@anne declos

    Zitat

    Und ich denke, du sollstest auch nicht gleich am Anfang völlig offen über das sprechen, was du möchtest, Andeutungen, ein bisschen ein Rätsel sein, ihm das Gefühl geben, er hat noch Entdeckungen zu machen, dich ihm entziehen und seinen Jagdtrieb ausnutzen, subtile Spiele eben. Männer wollen jagen, wollen erobern, sie brauchen das. Das darfst du bei aller Offenheit nicht vergessen, egal, wie du persönlich das auch beurteilst. Du willst etwas bestimmtes von ihnen, dann musst du sie auch ihrer Natur entsprechend behandeln, musst entsprechend agieren - und das ausnutzen, um zum Ziel zu kommen. Feinfühlig sein, immer nur gerade so viel geben, dass sie neugierig bleiben; das gilt alles natürlich nur für Männer, die dich wirklich interessieren.


    Wenn dir einer begegnet und es kribbelt, dann lass es ihn nicht gleich merken, 'zier' dich ein bisschen, lass ihn werben um dich, gib ihm das Gefühl, dass er etwas ganz besonderes ist, genauso aber, dass DU etwas ganz besonderes bist.

    mein vollster respekt für diesen text. da spricht viel erfahrung mit und liebe zu menschen heraus.


    gershi

    Rucola

    Zitat

    Mit WAI hast du offenbar bereits eine Vergangenheit und da ich die nicht kenne, halte ich mich da raus.

    Die aber auch nichts mit der Thematik zutun hat, sondern mit Meinungsverschiedenheiten.


    Ich gehöre eben zu der Fraktion, die


    1. nicht der Ansicht ist, dass die meisten Männer es nicht bringen


    2. nicht meint, dass die Emanzipation die Männer zu Schlappies gemacht hat.


    3. Der Meinung bin, dass S/M weniger mit Technik und viel mehr mit Psycho zutun hat und daher eine Spontanbegegnung wie im Film 9 1/2 Wochen vielleicht so häufig wie ein Sechser im Lotto ist. Zum Sensibilisieren der Psyche halte ich Liebe für zuträglich: Erstens, weil man einander vertraut und sich in der Regel ja aufeinander einstellen will, also die Motivation höher ist, sich zu bemühen und zweitens, weil man für das Verhalten und die Worte eines Geliebten psychisch viel empfänglicher ist und dadurch extreme psychische Situationen viel eher vorkommen und wenn S/M vor allem mit der Psyche zutun hat, ist es leichter, in so einen Zustand miteinander zu kommen, wenn die Psyche ohnehin schon aufeinander sensibilisiert ist.


    4. Spreche ich aus Respekt vor Menschen, die im täglichen Leben unwillendlich und ohne, dass es ihnen Vergnügen bereitet (sondern im Gegenteil) Erniedrigung, Schmerz, etc. erleiden, bei allen sexuellen Arten, die Regeln haben und im Gegenseitigem Einvernehmen stattfinden, von "Spiel". Dass ein solches Spiel sogar tödlich sein kann, musste ich vor 3 Monaten erfahren. es hat also mit "Kinderspiel" nichts zutun, sondern eher mit Ritual und Rollenspiel.


    5. Bin ich nicht der Ansicht, dass man nur dann verstehen kann, was "devot" ist, wenn man quasi so geboren ist und es auch nicht weniger "richtig" devot ist, wenn man die Rollen tauscht. Schließlich sind Menschen wandlungsfähig und entwickeln sich und mein Freund hatte seine tödliche Neigung auch erst vor ca. 2 Jahren entdeckt und nicht schon seit der Pubertät und von "Profis" weiss ich, dass das auch normal ist, dass es lange im Verborgenen schlummern kann.


