Und ich beschäftige mich auch nicht mit den Gedanken, sie sind einfach da. Da hast du nur zwei Möglichkeiten, sie akzeptieren und genießen oder sie verleugnen und dich dafür zu Tode schämen.


    Ich habe mich für ersteres entschieden.

    Ich

    glaube nicht, dass es den "kritischen" Betrachtern hier um das Schämen geht. Sondern darum, wo diese Fantasien herkommen und warum sie da sind. Und natürlich sind die Gedanken frei, aber auch mich fasziniert es fast ein wenig, aber erschreckt mich auch in hohem Maße, dass jemand solche Fantasien hat. Besonders jemand, der eine wirkliche Vergewaltigung erlebt hat. Ich verurteile keineswegs, das steht auch niemandem zu, aber ich würde es gerne verstehen, nachvollziehen können.


    Die Sache mit der Gefahr darin sehe ich natürlich auch, aber ich stehe dem nicht ganz so kritisch gegenüber. Aber eines steht fest:


    Wir Menschen ticken manchmal sehr merkwürdig.


    ;-D:-D

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    Und noch mal (wieder ne falsche Taste gedrückt:-/)Dancer

    Zitat

    ich will meine Phantasien auch leben. Ich halte nichts von Gedanken, die man nicht ausleben kann. Damit beschäftige ich mich gar nicht.

    Das ist bei mir nicht so. Es besteht ja auch ein enormer Reiz darin, sich Dinge vorzustellen und auszumalen, die eben nicht in der Realität umsetzbar sind.


    So stelle ich mir z.B. sehr oft vor, dass ich mich von 2 Männern gleichzeitig verwöhnen ließe. Hege ich aber den Wunsch, dies auch umzusetzen? Nein, weil es eine geile Fantasie ist und diese auch bleiben soll. Ich hätte es vor vielen Jahren haben können, aber ich habe mich dann doch dagegen entschieden, weil der Mann, in den ich verleibt war damals ganz klar im Vorteil gewesen wäre. Den anderen hätte ich links liegen lassen, weil er mich sexuell nicht angezogen hatte. Wo ist dann der Sinn eines Dreiers? Nein, ich "benutze" diese Fantasie quasi nur. Und an diesen Erzählungen meiner Fantasien hat mein Partner sehr viel Spaß. Und das widerum genieße ich dann.

    Dancerinthedark

    Zitat

    das ist aber nur bei dir so. Das ist ja auch für dich o.k. so. Aber ob andere das so strikt trennen können?

    Die einen können es, andere nicht. Ich kann es z. B. auch. Ich finde, es ist wie mit jeder menschlichen Fähigkeit, wozu sie benutzt wird, ist subjektiv.

    Zitat

    ich will meine Phantasien auch leben. Ich halte nichts von Gedanken, die man nicht ausleben kann. Damit beschäftige ich mich gar nicht.

    Das sehe ich etwas anders. Fantasien will ich z. B. auch gar nicht leben. Das sind für mich absolut abstrakte Bilder, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben, keine realen Menschen betreffen, ich bin kein Inhalt dieser Fantasien, weder passiv noch aktiv. Hingegen bin ich keine Träumerin. Für mich wären das also keine Vergewaltigungsfantasien, sondern Vergewaltigungsträume, wie Tagträume, in die man sich hineinflüchtet, wie z. B. darüber zu träumen, dass man anders lebt, man sich aber nicht traut, usw. Warum, weil ich zu diesen Fantasien keinerlei sexuelle Erregung versprüren würde - an meinem Gemütszustand würde sich nichts ändern.


    Ich würde den Unterschied darin festmachen, sich selbst so sehen zu wollen, was in der Vorstellung abläuft, selbst irgendwie ein Inhalt zu sein oder eine unbewusste Neigung hineinzuprojizieren, und mit diesem Inhalt bei sich ein Gefühl hervorzurufen, was sonst in der Realität nicht da ist. Ich denke, die Grenze zwischen Fantasie und Traum verläuft bei jedem anders, oder ist gar nicht da. Ist es Fantasie, wenn jemand meint Napoleon zu sein?? Das Schwierige daran ist wirklich, dass nur derjenige wissen kann, ob er zwischen Realität und Fantasie unterscheiden kann. Solange es nur ein Kopfkino ist, spielt es keine Rolle. Hätten Menschen keine Fantasie, gäbe es keine Horrorfilme, Alice im Wunderland, Star Trek, usw. usw. und nicht nur das. War es Fantasie, als Thomas Alva Edison ein Fantast? Wohl nicht. Erfinder brauchen Fantasie. Für gewisse Berufe ist diese Fantasie sogar unabdingbar. Der Unterschied zwischen Mensch und Tier besteht im abstrakten Denkvermögen, aber manche können mit dieser Fähigkeit nicht umgehen. Allerdings weiß man nicht, wie diese Filme von den einzelnen Zusehern aufgefasst werden, ob sie nur wahrnehmen, oder ob sie sich mit einer Gestalt identifizieren und womöglich bei dieser Identifikation bleiben. Ich finde, dasselbe gilt für das Kopfkino, welchen Begriff man da nun auch benutzen mag.

