lady mango

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    Wenn es doch immer nur ein Mehr oder Weniger gibt- wie kann man dann bei bestimmten "Mehrs" von Pathologien reden?? Wenn es völlig normal ist, dass mal das eine, mal das andere mehr vorkommt?! Man kann doch nicht die "Mehrs" die man selbst nur einfach nicht nachvollziehen kann (weil man sie nicht) hat deshalb als pathologisch bezeichnen.

    Wir müssen uns m.E. von der Vorstellung verabschieden, dass Menschen entweder gesund oder krank seien. Der Übergang vom Gesunden zum Pathologischen ist fließend, die Extreme kommen selten vor. Trotzdem gibt es pathologische Qualitäten; nur weil fast alle Menschen sie aufweisen, sind sie noch lange nicht gesund. Der Begriff der Normalität ist hier schwer unterzubringen, wenn man Normalität definiert als das, was die Mehrheit der Menschen kennzeichnet.


    Um es anschaulich zu machen, lassen Sie uns unsere Zähne betrachten. Nur vergleichsweise wenige Erwachsene haben völlig kariesfreie Zähne, völlig intaktes Zahnfleisch und eine perfekte Zahnstellung. Es ist leicht, einen Idealzustand zu definieren, auch wenn dieser nach der o.g. Definition nicht normal ist. Karies nur deshalb nicht als pathologisch zu bezeichnen, weil so viele Menschen ein oder mehr versorgte Löcher in ihrem Mund haben, ist sicher nicht sinnvoll, eine solche Betrachtung würde zu einem leichtfertigen Umgang mit der Zahngesundheit führen. Jemandem Karies zu bescheinigen, bedeutet auch nicht, ihn auf ein bestimmtes Gleis zu schieben, es bedeutet lediglich, sich eine Abweichung vom Gesunden bewusst zu machen und mit ihr verantwortlich umzugehen.


    Ich habe den Verdacht, dass eine Gewaltphantasie, um bei unserem anschaulichen Beispiel zu bleiben, einem kariösen Zahn entspricht. Wenn dieser sauber versorgt ist, braucht sich niemand Sorgen zu machen, im Zweifel lasse ich aber lieber einen Zahnarzt drüber schauen.


    Leider fällt es den meisten Menschen die Psyche betreffend schwer, einen solchen kontrollierten Defektzustand unvoreingenommen zu akzeptieren. Hier kann man nicht von krank oder gesund im absoluten Sinne sprechen, es ist eine krankhafte Stelle, eine Pathologie, ohne dass der Mensch jetzt in jedem Fall einer Therapie bedürfte. Nur, wenn man jeglichen Defektzustand in seinem Wunsch nach Normalität verleugnet, lieber gar nicht genauer hinschaut, dann läuft man Gefahr, dass sich mehr daraus entwickeln könnte.

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    Ich habe den Verdacht, dass eine Gewaltphantasie, um bei unserem anschaulichen Beispiel zu bleiben, einem kariösen Zahn entspricht. Wenn dieser sauber versorgt ist, braucht sich niemand Sorgen zu machen, im Zweifel lasse ich aber lieber einen Zahnarzt drüber schauen.

    :)^:)^


    Ich habe auch eine ähnliches erlebt wie regina, auch wenn ich nicht das opfer war, sondern eine freundin von mir...


    Diese Freundin (devot) hatte ein Verhältnis mit unserem ehemaligen chef...


    jedenfalls hatten beide sm, anfangs hatte sie spass dran und ihr gefiel es so gedemütigt zu werden..


    diese "spielchen" wurden immer agressiver, bis sich die "rollenverteilung" auch auf die "realität" hin ausdehnte..


    er schlug sie, vergewaltigte sie in der arbeit (was definitiv keine spielchen mehr waren) etc.


    offiziell wusste ich von der ganzen sache natürlich nichts und gab mich ihm gegenüber normal, obwohl ich am liebsten ausgezuckt wäre...


    irgendwann war es dann soweit, dass er was getrunken hatte und hat sich mir anvertraut...


    er erzählte mir, dass seine leidenschaft immer mehr zur krankheit wurde, dass er sm beim sex nicht mehr von der realen welt unterscheiden kann.