    6. Denke ich, dass letzendlich alle extremen Gefühle wie Erniedrigung, Schmerz, Machtgefühl, Angst normale menschliche und sogar sehr grundlegende Gefühle sind, die also (vorrausgesetzt einer gewissen Lebenserfahrung) jeder kennt und ich bin sogar ziemlich sicher, dass jeder solche Phantasien hat (aber sie vielleicht nicht jeder zulässt). All diese Erfahrungen sind auch bereits mit Lust belegt (Da muss man sich nur mal verschiedene Rituale im Laufe der Menschheitsgeschichte anschauen). Möglich, dass bei solchen Extremgefühlen Hormone ausgelöst werden, die ebenfalls bei sexueller Lust eine Rolle spielen. Es macht nicht jeder die Erfahrung, dass solche Extremgefühle Lust auslösen, aber im Prinzip könnte sie jeder machen und auf den Geschmack kommen. Das ist auch eine Frage der Interpretation von Gefühlen und womit man sie in Verbindung bringt. Wenn man Angst hat, ist man ja auch in einem einem Erregungszustand. Der Weg, diesen in einen erotischen Erregungszustand zu überführen, ist nicht so weit, wenn man ohnehin in einer erotischen Situation ist (So erklärt sich auch, was daran so spannend ist, Sex in einer Situation zu haben, wo man erwischt werden könnte. Das Adrenalin steigert die Erregung.) Die Grundlagen für S/M finde ich also vollkomen gewöhnlich. Sich auf diesen Kick einlassen zu wollen, vielleicht sogar süchtig danach zu werden oder auch eine gewisse vorgeprägte Vorliebe aus der inneren Psyche zu haben, das macht natürlich den Unterschied. Dabei kann man aber durchaus auch irgendwann erst (vor allem mit Hilfe des Partners) auf so einen Tripp gebracht werden, aber auch wieder das Interesse daran verlieren. Diese Stempelung "devot", als quasi eine Form der Identität, davon halte ich nichts. Ich wette, dasss die meisten Frauen schon einmal Vergewaltigungsphantasien hatten. Das Unbewusste steht also drauf. Den Schritt es auch real zu machen, tun aber die wenigsten.


    7. Hatte ich bereits das Glück, einen sehr passenden Sexpartner zu haben, mit dem ich mich aber im Laufe von Jahren erst zusammen entwickelt habe und wo auch viel Liebe gegeben war. Wir haben aber die Rollen getauscht und wieso das dann nicht "echt" sein soll und was diese Unterscheidung überhaupt soll (Ich leg auch keinen Wert auf ein "Echtheitssiegel", sondern darauf, dass es mir gefallen hat, Grenzen überschritten hat und zur Ekstase führte.), weiss ich nicht. Im täglichen Leben bin ich ja auch mal sehr mächtig, aggressiv und setze meinen Willen durch und mal ganz klein wie ein Würmchen. Wieso ist es dann nicht "echt", beide Extreme wahlweise in Erotik zu überführen, wenn einem das gelingt, sich in beide Extreme reinfallen zu lassen? Was haben überhaupt so Definitionen und Bewertungen in einem Bereich verloren, wo es um das persönliche intensive erotische Erleben geht und nicht darum, ob man auch irgendeiner Definition gerecht wird?

    sonnenwind

    Ich weiss, dass du Masochistin bist und natürlich muss der Mann dazu passen, sonst hält die Beziehung nicht.


    Aber ich muss mich wiederholen, lass es vorsichtiger angehen, wenn du ein wirkliches Interesse an ihm hast (eine gewisse Ausstrahlung hat er, sonst hättest du ja gar nicht auf ihn reagiert, er erfüllt also eine der Grundvoraussetzungen). Ehrlichkeit heisst nicht, dass du ihm ganz schnell alles, was dir so vorschwebt, auch hinknallen musst. Es ist auch ehrlich, wenn du es in handlichen Portionen servierst, leicht verdaulich, Stück für Stück. Dann bekommt er Appetit auf mehr.


    Natürlich wäre es optimal, wenn dir jemand begegnet, der dich sieht, ansieht, dir ein paar erregende Schweinereien ins Ohr flüstert und dich schon beim ersten Sex dazu bringt, ihm zu gehorchen, der dir gar keine Wahl mehr lässt und deine Unterwerfung erwartet, fordert, durchsetzt, um dir dann höchste sexuelle Genüsse zu verschaffen.


