Analsex macht unsere Beziehung kaputt

    Hallo zusammen,


    Mein Freund und ich sind jetzt 2 Jahren zusammen und wir haben einen kleinen Sohn, um den er sich rührend kümmert.


    Zur Vorgeschichte muss ich vielleicht erzählen, dass mein Partner als Kind von seiner Großmutter missbraucht wurde, weshalb ich seine Neigungen sehr gut verstehen kann.


    Mein Partner steht total auf Analsex. Ganz früh in unserer Beziehung kam das Thema auf und er sagte wenn wir das nicht praktizieren würden, könnte es passieren, dass er irgendwann keinen mehr hoch kriegt


    Wir haben es also einige Male ausprobiert. Da ich aber schon seit meiner Jugend unter Hämorrhoiden leide, habe ich jedes Mal gebetet dass es schnell vorbei ist. Ich war emotional verletzt, dass ich ihm so egal bin. Einige Male hatte ich kirschgroße Bollen am Hintern.


    Er hat irgendwann nicht mehr danach gefragt, aber es beschäftigt mich einfach. Ist ja nicht so, dass sich sein pornokonsum verheimlichen lässt.


    Also biete ich es ihm hin und wieder an und lasse es über mich ergehen.


    Nun ist es aber so, dass er mich noch nicht einmal oral befriedigt hat. Er sagte er könnte das nicht, hätte eine Blockade im Kopf. Kann das verstehen und würde ihn nie drängen.


    Aber irgendwie nagt es ab mir. Ich versuche ja auch auf seine Bedürfnisse einzugehen.


    Wie seht ihr das? Fällt es Männern wirklich so schwer auf seine Neigungen zu verzichten? Oder ist das einfach Egoismus?


    Ich hege schon irgendwie ziemlichen Groll auf ihn. Auch weil ihm mein körperliches Wohlergehen so egal ist.


    Wie soll ich denn nun mit ihm umgehen? Soll ich ihm sagen, dass ich einfach nicht will oder mache ich damit unsere Beziehung kaputt? Ich weiß, es ist jetzt nicht direkt eine medizinische Frage, aber ich habe hier schon einiges zu ähnlichen Themen gelesen


    Wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen würdet, würde ich mich sehr freuen

  • 56 Antworten

    Mir würde es z.B. Spass machen, auch andere Stellungen wir "Hühnchen" oder "Reiterin" auszuprobieren, aber da die Knie meiner Frau das nicht zulassen, unterbleibt es eben. Ich empfinde das als keinen Nachteil, weil es ja nicht an ihrer Bereitschaft liegt, sondern eben medizinisch bedingt ist.


    Mit Analsex ist es ähnlich; weder ihr noch mein (End)darm sind im besten Zustand. Also verzichten wir fast immer (teils über Jahre) darauf, obwohl es uns beiden eigentlich Spass macht. Ich sehe das aber ebenfalls entspannt, weil es auch hier wieder nicht an der Bereitschaft liegt, sondern eben medizinisch bedingt ist.


    Allein die grundsätzliche Bereitschaft, diese verschiedenen Spielarten umzusetzen, sich darüber auszutauschen und Anspielungen darauf zu machen, reicht eigentlich völlig aus. Da muss man sich nicht gegenseitig sein Wohlbefinden beeinträchtigen!


    Was ich aus unserer Sicht allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist seine völlige Verweigerung, was Oralsex bei Dir betrifft. Wie kann das sein? Hast Du Vermutungen, woran es liegen kann? ":/ Verwöhnst Du ihn denn im Gegenzug oral?


    Vielleicht solltet Ihr eine Sexualberatung aufsuchen, bevor Ihr einen zu großen Berg an Enttäuschungen und Missverständnissen aufbaut. Im Vorfeld könnte es helfen, dass Du ihm einen Brief schreibst und ihm Deine Wahrnehmungen schilderst, denn darüber gesprochen habt Ihr bestimmt schon öfters, vermute ich.


