Zitat

    wenn der Sex weggeht, heißt dass das die Liebe automatisch auch am Ende ist?

    Nicht unbedingt. Doch meist wurde die Liebe mit dem Sex intensiviert, fehlt der Sex, geht sicher auch ein Teil der Liebe verloren. Man respektiert sich, man lebt zusammen, aber man teilt keine Zärtlichkeiten mehr. Eigentlich ist es nur noch eine WG, wo man sich hin und wieder mal begegnet, hin und wieder ein Wort wechselt ("wie gehts dir" "gut", Wie war dein Tag, prima oder so)


    Egal wie, es fehlt einfach was.

    Zitat

    Egal wie, es fehlt einfach was.

    Was fehlt ist vor allem die Oxytocin-Ausschüttung, die beim partnerschaftlichen Sex stattfindet und beide Partner eben enger auf emotionaler Ebene, aneinander bindet.


    Es wäre nun interessant zu prüfen, ob sexlose Beziehungen mit Zärtlichkeiten (hier wird auch Oxitocin freigesetzt) harmonischer und liebevoller sind, als sexlose Beziehungen, bei denen die Zärtlichkeiten fehlen (hier Null Oxytocin-Ausschüttung).

    @ zambaramba

    Zitat

    wenn der Sex weggeht, heißt dass das die Liebe automatisch auch am Ende ist?

    Also an einen Automatismus glaube ich da keinesfalls. Da ist sicher jede Beziehung individuell. Wenn er Sex weg ist und einer/beide drunter leiden, dann ist die Liebe gefragt, denn dann wird's anstrengend.


    Ich denke, es kann, warum auch immer, vorkommen, dass in einer Beziehung die Liebe noch vorhanden ist und "nur" der Sex abhanden gekommen ist. Umgekehrt wird es wohl häufig der Fall sein, dass die Liebe abhanden gekommen ist und es deshalb keinen Sex mehr gibt, muss aber auch nicht sein. So wie man hier im Forum lesen kann, gibt es Liebe mit und ohne Sex, und auch Sex mit und ohne Liebe. Blöd wird's erst dann, wenn die Erwartungen nicht zusammenpassen.


    Mick

    Es ist immer schwierig, einen Ratschlag zu geben, zumal jeder Mensch anders tickt. Ich habe keine Lösung, aber ein ähnlich gelagertes Problem, wenngleich nicht so gravierend.


    Ich bin eine Frau Mitte 50, was man mir auch ansieht, und ich bin ebenfalls seit fast 30 Jahren verheiratet (keine Kinder). Unser Beginn war eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit Schmetterlingen im Bauch. Nachdem ich schon gedacht hatte, ich sei nicht schön genug, um jemals einen Mann an Land zu ziehen, war ich im siebenten Himmel. Der Traum vom großen Glück schien Wirklichkeit geworden zu sein. Ich wurde begehrt, wurde als Traumfrau behandelt und genauso fühlte ich mich. Heiße Nächte ließen die Komplexe meiner Jugendzeit dahinschmelzen wie Eis in der Sonne.


    Nach ein paar Jahren war dann der Tanz der Hormone vorbei. Anfangs machte mir das nicht viel aus, ich habe es sogar genossen, wieder einmal im Bett ein Buch lesen zu können. Außerdem war das eine Zeit, wo wir uns beide mit Elan in die Arbeit gestützt hatten. Vielleicht wegen des beruflichen Engagements, vielleicht wegen der Turbulenzen rund um einen Wohnungskauf und vielleicht auch wegen mangelnder Bewusstheit habe ich verabsäumt, damals, als die Gefühle noch nicht tot waren, den Kurs zu korrigieren. Statt dessen ist alles so weiter gelaufen wie bisher mit immer weniger körperlicher Nähe. Nicht, dass ich nicht versucht hätte, ihn in mein Bett zu kriegen. Mein Selbstbewusstsein war immer noch hoch, ich kaufte habe mir schöne Wäsche gekauft und war ziemlich initiativ. Aber er hat sich zunehmend mehr für das Fernsehprogramm als für mich interessiert und regelmäßig solange gewartet, bis ich schon eingeschlafen war. Wenn ich ihn in der Früh umarmt habe, stand er sogleich auf, um Kaffee zu kochen. Nichts von dem war schroff oder unfreundlich, es war mehr ein nachsichtiges "jetzt nicht".


    Im Laufe der Zeit habe ich mich immer öfters kritisch im Spiegel betrachtet und was ich gesehen habe, hat mir nicht gefallen. Ihm vermutlich auch nicht. Begehrt hat er mich nur mehr mit einem gehörigen Alkoholspiegel. In meiner Frustration habe mangels Alternative zwar nach jedem Strohhalm gegriffen, aber habe natürlich nicht bekommen, was ich mir so sehnlich gewünscht habe. Im Gegenteil. Unsere sexuellen Begegnungen im Promillebereich waren in jeder Hinsicht unbefriedigend. Im Nachhinein betrachtet finde ich es seltsam, dass keiner von uns auf die Idee gekommen ist, über diesen schmerzlichen Aspekt unserer Beziehung zu reden. Das hat sich erst geändert, als wir an unserem 20. Hochzeitstag in eine gewaltige Ehekrise geschlittert sind. Erst damals ist mir das Ausmaß meiner Verletzung klargeworden, und ich habe sie aus mir rausgebrüllt. Wir haben uns Schreiduelle geliefert, es gab Tränen und Verzweiflung auf beiden Seiten. Mit der selben wütenden Vehemenz, mit der ich ihn dazu zwingen wollte, das Thema Sexualität zu diskutieren, hat er jegliches Gespräch darüber verweigert. Damals dachte ich oft an Scheidung. Aber irgendwie hat mir die letzte Überzeugung gefehlt, es gab keine innere Stimme, die mir gesagt hätte: Geh.