    Sich in so einen rettungslos zu verlieben, dauert Sekunden....


    Aber so wird es wahrscheinlich nicht ablaufen, so schön das auch wäre. Trotzdem, gib nicht auf....auf jeden Pott passt ein Deckel.

    wai

    sonnenwind will aber kein Spiel, will nicht mal, wenn es gerade so passt oder wenn man mal zwei Stunden Zeit hat, umschalten auf devote Sklavin und strengen Herrn, sie will nicht spielen, in eine Rolle schlüpfen, sie will ihre Neigung leben. Ob du das nun verstehst oder nicht, es ist ein Unterschied. Und dieser Unterschied ist es auch, der für sie ein switschen undenkbar macht (für mich übrigens auch). Das hat mit Stempel aufdrücken nichts zu tun. DU fühlst das so nicht, sie schon. Deswegen kannst du solche Spielchen auch nachlassen und dich anders amüsieren, sie aber nicht.

    Anne Declos

    Zitat

    sonnenwind will aber kein Spiel, will nicht mal, wenn es gerade so passt oder wenn man mal zwei Stunden Zeit hat, umschalten auf devote Sklavin und strengen Herrn,

    Sie möchte einen Herrn der nicht egoistisch ist und ihren Wünschen nachkommt, oder?


    Es soll also nicht wirklich mit ihr machen, was er will, sondern nur bis an ihre Grenzen, an denen es ihr einen erotischen Kick gibt.


    Weisst du, wo die Frauen von echten sadistisch-dominanten Männern landen? Im Frauenhaus, denn dem ist es egal, ob sie Spaß dran hat, denn wieso sollte ein echter dominanter Sadist dieses Feingefühl aufbringen und wieso sollte er irgendetwas tun, weil sie Spaß dran hat? Einem echten Sadist ist es völlig egal, ob sie einen erotischen Kick hat, oder echte Schmerzen.


    Echte Sadiasten quälen ihre Mitmenschen auch echt und nicht nur für den erotischen Kick. Wer andere nur quält für einen erotischen Kick, aber ansonsten nicht egoistisch und einfühlsam ist, der ist kein echter Sadist.


    Sonnenwind, die sich einen Mann wünscht, der nicht egoistisch ist, sondern ihre Wünsche erfüllt und es so "bringt" wie ihr das gefällt, ist keine Masochistin und auch nicht devot. Eine echte devote Frau hat nämlich nicht solche Forderungen.


    Sie sagt ja selber, sie ist selbstbewusst und weiss was sie will und einen Pascha will sie ja nicht. Nur auf erotischer Ebene soll er das mit ihr tun, was er will und ihr Herr sein, also Spielerei.


    Sollte sie mal an einen echten Sadisten geraten, dann hat sie vielleicht den Unterschied verstanden, wenn sie es überlebt.

    Zitat

    DU fühlst das so nicht, sie schon. Deswegen kannst du solche Spielchen auch nachlassen und dich anders amüsieren, sie aber nicht.

    In der Regel sind derartige Zwänge oder Süchte ein Grund zum Psychologen zu gehen und eine Therapie zu machen. Bei euch ist es aber ein Gütesiegel für besonders "echte" Neigungen. Man darf also nicht nur aus Genuss mal etwas trinken, sondern muss echter Alkoholiker sein? Wenn du meinst, dass die Abhängigkeit von solchen Kicks gegeben sein muss, damit es "echt" ist, ich sehe das nicht so. Und da Sonnenwind es ja bisher noch nicht so erlebt hat, wie sie sich das vorstellt, kann es auch nicht einmal eine Abhängigkeit sein, sondern bisher nur Wunschbild-Phanatsie. Aber du meinst eine solche Phanatsie ist echter, als die Realität?


