Ach ja,

    07.09.05 12:33


    stimmt ja, dieser Faden handelt ja von devot und dominant und so . Ich lese hier immer mit und das Ausgangsthema ist mir schon gar nicht mehr bewusst.


    Muss man das denn eigentlich immer so bewusst unterscheiden: Dominant, Devot, usw. Für mich ist Sex immer ein Hin und Her und eine Mischung verschiedener Thematiken. Eigentlich ist es mir total wurscht, ob das nun dominant oder nicht dominant ist. Lust machen, Lust gemacht kriegen, Lust steigern und abflauen lassen, Höhepunkte der Partnerin und eigene erleben. Alles andere ergibt sich dann von selbst. Hinterher kann ich dann sagen: "Heute war ich aber ganz schön dominant, was?".


    Sie (schwach und ganz leise hauchend): "Ja Schatz. Ich bin total fertig. Darf ich jetzt bitte, bitte schlafen?"


    Er: "Naja, ausnahmsweise. Ich will heute mal etwas gnädig sein."


    Lusche-007

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    Squizzel

    07.09.05 12:48


    Allerdings haben wir uns diesen Zustand erst über Jahre mehr und mehr "erarbeiten" müssen und auch immer mal wieder neues ausprobiert, um somit das Repertoire stetig zu erweitern. Aber ohne meine Gefühle zu ihm, denn für meine Erfahrung verstärkt sich Lieben und Begehren gegenseitig, wären wir nicht so weit gekommen. Fehlt die Nähe und Liebe meinerseits, dann kann ich nicht so subtil mit ihm spielen, bzw. es ist dass nur geschauspielert und kommt nicht so richtig aus dem Bauch (oder tiefer) raus.


    Kann ja sein, dass man Begehren auch ohne Lieben steigern kann, habe ich allerdings noch nicht erlebt und kann ich mir auch nicht vorstellen. Je mehr wir aufeinander eingespielt waren, um so weniger konnte ich Lieben und Begehren voneinander unterscheiden. Die gesamte erotische Stimmung wirkte sich auch auf einen liebevollen, wohlwollenden, aufmerksamen Umgang miteinander aus. Wenn mich schon allein seine Stimme erregt, dann hör ich ihm gerne zu, egal, was er erzählt (selbst wenn es stundenlange Vorträge über Linux sind). Wenn jederzeit erotische Signale "lauern", dann bin ich aufmerksam für ihn, dann sucht man auch nach einer gewissen geistigen Harmonie, weil man diese Nähe genießt, die sich jederzeit in Erotik wandeln kann, dann können selbst Streitigkeiten Nähe und sogar Erotik erzeugen.


    Wenn wir tatsächlich wütend aufeinander waren, haben wir das durch härteren Sex miteinander ausgelebt und uns über Erotik abreagiert. Manchmal haben wir vorher miteinander gekämpft (wir machten zusammen Kungfu). Nach dem abreagierendem Sex kann man dann prima in Ruhe und ohne Aggressionen miteinander reden und weils ja so schön war, ist man dann auch viel eher geneigt, wohlwollend und auf eine Lösung hin und mit gegenseitigem Verständnis füreinander, zu streiten. Schließlich will man das Subjekt seiner Begirde ja nicht verlieren, sondern seine Nähe genießen.


    Wenn in früheren Beziehungen bei mir das begehren nachließ, dann habe ich das für mich auch immer so interpretiert, dass ich ihn nicht mehr liebe, außer freundschaftlich und für freundschaftlich hab ich keine Beziehung sondern eine Freundschaft.


    wieauchimmer

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    07.09.05 12:50

    Zitat

    Das was du beschreibst würde ich als ganz normale erotische leidenschaftliche Beziehung sehen. Es wäre ja auch nicht ausgeschlossen, dass es abwechselnd ist, wer die Initiative ergreift, je nachdem, wer gerade besonders scharf auf den anderen ist.

