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    Man liest immer wieder, dass man einen besten Freund oder eine beste Freundin haben soll, neben der Ehe/Partnerschaft. Warum eigentlich?

    Haben SOLL...? Nein, das ist Quatsch. Aber wenn man einen besten Freund, eine beste Freundin hat, kann das sehr wohltuend sein, wenn man nämlich ab und zu mal ein Schlaglicht aus einer anderen Richtung, einen neuen Blickwinkel plus einem kräftigen Tritt in den Hintern braucht. Dinge, die im Dunstkreis der eigenen Partnerschaft vertraut und ganz normal sind (weil, das war schon immer so, geht doch alles, warum hinterfragen), stellen sich manchmal ganz anders dar, wenn man sie nach außen trägt - und das kann sehr erhellend sein!


    Konkret: mein Ex war ein grandioser Schnacker, der quatschte die Vögel von den Bäumen, wenn er es darauf anlegte. Und aufgrund früh geprägter Verhaltensmuster hatte er mich ziemlich gut an der Leine, ich habe ihm geglaubt, ich fand mich immer wieder in der Position, die alte Hexe zu sein, wo doch eigentlich er der Idiot war - er war klasse darin, Gespräche bzw. einen Streit umzudrehen und letztlich war ich immer die Böse. Und ich gutgläubiges Suppenhuhn habe mitgespielt. Keinen Sex mehr? Naja, der arme Mann hatte soviel Streß und, sag mal, kann es sein, daß mit dir was nicht stimmt...? Du bist doch nicht normal, das ist krank. Wie KANNST du Sex wollen, wenn ICH doch blablabla...


    Erst, als unsere Ehe schon den Bach runterging, habe ich mich Freunden anvertraut und damit aufgehört, alles schönzureden. Und war sehr verblüfft, um wieviel anders unsere achsoperfekte Ehe nach außen gewirkt hatte.




    Offtopic Ende, aber das mußte ich jetzt gerade loswerden.

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    "Wenn es für dich eine Pflichterfüllung ist, mit mir Sex zu haben und mich körperlich zu lieben, dann befreie ich dich von dieser Pflicht künftig und ich denke, du wirst nichts dagegen haben, wenn ich mir nebenbei jemanden suche, für den es ein Vergnügen ist, mit mir zu schlafen."

    Soetwas in der Richtung habe ich auch tatsächlich zu ihm gesagt. Etwas später. In dem Moment war ich so vor den Kopf gestoßen, mir ist da einfach die Luft weggeblieben. Hat ihn für's erste ein wenig aufgeweckt...aber auch das lässt nawieder nach.

    Naja, nach so einer Aussage hätte ich jedenfalls wirklich keine Lust, sorry. Meine ich wirklich ernst.


    Und zu mir:


    Ich denke, dass das von Person zu Person unterschiedlich ist...


    Ich hatte auch eine Beziehung mit sehr wenig Sex.


    Aber in den vorangegangenen Beziehungen wussten eigentlich meine Partnerinnen (wie auch ich) immer, wie man den anderen auf Hochtouren bekommt.


    Jeder fährt doch auf irgendwas ab, oder?

    Warum?


    Wenn meine Freundin mit der Aussage ankäme hätte ich keine Lust! Da kommt ja nur noch Druck rüber.


    Aber ich sage ja nur, wie es auf mich wirkt!


    Ich brauche doch hier keine Anweisungen schreiben, wie man den Partner auf Touren bekommt, da tickt eben jeder anders. Das kann man rausfinden :-)

    @ browneye

    "Jeder fährt doch auf irgendwas ab." Und wenn es nun wirklich eben nicht so ist? Einfach keine Lust? Ja, das gibts. Willkommen. Dann nervst du selbst mit dem "Rausfinden" deinen Partner/deine Partnerin. Und du hast absolut keinen Handlungsspielraum. Ende im Gelände.

