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    legt man mal kurz die Messlatte der Evolution an, existiert die menschliche Kultur noch nicht all zu lange.

    Die Zeit war zwar relativ gering, die Veränderung aber umso bemerkenswerter. Immerhin ist der Mensch in der Lage (was keinem Tier in diesem Umfang und Komplexität gelingt):


    - eine sehr komplexe Kommunikation zu tätigen


    - sehr komplexe Dinge in der Natur zu verstehen und in der Technik anzuwenden


    - sehr weit vorrausschauend zu agieren- er kann z.B. sehr komplexe Dinge planen und gezielt umsetzen.


    - Dinge der Natur sehr umfangreich seinen eigenen Bedürfnissen anzupassen- deshalb ist er in der Lage, in sämtlichen Klimazonen zu leben (er vermag das sogar vorübergehend außerhalb der Erde)- die Primaten (Menschenaffen) leben nach wie vor nur in tropischen und subtropischen Regionen.


    - mittels Medizin, mittels Verständnis seiner Lebensfunktionen, seine Lebenszeit und seine Vitalität deutlich zu verbessern


    - auf Grund seiner Ratio deutlich sich von seinen Instinkten/Gefühlen abzukoppeln und damit sehr flexibel auf neue Gegebenheiten reagieren


    ...

    Diese Argumentation ist nicht neu, sensibelmann, und doch überholt.


    Heute streiten sich Sozialwissenschaftler und Biologen, Psychologen und Anthropologen nicht mehr - im Gegenteil, die Sozialwissenschaftler z. B. sind nicht mehr darauf aus, auf Teufel komm raus, die Sonderstellung des Menschen zu verteidigen, wie Hartmut Esser, Soziologe der Universität Mannheim und Peter Weingart, Soziologe an der Universität Bielefeld in zahlreichen Veröffentlichungen betonen. Vielmehr gäbe es heute einen sehr fruchtbaren Austausch zwischen ihrer Disziplin und der der Biologen und anderen Fachgebieten. Dies verdeutlichte vor einigen Jahen auch Peter Hammerstein, Biologe an der Berliner Humboldt-Universität bei (s)einer Podiumsdiskussion in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.


    Ganz spannend ist auch, wie der Psychologe Gerd Gigerenzer vom Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung das Thema "Komplexität der Natur, bzw. des Menschen" zerlegte:


    Er verdeutlichte es an einem Sportler, der einen Ball fängt. Der Sportler handle so, als löse sein Gehirn in Windeseile komplizierte Differenzialgleichungen, um die Kurvenbahn des Balls, dessen Geschwindigkeit und die des Fängers zu berechnen. Aber die Wirklichkeit sei viel simpler. Es genügten drei Schritte: Der Ball müsse fixiert werden, der Fänger in seine Richtung laufen und dabei den Winkel zum Ball mehr oder weniger gleichhalten. So funktioniert die Natur und so funktioniert auch der Mensch ;-)

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    die Sonderstellung des Menschen zu verteidigen

    Die muss man nicht verteidigen, die existiert

    und zwar soweit, dass biologistische Ansätze (vom Verhalten des Affen abgeleitet), um menschliches Verhalten hinreichend zu erklären meistens schief liegen oder nur rudimentär erklärend sind (klar können Pseudowissenschaftler alles bei den Haaren herbeiziehen.

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    und doch überholt

    Welche meiner Aussagen sind denn nicht zutreffend?

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    Es genügten drei Schritte: Der Ball müsse fixiert werden, der Fänger in seine Richtung laufen und dabei den Winkel zum Ball mehr oder weniger gleichhalten. So funktioniert die Natur und so funktioniert auch der Mensch

    Ich schrieb nichts über Muskeln und Kleinhirn. Bei wiederkehrenden Bewegungsabläufen ist Nachdenken nicht unbedingt sinnvoll- da verläuft unser Verhalten oft noch nach alten biologischen Mustern.

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    Der Sportler handle so, als löse sein Gehirn in Windeseile komplizierte Differenzialgleichungen, um die Kurvenbahn des Balls, dessen Geschwindigkeit und die des Fängers zu berechnen.

    Wer denkt denn so umständlich? Ich wüsste auch nicht, wozu Differnetialgleichungen an dieser Stelle sinnvoll sein sollten.

