Ich denke schon, dass wir alle dasselbe darunter verstehen.


    Aber was einige hier nicht einsehen: Die größte Leidenschaft nützt nix. Und was noch einige hier nicht einsehen: Das ist KEINE OpferHALTUNG, sondern eine OpferERFAHRUNG.

    Luschi-007

    Zitat

    Du hast aber schon recht, es ist auch eine Sache der Einstellung. Der Einstellung zu sich selbst und zu anderen.

    Absolut. Mit dem "sich selbst mögen, bzw, annehmen, wie man ist" hast du natürlich Recht, aber es gibt noch weitere Aspekte. Schüchternheit finde ich übrigens nicht dasselbe wie fehlende Offenheit. Ich muss auch mit manchen Leuten erst "warm werden". Selbst wenn ich meinen Freund zwei Tage nicht gesehen hatte, brauchten wir erst immer 1-2 Stunden, um uns aneinander wieder zu gewöhnen. Es gibt aber nunmal Menschen, die ihre Gefühle nicht raus lassen, oder deren Gefühle nicht ehrlich sind, nicht, weil sie Lügner sind, sondern weil sie sich selbst gerne etwas vormachen. Es gibt Leute mit vielen Tabus oder Komplexen, wo man schon ein Therapeut sein müsste, um so einen Menschen zu öffnen und von so einer Aufgabe würde ich mich überfordert fühlen und es ist auch nicht gut, wenn in einer Beziehung einer die Rolle des Therapeuten übernimmt. Dann kann sie nicht gleichberechtigt sein. Also ist Offenheit und vor allem auch zu sich selber, ein Kriterium, was ich wichtig fänd. Das ist aber eben ein sehr abstraktes Kriterium.


    Wenn man mal betrachtet, was man unter "leidenschaftlichem Interesse" an jemanden oder auch etwas versteht, dann ist das ein Interesse, bei dem ich an einer Sache/Menschen immer wieder mehr und mehr in die Tiefe entdecken möchte. Mein Freund war ein leidenschaftlicher Computerfreak. Der konnte sich also im Grunde immer für dasselbe mit verschiedenen Nuancen immer wieder neu begeistern und leidenschaftliche Liebe heisst dann für mich entsprechend, man kann sich für denselben Menschen in seinen Nuancen und mit all seinen Macken immer wieder neu begeistern und an so einem Menschen kann man so viel entdecken, dass das auch nicht langweilig werden muss, zumal er sich ja auch entwickelt und man sich mit ihm zusammen weiter entwickelt in gegenseitigem Austausch. Wenn man das aber als "romantisches" Geplänkel abtut, wie soll da Leidenschaft entstehen? Und wie kann man mit einem Leistungs-Prüfungstest Leidenschaft entdecken? Ob ich Leidenschaft entdecke hat eben sehr viel damit zutun, wie ich selber wahrnehme und mit welcher Einstellung ich auf andere zugehe.


    Mit der Prüfungsmesslatte die Leistung prüfen, halte ich jedenfalls nicht für zielführend, denn das ist ein sehr materialistischer und ganz und gar nicht emotinal offener Weg, andere Menschen zu beurteilen.


    Mit dem Kriterium "Gute Sexleistung" scheint ja die Suche nicht zu funktionieren. Bevor ich dann dazu übergehen müsste, mir selbst einzureden, dass ich einfach nur zu gut bin für alle Männer und die alle nichts taugen, würde ich jedenfalls drüber nachdenken, ob ich nicht mit der falschen Einstellung drauf zugehe. Aber um über sich selbst kritisch zu reflektieren, muss man sich selbst annehmen können. Da schließt sich der Kreis wieder.

    Kestra

    Zitat

    Das ist eine Opferhaltung

    Ja, und diese Opferhaltung bringt überhaupt nicht weiter, denn wenn alle anderen Schuld sind, kann man ja selber so bleiben wie man ist. Da man aber andere nicht ändern kann, sondern nur sich selbst, tritt man dann auf der Stelle, oder dreht sich im Kreis, so wie man an Sonnenwind ja auch schon seit 2 Jahren sehen kann.

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    wieauchimmer,

    mein Eindruck ist, dass viele Menschen mit der Leidenschaft Probleme haben. Ich meine jetzt auch nicht nur leidenschaftliche Liebe und Sex. Leidenschaftliches Tun erfordert ein sehr intensives Aufgehen in die Tätigkeit. Da bleibt kein Raum mehr für eine distanzierte (Selbst-)Beobachtung und -Bewertung bei der Ausübung. Ich vermute, die "Angst" vor der Leidenschaft ist eine Angst vor dem Kontrollverlust beim leidenschaftlichen Tun. Das hat auch wieder was mit dem sogenannten "Fallenlassen" zu tun. Sobald ich bei einer Tätigkeit anfange, mich selbst zu beobachten, zu vergleichen und bewerten, geht die Leidenschaft zurück und ich mache nur noch irgendwie irgendwas. Ich arbeite dann irgendwas ab.