    Das sehe ich nicht so. Dominanz fängt bereits da an, wo einer von beiden Macht über die Lust des anderen ausübt und diese kontrolliert. Sich dagegen zur wehr zu setzen, würde bedeuten, sich selbst diese Lust vorzuenthalten. Daraus resultiert eine unterbewußt fast skalvische Unterordnung, auch wenn dies bedeutet "gequält" zu werden.

    Zitat

    Wenn ich so mit der Provokation spiele, dann habe ich in diesem Moment ja die Macht über ihn.

    Dem ist nicht so, wenn er sich unter Kontrolle halten kann. Hättest du wirklich Macht über seine Triebe, würde er dich bereits im Bad vernaschen.

    Zitat

    Von daher und wie du es beschrieben hast, ist es im Grunde ein gespielter Machtkampf.

    Ist in der Sexualität nicht alles ein gespielter Machtkampf? Ich will jetzt mal weg von den Praktiken die wirklich körperliche Gewalt ausüben. Und selbst hier ist es gespielt, denn der andere hat niemals wirklich Macht über den anderen ohne das Gesetzt zu verletzen. Wenn einer von beiden abbrechen will, dann muss abgebrochen werden. So ist die Macht über den anderen selbst bei den extremsten Spielchen nur eine Illusion.


    Doch was ist an dem "Spiel" so schlimm? Das Gefühl von Macht und beherrscht werden bleibt. In jedem Spiel verliert einer und in diesem Fall ist der Verlierer derjenige, der sich unterordnet. Verlierer muss hier jedoch in Anführungszeichen gesetzt werden. Denn er gewinnt letztendlich durch den Lustgewinn.


    Squizzel

    Lusche-007

    07.09.05 12:55

    Zitat

    Für mich ist Sex immer ein Hin und Her und eine Mischung verschiedener Thematiken.

    So sehe ich das auch, so habe ich es ja auch beschrieben. Das Hin- und Her entspricht ja auch dem "normalen" Leben. Mal ist man verletzlich, will die Macht des anderen spüren, weil das auch ein Gefühl von Schutz bedeutet. Mal ist man in einer Powerstimmung, wo man diese Energie am anderen ausleben will.


    Aber wir haben es wahrscheinlich beide nicht verstanden, aber was solls, ich hab lieber leidenschaftlichen Sex, ohne es verstanden zu haben, als Frust, weil ich bestimmte Vorstellungen im Kopf habe, die der andere nicht versteht. Verstehen kann man nicht fordern.

    Zitat

    "Naja, ausnahmsweise. Ich will heute mal etwas gnädig sein."

    Nix da, Gnade. Mein Freund hat dann immer versucht, Migräne vorzutäuschen, die alte Diva, bin ich nicht drauf reingefallen, denn in Wahrheit wollte er mich ja nur provozieren.


    wieauchimmer

    wieauchimmer

    07.09.05 12:57


    Ich bin des zitierens müde. So wie Du es beschreibst klingt es so als ob ein dominanter Mann erst dadurch sexuell erregt wird das die devote Frau anzeigt das SIE sich unterwerfen will. Sollte es aber nicht so sein das die devote Frau dadurch erregt wird DAS der dominante Mann SIE unterwirft? Er dadurch erregt wird DAS er fordert?


    bifu

    wieauchimmer

    07.09.05 12:59


    "Nix da, Gnade"

    Zitat

    ich hab lieber leidenschaftlichen Sex, ohne es verstanden zu haben, als Frust, weil ich bestimmte Vorstellungen im Kopf habe, die der andere nicht versteht.

    So geht's mir auch. Ich fühle dann lieber. Zuviel Denken schadet da nur.


    Lusche-007

    07.09.05 13:08

    Zitat

    Ach ja, stimmt ja, dieser Faden handelt ja von devot und dominant und so. Ich lese hier immer mit und das Ausgangsthema ist mir schon gar nicht mehr bewusst.

    Verständlich. Ich schreibe in diesem Thread vieleicht eine Stunde mit und schaue dann erst Stunden später wieder rein. Danach hat sich in der Regel aber die Diskussion vollkommen ihr Gesichts verändert und viele Dinge die man noch sagen wollte bleiben ungesagt.


