Umgang mit Altlasten

    Hallo zusammen,


    gestern erzählte mir meine Freundin, die ich sehr sehr liebe (wir sind seit einem halben Jahr zusammen) von ihren Eskapaden als Single, also vor unserer gemeinsamen Zeit. Sie hat sich da mit Typen eingelassen, die wohl nur einen schnellen Fick wollten und den haben sie auch bekommen. Sie selbst fühlte sich danach auch meist schlecht, aber irgendwie ist es dann doch mehrmals vorgekommen und ich war schon fast versucht, sie zu bitten, einen HIV-Test zu machen (ich selbst habe gerade erst einen gemacht, der neg. ausfiel).


    Ich mache ihr da auch überhaupt keine Vorwürfe, es war ja auch vor meiner Zeit, habe auch keine Angst, dass sie fremd gehen könnte oder so. Aber irgendwie hinterlässt es so ein komisches Gefühl, und ich stelle mir die geschilderten Szenen ständig vor. Was meint ihr, soll ich es mir aus dem Kopf schlagen und mich nicht so anstellen, oder könnt ihr nachvollziehen, dass es mir gerade immer wieder durch den Kopf geht.


    liebe Grüsse

  • 8 Antworten

    Was vergangen ist, ist vergangen

    Sie hat ihre Erfahrungen gemacht, und daraus hat sie gelernt. Nur dadurch konnte sie zu dem Menschen werden, den Du heute liebst.


    In eine Partnerschaft bringt jeder seine ureigensten Verletzungen und unbewältigten Konflikte mit ein. Das ist ganz normal. Jeder Mensch hat eine Vergangenheit. Und wenn Du willst, dass ihr beide einen HIV-Test macht, dann ist das doch wohl keiner Diskussion würdig. Sobald einer einen will, müssen beide ihn machen. Ist doch gar keine Frage...

    @ menschenkind

    hach ja, ich weiss ja auch nicht, warum mich das so zum Nachdenken bringt. Vielleicht weil ich von ihr nicht gedacht hätte, dass sie sich auf so etwas eingelassen hätte. Irgendwie ist es wohl schwer für mich, damit umzugehen, dass sie es selbst mit den Typen getan hat, die sie von vornherein abstoßend fand, um sich dann am Morgen danach zu ekeln und über sich selbst zu ärgern. Sie bereut es auch gleich danach und fühlte sich mies.


    Es ist fast ein bisschen so, als würde ich gemeinsam mit ihr darunter leiden, weil ich so gut nachvollziehen kann, dass sie sich ausgenutzt fühlte. In zwei Fällen war es fast ein bisschen so, als hätte sie am Ende doch nachgegeben, weil diese Typen halt weiter gedrängelt haben. Bei einem fand ich es halt umso schlimmer, weil er auch keinen Heel daraus machte, dass er sich so durch die Weltgeschichte f***t. Gehörte wohl zu seiner Einstellung.


    Im Nachhinein bin ich ein bisschen wütend auf den Typ, weil er es geschafft hat, bei ihr zu landen. Eigentlich auch völlig irrational.


    Ich habe halt solche Sachen nicht in dem Maße erlebt und diese Art "unterdurchschnittlichen Gelegenheitssex" eher ausgeschlagen. Bin eben überhaupt kein ONS-Typ und sie war es halt schon zeitweise (zu Singlezeiten eben).


    Vielleicht ist es ja auch eine ganz blöde archaische biochemische Klamotte in meinem Reptilien-Kleinhirn, die mir sagt: "Oh, Achtgeben, deine Partnerin war früher leicht zu haben und hat unter ihrer Würde rumgemacht.". Dabei will ich rational überhaupt nichts mit dieser Punktevergabenummer zu tun haben und sie jetzt durch sowas auch nicht herabsetzen oder so. Beschäftigt mich - ja wurmt mich halt jetzt irgendwie doch, und bevor ich's verdränge, stelle ich mir die ein oder anderen Fragen und poste hier rum...


    Grüsse

    @ hopsi:

    Sei doch froh, dass Du sie damals nich nicht gekannt hast, denn dann wärest Du selbst nur als Nr. Soundsoviel im Trophäenschrank gelandet...


    Für mich klingt das eh so, als wären die ONS nicht ihr eigentliches Problem gewesen, sondern nur ein Symptom. Das gibt es gar nicht mal so selten, dass Menschen nach einer großen Enttäuschung denken, Sex ohne Liebe ware doch ein prima Alternative.


    Und das mag für viele auch genau so zutreffen. Für Deine Freundin aber nicht, nur hat sie halt etwas länger benötigt, um ihren Selbstbetrug zu bemerken.

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