    Wenn ich z.B. mich selbst nicht richtig mag, so mit allen Fehlern und Unschönheiten, kann beim Sex auch keine Leidenschaft aufkommen. Ich sehe dann ja oft diese Ungereimtheiten an mir oder am Partner, die mich dann auch noch an meine erinnern. Mit so einer Einstellung betrete ich nie das Reich der Leidenschaft.


    Ich bin der Meinung, dass jeder ein Leben lang auch an sich arbeiten muss. Jetzt nicht nur an seinem Körper und Geist, sondern auch an seiner Einstellung.

    Luschi-007

    Fallenlassen bedeutet nicht nur sich selber so zu akzeptieren wie man ist sondern auch so sein und sich so zu geben wie man ist. Bei vielen ist es wohl die Angst mit dem einhergehenden Kontrollverlust den Partner nicht mehr zu befriedigen oder gar zu verletzen. Nur wenn man sich auch auf dieser Ebene vollständig vertrauen kann können beide sich gemeinsam fallenlassen. Und das geht nur wenn beide diese Leidenschaft sich so fallenzulassen teilen. Damit eben keiner etwas fordern muss oder nur irgendwas abarbeitet muss man sich auf dieser Ebene treffen. Und genau da muss es eben passen.

    Luschi-007

    Zitat

    Ich vermute, die "Angst" vor der Leidenschaft ist eine Angst vor dem Kontrollverlust beim leidenschaftlichen Tun. Das hat auch wieder was mit dem sogenannten "Fallenlassen" zu tun.

    Genau. Das hat auch mit Trance und Ekstase zutun, allerdings auch mit Kreativität und Sinnlichkeit. Ich finds normal, abzutauchen und die Zeit zu vergessen und meinen Freund musste man auch mindestens drei Mal ansprechen, bevor der reagierte, wenn er an seinem Computer programmierte. Dashalb hats mich auch nicht gestört, dass er so ein Computerfreak war. Ich kenne diesen Zusatand selber und der verrät für mich einen leidenschaftsfähigen Menschen. Ob man sich auch einem anderen Menschen so leidenschaftlich öffnen kann, ist natürlich noch etwas anderes.

    Zitat

    Ich sehe dann ja oft diese Ungereimtheiten an mir oder am Partner, die mich dann auch noch an meine erinnern. Mit so einer Einstellung betrete ich nie das Reich der Leidenschaft.

    Ich wills mal anders ausdrücken (und hoffe, so hast du es auch gemeint). Man muss sich vom Partner so wie man ist angenommen und geliebt fühlen, sonst ist diese Nähe nicht möglich. Was sagte mein Freund noch im April zu mir. Ich sei der einzige Mensch, bei dem er das Gefühl habe, er könne einfach so sein, wie er ist. Mir ging es bei ihm auch so, aber ich bin auch zu anderen, langjährigen Freunden, so im Privatbereich meistens, im Beruflichen muss ich manchmal schaupielern, obwohl ich selbst da schon die Erfahrung gemacht habe, dass es sogar gut ankommt, wenn man sich so gibt, wie man ist.


    Genau daraus bestand die Nähe. Ich fand ihn auch in unmöglichen Unterhosen erotisch und seine Fehler mochte ich, sodass ihm auch gar nichts peinlich sein brauchte und umgekehrt genauso. Man freute sich sogar darüber, denn das sind ja auch die Dinge, die eine Person ausmachen. Das waren dann oft (wenn er z.B. vor meinem Computer saß und sagte "Ich bin gleich fertig", wobei "gleich" aber meistens mindestens eine Stunde hieß, weil er die Zeit vergaß) über die ich nicht sauer war (selbst wenn es auch schonmal nervig sein konnte), sondern mit Wohlwollen dachte: "Das ist er, mein Freund. So ist er eben und so mag ich ihn".


    Daher sehe ich ja auch kritisch, wenn man mit so einem Anforderungskatalog auf andere Menschen zugeht. Es wird kaum einen Menschen auf der Welt geben, der meinen Idealvorstellungen entspricht und damit wird man niemandem gerecht und mit solchen Vorstellungen im Kopf kann man sich auch nicht richtig auf einen anderen Menschen einlassen. Das heisst ja nicht, dass man sich auf jeden einlassen muss, aber das merkt man m.E. schon beim Kennen Lernen, ob man zu jemandem grundsätzlich einen guten Draht hat, oder es gar nicht passt.

    bifu

    Zitat

    Und das geht nur wenn beide diese Leidenschaft sich so fallenzulassen teilen. Damit eben keiner etwas fordern muss oder nur irgendwas abarbeitet muss man sich auf dieser Ebene treffen.

