Das hört man häufig, Religion ja, Kirche nein. Aber die Kirche ist letztlich die Vermittlung von Religion, Religion würde ohne eine Gemeinschaft, die den Glauben tradiert, verloren gehen. Jedenfalls diese eine bestimmte Religion.


    Unsere heutigen Kirchen sind verknöcherte Institutionen geworden, deshalb haben sie kaum noch Charisma. Und wenn sie welches haben, dann bei bestimmten Gelegenheiten und Veranstaltungen, aber nicht mehr als Normalfall. Das ist das Problem und bürokratische Diskussionen darüber, ob Geschiedene zu den Sakramenten zugelassen werden oder nicht (aktuelles Beispiel) machen deutlich, WIE verknöchert sie sind.


    Habe heute in der Zeitung gelesen, dass die Jugend dem Papst zujubelt, aber in den Campinglagern liegen die Kondome herum. Mit anderen Worten, jeder macht was er will. Man nutzt die Kirche nach Lust und Laune.

    kadda

    Die evangelische Kirche hat ähnliche Probleme, auch ohne die Verbote und Gängeleien. Die Leute erscheinen nicht mehr oder nur zu bestimmten ihnen passenden Gelegenheiten. Sie ist ebenso verknöchert, nur nicht so extrem in ihrer Moral, aber andereseits ist sie häufig absolut blutleer.


    Und dennoch sind es die Kirchen, die Religion verbreiten. Es gehört immer noch zusammen. Religion ist die Essenz, nur die Kirchen werden ihr nicht gerecht.


    Würde man sie von heute auf morgen abschaffen, entständen womöglich wieder Gemeinschaften, die den Glauben auf eine heute passendere Art weiterleben ließen, womöglich sogar mit einigen der alten Rituale und Lieder. Was die Leute abstößt, ist die Langeweile, der Trott. Es kann nicht nur der Papst sein, sonst hätten ja die evangelischen Landeskirchen einen regen Zulauf.

    Johannsoner

    Zitat

    Woraus ist wohl die Kirche entstanden ?!?! Weil irgendjemand gesagt hat: Dort sei nun eine Kirche mit 1 Milliarde Gläubigen.


    Oder weil sich die Leute dazu entschieden haben ?

    Wohl eher, weil irgendjemand mal angefangen hat, den Glauben der Jesusanhänger auszunutzen, um in institutionalisiertem Rahmen seine persönliche Macht auszubauen. Die Motive dafür gingen bestimmt teils aus "göttliche Visionen" hervor, bestimmt aber auch aus berechnender Raffgier und Sadismus.


    Du solltest nicht vergessen, dass die Kirche den Menschen anfangs nicht so barmherzig war, wie sie heute ist.

    Zitat

    Wohl eher, weil irgendjemand mal angefangen hat, den Glauben der Jesusanhänger auszunutzen...

    Aha...warum haben die Moslems dann Kirchen bzw. Moscheen? Und seit wann sind/waren sie Jesusanhänger? Hat man sie auch ausgenutzt?

    Religion und/oder Kirche

    Ja, ja es muss getrennt werden, gehört aber doch zusammen. Ohne Religion gäbe es einfach keine Institution, die sich darum kümmert und ohne Institution gäbe es keine Religion. Jede Naturreligion hat ihren Schamanen, der dann auch die Institution (allerdings sehr einsam) vertritt und darstellt.


    Kirche ist dazu da das Christentum zu kommunizieren, nach innen und nach aussen. Ist nur noch die Frage, wie sie das macht (egal, ob kath. oder evang.)

    Zitat

    Es kann nicht nur der Papst sein, sonst hätten ja die evangelischen Landeskirchen einen regen Zulauf.

    Ja, das wäre schön, wenn nur der Papst dran schuld wäre. Aber es ist schon erstaunlich, dass dieser knackkonservative Papst doch wieder alle auf seiner Seite hat, oder?


    Es scheint doch aber so, dass die Leute einfach (s)eine Ansage hören wollen, damit sie sich dann auch wieder davon distanzieren können. Ist vielleicht aber auch nicht die schlechteste Haltung, oder?


    Im Übrigen: Es ist schon ein Happening, was der Vatikan da veranstaltet. Als ob die Beatles wieder auferstanden wären. Alle kreischen.