    Wollen Frauen mit Vergewaltigungsphantasien tatsächlich vergewaltigt werden, oder wollen sie das nur spielen mit einer Person, die drauf achtet, dass sie ihnen nicht wirklich weh tut, sondern nur bis zur "Kick"-Grenze?


    Sehr verworren! Also ich finde es einfacher, Realität und Spiel auseinander zu halten. Da es schließlich auch "Spielsucht" gibt (und die ist alles andere als harmlos), haben wir auch eine Unterscheidung zwischen "brauchen" und nicht unbedingt "brauchen".


    Süchtig kann man nach sehr vielen Dingen sein, weil man diesen Kick braucht. Wenn das entscheidend für das "Echtheitsiegel" ist, dann seh ich das allerdings nicht als Qualität, sondern als die Gefahr, dass es zum Verhängnis wird, wie bei meinem Freund.

    Zitat

    Deswegen kannst du solche Spielchen auch nachlassen und dich anders amüsieren, sie aber nicht.

    Es zeigt auch typische Merkmale einer Sucht (auch deine Worte, die du benutzt: Wer etwas unbedingt braucht und es nicht nachlassen kann, den würde man doch wohl, egal, um was es sich handelt, als "süchtig" bezeichnen, oder?): Es wird immer mehr gesteigert, man wird immer leichtsinniger, weil man glaubt, man habe es immer noch unter Kontrolle (so wie bei Alkoholikern, die brauchen auch meist sehr lange, bis sie sich selbst eingestehen, dass sie es nicht mehr unter Kontrolle haben). Solange man es aber noch unter Kontrolle hat, weil man noch selber bewusst bestimmt, wann und wieviel man will und jederzeit aufhören kann, ist es also nicht echt? Man muss also typische Suchtstrukturen aufweisen, damit es echt ist? Muss man auf eine bestimmte Droge fixiert sein, damit es echt ist?

    @Sonnenwind

    Zitat

    Natürlich habe ich ein Gesamtbild, klar, und die Einzelteile alleine, jeweils extra "befriedigt", befriedigen mich NICHT. Es fühlt sich so schrecklich zersplittert an... zum Reden sog. "Freunde", zum Sex in einen club und meine Maso-Seite liegt völlig brach... das ist alles irgendwie Sch*** würdest du nicht nach einem Gesamt"bild" (sprich:Beziehung) suchen?

    Ja. Aber die Einzelteile einfach zusammenzufügen reicht Dir nicht. Dein Gesamtbild und der Weg dorthin sind vielschichtiger. Für jemanden der diesen Weg mit Dir geht ist jeder Schritt eine Herausforderung die darin besteht Dich herauszuforden.

    Zitat

    Ich bin Masochistin, Anne, ich hab gröbste Unterwerfungsphantasien, Blut, NS, vieles im Zusammenhang mit Öffentlichkeit; das ganze geht bei mir schon ziemlich weit. Also, einer, der Angst hat, mir wehzutun, der wird das nicht schaffen.

    Zitat

    Ich will mehr. Ich wil die Grenze zwischen Spiel und "normalem" Leben auch berühren, zumindest. ich will nicht sagen (oder er): "Morgen um 20 Uhr spielen wir". Das ist langweilig.

    So eine Grenze kannst Du nur berühren wenn Du Deinem Partner vollständig vertraust. Kein Mann würde sie von Dir fordern. Dazu muss auch er Dir vollständig vertrauen. Und dieses Vertrauen findest Du aber erst in einer längeren Beziehung. Ihr müsst eins sein in eurer Neigung. So absurd das auch in einer dom/sub Beziehung klingen mag. Denn er muß sich um Deine Maso-Seite bemühen. Dich auch in dieser Hinsicht verführen. Du schriebst einmal Du könntest Dich an der Geilheit eines Mannes selbst aufgeilen. Deiner Maso-Seite genügt das nicht. Anne Declos schrieb

    Zitat

    Ehrlichkeit heisst nicht, dass du ihm ganz schnell alles, was dir so vorschwebt, auch hinknallen musst. Es ist auch ehrlich, wenn du es in handlichen Portionen servierst, leicht verdaulich, Stück für Stück. Dann bekommt er Appetit auf mehr.

    aber es ist genau andersherrum. Er muß fordern was Du dir wünschst. Das ist Dein Weg.