    Soweit Zustimmung

    Zitat

    Und genau da muss es eben passen.

    Das passt m.E. nicht einfach, sondern es hat m.E. sehr viel mit Liebe zutun, wenn man einen Menschen auf allen Ebenen so annehmen kann, wie er ist und Sex ist keine Ebene, die man von anderen trennen kann. Wenn man ständig an dem anderen etwas auszusetzen hat und ihm auch nonverbal zeigt, dass er irgendwie nicht "richtig" ist für mich, dann wird sich das auch auf die sexuelle Ebene auswirken. Wenn man im Alltag nicht in der Lage ist, sich leidenschaftlich fallen zu lassen, indem man z.B. in leidenschaftliche Interessen versinkt, dann wird man das auch nicht beim Sex können und wenn man einen Forderungskatalog im Kopf an, dem der andere entsprechen soll, dann ist das absolut kontraproduktiv, denn wie soll man ihn so annehmen, wie er ist, wenn man ihn ständig mit einem Vorgabekatalog vergleicht?


    Es passt nie genau, sondern man passt sich aneinander an, indem man den anderen so nimmt, wie er ist. Mit jemanden, der schon gar nicht meine Wellenlänge hat, aber das merkt man, muss ich auch keinen Sex haben. Solche Menschen lerne ich gar nicht näher kennen. Stimmt die Wellenlänge grundsätzlich grob überein, dann ist es auch ausbaufähig, aber um einen Menschen wirklich so wie er ist akzeptieren zu können, muss man ihn nach meiner Erfahrung schon lieben, um auch die Dinge an ihm zu mögen, die einen im Normalfall eigentlich stören würden und die gibt es immer.

    Was bedeutet "Wellenlänge"?

    Das ist eher auf der intuitiven Ebene angesiedelt und daher schwer konkret zu benennen, aber ein paar Anhaltspunkte:


    Kann man mit ihm über dieselben Scherze lachen?


    Wie reagiert er auf bestimmte Äußerungen von mir?


    Versteht er Andeutungen, die ich mache (damit meine ich nicht unbedingt im Sexuellen) und wie reagiert er darauf?


    Wie funktionieren Blickkontakt und andere nonverbale Kommunikation?


    Was erzählt er über sich und was will er über mich wissen?


    Auf welche Dinge, die ich ihm erzähle, reagiert er interessiert und positiv?


    Hat er ein Problem damit, wenn ich mal einen Schluck aus seinem Bierglas trinke (Ekel)?


    Wirkt er autentisch? Das bedeutet auch, dass er mit seinen eigenen Schwächen locker umgeht und zu denen steht.


    Welche Wertehaltung zeigt er in dem, was er sagt und tut?


    Bezieht er klare eigene Positionen, oder redet er mir nur nach dem Mund?


    Welche Interessen hat er? (Das sagt nicht unbedingt etwas aus, ist aber dennoch nicht unwichtig)


    Wie aufmerksam ist er?


    Wie direkt ist er?


    Das merkt man in der Regel beim ersten intensiverem Gespräch.


    Es kann aber auch sein, dass das alles passt, aber er dennoch nicht attraktiv auf mich wirkt. Ich habe auch schon Abende, an denen ich eigentlich mehr oder minder den Plan hatte, jemanden für die Nacht kennen zu lernen, damit verbracht, mich mit jemandem angeregt zu unterhalten, mit dem ich aber keine Lust auf Sex hatte und dann habe ich die Nacht eben alleine verbracht, hatte aber dennoch einen interessanten Abend. Geht es ihm genauso, wäre dies eine gute Basis für Freundschaft, aber nicht für eine sexuelle Beziehung.


    Ich hab mal auf einer Party jemanden kennen gelernt, mit dem ich mich auf der Ebene von Andeutungen unterhalten konnte, so als würden wir uns schon langen kennen. Der war gar nicht mein Typ, auch wenn ich ihn nicht unattraktiv fand. Der Abend hätte dann auch beinahe knutschend geendet, aber er sagte mir noch frühzeitig, dass er eine Freundin hat. Bei manchen braucht es länger, um die gemeinsame Wellenlänge zu finden, auf der man funken kann. Man funkt ja nicht nur auf einer Wellenlänge und bei manchen braucht es etwas, bis man den "Kanal" aufeinander eingestellt hat.

    Sonnenwind, kurze Frage an dich:


    Wieso glaubst du, dass selbstbewusste Frauen die wissen was sie wollen Männer abschrecken?


    Ich für meinen teil empfinde es dann noch eher als Herausforderung und würde es um so mehr genießen wenn sie sich dabei voll und ganz passiv gibt und die Sache einfach nur genießt.


    Ich für meinen Teil sehe da kein Problem, vielleicht gerätst du nur an die falschen Männer?