich mir eben das "gnädige gestatten" gespart.


    Nur, was wolltest du nun eigentlich von mir?

    Allerdings glaube ich, dass es davon auf männlicher Seite und vermutlich auch auf weiblicher Seite weniger Menschen gibt als du vielleicht denkst.


    -> dann bin ich ja umso mehr froh mit meinem Partner zusammen zusein ;-D


    Obwohl es in den Beziehung meiner Freunde auch eher so ausschaut...


    genau! genau so ist es. als könne die liebe die sexuelle lust auf eine einzige frau kanalisieren. oder auf einen einzigen mann


    -> so ist es aber.

    Ich möchte mich gerne ein bisschen in die Diskussion einklinken, es ist ein schönes thema, so ein wenig mitgelesen habe ich zwischendurch immer mal, leider hab ich nicht die kompletten 20 Seiten parat.


    Aber nur so zu den letzten Seiten, speziell zu dem Thema "es ist ihr Problem, es ist sein Recht ...":


    Ich bin mittlerweile alt genug und mit genug Erfahrung ausgestattet, um für mich zu der Thematik doch eine ziemlich abgeklärte Meinung zu haben. In einer Beziehung gibt es kein Recht des Mannes auf ungestörte, unbeobachtete SB, sowie es kein Recht der Frau gibt, diese dem Mann zu verbieten.


    Eine Beziehung verlangt zu Recht, die Gefühle des Parnters zu achten, und zwar sehr uneingeschränkt. Das ist zwar nun leicht relativ formuliert, aber wie bei allem gibt es eben auch in einer Beziehung Grenzen. So gibt es auch Grenzen in der Achtung der Gefühle des Parntners, und es gibt Gefühle, die der Partner nicht mehr achten kann, ohne dass er sich selbst zutiefst missachtet.


    Auf den Konsum von Pornos, egal ob als Literatur, gedruckte Bilder oder auf dem Bildschirm bezogen, denke ich, dass es unbedingt zu respektieren ist, wenn die Frau sich an diesem Konsum und der verbundenen SB des Mannes stört.


    Eine Entscheidung für eine traditionellle, geschlossene, exklussive Beziehung ist auch eine Entscheidung für eine gemeinsame Sexualität. Wenn der/die Partner/in so offen ist, dem Partner daneben eine eigene, quasi heimliche Privatsexualität zuzugestehen, dann ist es eben so.


    Wenn der Partner das nicht möchte, weil er sich dann z.B. abgewertet, missachtet, nicht mehr reizvoll, ... fühlt, dann ist es eben so. Das ist vorbehaltlos zu respektieren.


    Kein Partner hat das Recht, seine (schönen) Gefühle auf Kosten von miesen Gefühlen des Partners zu leben. Das ist ungerecht, unfair und gegen die Grundregeln von exklussiver Partnerschaft.


    Wenn, in diesem Falle der Mann, das nicht einsehen mag/kann, und wie hier der Fall, argumentiert, meine Partnerin hat nicht das Recht, sich in diese Tiefen meiner Privatheit einzumischen, dann bleibt mir nur zu sagen doch sie hat es. Sie lebt mit dem Mann in einer Beziehung, eine Beziehung ist vergleichbar mit einer Ehe, nur ohne Papier. Eine Frau hat das Recht, ihre Gefühle, Bedürfnisse, ihre Verletztheit, ihr Nicht-Damit-Umgehen-Können zu äussern und zu verlangen, dass der Mann einen Weg findet, mit dem auch sie gut klar kommt.


    Im umgekehrten Fall gilt genau das gleiche: macht die Frau Dinge, bei denen sich der Mann sich abgewertet, missachtet, geringgeschätzt fühlt, so muss die Frau das respektieren und abstellen, egal wie (objektiv gesehen) marginal oder lächerlich der Auslöser sein mag.


    Es gibt in einer Beziehung eine Art Gefühlshierarchie, und schlechte Gefühle bei dem einen stehen in der Wertung immer über guten Gefühlen des anderen. Am Ende hat nämlich die Beziehung einen höheren Stellenwert als das eingeforderte Recht auf Privatheit. Für die verloren gegangene Lust aus Privatheit lässt sich bei gutem Willen ein ziemlich gleichwertiger Ersatz finden. Auf der anderen Seite lassen sich die miesen, minderwertigen Gefühle aber nicht ohne tiefe Spuren zu hinterlassen, "wegmachen".


