@gershii

    Eigentlich wollte ich in diesem Thread ja nichts mehr schreiben, aber das muss ich jetzt einfach los werden: Diesen Text finde ich absolut klasse! Denn er erklärt, dass einfach alles individuell ist, dass das so nicht festgelegt werden kann und auch, dass eine Beziehung mit "Machtgefälle", wie Sonnenwind es immer nennt, ENTSTEHEN muss. Sonnenwinds Bedürfnisse nach einem starken Mann, der sie sexuell kontrolliert und TROTZDEM ihre Bedürfnisse befriedigt, können wahrscheinlich von vielen Leuten nachvollzogen werden. Dieses in Deinem Text beschriebene "Schubladendenken", gerade auch in der BDSM-Szene, halte ich aber für alles andere als förderlich, weil jeder Mensch völlig individuelle Bedürfnisse hat, die - zumindest ist es so bei mir - völlig irrationalerweise auch noch je nach Stimmung wechseln können.


    Um zum Thema des Threads zurückzukommen: Selbstbewusstsein, gewisse Ansprüche an den Partner und das Verlangen, seine Bedürfnisse erfüllt zu bekommen auf der einen Seite sowie absolute Hingabe, Masochismus und der Wunsch, sich zu unterwerfen auf der anderen Seite sind keine unvereinbaren Gegensätze - mit einem unvoreingenommenen Partner, der Zeit hat, die Bedürfnisse des anderen kennenzulernen, ist dies durchaus realisierbar.

    @finchen

    Zitat

    Nur glaube ich, dass Sonnenwind nicht nach einer Definition ihrer Vorlieben sucht, oder doch?

    das glaube ich auch nicht. sie sollte es aber, sollte sich erstmal darüber klar werden, was sie denn eigentlich will und braucht. so wie sie es jetzt anpackt, wird sie nicht glücklich.


    gershi

    finchen

    jetzt hast du aber den ironie-smilie bei deinem post vergessen *:)


    aber mal ernsthaft:


    es gibt im buddhismus einen satz: "erst wenn du aufhörst zu suchen, wirst du finden." der passt imho hier ganz gut.


    gershi

    finchen

    ich weiß, daß sonnenwind das geschrieben hat.


    aber die eierlegende wollmilchsau gibt es nicht. es gibt nur menschen mit ihren individuellen stärken, schwächen, fehlern, guten seiten, schlechten seiten, etc.


    wenn man das nicht akzeptiert und ein nicht erreichbares idealbild auf den anderen projeziert, was dieser nie erfüllen kann, wird man nicht glücklich. das leben ist nicht perfekt, aber trotzdem (oder gerade deswegen?) wunderschön.


    gershi

    gershiii:

    Zitat

    das, was du willst, wirst du nur in einer gefestigten, schon länger dauernden partnerschaft finden. mit einem partner, der dir erstmal außerhalb der sexualität das gefühl vermittelt, gut aufgehoben, sicher, zu sein.

    ist soweit richtig, aber ich gehe keine Partnerschaft mehr ein, wenn ich nicht weiß, dass der Sex gut ist.


    Erst guter Sex, DANN Partnerschaft.

    Zitat

    du bist selbst eine starke persönlichkeit. du bist selbstbewußt und klug. da gehört schon eine gehörige portion vertrauen dazu, diese selbstbestimmtheit, diese stärke bewußt aufzugeben, abzugeben. und dieses vertrauen, das sagt zumindest meine erfahrung, kann man nur haben, wenn man den anderen sehr gut (und damit auch lange) kennt.

    das sehe ich NICHT so. Entweder ich habe - aus dem Bauch raus - schnell Vertrauen, oder eben NIE. Das ändert sich auch nicht mit der Dauer der Bekanntschaft.


    Ich geb ja bei "normalem" Sex auch auf, ab, öffne mich ganz. Dazu gehört - für den Anfang - genug Vertrauen. Und wie gesagt, bei mir kommt ERST der "normale" Sex - wobei der Mann allerdings aktiv sein sollte. Und da scheiden sich dann schon die Geister. Ich siebe durch/mit Sex.


    deshalb stimmt das nicht, ich will nicht sofort solche "Spiele":

    Zitat

    wovon ich hier gelesen habe, waren alles versuche deinerseits, den richtigen partner für sofortige dom/dev-spiele zu finden, die auch noch zwangsläufig in sex enden müssen.

    Davon abgesehen, einen "Spieler" zu finden, der sowas neben der nur blümchensexliebenden Ehefrau macht, wäre ziemlich einfach. Will ich aber nicht.