    Ich finds leicht heftig :) "Er will nicht so oft Sex? Schluss machen!" Und wenn ein Mann das tut ist er ein triebgesteuertes Arschloch? :)


    Ich würde nicht Schluss machen, sondern erstmal versuchen was zu ändern. Also:


    Wenn ihr Sex habt, gefällt es dir dann wenigstens?


    Gefällt es ihm?


    Hat er vielleicht ein Problem beim Sex, dass er sich schämt? (er kommt zu schnell oder sowas?)


    Was passiert denn, wenn du versuchst ihn zu "Verführen" beziehungsweise wenn du die Initiative ergreifst?


    Habt ihr sonst irgendwelche Zärtlichkeiten?

    Sex ist alles oder doch nicht?


    Heute geht es offenbar nicht mehr primär darum, Nachkommen zu zeugen, also die Art zu erhalten, sondern das Kopfkino zu befriedigen, mangelnde eigene Befindlichkeiten aufzuwerten (z. B. Bestätigung), sich zu entspannen. So ist zumindest mein Eindruck.


    Ich finde Sex auch toll, würde ihn ungern missen wollen, aber deshalb muss ich noch lange nicht die Frequenz meines Partners haben. Oder umgekehrt.


    Natürlich sind diese 4 Punkte (Vertrauen, Zusammenhalt …), die hier angesprochen wurden, wichtig, jedoch fehlt für mich ein ganz entscheidender Punkt: Die Wellenlänge. Ich kann mir deshalb eben nicht jeden zum Freund/in oder zum Partner nehmen. Die gemeinsame Wellenlänge ist für mich ein ebenso wichtiger Faktor wie alles andere. Vor allem, da ich mit meinem Partner sehr viel Zeit verbringe.


    Und natürlich wird die Bereitschaft, eine Beziehung zu beenden eher da sein, wenn einer dieser Punkte komplett fehlt. Was aber, wenn von diesen (nun) 5 Punkten 4 OK sind, und der fünfte eben nur ein Bisschen? Kann man sich sicher sein, dass man in der nächsten Beziehung alles komplett hat? Es gibt für nichts eine Garantie, das Vertrauen kann missbraucht, der Sex weniger/schlechter werden, die Liebe kann abnehmen, der Zusammenhalt zerfällt durch Kontroversen, Stress & Co. Und die Wellenlänge könnte ebenso auf der Strecke bleiben.


    Masturbation ist auch so eine Sache: Nachvollziehbar, dass sie selten den Status von echtem Sex erreicht, aber als Triebabbau reicht sie allemal. Wenn es allerdings darum geht, oben genannte Defizite auszugleichen oder sich den alltäglichen Glückskick abzuholen, nun, dafür ist sie dann wohl kaum geeignet.


    SB gemeinsam beim Sex, völlig Ok, aber ansonsten sehe ich das als eine absolut private Angelegenheit, die den Partner nichts angeht. Sorry, wenn ich jetzt schnoddrig schreibe: Aber liebe TE' in (oder war es doch jemand anderes? |-o ), wenn es für dich normal ist, dir OHNE gemeinsame Grundlage neben deinem Partner im Schritt rumzukramen, dann kann es für ihn nur genauso normal sein, sein Brot zu essen. Im Gegenteil, ich finde es eher bewundernswert, dass ihn diese Situation entweder gänzlich unbeeindruckt gelassen hat oder er sie zumindest gut aushalten konnte, da du in dieser Situation unmissverständlich einen Anmach-Versuch gestartet hast. Ich an seiner Stelle hätte meinen Partner gefragt, ob er sie noch alle beieinander hat.


    Druck entsteht genau in dem Augenblick, in dem ein Partner nicht mehr mit der veränderten Libido-Frequenz des anderen zurecht kommt und dies in jeder Hinsicht deutlich macht. Damit wird m. E. indirekt auch herüber gereicht, dass der andere nicht mehr OK ist, so wie er ist. Kein Wunder, dass die Leichtigkeit – im Umgang mit den sexuellen Wünschen – verloren geht. Gegenseitige Abwertung ist ebenso wenig förderlich, aber verständlich zum Zwecke des Selbstschutzes.