    Claudsia

    Zitat

    Und ich beschäftige mich auch nicht mit den Gedanken, sie sind einfach da. Da hast du nur zwei Möglichkeiten, sie akzeptieren und genießen oder sie verleugnen und dich dafür zu Tode schämen.


    Ich habe mich für ersteres entschieden.

    Das klingt, als wärst Du nicht Herrin Deiner Gedanken, sondern umgekehrt, als würdest nicht Du entscheiden woran Du denks, welchen Gedanken Du hast. "Die Gedanken" - findest Du, dass sie ihren eigenen Willen haben?

    Nur präzisieren, wie nach meinem Begreifen "die Gedanken" hier zu verstehen sind.


    Natürlich kann man "Gedanken" in gewisser Weise kontrollieren. Gedanken an eine Vergewaltigung kommen hoch -> schnell an was anderes denken, z.B. an Muscheln. Auch kann sich mit Sicherheit ablenken und somit über die Gedanken eine gewisse Kontrolle ausüben, sie quasi unterdrücken.


    Aber ursächlich für diese Gedanken sind eben bestehende Neigungen oder auch Wünsche. Ich als Spanking-Anhänger kann natürlich vermeiden ans Hinternversohlen zu denken. Die Neigung hierzu werde ich aber mit Sicherheit nicht Bekämpfen können, sie ist da, ich kann ihr verbieten, meine Gedanken zu entern, aber nicht mehr.


    Und so muss nach meiner Auffassung auch Claudias Aussage deuten. Sie kann nichts gegen ihre Neigung tun, sie ist vorhanden. Also gesteht sie sich sie wenigstens ein und lebt somit mit den aus ihr resultierenden Gedanken, anstatt sie zu unterdrücken.

    Zitat

    Ich verurteile keineswegs, das steht auch niemandem zu, aber ich würde es gerne verstehen, nachvollziehen können.

    regina, das ist aber schwer. Warum stehen manche auf Natursekt und Kaviarspiele, stehn die einen auf anal, die anderen finden das wiederlich????


    Ich denke es ist halt so entweder man steht drauf und findet es geil oder halt eben nicht. Nachvollziehbar wird das für jemand der nicht drauf steht niemals sein, auch wenn man noch so gut erklärt was und warum einem den kick dran gibt.

    Zitat

    Aber ursächlich für diese Gedanken sind eben bestehende Neigungen oder auch Wünsche. Ich als Spanking-Anhänger kann natürlich vermeiden ans Hinternversohlen zu denken. Die Neigung hierzu werde ich aber mit Sicherheit nicht Bekämpfen können, sie ist da, ich kann ihr verbieten, meine Gedanken zu entern, aber nicht mehr.


    Und so muss nach meiner Auffassung auch Claudias Aussage deuten. Sie kann nichts gegen ihre Neigung tun, sie ist vorhanden. Also gesteht sie sich sie wenigstens ein und lebt somit mit den aus ihr resultierenden Gedanken, anstatt sie zu unterdrücken.

    sehe ich genauso, es ist ne Frage der neigung und veranlagung. Und die Neigung selber ist nicht "wegzumachen".


    Entweder man akzeptiert sie oder unterdrückt die daraus resultierenden Vorstellungen.

    Labbygirl und Theoriephilister, ja, genauso sehe ich es auch. Es ist nicht nachvollziehbar, auch nicht für mich selbst, weil wenn ich drüber nachdenke, sperre ich mich selbst ins Irrenhaus.


    Ich bin jedoch weder verrückt, noch gemeingefährlich, sondern trenne ganz einfach zwischen Realität und Traum (oder wie man es nennen mag) und denke einfach nicht drüber nach.


    Natürlich haben diese "Gedanken" oder Träume ihren eigenen Willen, aber die Realität wird davon nicht beeinflusst, weil sie eben in ihrer eigenen Welt sind, sie beherrschen in keiner Weise mein Handeln in der Realität. Da bin ich schon Herrin im Haus.

    Zitat

    Das Schwierige daran ist wirklich, dass nur derjenige wissen kann, ob er zwischen Realität und Fantasie unterscheiden kann. Solange es nur ein Kopfkino ist, spielt es keine Rolle. Hätten Menschen keine Fantasie, gäbe es keine Horrorfilme

    So wie es Kleio erklärt, das finde ich gut nachvollziehbar. Gerade bei Horrorfilmen, da werden manche angesprochen auch von den Gewaltorgien, und immer wieder gab es Beispiele, wo Leute das nicht mehr unterscheiden konnten und den Traum in die Wirklichkeit holten.


    Vielleicht kann ich es deshalb nicht aufschreiben (ich hab mir schon oft überlegt, warum das nicht geht) vielleicht ist das die Erklärung dafür, weil ich es nämlich in eine Wirklichkeit holen würde, wo es meiner Ansicht nach nichts verloren hat, weil es dann in irgendeiner Weise Gestalt annimmt.