    Diese Lust, die er im Bett dabei verspürte, dehnte sich mehr und mehr auf sein privatleben aus, er konnte die rolle des dominierenden nicht mehr loswerden, besonders nicht bei meiner freundin und bei seiner ex-frau, da sie es beim sex schon zugelassen hatten.


    er schlug und vergewaltigte beide, schlug seine kinder, vergewaltigte noch 2 weitere frauen (übrigens ist er jetzt gott sei dank in der anstalt)


    Ich verurteile niemanden der SM praktiziert, aber mir persönlich ist aufgefallen, dass die personen die bei sm dominant sind das oft auch ausserhalb des bettes sind und sich mit gewalt was erzwingen (wollen).


    ich will damit auch nicht sagen, dass jeder der SM praktiziert nicht ganz dicht ist - oh gott nein, wirklich nicht!!


    dennoch ufert das ganze bei manchen leuten derart aus, dass es eben krankhaft wird und sie nicht mehr anders "können".


    sobald dies eintritt liegt meiner meinung nach eine schwere psychische störung vor, die auf jeden fall behandelt gehört.


    Denn auch SM hat was mit einverständnis und vor allem vertrauen zu tun. ist dem nicht so, dann handelt es sich um eine vergewaltigung.


    phantasien sind in ordnung, wie schon gesagt wurde, "gedanken sind (teilweise)frei" solange diese gedanken nicht zwanghaft werden...


    bedenklich wären (meiner meinung nach) phantasien wo man ein kind vergewaltigt bzw. wo es sich nicht mehr um sm-vergewaltigungsphantasien (wo ich das einverständnis und vertrauen voraussetze) handelt..

    Bedenklich sind momentan auch PNs die ich bekomme.


    Sie sind nicht belästigend, ganz bestimmt nicht, die würd ich ja melden, aber sie haben doch den Tenor, dass ich gefragt werde, was ich bei der realen Vergewaltigung empfunden hab (ob ichs genossen hab).


    Es sind teilweise nette, ernstgemeinte Fragen, zeigen aber ganz deutlich, dass es hier Missverständnisse gibt, dass Realität und Fantasie nicht unterschieden werden.


    Ist das Thema doch zu heiß?


    Ich wollte doch die Realität ganz außen vor lassen, nur über die Gedanken sprechen, aber anscheinend geht das nicht.

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    aber sie haben doch den Tenor, dass ich gefragt werde, was ich bei der realen Vergewaltigung empfunden hab (ob ichs genossen hab).

    na sorry, solche leute sind wohl nicht ganz dicht :-/


    :°_

    Zitat

    Ich wollte doch die Realität ganz außen vor lassen, nur über die Gedanken sprechen, aber anscheinend geht das nicht.

    realität und gedanken sind manchmal sehr eng miteinander verbunden.. manche können es unterscheiden, manche nicht. und die, die es nicht können stimmen mich sehr bedenklich...


    ich glaub, dass niemand jmd vergewaltigen würde, der nicht schon mal solche gedanken im kopf gehabt hat.


    bzw. soll das nicht heissen, dass jeder, der solche gedanken hat gleich automatisch jemanden vergewaltigt..

    Danke Highart, der letzte Satz, der ist es, worauf es wirklich ankommt.

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    soll das nicht heissen, dass jeder, der solche gedanken hat gleich automatisch jemanden vergewaltigt..

    Und es heißt genauso wenig, dass jeder der davon träumt, eine reale Vergewaltigung will.


    Ich träume oft von Schlangen, deswegen begegne ich ihnen immer noch äußerst ungern...

    pathologisch

    Vielleicht sollet auch "pathologisch" definiert werden. :-D Ich habe den Eindruck, dass "pathologisch" nicht wertfrei und im Zusammenhang mit dem Text gelesen wird. Es wird etwas hineininterpretiert, was nicht da steht. Für mich bedeutet es nicht, dass etwas Pathologisches unbedingt schädliche Konsequenzen haben muss, weder für sich, noch für andere. Es kann aber sein, muss nicht sein. Ich finde, dass es eine Grauzone ist und es sowohl viele gibt, die weder sich noch andern mit ihren Fantasien schaden, unabhängig davon, worum es in diesen Fantasien geht, da sie sie als reinste Fantasien betrachten, dass es viele gibt, die sich durch ihre Fantasien schaden, weil dise Fantasien sich selbst betreffen, daraus Wünsche entstehen, die nicht realisierbar sind und beginnen Realität und Traum nicht mehr zu unterscheiden, dass es viele gibt, deren Fantasien irgendwann in Wünsche übergehen, es in die Tat umsetzen und sich und anderen schaden.


