• Selbstbewusste, aber sex. devote Frau und die Probleme damit

    Jemand schrieb am Anfang von "Sexuell starke Frauen meiden": darkdog: Das Problem für Dich stellt sich aber wohl mehr deshalb, weil Du eigentlich devot bist und dies aber mit einem gewissen Selbstbewußtsein nach außen trägst. Ein Mann der nicht dominant ist, muß nicht automatisch mit zu wenig Selbstbewußtsein ausgestattet sein. Aber nur der…
  • 1 Antworten

    wieauchimmer

    07.09.05 12:57


    Ich bin des zitierens müde. So wie Du es beschreibst klingt es so als ob ein dominanter Mann erst dadurch sexuell erregt wird das die devote Frau anzeigt das SIE sich unterwerfen will. Sollte es aber nicht so sein das die devote Frau dadurch erregt wird DAS der dominante Mann SIE unterwirft? Er dadurch erregt wird DAS er fordert?


    bifu

    wieauchimmer

    07.09.05 12:59


    "Nix da, Gnade"

    Zitat

    ich hab lieber leidenschaftlichen Sex, ohne es verstanden zu haben, als Frust, weil ich bestimmte Vorstellungen im Kopf habe, die der andere nicht versteht.

    So geht's mir auch. Ich fühle dann lieber. Zuviel Denken schadet da nur.


    Lusche-007

    07.09.05 13:08

    Zitat

    Ach ja, stimmt ja, dieser Faden handelt ja von devot und dominant und so. Ich lese hier immer mit und das Ausgangsthema ist mir schon gar nicht mehr bewusst.

    Verständlich. Ich schreibe in diesem Thread vieleicht eine Stunde mit und schaue dann erst Stunden später wieder rein. Danach hat sich in der Regel aber die Diskussion vollkommen ihr Gesichts verändert und viele Dinge die man noch sagen wollte bleiben ungesagt.


    Ist nunmal Standart in hochfrequentierten Foren


    Squizzel

    Squizzel

    07.09.05 13:17

    Zitat

    Und selbst hier ist es gespielt

    Sag ich ja, aber hier im Faden gibt es Leute, die meinen, dass etwas, was Regeln hat und Grenzen und der Lust dient, kein Spiel ist. Darüber habe ich mich ja schon lange genug hier auseinandergesetzt.

    Zitat

    So ist die Macht über den anderen selbst bei den extremsten Spielchen nur eine Illusion.

    Dabei kommt es natürlich drauf an, wie sehr man sich in diese Illusion fallen lassen kann, sodass sie wie die Realität wirkt. Da wir aber auch die tatsächliche Realität im Grunde nur in unserer Wahrnehmung konstruieren, macht das keinen wirklichen Unterschied. So müssten wir ja eigentlich alle ständig einen schwarzen Fleck vor Augen sehen, den blinden Fleck, aber unser Gehirn ergänzt diese Leerstelle freundlicher Weise durch das, was ihm da plausibel erscheint und diese vollkommen alltägliche Illusion ist so perfekt, dass wir es nicht merken. Auch sehen wir ja in Wahrheit alles auf dem Kopf, was wir auch nicht merken. Einige Gehirnforscher behaupten ja auch, dass das Bewusstsein insgesamt nur eine Illusion ist und der freie Wille sowieso. Wir leben also sowieso in einer ständigen Illusion, sodass dann solche Machtspiele, je nachdem wie tief man da eintauchen kann, letztendlich auch eine genauso reale Illusion werden können, wie die alltägliche Realität eine "reale" Illusion ist.


    Wenn es also ohnehin keinen ganz klaren Unterschied zwischen Realität und Illusion gibt, dann kann ich es auch nicht unterscheiden und ich setze aber den Unterschied zum "Spiel" an den Punkten, dass es geklärte Regeln und Grenzen gibt, man aus diesem Illusions-Modus bewusst aussteigen kann, die "Escape" oder "Quit" -Taste drücken kann, während man aus der Illusion des normalen, alltäglichen Lebens nicht so einfach aussteigen kann. Wenn ich tatsächlich von Räubern überfallen werde, dann wird die das nicht interessieren, wenn ich "Stopp, das macht mir jetzt keinen Spaß mehr" sage. Das ist für mich der Unterschied zum Spiel. Es hat Regeln und man kann, wenn man nicht mehr mag, aussteigen. Das andere hat zwar auch Regeln, aber die kann ich nicht selber mitbestimmen und ich kann auch nicht aussteigen und dem Mächtigen ist es auch egal, ob ich Lust hab, oder nicht, ihm sind meine Grenzen völlig schnuppe.