    Natürlich kann der Mann sich durchsetzen, das geht ganz leicht, ich habe es ja in diesem Faden oft genug gelesen. Aber dem Mann muss dabei klar sein, dass er sich auf Kosten der gemeinsamen Beziehung durchsetzt. Die Wunden, die er damit reisst, schließen sich nie mehr ganz, die Beziehung fängt an zu bröckeln, es kann 5, 10, 15 Jahre dauern, irgendwann wird die Gemeinsamkeit vorbei sein, und beide werden anfangen, sich ihre eigenen Wichtigkeiten ausserhalb der gemeinsamen Beziehung zu suchen. Dann ist es eine reine Frage der Zeit, bis eine Trennung vollzogen werden wird.


    Jeder sollte wissen, eine Beziehung ist mehr als ein Zusammengehen zweier Partner bis zu einem bestimmten Level, und das was über diesen Level hinausgeht, verbleibt in der Privatheit. So ist es nicht. Eine Beziehung umfasst alles, da gibt es kein Recht auf Privatheit. Natürlich hat das nur wenig mit zum Beispiel herrschender Rechtssprechung zu tun. Nach der hat ein Partner z.B. nicht das Recht, Briefe des anderen zu öffnen oder zu lesen. Ich zum Beispiel würde das auch nicht tun wollen, aber ich brauche die Gewissheit, dass ich es jederzeit könnte und dürfte. Wozu brauche ich eine Beziehung, wenn mein Partner vor mir Geheimnisse hat oder ich vor ihm?


    Besteht der Mann auf seinem Recht, einen Teil seiner Sexualität unter Ausschluss seiner Partnerin/Frau zu praktizieren, so entzieht er der Beziehung die Grundlage.


    Umgekehrt genauso: besteht die Frau darauf, dass der Mann alle Sexualität mit ihr auszuleben hat und kein Recht auf eigene, heimliche Sexualität hat, entzieht sie letztlich der Beziehung die Grundlage. Wobei ich zweiteres noch eher nachvollziehen kann, denn durch das Handeln des Mannes kann sich die Frau in dem, was sie als Frau ausmacht, tief verunsichert fühlen. Auf der anderen Seite kann der Mann, eine wirkliche offene und schrankenlose Sexualität mit seiner Frau vorausgesetzt, leicht einen gleichwertigen Ersatz für entgangenen Privatsex finden.


    Ist diese offene, für beide Seiten gleichermaßen befriedigende Sexualität nicht vorhanden, gibt es Gesprächs-/Therapie- oder langfristig Trennungsbedarf.


    Eine Beziehung muss für beide Partner in allen Punkten befriedigend sein, natürlich gibt es auch jede Menge Schwankungen, temporäre Ungleichheiten, Differenzen, aber auf lange Sicht muss eine Beziehung, die halten soll, für beide gleichermaßen befriedigend sein.


    Von diesem Beziehungsaspekt mal ganz abgesehen, frage ich mich, warum es in einer Beziehung eigentlich einen Pornokonsum geben muss. Damit meine ich nicht einen gemeinsamen Pornokonsum, alles was gemeinsam Spaß macht, ist gut.


    Wie kann es sein, dass ein Partner Pornos oder Bilder konsumieren muss und der andere nicht? Liegt hier nicht das Resultat einer für einen Partner unbefriegenden Sexualität vor? Wäre hier nicht ein offenes, liebevolles Gespräch angebracht, oder auch viele davon? Sollte nicht an der Beziehung nachgebessert, an der gemeinsamen Sexualität gearbeitet werden? Mit einem ausweichenden Schritt eines Partners in eine auch nur temporäre pornographisch unterstützte Phantasiewelt kann sich der betreffende Partner zwar kurzfristig Erleichterung verschaffen, aber wäre es nicht sinnvoller, die Beziehung so zu gestalten, dass dieser Schritt in die Phantasiewelt erst gar nicht nötig wird?