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    Fakt ist, dass es zum evolutionären Erbe zählt, sich für bestimmte Tätigkeiten wie z.B. längere Verdauungsabschlussakte oder auch Sex zurückzuziehen, denn während dieser Akte war/ist der Mensch abgelenkt und weniger wehrhaft gegenüber möglichen Angriffen. "Scham" ist in diesen Fällen absolut sinnvoll.


    zuendstoff

    ;-D;-D;-D;-D;-D;-D;-D


    Wenn ich mir Toiletten in so manch antiken Stätten anschaue, kann das mit Evolution nicht so ganz hinhauen.


    http://mainzauber.de/blog09/wp…oads/2009/11/kloantik.jpg


    http://www.traveljournals.net/…toilet-ephesus-turkey.jpg

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    Es gibt immer Normabweichungen. Wenn jemand "vor Publikum poppt", wie du sagst, ist das jedenfalls nicht normal.


    Belladonna87

    Andere Völker andere Sitten. In unseren breiten mag das nicht normal sein, ein großer Teil der Bevölkerung hat wohl heimlich diesen Wunsch.


    In anderen Völkern sah das schon ganz anders aus.

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    Es gab keine öffentliche Toiletten, und es galt im Mittelalter durchaus nicht als unstatthaft, seine Notdurft in aller Öffentlichkeit zu verrichten.

    http://www.viennatouristguide.…er/Teil_07/alltagma07.htm


    Und man denke an den Donnerbalken, aber da können unsere Damen ja nicht mitreden.

    http://geschichte-westeuropa.s…e_geschichte_der_toilette

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    Die Bademode im Mittelalter spielte sich hauptsächlich auf dem Kopfe der Badenden ab. Vor allem die badefreudigen Damen übertrumpften sich gegenseitig mit den ausgefallensten Kopfbedeckungen. Und die sonstige Badebekleidung? - Die gab es nicht. Aus dem moralischen und religiösen Selbstverständnis heraus war eine Bekleidung im Bade auch unnötig. Nacktbaden, ohne Bekleidungsregeln und hindernder Moral, entsprach den sinnesfreudigen Auffassungen des Mittelalters. Zum fröhlichen Schwatz, zu Schmaus und Trunk, zum Lautenspiel, Gesang und anschließenden Lustbarkeiten trafen sich Badende beiden Geschlechts im Mittelalter (14./15. Jahrhundert) im Badehaus der Stadt. Das Baden im selben Zuber galt als normal. In der Mitte lag ein Serviertisch über den Bottich, überladen mit Essen und Trinken.

    http://webcache.googleusercont…&cd=4&hl=de&ct=clnk&gl=de

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    Vergesst dieses Märchen

    eigene Erlebnisse sind keine Märchen. Nimm es einfach zur Kenntnis, dass es eben nicht so trivial gesagt werden kann, dass das Schamgefühl anerzogen ist.

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    Erstens rede ich nicht nur vom Freundeskreis, sondern vom Bekanntenkreis, inkl. Schule und Freizeit. Dazu gehören dutzende von Personen, die du nicht kennst und folglich auch nicht einordnen kannst.

    Auch wenn du den Bekanntenkreis meiner Kinder in Zweifel ziehst ...ich würde ihn nicht genug kennen...- ich behaupte nach wie vor, dass der Bekanntenkreis eher keinen wesentlichen Einfluss bezüglich des Schamgefühls auf meine Kinder hatte. Meine eigene persönliche Entwicklung kenne ich am besten- die kann mir keiner in Abrede stellen. Schamgefühl ist nicht zwingend anerzogen.


    Im Übrigen habe ich durch das Erleben meiner eigenen Kinder (auch im Zusammenhang mit meinem eigenen Erleben) so manche meiner früher akzeptierten Theorien über den Haufen geworfen: dazu zählt z.B. auch die Theorie, Jungen würden auch gerne und in gleicher Weise wie Mädchen mit Puppen spielen, wenn man sie nur ließe ...


    Ich muss heute einsehen, dass beim Menschen mehr genetisch veranlagt ist, als wir manchmal eingestehen wollen.


    Aber: Immerhin ist Mensch trotz seiner Veranlagung "umlernbar" ;-D.

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    ...und woher kommen die sozialen Erwartungen? Fallen die vom Himmel?

    Nein, die werden vom (ganzen) Umfeld geprägt, sind aber definitiv NICHT angeboren ;-)

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    eigene Erlebnisse sind keine Märchen

    Theoretisch nicht :)z aber manche Menschen zählen es auch zu ihren "Erlebnissen" von Ausserirdischen entführt worden zu sein :)D "Erlebnisse" scheinen in der Praxis also sehr subjektiv

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    die Theorie, Jungen würden auch gerne und in gleicher Weise wie Mädchen mit Puppen spielen, wenn man sie nur ließe ...

    Halte ich auch für Quatsch, mein Junge widerlegt diese These völlig

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    Meine eigene persönliche Entwicklung kenne ich am besten- die kann mir keiner in Abrede stellen. Schamgefühl ist nicht zwingend anerzogen.

    Völlig richtig. Mein Schamgefühl prägte sich von ganz allein aus, obwohl meine Eltern alles andere als prüde sind.

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    Ich muss heute einsehen, dass beim Menschen mehr genetisch veranlagt ist, als wir manchmal eingestehen wollen.

    Wieder mal hast du völlig Recht, sensibelman. Vieles ist angeboren, viele Gesten sind in die Wiege gelegt. Auf der ganzen Welt sind Nicken und Kopfschütteln für Ja und Nein und das Hochrecken der Faust für Sieg verständlich, diese Dinge müssen wir nicht erlernen. Mit dem Schamgefühl ist es ähnlich, ab der Pubertät weiß man fast instinktiv, was bedeckt werden muss.


