Devot nicht nur beim sex?

    Hallo


    Ich beschäftige mich schon ein Weilchen mit der Frage, ob ich mich beim sex eher in der devoten Rolle wieder finde.

    Nach wochenlangen Recherchen und selbstreflexionen, sage ich ja.


    Nun beschäftigt mich aber die Frage, ob ich nicht nur im Bett die devoten Rolle einnehme, sondern ob es auch im Familienalltag und innerhalb der Beziehung diese devoten Rolle gibt und ob es nahe liegt, das man generell vom Wesen her devot ist. Also sowohl im Alltag, als auch im Bett diese Rolle einnimmt.


    Einige meiner Freundinnen, die sowohl die devoten als auch die dominante Rolle beim sex vertreten, sprachen größtenteils eher davon, das sie sich im Alltag und beim sex in gegensätzlichen Rollen finden.


    Vielleicht hat hier jemand Erfahrung damit oder kann mir helfen, eine Antwort zu finden


    Lg

    :)D

  • 6 Antworten

    Mir sind in meinem Leben einige Frauen begegnet, die von sich selbst sagen, dass sie in ihren Beziehungen einen Mann bevorzugen, der authentische Führungsstärke und Dominanz ausstrahlt. Zu dem sie als Partnerin aufschauen wollen, weil er für sie Sicherheit innerhalb der Beziehung ausstrahlt, nur dadurch, dass er die wichtigen Entscheidungen trifft, damit Verantwortlichkeit zeigt und durch klare Struktur ihr eine klare Stellung innerhalb der Partnerschaft zuweisen. Sie genießen es geführt zu werden, empfinden es als Vertrauens- und Befriedigungspotenzial, in dem sie sich aufgefangen fühlen und sich seelisch fallen lassen wollen.


    Dies erfordert allerdings, dass es vorher vereinbarte Grenzen geben sollte, damit es nicht zu einseitigen emotionalen und psychischen Abhängigkeitsverhalten kommt, dass im Extremfall bis zur eigenen Selbstaufgabe führen kann. Pauschal festzulegen führ mich in allen Belangen des Lebens, sag mir wo es lang geht, kann unter Umständen zu sehr demütigenden und entwerteten Verhaltensmustern führen, die zum Selbstläufer werden können, wenn Respekt, Vertrauen und Impulskontrolle verloren gehen, weil der Reiz der Steigerung von Grenzübertretungen ins Unermessliche bewusst oder unbewusst ausgereizt werden soll.


    Es ist sehr wichtig viele Gespräche miteinander zu führen, um eine Eskalation innerhalb nicht vereinbarter Grenzen zu vermeiden. Und ja es gibt bei beiden Geschlechtern Menschen, die daraus eine tiefe Befriedigung erfahren, wenn sie in wichtigen Bereichen ihres Lebens Verantwortung und Eigenkontrolle abgeben können. Die sehr gern passiv bleiben, bis der Partner durch Machtausübung darüber entscheidet, welches Verhalten für die jeweiligen Situationen umgesetzt werden soll. Vielleicht hilft Dir/euch, wenn ihr euch in einem langsamen und überschaubaren Tempo den gewünschten Strukturen nähert, Tabus besprecht und nachfolgend darüber im Gespräch bleibt, ob auf beiden Seiten noch das erreicht wird im Zusammenleben, was am Anfang gewollt war.

    Hm... also für mich persönlich hat sowas wie 24/7, aber ganz besonders TPE, immer so einen Touch von gewollter Unmündigkeit. Mich erinnert dieses Beziehungsmodell zu sehr an die Machtverhältnisse zwischen Eltern und Kindern als dass ich daraus Befriedigung ziehen könnte.


    Grundsätzlich kann man im Bett devot sein und im echten Leben devot/dominant/neutral. Genauso kann man im Bett dominant sein und im echten Leben devot/dominant/neutral. Da gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Es gibt auch sogenannte Switcher, die mal die dominante Rolle, mal die devote einnehmen, wobei die Verteilung da von 10/90 über 50/50 bis zu 90/10 reichen kann. Gut ist es, wenn man einen Partner findet, der zu den eigenen Vorlieben ein passendes Gegenstück bildet.


    Übrigens würde ich nicht davon ausgehen, dass du allein durch Recherche und nachdenken deine Neigungen herausfinden kannst. In der Fantasie fühlt sich Vieles anders an als in der Realität. Sicherlich ist die Fantasie ein Ansatzpunkt, von dem aus man starten kann - wo die Reise aber endet, ist sehr unterschiedlich, und sowieso ein Entwicklungsprozess. Das ist nichts Starres. Es gibt Paare, die TPE leben, und es gibt genauso Paare, die nur all paar Wochen mal eine Session haben als Kick und sonst Vanilla Sex und gleichberechtigt leben. Und auch das kann sich in unterschiedlichen Lebensphasen bei dem gleichen Paar ändern.


    Ich finde immer, man sollte da ganz unverkrampft rangehen und einfach tun, was beiden Spaß macht.

    Die Formel lautet: alltagsdominat und schlafzimmerdevot.


    Das ist wohl die am häufigsten zu findende Kombination.

    Natürlich kann sich das im Lauf der Zeit verschieben, ob vielleicht nur mal für ein Wochenende zum testen, bis hin zum Dauerzustand.


    Das Wichtigste ist, dass man die Entwicklung gemeinsam mit dem Partner vollzieht.

    Aber auch hier lauern natürlich wieder Tücken. Der eine will vielleicht schneller eine Veränderung, der andere aber nur bis zu einem gewissen Punkt.

    Hier bleibt dann möglicherweise nur das Akzeptieren wie weit der andere mitgehen kann und dem damit verbundenen Verzicht. Oder die Trennung.