    Ich mag übrigens keine Horrorfilme. Schon bei den alten Vampirfilmen ist bei mir Schluss. Ich mag das nicht SEHEN.


    Das würde zu dieser Erklärung passen...

    Theoriephilister

    Zitat

    Nur präzisieren, wie nach meinem Begreifen "die Gedanken" hier zu verstehen sind.


    Natürlich kann man "Gedanken" in gewisser Weise kontrollieren. Gedanken an eine Vergewaltigung kommen hoch -> schnell an was anderes denken, z.B. an Muscheln. Auch kann sich mit Sicherheit ablenken und somit über die Gedanken eine gewisse Kontrolle ausüben, sie quasi unterdrücken.


    Aber ursächlich für diese Gedanken sind eben bestehende Neigungen oder auch Wünsche. Ich als Spanking-Anhänger kann natürlich vermeiden ans Hinternversohlen zu denken. Die Neigung hierzu werde ich aber mit Sicherheit nicht Bekämpfen können, sie ist da, ich kann ihr verbieten, meine Gedanken zu entern, aber nicht mehr.

    Ich finde, Du sprichst da einen wichtigen Punkt an. Wenn Du das als Deine Neigung ansiehst, so ist das für mich in Ordnung.


    Als allgemeingültig, würde ich das so nicht stehen lassen. "Ich habe diese Neigung, und es ist in Ordnung", ohne die Ursache festzustellen, wäre für mich schon einmal ein Zeichen fehlender Selbstkenntnis und fehlendes Selbstbewusstsein. Auch hieße es, dass jegliche Psychologie oder Therapie nur soweit reichen kann, dass man lernt, mit seiner Neigung umzugehen, also diese zu kontrollieren, aber nicht zur Erkenntnis, dass es möglicherweise ein anerlerntes Verhalten ist und gar keine Neigung im eigentlichen Sinne, sondern nur ein Puffer für etwas anderes. Damit wäre es aber kein Gedanke aufgrund von Neigungen, sondern eine Neigung aufgrund von Gedanken. Es hieße, dass Menschen zwar in der Lage sind ihr abstraktes Denkvermögen für Fantasien einzusetzen, aber nicht für Vernunft. Konditionierung kann auch dazu führen und führt auch oft dazu, dass man meint, gewisse Neigungen zu haben und bei genauem hinschauen feststellt, dass es nur eine Vorstellung ist. Die ganze Werbung funktioniert so, dass sie zur Manipulation eingesetzt wird Menschen soweit zu konditionieren, dass sie meinen, sie würden etwas von sich aus wollen. Menschen meinen dann, dass sie aufgrund ihrer Bedürfnisse dazu neigen, einen Fünftwagen kaufen zu müssen, Schönheitsoperationen durchführen zu müssen, schlank sein zu müssen, die neueste Mode tragen zu müssen, usw. usw. Ganze Industriezweige existieren nur durch diese Methode. Aber die meisten sind sich dessen mittlerweile bewusst. Wenn diese Methode aber dazu führen kann, dass Menschen meinen eine Neigung zu haben, die eigentlich gar nicht da ist, dann ist es doch erst recht vorteilhaft, die Ursache herauszufinden und sich zu fragen: "Will ich diesen Wagen wirklich?" und wenn die Antwort ja lautet, dann stellt man sich die nächste Frage: Warum will ich den Wagen? Ich finde, das es keine Rolle spielt, um welche Neigung es geht. Die wenigsten Kinder werden mit dem Bedürfnis auf die Welt kommen, dass sie Schmerzen genießen oder es genießen anderen solche zuzufügen, oder hast Du schon einmal ein Baby erlebt, dass nicht geschrien hätte, das wonnig kreischt und gluckst, wie es Babys so tun, wenn Du es kneifst?? Kann ein Kind von Dingen träumen, das es nicht kennt? Also hat es eine Ursache, wodurch es dies irgendwann lernt und assoziiert. Ich will damit jetzt auch nicht sagen, dass es nicht so ist, denn es gibt durchaus Menschen, die Schmerz genießen und diese Neigung dann durch Fanstasien befriedigen. Ich finde nur, dass die Ursache wichtig ist.

    Zitat

    Und so muss nach meiner Auffassung auch Claudias Aussage deuten. Sie kann nichts gegen ihre Neigung tun, sie ist vorhanden. Also gesteht sie sich sie wenigstens ein und lebt somit mit den aus ihr resultierenden Gedanken, anstatt sie zu unterdrücken.

    Ich verstehe nicht, was Du mit Gedanken unterdrücken meinst. Man entscheidet doch selbst, woran man denkt. "Die Gedanken" kommen doch nicht selbständig daher. Es ist doch egal, ob man Gedanken als Fantasien, Vorstellungen, Träume, Vernunft benennt - es sind alles Gedanken und die werden von einer Person gedacht.

    Claudsia: Ich habe keine Mordphantasien, deshalb stellt sich die Frage nicht.


    Das ist ja bei dir anscheinend anders? Dann stimme ich dir zu, du hast nur die Möglichkeit, sie zu akzeptieren.