• Selbstbewusste, aber sex. devote Frau und die Probleme damit

    Jemand schrieb am Anfang von "Sexuell starke Frauen meiden": darkdog: Das Problem für Dich stellt sich aber wohl mehr deshalb, weil Du eigentlich devot bist und dies aber mit einem gewissen Selbstbewußtsein nach außen trägst. Ein Mann der nicht dominant ist, muß nicht automatisch mit zu wenig Selbstbewußtsein ausgestattet sein. Aber nur der…
  • 1 Antworten

    WAI

    Ich habe dich in keiner Form beschimpft.


    Ich halte mich weder für eine "Fachperson" noch bezeichne ich mich als Expertin und ich bewege mich auch nicht in SM-Kreisen. Ich schreibe hier über meine persönliche Meinung und Erfahrungen ohne irgendeinen "missionarischen" Anspruch und habe das große und bei weitem nicht selbstverständliche Glück, dass sich für mich aus meiner Neigung keine Probleme ergeben. Ich kann mich über manche Aussagen ärgern und manchmal schreibe ich das dann auch. Was in deinem Fall der Auslöser war, habe ich bereits mehrfach gesagt.


    Ob einen diese Neigung zu etwas Besonderem macht, ist mir vollkommen gleichgültig - es ist eigenartig, dass du gerade mich damit ansprichst, denn wenn du dich recht erinnerst oder nachliest, habe ich diesem Gedanken nichts abgewonnen. Ebensowenig, wie ich an diesen Begriffen klebe oder Schubladen mir überhaupt wichtig wären.


    Das was mir wichtig war, habe ich gesagt.


    Kann sein, dass ich mich irre, aber ich habe nicht das Gefühl, dass du dir tatsächlich eine (Er)Klärung wünscht, sondern dass du eine gewisse Freude an solchen Streitgesprächen hast. Die fehlt mir und deshalb lasse ich es auch gut sein. Außerdem wäre Sonnenwind damit sicher nicht geholfen, wenn wir hier einen Disput austragen.

    Da hast du recht, Rucola, das Thema führt etwas von dem weg, was ich will.


    Ich wäre dankbar über weitere Meinungen zum Thema Dominanz, und was das für euch ist.


    Ich hab in einem anderen forum mal die Frage gestellt, ob subs allgemein alles egal ist. Das ist mein Eindruck. Sie tun das alles, bzw. lassen mit sich tun, damit etwas mit ihnen getan wird...oder, weil sie nur dienen wollen... die Antworten auf meine Frage, ob subs alles egal ist, hauptsache, da ist ein "Herr", der sie führt, waren mehr als kläglich :-o ... was macht den "Herrn" aus, was macht ihn zum Herr (soweit man das Wort benutzen mag) ?


    Die Antwort: "Ich liebe ihn" lasse ich nicht gelten ;-D


    Und sexuelle Dominanz, damit konnte keiner der sog. "doms" was mit anfangen. Wie, subbie will befriedigt werden? Ja, warum denn? Sie hat doch SEINER Lust zu dienen, und ansonsten zu warten...


    das waren die Dinge, die mir sehr übel aufgestoßen sind. Ich finde, erfüllte Sexualität gehört zu JEDER Partnerschaft, und zu einer BDSM-Partnerschaft ganz besonders. Was soll sonst die Basis sein? BDSM ist doch ERweiterung der Lust, und nicht deren Begrenzung, Einschränkung.


    Bei mir verfestigt sich zunehmend der Eindruck, dass BDSM'ler Sex , stinknormalen Sex, nicht mehr wollen, durch was anderes, nämlich Rituale und quälen, ersetzt haben.


    Mir wurde in dem anderen forum auch geraten, nicht weiter in der Szene zu suchen, da es dort eben KEINE sex. starken Männer gebe... sex. starke Männer hätten die ganze Show eben nicht nötig.


    Just a few thoughts about this problem...


    also, WO wird sex.Dominanz gefragt? Oder: Ist "Neuneinhalb Wochen" KEIN BDSM (für mich ein Paradebeispiel von Sex.Dominanz)?