    In vielen Beziehungen werden viele Bedürfnisse nicht abgedeckt (gemeinsames Angeln, Skatrunden, Free-Climbing usw. ;-) ), und wir haben kein Problem damit, uns für diese Aktivitäten Gleichgesinnte zu suchen. Schwierig wird es beim Sex: Jeder sollte sich gut überlegen, ob die eigene Beziehung eine selbst "genehmigte" Affäre oder ONS gut verkraftet. Und ob man selber auch bereit wäre, dem anderen das zu zugestehen.


    Nun haben wir also die Wahl zwischen womöglich ständigem Neubeginn auf der Suche nach der ultimativen, alles erfüllenden/abdeckenden Beziehung, oder aber wir bleiben bei dem, was wir haben und durchaus schätzen und nehmen dafür Unregelmäßigkeiten/Ungleichzeitigkeit in Kauf.

    @ TE' in

    Bleib' bei dir selbst, siehe, ob du mit der jetzigen Situation leben kannst oder nicht und dann ziehe deine Konsequenzen.

    @ minimia

    Generell würd ich dir ja beipflichten, zu dem was du schreibst. Aber wenn der Partner den Sex nur noch als "Pflichtübung" ansieht? Du nicht das Gefühl hast, der Partner findet dich attraktiv, begehrt dich, kommt auch auf dich zu in Punkto Sex? Dann fehlt wohl etwas mehr als nur die Frequenz, dann fehlt ziemlich viel würd ich sagen.


    Ich mein: Wenn ich weiss, dass meine Partnerin nur mit mir Sex hat 'damit ich mal wieder darf', schlimmer gehts nicht.

    Zitat

    sex sei zu einer verpflichtung geworden.

    @ minimia

    ich bin voll und ganz deiner meinung, sex kann doch nicht alles sein, wäre wohl eine traurige beziehung wenn wir sie am sex messen würden meine ich.


    ja, all die anderen komponenten sollten passen wie du sagst und wenn eben eines - und sei es auch in diesem fall der sex - nicht so ganz passt, sollte frau oder mann eben sich wirklich vor augen führen, was nicht alles gut ist in der beziehung.


    ich meine eine "perfekte" beziehung gibt es nicht. jeder sollte das individuell für sein eigenes ich abwägen, was einem mehr wert ist. natürlich kann ich bei jedem "minus" meinen partner wechseln, wird aber auf dauer nix bringen.


    sex ist bei uns leider auch nicht großgeschrieben - was die häufigkeit betrifft :) - aber wenn es dann mal soweit ist - ist es toll. und alle anderen dinge laufen perfekt, ich wär doch blöd, wenn ich meinen partner wegen dem den laufpass geben würde. geborgenheit, sicherheit, vertrauen, eben die gleiche wellenlänge, das wiegt doch einen punkt, der nicht so erfüllt wird, mehr als auf.


    :) jedenfalls seh ich das so und denke nicht mal dran meinen partner wegen dem zu verlassen.

    @ minima

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    In vielen Beziehungen werden viele Bedürfnisse nicht abgedeckt (gemeinsames Angeln, Skatrunden, Free-Climbing usw. ;-) ), und wir haben kein Problem damit, uns für diese Aktivitäten Gleichgesinnte zu suchen. Schwierig wird es beim Sex: Jeder sollte sich gut überlegen, ob die eigene Beziehung eine selbst "genehmigte" Affäre oder ONS gut verkraftet. Und ob man selber auch bereit wäre, dem anderen das zu zugestehen.

    Was willst du uns mit diesen Worten sagen? Dass wir Sex nicht wichtiger als irgendein Hobby nehmen sollen, das man hat oder nicht hat? Das man aus Rücksicht auf den Partner nur mehr allein oder gar nicht ausübt?


    Vielleicht reicht dir das ja. Aber für viele Menschen ist Sex ein Grundbedürfnis, das man nicht beliebig zurückstellen oder vernachlässigen kann.