    Pathologisch beschreibt für mich auch nicht die Häufigkeit von Fantasien. Wenn ich mir jedes mal eine Fantasie heranziehe, um aus einem seelischen Loch zu kommen und ich jeden Tag in einem solchen Loch bin, dann würde ich das als pathologisch bezeichnen, genauso aber würde ich es als pathologisch bezeichnen, wenn das alle zwei Wochen, alle drei Monate oder alle drei Jahre vorkäme. Schadet es mir? Nein. Schade ich jemandem anderen? Schon gar nicht. Ich differenziere klar zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Wenn ich mir etwas in meiner Fantasie erschaffe, was es nicht gibt, was ich gar nicht will, dass es das gibt, so ist es für mich pathologisch (tue ich übrigens auch), unabhängig davon, worum es in dieser Fantasie geht. Dann käme die zweite Ebene der Betrachtung hinzu, worüber ich fantasiere, warum es diese Fantasie ist und nicht eine andere, usw. usw. und welchem Zweck diese Fantasie dient. Kinder z. B. erschaffen sich manchmal einen imaginären Freund. Er dient dem Zweck, dass sie sich nicht einsam fühlen.

    grundsätzlich deckt sich die Grundaussage dieses Fadens mit meinen Erfahrungen: Vergewaltigungsphantasien sind unter Frauen extrem verbreitet, gleichzeitig dürfte es kaum jemanden geben, der sich eine reale Vergewaltigung wünscht.


    Was mich nun fasziniert, ist die Tatsache, dass ich nun schon mehrfach gelesen habe, dass die Vergewaltigung wohl d i e Urangst der Frauen sind. Keine Furcht ist bei einer solchen Mehrheit so ausgeprägt, wie die der Vergewaltigung. Sie rangiert weit vor Mord, Krieg, Unfalltod usw. Ist diese vermeintliche Polarität nun Zufall, oder besteht ein Zusammenhang. Findet die ständige Furcht vor einer Vergewaltigung ihren Ausdruck in der Fantasie, oder gar umgekehrt? Kompensiert die Fantasie die zu einem gewissen Teil die Furcht. Oder ist die Fantasie einfach eine Art Relikt, lässt sie sich mit Selektion erklären (herrischer, dominanter, körperlich weit überlegener Mann = bessere Spermien), oder mit einer latenten Submissivität der Frau im Allgemeinen?

    Claudsia

    Ich finde, dass die Problematik daraus entsteht, dass eine Vergewaltigungsfantasie nicht wirklich eine Fantasie ist, sondern ein Traum, über etwas das in der Realität jederzeit vorkommen kann. Eine Märchenfee ist für mich Fantasie, ein dreiköpfiger Drache ist Fantasie, Harry Potter ist Fantasie, die Klingonen sind Fantasie, usw. usw. Von einer Vergewaltigung zu träumen, heißt für mich, von einer an sich in der Realität möglichen Situation zu träumen, sie aber doch nicht wirklich zu wollen und darüber zu fantasieren, dass einem diese Situation gefällt. Das Fantastische daran sind die Verschiebungen der moralischen Werte.

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    Ist das Thema doch zu heiß?

    Ich finde nicht, dass es zu heiß ist, sondern dass wohl jeder dieses Thema anders angeht.

    Zitat

    Ich wollte doch die Realität ganz außen vor lassen, nur über die Gedanken sprechen, aber anscheinend geht das nicht.