    Rucola

    Zitat

    es ist eigenartig, dass du gerade mich damit ansprichst,

    Ich habe nicht dich damit angesprochen, sondern den Widerspruch zwischen "normal" (also latent bei jedem Menschen vorhanden) und "Besonderheit" (nicht latent bei jedem vorhanden. Man hat die Neigung oder nicht und sie kann nicht im Laufe des Lebens durch einen Auslöser oder die Konfrontation damit durch den Partner, ausgelöst werden.)

    Zitat

    Kann sein, dass ich mich irre, aber ich habe nicht das Gefühl, dass du dir tatsächlich eine (Er) Klärung wünscht, sondern dass du eine gewisse Freude an solchen Streitgesprächen hast.

    Ich möchte nochmal daran erinnern, dass ich selber damit mit meinem Freund angefangen habe, er bestimmte Techniken dann in unserem Trennungsjahr weiterentwickelt hat (Er schloss sich zeitweise der "Szene" an, weil ihn das wohl irgendwie beeindruckte) und daran gestorben ist. Meinst du nicht, dass dies genug Grund ist, Erklärungen haben zu wollen?

    Rucola

    Zitat

    und zweitens, nicht erklärbar.

    Ich finde auf der Seite "Lustschmerz" werden bereits ein paar Punkte ganz gut erklärt. Also ist es doch erklärbar, vielleicht nicht von dir, aber dieses grundsätzliche "nicht erklärbar" stimmt ja schonmal nicht.

    Sonnenwind

    Zitat

    Bei mir verfestigt sich zunehmend der Eindruck, dass BDSM'ler Sex, stinknormalen Sex, nicht mehr wollen, durch was anderes, nämlich Rituale und quälen, ersetzt haben.

    da gebe ich dir voll und ganz recht.


    Dieses ganze Theater um BDSM scheint überhaupt eine Ansammlung von Ersatzhandlungen zu sein.


    Diesen Verdacht hatte ich schon lange. Endlich bestätigt mir das mal jemand.


    Danke.

    Moment mal, Fiz, es SCHEINT so zu sein.


    Indiz dafür wäre, dass anscheinend viele BDSM'ler einfach nur Sex ablehnen. Swingerclubs sowieso. Das hab ich jedenfalls erfahren müssen. Das ist vielen einfach zu primitiv.


    Andererseits verbieten sie ihren subs SB. Das scheint allgemein Usus zu sein. Damit die ja schön geil bleiben, und sie nachher weniger Arbeit haben.


    Das finde ICH primitiv. Zeugt nicht gerade von sehr hohem sex. Selbstbewusstsein des doms.


    Und in sowas mag ich mich nicht einfügen. Ich sagte oben, ich bin Freigeist... und rebellisch. Wenn mir einer mit so einem Unsinn kommt, darf er direkt wieder gehen. BDSM ist für mich eben NICHT, meine Lust zu verbieten oder auch "nur" zu beschneiden, sondern sie zu fördern.


    Und je phantasievoller er dabei vorgeht, je mehr steigt meine Achtung vor ihm. Je eher bin ich auch bereit, mich unterzuordnen.

    Sonnenwind

    ne, ich glaube, du siehst das schon richtig, dass das meistens Ersatzhandlungen sind. Eigentlich ist es sogar eine Art Vermeidungsverhalten.


    Es wäre interessant zu untersuchen, woher das kommt.


    Aber das werden wir hier wohl nie ergründen können, fürchte ich.


    Gruß,

    WAI

    Dein Schicksalsschlag ist etwas sehr Tragisches und ich bin mir auch sicher, dass du deshalb nach Erkläungen sucht. Nach anderen Erklärungen, solchen, die ich dir nicht geben kann, weil ich die Situation damals nicht kenne und wahrscheinlich könnte ich sie dir leider auch dann nicht geben.


    Die Erklärungen, um die es hier geht, sind nicht die gleichen und ich habe auch nicht, das Gefühl, dass die Motivation deiner letzten Beiträge hier die Bewältigung deiner Trauer war, wohl aber, dass diese durch die Beschäftigung mit dem Thema immer wieder hochkommt.