    Möglicherweise ist auch Deine Bereitschaft, ihm gelegentlich Analsex anzubieten, gar nicht nötig, weil er es zwar gerne hätte und sich auch entsprechende Filme anschaut, wie Du schreibst, aber angesichts Deiner Beschwerden doch darauf verzichten würde. Das wird mir aus Deinen Worten nicht ganz klar, wie sehr er Dich damit unmittelbar bedrängt oder inwieweit es aus Deiner Sicht nur "vorauseilender Gehorsam" ist, den er gerne annimmt. Gibt es denn andere sexuelle Spielarten, die Euch beiden wirklich gemeinsam Freude bereiten, oder ist der ganze oder fast ganze Bereich Eurer Sexualität ein Problemfeld?

    Zitat

    weshalb ich seine Neigungen sehr gut verstehen kann

    Könntest du diesen Zusammenhang, welchen du da siehst, erklären?!

    Zitat

    er sagte wenn wir das nicht praktizieren würden, könnte es passieren, dass er irgendwann keinen mehr hoch kriegt

    *gähn* Darauf lässt du dich ein?

    Zitat

    Wir haben es also einige Male ausprobiert. Da ich aber schon seit meiner Jugend unter Hämorrhoiden leide, habe ich jedes Mal gebetet dass es schnell vorbei ist. Ich war emotional verletzt, dass ich ihm so egal bin. Einige Male hatte ich kirschgroße Bollen am Hintern.

    :|N

    Zitat

    Also biete ich es ihm hin und wieder an und lasse es über mich ergehen.

    :|N

    Zitat

    Soll ich ihm sagen, dass ich einfach nicht will oder mache ich damit unsere Beziehung kaputt?

    Was ist denn das überhaupt für eine Beziehung, in der du unter Schmerzen seinen Trieben nachkommst? Hast du denn gar kein Selbstbewusstsein bzw. Selbstachtung?

    Ich finde das Verhalten deines Freundes absolut egoistisch.


    Diese Aussage ist bezeichnend:

    Zitat

    Ganz früh in unserer Beziehung kam das Thema auf und er sagte wenn wir das nicht praktizieren würden, könnte es passieren, dass er irgendwann keinen mehr hoch kriegt

    Er hat dir damit bereits früh signalisiert, dass:


    • ausnahmslos du verantwortlich bist für eine reibungslos funktionierende Sexualität ( für ihn funktionierend wohlgemerkt)


    • dass seine Bedürfnisse im Vordergrund stehen


    ... was sich auch hier aufs Deutlichste bestätigt:

    Zitat

    Also biete ich es ihm hin und wieder an und lasse es über mich ergehen.

    Zitat

    Nun ist es aber so, dass er mich noch nicht einmal oral befriedigt hat. Er sagte er könnte das nicht, hätte eine Blockade im Kopf.

    Zitat

    Ich hege schon irgendwie ziemlichen Groll auf ihn. Auch weil ihm mein körperliches Wohlergehen so egal ist.

    Es ist traurig, dass er als Kind missbraucht wurde ja! ...aberdas rechtfertigt noch lange nicht sein egoistisches Verhalten dir gegenüber. Auch ist es nicht verwerflich, auf AV zu stehen, an AV aber durch seelische Erpressung des Partners kommen zu wollen allerding schon.


    Wenn du Analsex ablehnst, dann hat er das zu akzeptieren und zwar ohne Wenn und Aber. Wenn er Lecken ablehnt, sei es aufgrund des früheren Missbrauchs oder sei es auch, weil es ihm einfach nicht gefällt zu lecken, dann hast auch du das zu akzeptieren.


    Die Quintessenz aus all dem ist jedoch :


    Ihr könnt aufgrund unterschiedlicher Vorlieben/ körperlich/ psychischer Gegebenheiten miteinander keine beidseitig erfüllende Sexualität ausleben.


    Was ihr tun könnt?


    •Entweder mithilfe einer Therapie (Missbrauch aufarbeiten/ Sexualtherapie) versuchen, euch Dinge in eurer Sexualität zu erarbeiten, die für euch beide befriedigend sind. Die Neigungen werden sich allerdings nicht wegtherapieren lassen.