    Bye,


    Andy

    @wieauchimmer

    Du verwechselst Sucht mit Sehnsucht. Und man kann jemanden nicht von seiner selbstbestimmten Lebenseinstellung therapieren. Was bleibt denn dann übrig?

    Zitat

    Andere hätten längst aufgegeben. Aber da könnte ich mir auch nen Strick nehmen.

    Nichts.


    Bye,


    Andy

    Zitat

    So eine Grenze kannst Du nur berühren wenn Du Deinem Partner vollständig vertraust. Kein Mann würde sie von Dir fordern. Dazu muss auch er Dir vollständig vertrauen. Und dieses Vertrauen findest Du aber erst in einer längeren Beziehung.

    Anders geht aus auch nicht. Kein Mann mit halbwegs gesundem Menschenverstand, würde so schnell sadistische Züge annehmen wie Sonnenwind es sich wünscht. Sie mag sich im klaren darüber sein, dass sie es will. Doch wie soll sich ein Mann da sicher sein?


    Mir würde als vernünftbegabter Mensch nach solchen wünschen innerhalb kürzester Zeit erstmal folgendes Szenario durch den Kopf gehen:


    "Hämatome am ganzen Körper, Würgemale an Hals und Handgelenken. Was haben sie zur ihrer Verteidigung zu sagen?"


    - "Sie wollte es doch so..."

    Anne Declos

    Zitat von der seite Lustschmerz (Rubrik Psycho):


    "...Ja, ich denke SM ist ein Spiegel des Lebens. Im leben erleben wir oft Schmerz und Liebe, schlechte und gute Zeiten. All dies wechselt sich ab und läßt uns kämpfen oder lachen. Dies gehört zum Leben dazu und wir müssen schlechte Phasen auch als Teil des Leben akzeptieren. Aber wie ist es denn, wenn man die schlechten Phasen des Lebens mit einem Seelenverwandten durchlebt ? Dies ist doch eine unglaubgliche Erleichterung. Ein Mensch der einem die Hand hält während man durch das Feuer schreitet ist ein unglaublicher Schatz. Leben wir nicht in diesen Moment am intensivsten ? Wenn der Schmerz groß aber Liebe vorhanden ist so ist der eigentliche Schmerz nicht so stark und die Liebe umso schöner. Wenn ich nun Schmerzen erleide die durch einen geliebten Menschen zugefügt werden und dieser Mensch mich anlächelt und mir dabei die Hand hält so ist dies ein wunderschöner Moment. So gesehen erleiden wir auch im SM Momente des Glückes und des Schmerzes. Wer kennt es nicht, wenn Schmerz nicht genießbar ist und ein anderer Mensch ein opfer abverlangt. Dieses mag man gerne geben, denn man bekommt Wärme dafür zurück. Ein guter Freund sagte einmal, dass er manchmal nicht weiß, wenn er toppt aus welcher Sicht er alles wahrnimmt. Oft habe er das Gefühl mitzuleiden. Und dieses Gefühl einer starken Verbindung trotz einer Distanz aus einer Rollenverschiebung resultierend zu besitzen ist faszinierend...


    Ein Ventil für Ängste


    Menschen verdrängen oft. Jeder tut dies. Manche mehr, manche weniger. Viele haben irgendwo Schmerz begraben, der im Moment des Erlebens zu stark war als das man ihn hätte verarbeiten können. Sich selbst daran zu tasten mag schwer sein. Für mich persönlich habe ich seltsamerweise gerade die devote Rolle oft als Ventil dessen empfunden. Schmerz, den ich irgendwo im Kopf verbarrikadiere nicht zu öffnen ist ein Problem. Alles, was ich verdrängt habe in meinem bisherigen Leben wirkt unterbewußt auf mich ein...."