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    - auf Grund seiner Ratio deutlich sich von seinen Instinkten/Gefühlen abzukoppeln und damit sehr flexibel auf neue Gegebenheiten reagieren

    Uff. Das halte ich auch für deutlichst zu optimistisch. Unsere gesamte Motivation speist sich aus anderen Dingen als dem reinen Verstand - und die Ergebnisse sind ja allerorten sichtbar. Man bildet sich gern ein, dass der verstand die Grundlage des eigenen Handelns bildet, ja, aber der Verstand ist vor allem sehr gut darin, sich unser Handeln plausibel zu erklären - Einfluss darauf nimmt er sicher auch, aber nicht immer so umfangreich, dass ich von Erfolg sprechen würde.

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    Die muss man nicht verteidigen, die existiert

    und zwar soweit, dass biologistische Ansätze (vom Verhalten des Affen abgeleitet), um menschliches Verhalten hinreichend zu erklären meistens schief liegen oder nur rudimentär erklärend sind (klar können Pseudowissenschaftler alles bei den Haaren herbeiziehen.

    Dann sind die von mir zitierten Wissenschaftler in Deinen Augen Pseudowissenschaftler?


    Mutige Theorie! :)^

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    Dann sind die von mir zitierten Wissenschaftler in Deinen Augen Pseudowissenschaftler?

    Psychologen und Sozialwissenschaftler nicht selten bis zu geschätzten 50%.


    Ansonsten hatte ich nicht geschrieben, dass die biologische Seite keine Rolle spielt. Die Frage ist, ob der Mensch dieser biologischen Seite willenlos unterworfen ist, oder ob er sich da (u.a. auch kulturell bedingt) darüber hinaus anders entscheidet, als ihm seine reinen "Instinkte" vorgeben.

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    - auf Grund seiner Ratio deutlich sich von seinen Instinkten/Gefühlen abzukoppeln und damit sehr flexibel auf neue Gegebenheiten reagieren

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    Das halte ich auch für deutlichst zu optimistisch

    Da ich keine klare quantitative Aussage machte (OK, "deutlich" kann subjektiv unterschiedlich gewertet werden) und es bei Menschen auch individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist, kann es auch als zu optimistisch aufgefasst werden.


    Die Abkopplung wird schon dadurch deutlich, das der Mensch sich über Messungen von Sinnestäuschungen lösen kann und diese erkennen kann.

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    Die Abkopplung wird schon dadurch deutlich, das der Mensch sich über Messungen von Sinnestäuschungen lösen kann und diese erkennen kann.

    Individuell unterschiedlich, nur bis zu einem gewissen Grad und nur unter bestimmten Bedingungen. Versteh mich nicht falsch, ich finde das ebenfalls phantastisch - aber es hat eben ganz deutliche Grenzen.

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    Mathematiker Berechnen Dir alles.

    Mathematiker berechnen, wo es sinnvoll ist oder sinnvoll erscheint.


    Die Bewegungen z.B. eines Roboters müssen auch nicht berechnet werden- der kann auch lernen (u.a. per Versuch und Irrtum)- fast wie der Mensch.

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    Die Bewegungen z.B. eines Roboters müssen auch nicht berechnet werden- der kann auch lernen (u.a. per Versuch und Irrtum)- fast wie der Mensch.

    Ein Automat (Roboter) "lernt" nur in dem ihm vom Menschen vorgebenden Rahmen. Das Steuergerät in meinem Auto lernt auch, bzw. stellt sich auf meine Art zu fahren ein. Das sagt jetzt aber was genau über den Menschen aus? :)D

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    Mein Mann und ich liegen noch viel weiter auseinander. Ich meinte einmal Sex alle 2 oder 3 Monate. Ich komme laso problemlos mit 4 bis 6 Mal Sex im Jahr hin.

    Das heisst du lässt ihn lebendig verhungern! Eure Bedürfnisse liegen zu weit entfernt voneinander, das passt einfach nicht.


    Ich selbst hatte auch so eine Frau, der alles andere "wichtiger" war, und für mich hat sich mit der Zeit alles nur um Sex gedreht. Als es dann nicht mit ihr sein konnte, habe ich mich nach einer anderen Frau umgesehen. Und plötzlich hatte meine Frau "lust". Unglaubwürdig, wie ich meine.


    Also entweder könnt ihr euch annähern, oder beendet die Beziehung, lieber früher als zu lange warten. Die Frustration wird nur grösser

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    Und plötzlich hatte meine Frau "lust". Unglaubwürdig, wie ich meine.

    Ja natürlich hatte sie dann wieder "Lust" - sie sah ihre Felle wegschwimmen (was ja dann auch so war). Also fiel sie wieder in den "Werbemodus" und war lustvoll ...