    Du hast danach gefragt, ob alle Frauen Vergewaltigungsfantasien haben und die Schwierigkeit ergibt sich schon mit dem Begriff Vergewaltigungsfantasie, denn Du bist eine der wenigen, die Vergewaltigungsfantasien im ursprünglichen Sinne des Wortes Vergewaltigung haben. Ich finde aber, dass man nicht davon ausgehen kann, dass jeder mit seinen Fantasien so umgeht wie Du und man kann auch nicht davon ausgehen, dass jeder klar zwischen Fantasie und Wirklichkeit unterscheiden kann.

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    bzw. soll das nicht heissen, dass jeder, der solche gedanken hat gleich automatisch jemanden vergewaltigt..

    Danke Highart, der letzte Satz, der ist es, worauf es wirklich ankommt.

    :)^

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    ich glaub, dass niemand jmd vergewaltigen würde, der nicht schon mal solche gedanken im kopf gehabt hat.


    bzw. soll das nicht heissen, dass jeder, der solche gedanken hat gleich automatisch jemanden vergewaltigt..

    es ist nur so ein gefühl, dass ich durch nichts belegen kann, aber ich glaube die fantasien eines mannes, der eine reale Vergewaltigung vornimmt, allgemein zerstörerische Tendenzen haben, ohne dass sie eine Vergewaltigung beinhalten müssen oder sie zumindest durch VF dominiert würden.


    Anders ausgedrückt: ich halte es für denkbar, dass ein mann, der nie oder kaum an vergewaltigungen gedacht hat, sondern eher an mord, chaos, sprengstoff und der am strand sandburgen anderer leute zerstört, zum vergewaltiger wird, wenn er sich plötzlich mit einer sich bietenden gelegenheit konfrontiert sieht.


    man kann mir allerdings gerne widersprechen, wie gesagt: nur ein gefühl.

    Theoriephilister

    solche Art von VG gibt es sicherlich auch, aber der typische Vergewaltiger hat in der Regel ein psychisch gestörtes Verhältnis zu Frauen und zur Sexualität.


    Dies hat mir zumindest mal ein Kripobeamter erzählt. Der kleinere Teil sind diejenigen, die es einfach nur geil finden eine Frau mit Gewalt zum Sex zu zwingen.

    Zitat

    wenn er sich plötzlich mit einer sich bietenden gelegenheit konfrontiert sieht.

    Diese Gelegenheiten gibt es jeden Tag. Ich gaube, dass es in den meisten Fällen vorsätzlich ist.

    diese gelegenheiten gibt es vielleicht täglich, wenn man sie sucht. aber wenn ich einfach nur meinem täglichen leben nachgehe, komme ich doch eher selten in eine situation, die eine vergewaltigung "nahe legt", also frau und ich alleine, niemand in hörweite, sie schwächer, ich in entsprechender "stimmung", etc.

    Aber daß du diese PNs bekommst, verwundert mich nicht wirklich Claudsia-und auch die Frage nach der realen Vergewaltigung! Denn immerhin hast du ja preisgegeben, daß du trotz dieses schlimmen Erlebnisses noch immer diese Fantasien hast-da drängt sich diese Frage ja nachgeradezu auf! Denn für mich ist das ebenso unvorstellbar! Und da spielt die Realität eine zu große Rolle, als daß man es nur auf Fantasien beschränken könnte!

    Zitat

    wenn man sie sucht

    ist es vorsätzlich und glaube ich der Regelfall.

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    aber wenn ich einfach nur meinem täglichen leben nachgehe, komme ich doch eher selten in eine situation

    z.B. im Parkhaus, oder Parkplatz vor der Disco, am Strand, Möglichkeiten gibt es genug und in Kombi mit Alkohol passiert auch viel im Privatbereich.

    Also mal zum Thema, auch wenn ich sehr ungern darüber rede.


    Wenn ich eine erlebte Vergewaltigung genieße, ist es keine.


    Unter Vergewaltigung verstehe ich Sex gegen meinen Willen. Ich habe nein gesagt und mich gewehrt.


    Und damit erübrigt sich meiner Ansicht nach jede Frage, ob ich irgendetwas genossen hab.


    Ich hatte eine Darmspiegelung, trotzdem mag ich AV auch in Gedankenspielereien.


    Auch wenn ich ab und zu an die Spiegelung denke dabei...:-/


    Das eine (Fantasie) hat mit dem anderen (Realität) herzlich wenig zu tun.