    Ganz ehrlich: Mich würde es echt interessieren, wie FKKler das schaffen, sich gar nicht zu schämen, vor Fremden nackt zu sein. Ist fast bewundernswert ;-)

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    Auf der ganzen Welt sind Nicken und Kopfschütteln für Ja und Nein und das Hochrecken der Faust für Sieg verständlich, diese Dinge müssen wir nicht erlernen.


    Belladonna87

    Mann du bist so kleingeistig, weißt noch nichts von der Welt kannst aber alles erklären.

    Und langsam bin ich es leid, für deine Allgemeinbildung zu sorgen.

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    Und langsam bin ich es leid, für deine Allgemeinbildung zu sorgen.

    Seit wann sorgst du denn für meine Allgemeinbildung? *lachmichweg* Wirst du dafür bezahlt? Kümmer dich erst mal um deine eigene %-| Die hochgereckte Faust für Sieg gibts in allen Kulturen, das kannst du überall im Web nachlesen. Und nicken und Kopfschütteln gibt es in den meisten Kulturen. So und jetzt bin ich es leid mich von dir nerven zu lassen...

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    Mein Schamgefühl prägte sich von ganz allein aus, obwohl meine Eltern alles andere als prüde sind

    Von ganz allein durch die Einwirkung deiner Umwelt ;-) wären da alle nackt durch die Gegend gelaufen, dann wärs auch für dich das Normalste der Welt

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    viele Gesten sind in die Wiege gelegt

    Ein Baby kann lächeln oder weinen ohne es zu lernen, aber alle Siegeszeichen und dergleichen sind ganz klar erlernt und nicht angeboren

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    Mich würde es echt interessieren, wie FKKler das schaffen, sich gar nicht zu schämen, vor Fremden nackt zu sein. Ist fast bewundernswert

    Was sollte es da zu schämen geben???

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    wären da alle nackt durch die Gegend gelaufen, dann wärs auch für dich das Normalste der Welt

    Ich hätte mich trotzdem bedeckt, glaub es mir doch. FKK ist nicht jedermanns Sache. Ich habe auch schon von FKK-Familien gelesen, bei denen sich die Kinder ab der Pubertät vor den Eltern schämten. Ab einem gewissen Alter schämt man sich eben, da können Eltern und Umfeld noch so "offen" und locker sein.

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    aber alle Siegeszeichen und dergleichen sind ganz klar erlernt und nicht angeboren

    Nein, sogar geburtsblinde Sportler recken nach einem Sieg die Faust in die Luft. Ein Mensch ist wie alle Lebewesen das Produkt seiner Gene. Unsere Umwelt kann uns nur innerhalb unseres genetischen Rahmens prägen. Wahrscheinlich fehlt mir schlicht die Veranlagung, ohne mich zu schämen nackt in der Öffentlichkeit rumlaufen zu können.

    Ich werde im Herbst sechzig und muss leider sagen, dass die Menschen in Deutschland immer verklemmter werden. Vielleicht liegt es an den vielen Menschen aus dem arabischen/vorderasiatischen Raum, die mit Nacktheit und sexueller Offenheit große Probleme haben, besonders wenn es sich bei den "feien" Menschen auch noch um Frauen handelt.


    Ich selbst bin Nudistin und gehe seit über 35 Jahren wöchentlich mindestens einmal in die gemischte Sauna. Ich schäme mich für keine Stelle meines Körpers und ich zeige mich gerne. Und bis heute gibt es immer wieder knackige junge Männer, die... :p>

    Ob angeboren oder erworben, ist doch egal. ICH mag es nicht, nackt gesehen zu werden, das allein zählt. Wer damit kein Problem hat, Glückwunsch, das macht das soziale Leben einfacher, beispielsweise in Sauna oder im Sportunterricht. Aber wer damit Probleme hat, hat sie nun einmal, aus welchen Gründen auch immer. Ich finde, das sollte jedem zugestanden werden und stelle das auch bei niemand in Frage.

    Jo, afri.


    Wenn jeder seine Vorstellung leben kann ist das ja auch kein Problem.


    Wenn jemand in Burka rumlaufen will, soll er,solange ich nicht muss.


    Wo nun ist das Problem, wenn jemand nackt rum laufen will, er aber nicht andere zwingt auch nackt zu sein?

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    Wo nun ist das Problem, wenn jemand nackt rum laufen will, er aber nicht andere zwingt auch nackt zu sein?

    hi hannibal,


    da will ich mich mal outen ;-)


    also... obwohl sich schon einiges an meiner inneren einstellung geändert hat, werde ich es wohl nicht mehr bis zur überzeugten nudistin schaffen (vielleicht im nächsten leben ;-)). im prinzip könnte von mir aus jeder so umherlaufen wie er mag. dennoch wäre es mir recht, wenn die mehrheit der gesellschaft angezogen bleibt. ich kann mich noch gut an die vertrackten situationen in meiner sturm- und drangzeit erinnern. sobald es darum ging sich innerhalb der clique auszuziehen (flaschendrehen oder baggersee nach party etc.), hatte ich gewissermaßen die wahl zwischen pest und cholera. entweder als verklemmt dastehen oder mitmachen. ich fand "spaßbremse sein" schlimmer und habe deshalb notgedrungen mitgemacht. wenn um mich herum nun plötzlich alle nudisten würden, würde ich wahrscheinlich eher mein ding durchziehen, also nicht mitmachen. glücklich wäre ich damit nicht. deshalb bin ich ganz froh, dass es so ist, wie es ist.