    Ich spreche nicht von einer grundsätzlichen Nichterklärbarkeit.


    Die Erklärungen, die sich für deinen Freund ergeben haben, hat er dir ja, wie du geschrieben hast, mitgeteilt und du sagst ja auch, dass du sie verstanden hast. Warum das so furchtbar schiefgelaufen ist, wird, fürchte ich, auch daraus nicht klar werden können, da es sich ja um einen Unfall handelte.


    Ich denke auf jeden Fall, dass es für uns beide besser ist, mit diesem Disput aufzuhören. In diesem speziellen Fall sogar noch mehr. Das kann doch nicht gut sein, oder?

    sonnenwind

    Ich habe es mir angetan und den langen Faden im anderen Forum gelesen.


    Mein Eindruck war, dass du und ein oder zwei andere und die ganzen Subs permanent aneinerander vorbeigeredet habt.


    Der Einfachheit halber nenne ich sie mal die 'Subs'. Also, diese Subs sind nicht anspruchslos und für mich ging auch nicht unbedingt daraus hervor, dass sie keinen Sex haben. Allerdings liegt der Schwerpunkt in diesen Beziehungen nicht auf der sexuellen Befriedigung (auch bei den Doms nicht), sondern auf dem Gefühl, welches ensteht, wenn sich ein Sub seinem Dom mit allen Konsequenzen unterodnet. Der Verzicht auf SB beispielsweise wird nicht als Verlust, als unerwünschte Einschränkung gesehen, sondern als Zeichen der Demut dem angehimmelten Dom gegenüber. Sex spielt sich nur ab, wenn der Dom es will, ist aber eben auch nicht soo wichtig, wichtiger ist das Gefühl, welches man hat, wenn man sagt: Du bist mein Herr (Meister, Gebieter, was weiss ich), Du entscheidest und DASS Du entscheidest, befriedigt mich, egal WAS Du entscheidest. Es ist mehr eine seelische Geschichte als eine körperliche. Und auch diese Subs haben Sex, aber wohl als eine Art Belohnung für Wohlverhalten, so wie sie Schläge für Fehlverhalten bekommen.


    Ich kann dieses Gefühl durchaus nachvollziehen, es entsteht ganz tief drinnen irgendwo und nur, wenn man sich sehr verbunden fühlt. Dieser Satz bewirkt dann ein warmes wohliges Gefühl, wie das Erreichen eines Zieles nach langem Marsch.


    Ich habe ihn auch gesagt und gefühlt und so gemeint. Nur, und das ist der entscheidende Unterschied zu diesen Subs, ich wusste, dass bei uns eigentlich die körperliche, sexuelle Seite das primäre ist. Und ich weiss, dass es ihm genauso um Sex geht wie mir, dass die Befriedigung unserer sexuellen Triebe die Motivation ist und das jede Session ihren Abschluss in Orgasmen auf beiden Seiten findet.

    Warum

    erregt es einen Mann, eine Frau zu schlagen ?


    In meinem Fall natürlich im wesentlichen wegen meiner körperlichen Reaktion, die so prompt und so automatisch kommt. Ich gehe davon aus, dass das bei den anderen Frauen mit entsprechender Neigung ähnlich ist; aber solche Männer werden ja nicht nur durch die Reaktion der Frau erregt, sondern durch das Züchtigen selbst und hier könnte es viele Gründe geben. Vielleicht ist es der Anblick, der sich ihm bietet, vielleicht erweckt ein Frauenkörper, der offen (durch entsprechende Fesselung z.B.) und in entsprechender Position vor ihm liegt, steht, kniet archeaische Lüste, vielleicht ist es die Tatsache, dass man etwas längst 'Verbotenes', nämlich Gewalt anzuwenden, tut. Vielleicht ist es das Geräusch der Peitsche, das Zucken des Körpers unter einem Hieb, vielleicht das Gesicht während des akuten Schmerzes, vielleicht ist es alles zusammen, vielleicht ist es auch noch viel mehr. Aber ist das wirklich wichtig, warum muss man das analysieren ? Kann man es dann verstehen ?