    Das kann ich voll unterschreiben, denn "Spiegel des Lebens" (aber eben nicht das Leben selbst), so habe ich es ja ebenfalls ausgedrückt in meinem Beitrag an Rucola:


    Ich schrieb: "Denke ich, dass letzendlich alle extremen Gefühle wie Erniedrigung, Schmerz, Machtgefühl, Angst normale menschliche und sogar sehr grundlegende Gefühle sind, die also (vorrausgesetzt einer gewissen Lebenserfahrung) jeder kennt und ich bin sogar ziemlich sicher, dass jeder solche Phantasien hat (aber sie vielleicht nicht jeder zulässt). All diese Erfahrungen sind auch bereits mit Lust belegt"

    bifu

    Zitat

    Du verwechselst Sucht mit Sehnsucht.

    Was soll der Unterschied sein? Psychisch äußert sich jede Sucht durch eine starke Sehnsucht, einen starken Wunsch danach.


    Ich finde die psychische Erklärung der Lustschmerz-Seite sehr passend. So habe ich es auch empfunden, nur, dass ich auf eine Sehnsucht danach nicht so fixiert bin, dass ich nicht auch ohne leben kann. Ich finde die Beschreibung "Spiegel des Lebens" sehr passend und wenn es ein Spiegel des Lebens ist, dann ist es auch eine normale Lebensäußerung.


    Oder weiter im Text:


    "...Manchmal verliert man den Überblick darüber oder man kann sich nicht an Ursachen des Schmerzes erinnern. Oft schützt man sich auch selbst davor und will bzw. kann sich nicht dami auseinandersetzten. Aber auch dies fällt für mich unter das, was ich als Schutzbarriere bezeichnet habe. Oft kam in Spielen dieser unterbewusste Schmerz hoch. Nicht selten, wenn ich Porbleme hatte bin ich dann in Tränen ausgebrochen. Seltsamerweise war dies nichts negatives für mich. Vielmehr habe ich den Schmerz ausgeweint, was ich ohne ein Spiel als Mittel vielleicht nicht geschäft hätte. Wenn dann auch noch eine zärtliche Hand mich berührte so wurde oft aus den Schmerzenstränen Freundentränen.


    Aber dazu will ich sagen, dass dies natürlich kein Lösung ist. Wer ständig versucht dies darüber zu kompensieren macht sich abhängig. Aber in manchen Phasen ist dies eine wohltat...."


    Ich finde in diesem Text, von einer Internetseite, die sich mit dem Thema SM beschäftigt, die Begriffe "Spiel" ("Oft kam in Spielen dieser unterbewusste Schmerz hoch.") und auch den Verweis auf "Abhängigkeit" ("Wer ständig versucht dies darüber zu kompensieren macht sich abhängig.").


    Wenn mir hier mal einer verraten kann, wieso auf einer professionellen Seite zu diesem Thema die dort vertretene Meinung sich mit meiner deckt und sogar dieselben Begrifflichkeiten verwendet werden, mit denen ich es beschreibe, wieso ihr dann meint, es habe nichts mit "Spiel" oder "Sucht" zutun und wer solche Begriffe verwendet, der sei nicht "echt".


    Vielleicht habt ihr euch nur noch nicht genug Gedanken darüber gemacht.

    @wieauchimmer

    Das Sonnenwind mehr als nur ein geplantes SM Spielchen will bedeutet nicht das sie krank oder süchtig ist. Aber die Sehnsucht nach dem was sie im Leben sucht wird immer größer. Sie möchte das was Du Spiel nennst auf die Beziehung ausdehnen. Es zum Teil ihres Lebens machen. Das ist eine Lebenseinstellung. So wie andere sich über ihren Beruf oder ihren Sport definieren. Und den Erfolg darin zu ihrer Berufung, zu ihrem Lebensinhalt, machen. Oder wie ein Bodybuilder der zeitlebens an sich selbst, seinem eigens errichteten Denkmal, arbeitet.