    Heute, 5 Jahre nach der Krise, führen wir eine gute, wenn auch keusche Ehe. Ich habe akzeptiert, dass man in einer Beziehung auch das Recht haben muss, zu schweigen. Dass mein Mann eben sexuell nicht bedürftig ist, jedenfalls viel weniger als ich. Dass ich ihn nicht mehr anturne. Er ist wie die meisten seiner Artgenossen stark visuell orientiert und Chronos meint es nicht gut mit dem weiblichen Geschlecht. Wir altern schneller. Mit Blick auf meine unzufriedenen Single-Freundinnen habe ich mich gefragt, ob ich den Rest meines Lebens wirklich allein verbringen möchte. Und was ich durch eine Trennung gewinnen würde? Das Resultat war ernüchternd. Für Frauen jenseits der 50 mit unterdurchschnittlichem Aussehen sind die Chancen auf eine romantische Liebschaft so gut wie nicht vorhanden. Aber ein gekaufter Mann für gewisse Stunden wäre unter meiner Würde. Also versuche ich mich mit dem Status Quo abzufinden. Das gelingt mal besser, mal schlechter.


    Damit bin ich wieder bei Ihnen und bei Ihrer Geschichte. Wie Sie glaube ich nicht, dass man eine generell gute Partnerschaft mit gemeinsamen Interessen über Bord werfen sollte, nur weil ein Teilaspekt nicht funktioniert. Insbesondere im Hinblick darauf, dass Sexualität meiner Meinung nach sowieso ein altersbedingtes Ablaufdatum hat, wäre es schade, einen wohltuenden Alltag zu zweit aufzugeben. Doch bei allen Rationalisierungen bleibt ein Stachel im Fleisch. Bei mir äußert sich das in einer energetischen Blockade, ich spüre mich praktisch nicht, mein Körper fühlt sich so so an, als gehörte er nicht zu mir. Derzeit bin ich auf der Suche nach Möglichkeiten, mich wieder in mir selber wohl und behaglich zu führen. Dann, so denke ich, werde ich auch den Mangel an Berührung besser wegstecken können.

    @ Hestia:

    Das kommt mir als Mann alles sehr bekannt vor.


    Es ist schon richtig, der sexuelle Reiz verfliegt irgendwann.


    Aber mal ehrlich:warum sollte Mann (Frau ) auf irgendwas verzichten?


    Es geht doch sehr vielen Menschen so.


    Uns es gibt genug Möglichkeiten, sich zu treffen und sich dann das zu holen, was man in der Ehe/Beziehung nicht mehr in dem erhofften Maße bekommt.


    Meine Erfahrung zeigt, das die Beziehung dadurch auch wieder Impulse bekommt, denn man fühlt sich wieder begehrt und das wirkt sich ohne Zweifel positiv auf alles aus.


    Man lebt nur einmal und warum auf etwas verzichten?


    So, und jetzt die Moral-Apostel: %-|

    Zitat

    Für Frauen jenseits der 50 mit unterdurchschnittlichem Aussehen sind die Chancen auf eine romantische Liebschaft so gut wie nicht vorhanden. Aber ein gekaufter Mann für gewisse Stunden wäre unter meiner Würde.

    Zitat

    Derzeit bin ich auf der Suche nach Möglichkeiten, mich wieder in mir selber wohl und behaglich zu führen. Dann, so denke ich, werde ich auch den Mangel an Berührung besser wegstecken können.

    Ich kann Dich nur ermutigen Deine Sexualität nicht aufzugeben.


    Das mit dem Alter und der Optik würde ich nicht so eng sehen.


    Nicht alle Männer sind so einfach gestrickt.


    Ich würde mal einfach so frei weg behaupten, dass Du in einem Swinger Club genau das finden würdest wonach Dir begehrt: Ein nettes Gespräch, umworben werden, kuscheln, küssen und wenn Du möchtest auch Sex.


    Trau Dich!

    Zitat

    Es ist schon richtig, der sexuelle Reiz verfliegt irgendwann.

    Das muss nicht zwangsläufig sein. Vermutlich ist das dann der Fall, wenn die Beziehung zu wesentlichen Anteilen durch das äußere Erscheinungsbild getragen wurde oder wird- dann wirkt sich das Älterwerden wesentlich gravierender aus.

    Zitat

    Das mit dem Alter und der Optik würde ich nicht so eng sehen.