    • Euch trennen, da sexuell inkompatibel


    • Beide unglücklich bleiben mit eurer unbefriedigenden Sexualität


    • Die Beziehung öffnen

    Danke euch für eure Antworten. Jinxxx hat es schon richtig verstanden. Mein Partner und ich haben nie über den Missbrauch im Bezug auf unsere sexualität geredet, aber es ist offensichtlich das Vaginas nicht seine liebste Sache auf der Welt sind. Ich empfinde das nicht als Ausflucht.


    Die Sache mit dem vorauseilenden Gehorsam ist auch garnicht so falsch. Er nötig mich ja nicht dazu. Ich sehe es eher als Beziehungspflege. Auch wenn wir uns als Eltern nicht ohne weiteres trennen würden

    Das klingt doch aber schon ganz anders! - Ganz ehrlich gesagt, finde ich den Unterschied, als Mann von hinten in die Scheide oder in den Darm einzudringen, meist nicht allzu groß. Viel wichtiger ist, dass es der Partnerin wirklich Freude macht, sich mit mir zu vereinen.


    Vielleicht würde es ihm doch völlig ausreichen, wenn Du ihn auffordern würdest, von hinten in Dich einzudringen (das dürfte ja wohl die typische Stellung für Analverkehr sein), aber eben in Deine Scheide? Und wenn Du dabei relativ ungeteilte eigene Freude vermitteln würdest, statt eines sicherlich nicht ganz überspielbaren Leidens beim Analverkehr, wäre er vielleicht mit Begeisterung bei Dir! - Was meinst Du?

    Hallo Herr Vivaldi :)


    Ja genau das tun wir im Prinzip ja schon. Wir bauen es einfach anderweitig in unser sexleben ein. Und ja, ich befriedige ihn auch regelmäßig oral. Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass er sich gerne bedienen lässt.


    Ich bleibe immer irgendwie auf der Strecke. Habe auch gar kein Lust mehr auf Sex. Haben einfach zu unterschiedliche Vorstellungen.


    Wir sind aber beide nicht der Meinung, dass das ein trennungsgrund ist.

    Ja, im Moment mögt Ihr der Meinung sein, zumal Ihr erst 2 Jahre zusammen seid und Euren Sohn habt.


    Ich finde es aber ganz traurig und bedenklich, wenn Du schreibst, Du habest "gar keine Lust mehr auf Sex" - wohlgemerkt bereits jetzt, wo eigentlich noch frische Hummeln im Bauch und im Herzen fliegen sollten!


    Das kann sehr leicht auf Dauer zu einer Beschädigung Eurer Beziehung führen. Deswegen würde ich mich nicht damit zufrieden geben und unbedingt gegensteuern!


    Das Sexualleben muss von beiden so gestaltet und gelebt werden, dass es die Schlagsahne und der Eisbecher sind, die beide Menschen miteinander vereinen, nicht der Sprengstoff, der sie (zusätzlich) auseinander treibt!


    Zusätzlich: Genau diese Frage drängt sich mir auf, wenn Du schreibst, dass "er sich gerne bedienen lässt". Das klingt fast mehr so, als ob er sich nicht nur im Bereich des Sexuallebens gerne bedienen lässt, sondern auch sonst. Vielleicht kannst Du dazu noch ein bisschen mehr erzählen, damit sich das Bild Eurer Probleme besser verdichtet.


    :)_

    Zitat

    Ich bleibe immer irgendwie auf der Strecke.

    Das geht gar nicht. Das kann mal sein und mal bleibt vielleicht der andere auf der Strecke. Grundsätzlich solltet ihr aber beide nach dem Sex glücklich und zufrieden sein.


    Ich bediene auch manchmal meinen Partner. Er liebt das dann und ich mag es. So ist es auch völlig in Ordnung.


    Alles andere würde ich auf Dauer nicht ertragen und auch nicht mitmachen.

    Nochmal Danke für eure Antworten. Was mich konkret stört ist sein Paschaverhalten.