    Aber ich habe so den Verdacht, dass das auch mit dem Ritual einfach zu tun hat. Ich meine, wir wurden Tagelang über die rituellen Gepflogenheiten des Konklaves unterrichtet - jeder weiß Bescheid, wie es geht - und dann wollen wir eben noch wissen, wie es ausgeht. Seltsam.

    Nur mal so am Rande. Bei der Hochzeit meines Bruders, war es der evangelische Pfarrer, der keinen Ökumenischen Gottesdienst wollte. Er wollte keinen katholischen Pfarrer in seiner Kirche.


    Wird die dadurch entweiht? Dubios.


    Noch mal zur chancengleichheit. Im allgemeinen bin ich sehr dafür, daß jeder ausnahmslos alles machen DARF. Ob es dann auch wirklich hinhaut, ob der Qualifikation, ist ja was ganz anderes.


    Andererseits bin ich aber auch sehr für Tradition. Und dies ganz besonders in der Kirche. Und aus meiner katholischen erfahrung/Tradition heraus, ist eine evangelische Pfarrerin schon sehr gewöhnungsbedürftig. Scher geht es, ist halt nur komisch für mich.


    Vielleicht sollte man es wirklich einfach erlauben. Mal sehen, was wird

    Zitat

    Andererseits bin ich aber auch sehr für Tradition. Und dies ganz besonders in der Kirche. Und aus meiner katholischen erfahrung/Tradition heraus, ist eine evangelische Pfarrerin schon sehr gewöhnungsbedürftig. Scher geht es, ist halt nur komisch für mich.


    Vielleicht sollte man es wirklich einfach erlauben. Mal sehen, was wird

    Immerhin ehrlich ;-)

    @ obmar,

    als ich konfirmationunterricht hatte (und ich bin nur sehr widerwillig hingegangen) da hatte ich eine super pfarrerin. recht jung, locker und überhaupt nicht so verknöchert. und so kommt religion auch wieder besser rüber, finde ich

    obmar

    Ich weiß nicht wie alt du bist, aber es gab eine Zeit, als es noch keine weiblichen Ministranten gab. Hat sich auch jeder dran gewöhnt. Es ist Gewöhnungssache, und das dir das zunächst mal seltsam vorkommt ist nachvollziehbar. Aber ein oder zwei Generationen weiter ist das kein Thema mehr. Die wachsen damit auf, falls sie überhaupt noch mit Kirche in Berührung kommen.


    Ich hatte von Kind an mit Pfarrerinnen zu tun. Mir ist das Geschlecht nicht wichtig, sondern was sie rüberbringen, wenn sie überhaupt dazu in der Lage sind. Die Kirchen sind hoffnungslos unspirituell, das ist das Hauptproblem.

    Spiritualität

    Zitat

    Die Kirchen sind hoffnungslos unspirituell, das ist das Hauptproblem.

    Das finde ich einen interessanten Beitrag. Wirklich. In der Schroffheit würde ich es zwar nicht sagen, aber es bringt etwas auf den Punkt.


    Und vielleicht wäre da wieder ein Verbindungspunkt zwischen Religion und Sex: Spiritualität.


    Ich will ja jetzt kein Tantra oder so, aber wie wäre das: Heiliger Geist. ;-) Ich gebe zu, das hat Tradition: Maria konnte mit dem gut...


    Vielleicht lohnt es sich, in die Richtung weiter zu denken.


    Gruß

    Ich sehe das so

    Heiraten dürfen sich nicht, aber ohne Ehe Sex haben und danach beichten und büssen, müßte doch gehen ?!?


    Sonst hätten die doch auch schon so manchen Bischof wieder entlassen müssen.

    Aber das Zölibat zeigt die Ignoranz

    der katholischen Kirche :


    Wie schon in anderen Beiträgen - aus gegebenem Anlass - erwhnt, läßt die jüdische Geschichtsschreibung eindeutig den Schluß zu, das Jesus, auf den sich ja nun mal die katholische Kirche in erster Linie beruft, VERHEIRATET war !!!


    Wie ich darauf komme ?? ?? ??


    Ganz einfach :


    Jesus wird als Rabiner bezeinet ...


    und das konnten nur VERHEIRATETE Männer werden


    (sprich die Oberhäupter der jüdischen Religion haben sich schon zu Jesu Zeiten Gedanken über das familiäre Wohl ihrer Mitarbeiter gemacht - sehr löblich, wie ich finde)