Sollte ich eine Sexualtherapie machen?

    Hallo,


    Ich bin am überlegen, ob ich mich einem Therapeuten anvertrauen sollte oder nicht - oder anders gesagt ob mein Verhalten normal ist oder krank?


    Kurze Einleitung


    Ich bin männlich 25 Jahre und war/bin Computersüchtig (seit 2 Monaten zockfrei und dabei die Sucht zu bekämpfen) also auch immer viel im Netz unterwegs, wenn ich masturbiere schaue ich mir gerne auch Pornos dabei an. Masturbiere etwa 1-3x täglich, nicht immer mit Pornos. Soweit ist es denk ich alles in Ordnung oder?


    Nun zum Problem:


    Ich habe online auch öfters schon Frauen kennen gelernt und es ist manchmal zum Cybersex gekommen, dass man sich seine Fantasien in texten zusendet was man am liebsten mit der anderen Person machen würde. In einem Fall haben wir uns auch viele Nacktbilder und Videos beim masturbieren zugesendet. Sowas hat mich immer mehr erregt als nur Pornos.


    Leider habe ich dies auch gemacht, als ich eine Freundin hatte, obwohl unser Sexleben sehr gut lief, ich die Frau sehr geliebt habe, wir ein Jahr zusammen waren und einfach alles toll war. Leider hat sie es heraus gefunden und sich getrennt.


    Um dies zukünftig nicht noch einmal erleben zu müssen, wollte ich euch fragen ob ihr meint dass es Sinn macht einen Therapeuten aufzusuchen oder mir hier jemand helfen kann.


    Woher kommt der Reiz beim Cybersex? Was kann man dagegen tun?


    Könnte es helfen Pornos komplett aus dem Alltag zu bannen?


    Ich freue mich auf eure Antworten.


    Peter

  • 6 Antworten

    Naja...Pornos haben mit realem Sex eigentlich herzlich wenig zu tun, das wirst du ja auch schon erkannt haben.


    Das deine Beziehung wegen einem Cyber-Sex Ausrutscher auseinander gegengen ist, tut mir leid. Auf der anderen Seite hättest du wissen müssen, das sowas nicht so toll ankommt.


    Ich denke, du solltest deinen Porno Konsum während einer Beziehung einschränken.


    Ob du zu einem Therapeuten musst, kann ich nicht beurteilen.


    Vielleicht dann, wenn du das alleine nicht in den Griff bekommst.

    Ich weiß nicht, ob es eine Therapie braucht, weil einen Cybersex reizt, andere gehen in Swingerclubs und haben sogar Sex mit Anderen, als dem eigenen Partner.


    Brauchen die jetzt alle eine Therapie?


    Ich persönlich war auch schon immer "anders", ich empfinde polyamor und kann mehrere Frauen lieben ... kommt bei den meisten Partnern auch überhaupt nicht gut an, selbst, wenn man das nicht auslebt.


    Brauche ich auch eine Therapie?


    Kann man das überhaupt "weg therapieren"?


    Ich habe mich entschlossen, mich deswegen nicht mehr zu verbiegen und so zu leben, wie ich bin.


    Das schränkt zwar die möglichen Partnerwahl enorm ein, aber inzwischen habe ich eine halb offene - halb polyamore Beziehung und bin sehr zufrieden mit meinem Leben.


    Langer Text, kurzer Sinn ... vielleicht bist Du kein Fall für einen Therapeuten, sondern nur für eine andere Form der Beziehung.


    Es gibt durchaus Frauen, für die ist Cybersex kein Betrug ... und es reizt sie selber das mit Anderen zu praktizieren.


    Also vielleicht brauchst Du einfach einen solche Partner.


    Und es ist sehr gut möglich, dass der Reiz dann von alleine nachlässt und aufhört, wenn man jederezit einfach darf ...