    Erstmal kommen seine Bedürfnisse. Werd beim Vorspiel immer komplett übergangen. Das sieht bei uns so aus dass ich den Sch.... bis zum anschlag in den Hals gerammt bekomme, dann kommen noch 20 min Anilingus (er passiv, ich aktiv), wenn er dann geil genug packt er mich 5 min von hinten ( vaginal) bevor er kommt und ich es mir selber machen muss.


    Ich glaub, er weiß nicht besser, versucht nur umzusetzen, was halt so in pornos zu sehen bekommt. Zumindest versucht nicht analsex so zu praktizieren. Da ist er behutsam.


    Ich denke er brauch sich nicht wundern, dass ich keinen bock mehr habe

    Sorry, aber was du in deinen Beiträgen in diesem einen Faden schreibst, reicht mindestens für ein halbes Dutzend von Fäden.


    Da solltest du mal nach Prioritäten sortieren. Im Ernst, zuerst braucht ihr einen Paartherapeuten, dann womöglich einen Sexualtherapeuten und dein Partner womöglich noch etwas Nachhilfe in Sachen Beziehungsleben. Wie alt seid ihr eigentlich?

    Zitat

    Wie soll ich denn nun mit ihm umgehen? Soll ich ihm sagen, dass ich einfach nicht will oder mache ich damit unsere Beziehung kaputt?

    Ich bekomme bei Deinen Postings ehr das Gefühl, dass Du die Beziehung kaputt machst, weil Du Dich (fast) ausschlielich um seine Bedüfnisse und Wünsche kümmerst (teilweise sogar bewußt nur aushälst und überhaupt nicht genießen kannst) und Deine dabei völlig ausser Acht lässt.


    Für mich "schädigst" Du damit vor Allem Dein Selbstwertgefühl ... und schlussendlich auch Deine Liebe zu ihm ... Deine Lust bleibt ja jetzt schon auf der Strecke.


    Was den OV angeht ... da ist der "Benefit" ja in erster Linie im Kopf ... ich mache es, weil es mich eben mit erregt, wenn meine Partnerin das besonders erregt/befriedigt ... selber komme ich dadurch ja nicht zum Höhepunkt, aber das muss ja auch nicht.


    Passiv finde ich es auch extrem erregend (kommen kann ich so auch nicht) ... aber wenn ich merke, dass meine Partnerin das überhaupt nicht mag, dann macht es mich auch nicht an ... im Gegenteil.


    Insofern musst Du seine Abneigung Dich oral zu verwöhnen wohl akzeptieren ... er Deine bzgl. AV aber ebenso.


    Und wenn er dann irgendwann mehr keinen hoch bekommt, wie er das so "schön" angekündigt hat ... dann ist das doch sein "Problem", um das er sich "kümmern" muss ... z.B. durch eine Therapie, in der er seinen Missbrauch aufarbeitet.


    Und nicht worum Du Dich kümmen musst, indem Du ihm die passende "Augleichs-/Ablenkung-"Befriedigung verschaffst

    Zitat

    Ich bleibe immer irgendwie auf der Strecke. Habe auch gar kein Lust mehr auf Sex.

    Das Gefühl kommt nicht nur dadurch, weil er mit Dir weniger achtsam umgeht, als mit sich selber ... Du unterstützt es, indem Du es genauso machst.

    Was macht er eigentlich, wenn Du Dich anschließend selbst befriedigst? Interessiert ihn das überhaupt? Schaut er zu oder geht er?


    So ganz verstehe ich auch nicht seinen Charakter: Du schreibst, dass er sich liebevoll um Eure Sohn kümmert - das klingt nach viel Verständnis. Auf der sexuellen Ebene ist aus Deinen Schilderungen bisher der Eindruck entstanden, dass er wenig Verständnis für Dich als die zweite Person in Eurer Dreierbeziehung hat. Wie sieht es denn auf den anderen Ebenen Eurer Beziehung aus - ist er da eher der fürsorgliche Partner oder eher der egozentrische Pascha? Und läuft Eure Beziehung so, dass Du nur grollend mitmachst, was er vorgibt, oder bewegt Ihr Euch auf einer Augenhöhe?