    Zitat

    Doch was ist an dem "Spiel" so schlimm?

    Da fragst du die Falsche. "Das ganze Leben ist ein Spiel und wir sind nur die Kanidaten... "


    Überall wird gespielt. Schau dir mal in den Wirtschaftswissenschaften die "Spieltheorie" an. Strategiespiele. Ernst wird es eben dann, wenn man sich nicht mehr aussuchen kann, ob man ein Spiel mitspielt und nicht aussteigen kann, weil es z.B. existentiell ist, dass ich dieses Spiel mitspiele. Ein echter Sklave zu sein, dessen leibliche Existenz davon abhängig ist, sich seinem Herrn zu ergeben, ist dann eben kein Spiel mehr, weil der sklave nicht sagen kann: "Du Sir, lass uns aufhören damit, ich hab jetzt keine Lust mehr und morgen bist du mal der Sklave, ok?"


    wieauchimmer

    Lusche-007

    07.09.05 13:18

    Zitat

    Hinterher kann ich dann sagen: "Heute war ich aber ganz schön dominant, was?".


    Sie (schwach und ganz leise hauchend): "Ja Schatz. Ich bin total fertig. Darf ich jetzt bitte, bitte schlafen?"


    Er: "Naja, ausnahmsweise. Ich will heute mal etwas gnädig sein. "

    Du bist zu gut zu ihr


    Übrigens, Danke


    bifu

    Wieauchimmer

    07.09.05 13:26


    Ohne wieder von vorne beginnen zu wollen, möchte ich dennoch eine kurze Frage stellen, denn so wesentlich ist mir die Definiererei eigentlich nicht:


    Sind für dich das Vorhandensein von Grenzen und Regeln (was ja glaube ich auch in diesem Faden niemand anzweifelt) sowie eine "Escape"-Möglichkeit bereits hinreichende Bedingungen für den Terminus Spiel? Würdest du beispielsweise eine Ehe an sich als Spiel bezeichnen?


    Rucola

    bifu

    07.09.05 13:27

    Zitat

    So wie Du es beschreibst klingt es so als ob ein dominanter Mann erst dadurch sexuell erregt wird das die devote Frau anzeigt das SIE sich unterwerfen will. Sollte es aber nicht so sein das die devote Frau dadurch erregt wird DAS der dominante Mann SIE unterwirft?

    Es ist doch beides, ein Wechselspiel. Würde der von Natur aus dominante Mann ganz ohne Erregung reagieren, dann wäre er ein gefährlicher Vergewaltiger.


    Wenn er fordert, aber von ihr nur Belanglosigkeit zurückkommt und sie nicht darauf reagiert, auf was soll er dann erregt reagieren? Auf sein eigenes Handeln? Dann kann er auch ne Gummipuppe nehmen.


    Eine Bedrohung ist nur eine Bedrohung, wenn der Bedrohte sich auch bedroht fühlt und entsprechende Reaktionen zeigt. Anderenfalls läuft er auf. Sich nicht provozieren zu lassen ist eine anerkannte Deeskalations-Strategie. "Bedroht" er sie also mit seiner Macht, muss sie auch als Bedrohte eine entsprechende Reaktion zeigen, die ihn wieder dazu veranlasst, sie noch mehr zu "bedrohen". Das ist doch ein wechselseitiger Aufschaukelungsprozess. Wenn er Anstalten dazu macht, sie zu unterwerfen und sie reagiert mit "Wenn du fertig bist, mach das Licht aus" und kaut belanglos ihr Kaugummi, dann wird ja wohl der dominante Mann ganz schnell die Lust verlieren.


    Das ist ja selbst im Tierreich so. Der Jagdinstinkt eines Raubtieres wird dadurch angeregt, dass das Opfer Angst zeigt und Adrenalin ausstößt. Ich hatte hier das Beispiel mit der Katze benannt. Eine Maus, die nicht flüchtet, wecht nicht den Schlüsselreiz der Katze, sie zu jagen.


    wieauchimmer

    07.09.05 13:35

    Zitat

    Würde der von Natur aus dominante Mann ganz ohne Erregung reagieren, dann wäre er ein gefährlicher Vergewaltiger.