    Aber Du darfst mir gerne die Kompetenz in der Sache abstreiten. Denn was Du hier von der Lustschmerz Seite zitiert hast ist das einzige was ich über SM weiss. Meine einzige Erfahrung die nur annähernd damit zu tun hat würde ich nach dieser von Dir zitierten Beschreibung nicht dazuzählen.


    Bye,


    Andy

    bifu

    Zitat

    Sie möchte das was Du Spiel nennst auf die Beziehung ausdehnen.

    Nicht nur ich nenne es "Spiel" und für mich ist eine intensiv emotionale Beziehung die Voraussetzung für derlei Spielarten.

    Zitat

    So wie andere sich über ihren Beruf oder ihren Sport definieren. Und den Erfolg darin zu ihrer Berufung, zu ihrem Lebensinhalt, machen.

    Die Sache hat nur einen Haken: Die meisten beruflichen Ziele, für die muss ich mich nur selber genug anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen. Was hier schon viele versucht haben, Sonnenwind zu erklären, ist, dass es bei Erotik aber eben auf die Interaktion mit einem Partner ankommt und zwar sehr subtil und triefgründig. Solche Dinge kann man nicht erreichen, indem man sie sich als Ziel setzt. Ich kann mir auch nicht als Ziel setzen, dass ich mich über bestimmte Dinge freuen möchte. Entweder, ich freue mich, oder eben nicht.


    Dennoch gebe ich dir Recht, ich glaube auch, dass Sonnenwind immer mehr darauf fixiert ist, es zu ihrem Lebensinhalt zu machen. Das ist ja genau das Problem. Das ist ja auch schon anderen aufgefallen, die ihr dann rieten, sich andere Lebensinhalte zu setzen (VHS-Kurs). Außerdem erinnert mich das sogar an den JM- Faden. Nur, dass es bei den Jungmännern nicht darum geht, bestimmten Sex als Ziel zu haben, um den sich mehr und mehr das gesamte Leben kreist, sondern darum, überhaupt mal Sex zu haben. Die Verzweiflung ist aber ähnlich.


    Es ist m.E. grundsätzlich ein Fehler, sich Dinge zum Lebensinhalt zu machen, bei denen man darauf angewiesen ist, dass andere freiwillig und mit Lust dabei mitmachen. Ich kann andere zwingen, so zu tun, als würde es ihnen Spaß machen, aber ich kann ihnen keinen echten Spaß abzwingen. Das Thema, dass Sonnenwind sich paradox verhält, indem sie etwas Freiwilliges wie Lust, fordert, hatten wir hier auch schon mehrfach. Sobald man etwas fordert, ist es nicht mehr freiwillig, also ist es paradox, vone einem anderen etwas zu fordern, was nur ein freiwilliges spontanes Gefühl sein kann. Gefühle kann man provozieren, aber eben nicht fordern und in die Richtung des Provozierens, statt fordern, ging ja auch Annes Beitrag.


    Sobald etwas so zwanghaft wird, dass diese Sehnsucht nach dem Paradoxen das Leben beeinträchtigt, nur noch Frust und Verzweiflung bringt, trägt es aber ganz klar suchtartige Tendenzen , denn das kennt man bei allen Süchten (auch bei beruflicher Karriere: Workaholic). Die Grenze, an der es nicht mehr im Alltag lebbar ist, sondern das Leben anfängt, zu zerstören, ist die Grenze, wo man solche Sehnsüchte so sehr zu seinem Lebensinhalt macht, dass man meint, nicht mehr ohne ihre Erfüllung leben zu können und sich immer mehr darauf fixiert.