    Es ist ja richtig, dass eine Partnerschaft weit mehr als nur Sex bedeutet. Aber es ist ebenfalls eine Sache, die man nicht mal eben auf Platz 47 der Prioritätenliste setzt. Wenn ich eine Partnerin suche bzw. habe, dann ist sie auch und in ganz vorderer Hinsicht meine Sexualpartnerin. Funktioniert das nicht/ nicht mehr, dann geht ein elementarer Bestandteil der Partnerschaft flöten.

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    wenn es für dich normal ist, dir OHNE gemeinsame Grundlage neben deinem Partner im Schritt rumzukramen, dann kann es für ihn nur genauso normal sein, sein Brot zu essen.

    So eine Handlung hat doch ihre Vorgeschichte: Dutzende, hunderte Zurückweisungen bzw. Male, wo sich der andere der körperlichen Liebe von vornherein entzogen hat. Und dann kommt frau auf so etwas (und wurde ein weiteres Mal enttäuscht und zurück gewiesen).


    Wenn meine Frau anfangen würde, im Wohnzimmer vor meinen Augen zu masturbieren, dann würde mir mein Butterbrot aus der Hand fallen und ich über meine Frau her, und in den nächsten Minuten befänden wir uns keuchend und stöhnend im Bett oder auf dem Sofa oder auf dem Teppich. Und das halte ich immer noch für normal (die Mehrheit der Männer wird mir sicherlich zustimmen).

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    ich bin voll und ganz deiner meinung, sex kann doch nicht alles sein

    Natürlich, ist doch der Klassiker: Sex ist nicht alles, aber ohne ist alles nichts.

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    wäre wohl eine traurige beziehung wenn wir sie am sex messen würden meine ich.

    Wäre wohl eine traurige Beziehung wenn sie am Sex scheitern würde, meine ich. Wo sonst kann man mit so angenehmem Aufwand das Wohlgefühl dermaßen steigern?

    Nein Sex ist nicht alles und wenn es für die TE alles wäre, dann würde sie einfach gehen und ihr Glück woanders suchen, also was sollen den diese Hinweise immer wieder?


    Und die Argumente das man ja auch keine Garantie hat in der nächsten Beziehung sein Glück zu finden ist auch etwas merkwürdig, denn dann müsste man alles ertragen, es könnte ja beim nächsten schließlich auch so werden oder schlimmer.


    Wahr ist, das man auch auf die positiven Seiten der Beziehung schauen sollte, allerdings wenn man sich dauerhaft in einem Bereich zurückgewiesen fühlt, dann leiden immer auch die anderen Bereiche.


    Wenn ein Partner gerne tiefgreifende Gespräche über Gott und die Welt führt und der andere eher ein schweigsamer Mensch ohne großes Bedürfnis nach Austausch hat, dann wird das ebenfalls auf Dauer zu Frust führen.


    Da hilft es auch nicht das man ja auch mit anderen diese Gespräche führen kann, mir jedenfalls würde es nicht helfen.


    Bei Sex ist das noch komplizierter, denn Sex kann man nicht einfach mit anderen haben, ich für meinen Teil würde das auch nicht wollen und die TE vielleicht auch nicht unabhängig davon, ob es erlaubt wäre oder nicht.


    Schuld muss man hier niemandem zuweisen, aber wenn man nicht zusammenpasst und auch keinen Kompromiss finden kann, dann ist das eben so und dann darf man sehr wohl auch wegen so etwas wie Sex gehen, warum darf alles andere der Grund sein nur das nicht?


    Übrigens finde ich es nicht schlimm den Partner durch SB anheizen zu wollen, das ist genauso legitim wie Dessous, entweder es wirkt oder eben nicht.


    Und es ist auch nicht für jeden absolut privat und geht den Partner nichts an, ich jedenfalls verkrieche mich dazu nicht grundsätzlich heimlich irgendwo hin und mein Partner auch nicht.


    Man könnte auch argumentieren das er sie dabei im Arm halten könnte, auch wenn er selbst nicht mitmachen will.