    Das würde ich so nicht unterschreiben. Ob die vorhandene oder fehlende Erregung der springende Punkt ist, bezweifle ich. Es kommt doch vielmehr darauf an, dass ein Vergewaltiger tatsächlich gegen den Willen des Opfers handelt.


    Rucola

    Rucola

    07.09.05 13:38

    Zitat

    Sind für dich das Vorhandensein von Grenzen und Regeln (was ja glaube ich auch in diesem Faden niemand anzweifelt) sowie eine "Escape"-Möglichkeit bereits hinreichende Bedingungen für den Terminus Spiel?

    Ja. Jede Form von bewusster und unbewusster Strategie ist Spiel. Ich verweise auf die "Spieltheorie", wo der Zusammenbruch ganzer Volkswirtschafen unter den Begriff "Strategiespiel" fällt. Selbst im Krieg werden mit ähnlichen Strategien "gespielt" wie beim Schach oder sonstigen Computer-Strategiespielen, nur mit dem Unterschied, dass es im Krieg ganz ernsthafte Tote gibt in diesem Machtspiel, die nicht einfach aussteigen können. Schau dir an, was an jeder Börse betrieben wird. Da spielt man wie in einem Spielcasino um Milliarden. Wenn dadurch andere in die Armut getrieben werden und aus dieser Armut auch nicht selbstbestimmt aussteigen können, dann ist es für sie keine Spiel mehr.

    Zitat

    Würdest du beispielsweise eine Ehe an sich als Spiel bezeichnen?

    Jede Form des Zusammenlebens hat spielerische Elemente. Jede Ehe bildet z.B. mit der Zeit gewisse liebsame oder auch unliebsame Rituale aus. Eine Ehe besteht aber auch aus Alltagsverpflichtungen und die gegenseitige Befriedigung von Bedürfnissen. Aus beiden kann man nicht einfach so aussteigen, weil die Verpflichtungen zumteil existentiell sind, Verantwortung bedürfen und ein Ende der gegenseitigen Bedürfnisbefriedigung in der Regel ganz echt in der Seele weh tut. Hier ist dann also nicht die Bedingung der "Escape"- Taste gegeben, dass man jederzeit ohne nachhaltige Verluste aussteigen kann.


    wieauchimmer

    07.09.05 13:39


    Ich denke, man sollte sehr vorsichtig damit sein, Dominanz so nahe an die "Psychpathenecke" zu rücken. Das klingt sonst ein bisschen so, als wäre ein dominanter Mann viel näher daran, ein Verbrecher zu sein als alle anderen.


    Rucola

    Rucola

    07.09.05 13:42

    Zitat

    Es kommt doch vielmehr darauf an, dass ein Vergewaltiger tatsächlich gegen den Willen des Opfers handelt.

    Und der echte dominate Mann tut es nicht "tatsächlich"? Was dann? Spielt er es etwas nur, oder was ist das Gegenteil von "tatsächlich"?


    Da beisst sich die Katze doch wieder in den Schwanz. "Tatsächlich" ist für mich in etwas gleichbedeutend mit "echt" und das Gegenteil davon, also nicht tatsächlich, nicht echt, das heisst für mich "Spiel" oder "Illusion". Wie willst du das sonst unterscheiden: tatsächlich und nicht tatsächlich?


    wieauchimmer

    Rucola

    07.09.05 13:47

    Zitat

    Dominanz so nahe an die "Psychpathenecke" zu rücken.

    Das tu ich nicht, weil ich eben von "Spiel" rede. Dass echte Herrschsucht und ein übersteigerter Machtwille und echter Sadismus, andere zu foltern (und hier fiel ja schonmal der Begriff "Führer") etwas mit psychopathischen Tendenzen zutun hat, darin werden wir uns doch sicher nicht widersprechen.


    Ich hatte hier schonmal gesagt, dass ich allein aus Respekt vor den Menschen, die tatsächlich von Macht bedroht werden in ihrer Existenz, gefoltert werden oder vergewaltigt, S/M als "Spiel" bezeichne. Es wäre sonst m.E. zynisch gegenüber den echt leidenden Menschen auf der Welt, es auf die gleiche "echte" Stufe zu stellen.


    wieauchimmer