    Normal im Sinne von nicht krankhaft ist es, weil es beiden Genuss verschafft, etwas Besonderes ist es, weil eben nicht jeder sich auf diese Art und Weise erregen (lassen) kann.


    Eindeutig gibt es viele Menschen, die Angst vor Schmerzen haben und für die beim Sex nur und ausschließlich zärtliche Berührungen erregend wirken.


    Mich erregt die Umkehrung der Rollen nicht, ihn auch nicht, deshalb kann ich bei uns von festgelegten Neigungen sprechen. Wobei ich noch mal deutlich machen muss, ich bin nicht devot, ich will nicht dienen, um des dienens willen. Ich bin bestenfalls submissiv, vor allem aber (ein bisschen) masochistisch, was sich allerdings in einem eng gesteckten Rahmen bewegt und in der Regel da aufhört, wo Blut fliesst bzw. wo bleibende Verletzungen auftreten. Und das ist keine aufgeklebtes Etikett, das ist einfach so und hat wenig mit Psyche, sondern ganz viel mit Körper zu tun.

    Anne Declos

    Zitat

    Aber ist das wirklich wichtig, warum muss man das analysieren? Kann man es dann verstehen ?

    Klar, erklären hilft dem Verstehen, dem Nachvollziehen können manchmal auch, aber nicht zwingend.

    Zitat

    etwas Besonderes ist es, weil eben nicht jeder sich auf diese Art und Weise erregen (lassen) kann.

    Aber so wie ich das in den Medien beobachte, mit steigender Tendenz. Das heisst nicht unbedingt, dass es einfach "trendy" ist, aber für manche könnte auch das ein Grund sein. Das könnte auch bedeuten, dass "archaische Lüste", so wie ich schonmal anmerkte, vielleicht in einer Wohlstands- und Sicherheitsgesellschaft zu kurz kommen und die menschliche Psyche einfach darauf ausgerichtet ist, auch mal Angst, Schmerz, Überlebenskampf, etc. zu erleben, um sich überhaupt lebendig zu fühlen.

    Zitat

    Mich erregt die Umkehrung der Rollen nicht, ihn auch nicht, deshalb kann ich bei uns von festgelegten Neigungen sprechen.

    Das fände ich aber auch einen interessanten Punkt. Handelt es sich um "archaische Lüste", kann natürlich sein, dass man da vom Temperament mehr in die eine oder andere Richtung neigt, aber grundsätzlich wäre dann auch plausibel, wenn man beide Seiten erleben möchte.

    Zitat

    Und das ist keine aufgeklebtes Etikett

    Das kann schon sein, aber dennoch ist es auffällig, wie viel zu einem solchen Thema mit Etiketten gearbeitet wird (und in der "Szene" wimmelt es nur so davon), sei es für die genaue Bezeichnung der Neigung, oder den Stempel "echt". Damit meine ich nicht dich persönlich.

    Zitat

    das ist einfach so und hat wenig mit Psyche, sondern ganz viel mit Körper zu tun.

    Das glaube ich allerdings nicht, vor allem, wo du doch in deinem Beitrag davor von einer Form, in der es nicht einmal in der Hauptsache um Sex geht, geredet hast. Dass Gefühle wie Angst, Schmerz, Macht, etc. nicht viel mit der Psyche zutun haben sollen, ist doch auch eine etwas merkwürdige Aussage, wo sie doch die grundlegenden Eindrucks- und Ausdrucksweisen der Psyche schlechthin sind.

    Fiz

    Zitat

    das sind nur Abstufungen. Der fragwürdige Anteil ist trotzdem enthalten, wenn auch nicht ausschließlich.

    Rucola hat das entscheidende Stichwort genannt: einvernehmlich. Mein Partner hätte keinen Spaß an der Sache, wenn ich nicht damit einverstanden wäre. Fragwürdig wäre es in meinen Augen erst dann, wenn er an nicht einvernehmlichen Praktiken Interesse zeigen würde.

    Zitat

    Mir wäre auch das noch zuviel.

    Das ist ja auch in Ordnung, jeder ist anders und ich will hier niemand bekehren.