    Ist nunmal Standart in hochfrequentierten Foren


    Squizzel

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    Squizzel

    07.09.05 13:17

    Zitat

    Und selbst hier ist es gespielt

    Sag ich ja, aber hier im Faden gibt es Leute, die meinen, dass etwas, was Regeln hat und Grenzen und der Lust dient, kein Spiel ist. Darüber habe ich mich ja schon lange genug hier auseinandergesetzt.

    Zitat

    So ist die Macht über den anderen selbst bei den extremsten Spielchen nur eine Illusion.

    Dabei kommt es natürlich drauf an, wie sehr man sich in diese Illusion fallen lassen kann, sodass sie wie die Realität wirkt. Da wir aber auch die tatsächliche Realität im Grunde nur in unserer Wahrnehmung konstruieren, macht das keinen wirklichen Unterschied. So müssten wir ja eigentlich alle ständig einen schwarzen Fleck vor Augen sehen, den blinden Fleck, aber unser Gehirn ergänzt diese Leerstelle freundlicher Weise durch das, was ihm da plausibel erscheint und diese vollkommen alltägliche Illusion ist so perfekt, dass wir es nicht merken. Auch sehen wir ja in Wahrheit alles auf dem Kopf, was wir auch nicht merken. Einige Gehirnforscher behaupten ja auch, dass das Bewusstsein insgesamt nur eine Illusion ist und der freie Wille sowieso. Wir leben also sowieso in einer ständigen Illusion, sodass dann solche Machtspiele, je nachdem wie tief man da eintauchen kann, letztendlich auch eine genauso reale Illusion werden können, wie die alltägliche Realität eine "reale" Illusion ist.


    Wenn es also ohnehin keinen ganz klaren Unterschied zwischen Realität und Illusion gibt, dann kann ich es auch nicht unterscheiden und ich setze aber den Unterschied zum "Spiel" an den Punkten, dass es geklärte Regeln und Grenzen gibt, man aus diesem Illusions-Modus bewusst aussteigen kann, die "Escape" oder "Quit" -Taste drücken kann, während man aus der Illusion des normalen, alltäglichen Lebens nicht so einfach aussteigen kann. Wenn ich tatsächlich von Räubern überfallen werde, dann wird die das nicht interessieren, wenn ich "Stopp, das macht mir jetzt keinen Spaß mehr" sage. Das ist für mich der Unterschied zum Spiel. Es hat Regeln und man kann, wenn man nicht mehr mag, aussteigen. Das andere hat zwar auch Regeln, aber die kann ich nicht selber mitbestimmen und ich kann auch nicht aussteigen und dem Mächtigen ist es auch egal, ob ich Lust hab, oder nicht, ihm sind meine Grenzen völlig schnuppe.

    Zitat

    Doch was ist an dem "Spiel" so schlimm?

    Da fragst du die Falsche. "Das ganze Leben ist ein Spiel und wir sind nur die Kanidaten... "


    Überall wird gespielt. Schau dir mal in den Wirtschaftswissenschaften die "Spieltheorie" an. Strategiespiele. Ernst wird es eben dann, wenn man sich nicht mehr aussuchen kann, ob man ein Spiel mitspielt und nicht aussteigen kann, weil es z.B. existentiell ist, dass ich dieses Spiel mitspiele. Ein echter Sklave zu sein, dessen leibliche Existenz davon abhängig ist, sich seinem Herrn zu ergeben, ist dann eben kein Spiel mehr, weil der sklave nicht sagen kann: "Du Sir, lass uns aufhören damit, ich hab jetzt keine Lust mehr und morgen bist du mal der Sklave, ok?"


    wieauchimmer

    Lusche-007

    07.09.05 13:18

    Zitat

    Hinterher kann ich dann sagen: "Heute war ich aber ganz schön dominant, was?".


    Sie (schwach und ganz leise hauchend): "Ja Schatz. Ich bin total fertig. Darf ich jetzt bitte, bitte schlafen?"


    Er: "Naja, ausnahmsweise. Ich will heute mal etwas gnädig sein. "

    Du bist zu gut zu ihr


    Übrigens, Danke


    bifu