    Genau. Auch eine Frau mit vielen Falten und weniger optischer Reize kann durch andere Eigenschaften sexuell attraktiv wirken: durch ihre Stimme, durch ihr Auftreten, durch ihre Geilheit, durch ihre Heiterkeit, durch ihre Liebenswürdigkeit, durch ihre Neugierde, durch ihre Intelligenz, ...


    Meine Frau hat jedenfalls auch nach fast 30 Jahren noch nichts an sexueller Attraktivität verloren- eher dazugewonnen, da sie heute noch unbeschwerter mit Sex umgeht.

    Hallo Hestia,


    da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Die Optik ist nicht für alle Männer von ausschlaggebender Wichtigkeit. Das was mich bei einer Frau wirklich anspricht ist nicht ihre gute Figur oder ein "norm"-hübsches Gesicht.


    Eine Frau hat eine erotische Ausstrahlung (schon alleine dieses Wort sagt sehr viel aus!!!), das ist weit mehr als das Aussehen. Erotik ist für mich die kultivierte Sexualität, das hat was mit dem bewussten Umgehen mit der Sexualität zu tun, die willkürliche, bewusste Position zum unwillkürlichen Trieb. Dazu gehört (Selbst)Bewusstsein, Intelligenz und eben Kultur (und wenn ich die Art zu schreiben in deinem Beitrag richtig deute, dann mangelt es dir daran nun nicht?!). Eine Frau, die das kann und selbstbewusst damit umgeht, die hat eine erotische Ausstrahlung, die aber auch Garnichts mit ihrem Aussehen zutun hat. In meinen Augen hat das eine mit dem anderen nicht wirklich etwas zu tun. Nichts schlimmeres als eine Frau die sich was auf ihr Aussehen einbildet.


    Hab Mut zu sein, wie du bist!


    Mick

    Hi,


    irgendwie erschließt sich mir das Problem nicht. Ok, wenn einer Sex will und der Andere nicht ist das besch++++en. Es geht auch anders.


    Ich (57) lebe mit meiner Frau (43) seit 16 Jahren zusammen, vor 8 Jahren haben wir geheiratet, bereits vor der Ehe hatten wir getrennte Schlafzimmer, was nicht gerade sexfördernt ist.


    Seit 5-6 Jahren haben wir keinen Sex mehr und eigentlich stört das keinen von uns. Wir probieren es 1-2 mal im Jahr, irgendwie kommt nix dabei raus. Einen Schuldigen suchen wir nicht. Unser Leben verläuft harmonisch mit viel Küsschen und Drücken, Respekt voreinander und eigener Freiheit (nicht sexuelle Freiheit).


    Trotzdem können wir uns nicht vorstellen uns zu trennen (das haben wir schon probiert).


    Fazit, es geht auch ohne. Es gibt viele wichtigere Parameter in einer Beziehung als nur Sex.

    Na tolle Wurst,


    ich habe mich in dem Bericht wiedergefunden,


    bis auf den Unfall und ich bin erst 20 Jahre verheiratet.


    Bin auch gerade kurz davor in den Puff zu gehen.


    Denn meine Frau bedrängen mag ich nicht ,


    ich liebe sie und die Kinder halt.

    Zitat

    Heute, 5 Jahre nach der Krise, führen wir eine gute, wenn auch keusche Ehe. Ich habe akzeptiert, dass man in einer Beziehung auch das Recht haben muss, zu schweigen

    Ich kenne das zu gut. Happy End heißt oft, dass es eben weitergeht. Dass man weiter zueinander steht. Ohne Sex.


    Es geht aber auch ganz anders. Dieser Film hat mich heftig beeindruckt und er ist von der Sorte, die man mehrmals sehen kann (aus meiner Sicht).


    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/Film/wolke-9-von-der-liebe-im-alter_vid_6953.html


    Sexualität stirbt nicht. Sie kann jederzeit explodieren, auch im Alter, also sollte man sie irgendwie in den Griff kriegen. Sie verhungern lassen ist dabei der falsche Weg. Selbst Hand anlegen, vielleicht in der Spiritualität Ablenkung finden. Wenn man nicht fremdgehen will. Ich weiß es auch nicht.


    Eine Frau ist jedenfalls nicht unattraktiv, nur weil ihr Mann sie nicht mehr anfasst (umgekehrt gilt das auch für Männer). Ein neuer, fremder Mann/Frau sieht das ganz anders. Diese Bestätigung sich dann aber auch aktiv zu holen kann das Ende von allem heißen.

    Leute, befreit Euch aus diesem Sumpf, ist alles hinter mir..noch mal verliebt sein ohne fremd zu gehen..noch mal Küssen wie 18 all dies entgeht euch..wofür ..täglicher Frust... dann nehmt eure Frauen als ziemlich beste Freunde in das weitere Leben auf... den der Sex ist ja meist Geschichte und sie will ihn nicht. Wenn sie euch mag und liebt und ihr dies richtig rüber bringt verliert ihr den Menschen nicht, die Kinder sind da... aber das Leben ist neu und ihr seid frei ohne schlechtes Gewissen und ohne Puff..letztes befriedigt auch nicht..Sex ohne Liebe ist langweilig zzz