    Kurt schrieb am 13.01.18

    Hallo Kurt, Du triffst den Nagel auf den Kopf. Und herzlichen Glückwunsch zu Deinen bemerkenswerten sozialen Kontakten. Da stimmt wirklich alles. Da mag der Ein oder Andere vielleicht anders sehen, ich jedenfalls finde es in Ordnung. :)^


    Wir können uns glücklich schätzen, dass wir so leben und "nix drin sitzen lassen". So nennen wir das hier auf dem Land, wenn man (fast) alles mit nimmt. |-o


    Aber beim Thread-Ersteller ist es doch so, dass die Gefahr besteht, dass er sich durch sein isoliertes Verhalten alleine in einem (wenn auch manchmal imaginären) Raum aufhält und hierbei die Gefahr besteht, keine sozialen Kontakte zur Außenwelt zu haben. Dies kann zur Vereinsamung, Verbitterung und sogar zu unkontrolliertem Essverhalten führen. Ja, mir sind in meinem erweiterten persönlichen Umfeld mehrere Fälle bekannt, wo junge Leute unter ärztlicher Begleitung und mit übermenschlicher Anstrengung ihr Körpergewicht von deutlich über zweihundert Kilogramm (bei 1,80m Körpergröße!!) auf einhundertzwanzig Kilogramm verringert haben.


    ALSO: Raus an die frische Luft, unter (auf ;-) ) Leute und reden, sich austauschen. Fernseher, Radio, Rechner etc. dürfen nicht lebensbestimmend sein.


    LG und ein schönes WE

    Zitat

    Woher kommt der Reiz beim Cybersex? Was kann man dagegen tun?

    Es ist total bequem, supereinfach, und man muss nicht einmal vor die Tür ins echte Leben gehen.


    Viele junge Leute, die sozialscheu sind oder sehr bequem, sehen im riesigen Konsumangebot ihren Lebensinhalt. Filme, Musik, Chatten, dumme Videos, Zocken, Pornos, Nichtssagendes ... durch den PC kommt einem eine unerschöpfliche Scheinwelt ins Zimmer. Ich vermute auch stark, dass Probleme wie Bindungsängste, soziale Phobien, Prokrastination u.ä. in der Zukunft weiter zunehmen werden. Viele Menschen sind schon stark abhängig, weil sie das Medium nicht konstruktiv nutzen, sondern lediglich zur Betäubung. Sie gucken ins Netz, bis sie glauben, alles gesehen zu haben. Also wird das Netz zum dominanten Tagesinhalt, weil alles nur einen Klick weit entfernt ist.


    Was man dagegen tun kann: zuerst einmal sein Verhalten und sein Problem erkennen. Reflektieren, wie weit man in den letzten Monaten gekommen ist. In seiner persönlichen Entwicklung, was man erreicht oder erledigt hat. Und vor allem überlegen, ob es einen wirklich befriedigt, was man tut. Oder ob es nicht eher belastet. Und wenn man sein Problem begriffen hat, kann man es entweder mit viel Disziplin beseitigen (man muss ja "nur" die Kiste auch mal auslassen oder sich gezielte Zeiten und Themen vornehmen). Weil Disziplin und Sucht aber im Streit stehen, ist ein Therapeut als Ausweg auch gar nicht abwegig. Das musst du selbst entscheiden, wie stark du bist.


    Good luck :)*

    Hallo tantra1948

    Zitat

    Wir können uns glücklich schätzen, dass wir so leben und "nix drin sitzen lassen". So nennen wir das hier auf dem Land, wenn man (fast) alles mit nimmt. |-o

    Ich fürchte, Du hast nicht wirklich verstanden, wie ich bin, aber das ist schon OK, das passiert fast Jedem, der Polyamorie nicht kennt und damit konfrontiert wird.


    Ich kann mehrere Frauen lieben ... das heißt Emotionen, nicht "mitnehmen", ich mache das auch nicht, weil ich das will, es passiert einfach ... wie man sich eben verliebt ... bei mir nur mit dem Unterschied, dass ich mich dafür nicht vorher von Jemanden "entliebe" ... bzw. "entlieben" muss.


    Ausleben heißt in dem Fall mir "erlauben" diese Gefühle haben zu "dürfen" und sie zu genießen, unabhängig davon, ob es auf Gegenseitigkeit beruht, oder Diejenige es überhaupt je erfährt.


    Sexuelle Anziehung ist dann oft auch dabei, aber das steht nicht im Vordergrund und ausgelebt wird es nur in den allerseltensten Fällen.