    Zitat

    auch der dom ist ein mensch und so wie du auch nicht immer devot bist, ist er nicht immer dominant, sondern nur für eine gewisse, gemeinsam abgesprochene zeit.

    das weiß ich doch alles. Ich schätze aber, wenn er fähig ist, aus dem Alltag, aus irgendeiner normalen Situation heraus loszulegen. Von abgesprochenen Zeiten halte ich nichts. Da fehlt mir jedwede Spannung.

    Zitat

    wenn er ein guter dom ist, wird er nicht gleich am ersten abend loslegen. er will dich erst als mensch in all deinen facetten kennenlernen. erst dann kann er beurteilen, was du wirklich willst und brauchst. und erst dann kann er dir dieses ruhegefühl geben, das du als sub brauchst, um alle kontrolle abzugeben.

    so einen kenne ich nicht. Deshalb nützen solche Beschreibungen auch nichts, im Gegenteil, sie klingen wie aus einem weit entfernten Märchenland und machen unnötig wehmütig.

    Zitat

    ich denke, daß du deine kraft darauf verwenden solltest, den richtigen partner fürs leben zu finden. jemand, der im alltag auf gleicher augenhöhe mit dir agiert, der dich respektiert, jemand selbstbewußtes, jemand, der mit sich zufrieden ist und dessen leben es bereichert, mit dir zusammen zu sein. einfach den richtigen mann. wenn dieser mann dann auch noch ohnehin dominant ist, hast du gefunden was du gesucht hast.

    wenn er nicht dominant ist, passt das sowieso nicht. Ich würde es "umdrehen", das Machtgefälle, das in fast jeder Beziehung da ist. Und dann wäre mir der Mann sehr schnell langweilig.

    gershiii, Nachtrag: Ich weiß sehr wohl, was ich will. Ich will einen sinnlichen, kommunikativen, intensiv lebenden Partner, der das, was er tut, richtig tut oder gar nicht (bin genauso), der die Herausforderung liebt, die ich ihm biete, der mit mir als kreativer Mensch - auf jede Art und Weise, dazu gehört auch Sex! - was anfangen kann, und da fordert, fördert. Der einfach gerne LEBT, und alles, was er lebt, inteniv lebt. Dazu gehören für mich unbedingt ALLE Gegensätze, Remington sprach oben von Tiefe, ja, ist wichtig, aber es muss auch Flüchtigkeit des "ER"lebens mit ihm möglich sein. Also, grob gesagt, je RUNDER der Mensch ist, je "vollkommener" in sich und seinen Facetten, je ausgeprägter, OHNE eben einseitig zu sein, je mehr spricht er mich an.


    Hört sich kompliziert an, ist aber eigentlich ganz einfach.


    ach so, und ich definiere mich als sub und maso. Um maso geht es aber hier nicht. Sondern nur um den Gegensatz: Äußerlich dominant erscheinend/sex. sub bis (je nach Laune) devot.

    Schnecki1979

    Zitat

    Weil an Deinem Weg, Deinem Verhalten, Deiner Art der Suche, Deiner Einstellung Männern gegenüber irgendwas FALSCH sein MUSS.

    Ich würde sagen, es handelt sich um eine ganz klassische Paraoxie. Sie fordert dominant von Männern, diese mögen doch zu ihr dominant sein, weil sie ja eigentlich devot ist, auch wenn sie mit aller Dominanz Forderungen stellt. Sie fordert Freiwilligkeit, also dass der Mann ganz von selber drauf kommen möge, aber freiwillig ist freiwillig und indem man etwas fordert, ist es schon nicht mehr freiwillig. Es ist also paradox, etwas Freiwilliges zu fordern. Da hätten wir sogar zwei klassische Paradoxien und Paradoxien haben nunmal die Eigenart, dass sie unlösbar sind und sich immer nur im Kreis drehen.

    Zitat

    Wenn ich bitten muss, "tu das und das", ist bei mir die Lust völlig weg.


    Das versteh ich nicht. Betteln gehört doch mit zu einer devoten Haltung, müsste doch also passen.

    Betteln passt dann, wenn der Mann mich von sich aus (ohne, dass er dazu aufgefordert werden muss!) soweit bekommt, dass ich bettele.


    Natürlich ist es Unsinn, etwas zu fordern, was nicht freiwillig kommt. Weiß ich selber. Deshalb "suche" ich ja nicht mehr bei "normalen" Männern. Die kapieren sowieso nicht, was ich will. Ein "bisschen" Dominanz muss schon dasein.... besser wäre, mehr ;-D

    Zitat

    Klarer Fall von klassischer Paradoxie und somit nicht lösbar.

    Ja und nein.


    Ja insofern, daß sie willensstark ist und willenlos sein müßte.


    Nein insofern, daß sie willenlos wird, wenn er sie soweit bringt.


    Remington