    ach WAI,

    du kannst es dir sparen, mir etwas aus Lustschmerz oder sonstwo zu zitieren, ebenso kann ich auf deine ellenlangen Erklärungen verzichten, ich brauche auch keine Nachhilfe über Sadisten und deren Taten oder deine phycholigischen Erklärungen für alles, was es auf dieser Welt gibt. Du wirst auch in hundert Jahren nicht verstehen, was Sonnenwind will, es ist einfach völlig zwecklos. Vor allem aber WILLST du auch gar nicht verstehen, was nicht in dein Weltbild passt, das zeigt sich in diesem Faden wie in jedem anderen, in den du dich einmischt. Mit geradzu missionarischem Eifer versuchst du jedem, der hier eine Frage stellt, Deine Vorstellungen und Überzeugungen von Sex, Moral, Ethik aufzuzwingen, Deine Idealvorstellung von der perfekten grossen Liebe als Nonplusultra überzustülpen und auch ein noch so kleines Abweichen von dem für dich richtig befundenen Weg wird von dir wieder und wieder kritisiert, wobei du auch nicht davor zurückschreckst, anderen kranke Motive oder Handlungen zu unterstellen.


    Ich finde deine Überheblichkeit unterträglich.

    Anne Declos

    Zitat

    Ich finde deine Überheblichkeit unterträglich.

    Schade, dass es dir nicht möglich ist, über ein Thema zu diskutieren (denn nichts anderes tue ich hier und dabei greife ich auch immer wieder Sichtweisen auf, die andere hier vertreten haben, denn ich scheine ja mit meiner Meinung nicht alleine da zu stehen), sondern eine einmal gegen mich gebildete Aversion grundsätzlich dafür zu verwenden, mir nicht einmal in den Dingen zuzustimmen, in denen du genau dieselbe Meinung vertrittst, wie ich. WAI ist eben bescheuert, also ist auch alles, was sie sagt bescheuert. Das finde ich absolut kindisch. Du führst hier keine Diskussion über ein Thema, sondern ergreifst in jedem Falle Partei für Sonnenwind und gegen mich, egal, ob wir uns in unserer Meinung viel näher liegen, oder nicht. Dir fällt es ja nicht einmal auf, wenn ich deiner Meinung bin, weil du es ja auf meine Person bezogen, grundsätzlich ablehnst, meiner Meinung zu sein.


    Vielleicht könntest du mal sachlich dikutieren und ohne diese persönlichen Aversionen, die du ja bereits in deinem Einstiegsbeitrag sofort verkündet hast, wodurch ja bereits klar war, dass es dir nicht um eine thematische Diskussion mit mir geht.

    Zitat

    Nun ist auch noch WAI aufgetaucht, mit der ich NUR zusammenrassel, weil ich einfach ihre Art des 'alles besserwissens' nicht ausstehen kann.

    Damit sagst du doch schon alles, auf welcher Ebene du mit mir nicht zu diskutieren bereit bist. Du brauchst mir ja nicht auf meine Beiträge antworten, wenn du eine Aversion gegen mich hast, denn deine Antworten sind übrigens nicht weniger besserwisserisch, indem du dich als diejenige siehst, die alles versteht, aber ich ja gar nichts.

    Zitat

    Du wirst auch in hundert Jahren nicht verstehen, was Sonnenwind will, es ist einfach völlig zwecklos

    Überheblicher gehts nicht mehr. Aber es ist immer wieder lustig, wenn man mit noch extremerer Überheblichkeit "Überheblichkeit" vorgeworfen bekommt.

    @ Sonnenwind

    Zitat

    Und die Chance, jemand über ein Hobby kennenzulernen, der PASST, sehe ich bei meiner weit fortgeschrittenen "Neigung" als kaum vorhanden an.

    Klar. Aber der "Trick" dabei ist, dass du etwas machst, was deine anderen Lebensbedürfnisse befriedigt. Das kleine Glück, ein gelungenes Portrait fabriziert zu haben, ein gutes Foto geschossen zu haben, eine Sprache zu lernen, was auch immer du gerne machen würdest. Das kleine Glück des Abends ist der Hauptaspekt. Daneben - und das bekommst du als "Dreingabe" - ein paar geöffnete Türen und Tore. Das Kennenlernen über ein Hobby ist immer leichter, mit zufriedenem Gesicht sowieso. Und zukünftige Bekannte und Freunde kennen auch diesen und jenen.