Anne Declos

    Zitat

    leider aus dem zusammenhang gerissen...

    Aus welchem Zusammenhang? Mir ging es hier um den Unterschied von Doms und Psychopathen und inwieweit es als "echt" zu bezeichnen ist, wenn er seine Erregung nicht "echt" aus seinen eigenen Handlungen zieht, weil er quälen und beherrschen tatsächlich geil findet. Wenn er seine Erregung aus ihrer zieht, dann müsste es für ihn doch irrelevant sein, wie sie zu ihrer Erregung kommt und ihn genauso antörnen, wenn sie total abgeht, wenn er ihr zärtlich am Öhrchen knabbert. Ein solcher Mann bräuchte also eine Frau, die stark erregbar ist und das auch zeigt, aber es müsste doch keine devote Frau sein oder gar eine Masochistin, denn wenn er seine Erregung nicht aus seine Position und seinem Handeln direkt zieht (Macht ausüben und quälen), sondern aus ihrer Erregung, dann dürfte es ihm doch egal sein, was sie erregt. Er würde einfach auf sie eingehen. So betrachtet gibt es dann aber keine Doms an sich, wie ihr es beschreibt, sondern sie entstehen erst durch das, was die Frau braucht, um erregt zu werden, also im Wechselspiel.

    Ja, Kleio, ich weiß doch, dass du neutral an das thema rangehst, bei anderen hier spürt man ständig Vorwürfe, Verachtung ("du bist selbst schuld"), Unglauben, etc pp.


    Deshalb macht es ja auch Spaß, mit dir zu diskutieren.


    Tja, und seitdem ich 18 war, ist mein Leben eben vollkommen in die falsche Richtung gelaufen, und das mit 42 zu korrigieren, ist ultra-schwer. Das wäre aber nicht so schlimm, wenn das nicht wäre:


    Es gibt diese Art Mann, den ich will, kaum noch. Die sind alle in Beziehung, oder beziehungsgeschädigt, oder Alkoholiker, oder haben sonst eine irreparable Macke, aber Sex? Und noch dazu Erotik, Sinnlichkeit? Viel davon? Im Alltag? Haben die längst hinter sich gelassen in diesem Alter.


    Also, ich sehe die Chancen da sehr schlecht.


    Ich kenne doch die Aussagen von wievielen, ich weiß echt nicht, wieviele es waren) Männern, alle derselbe Tenor: "du bist meine Traumfrau", "du bist faszinierend", "du bist klasse", "du bist einmalig" etcpp... alle waren, jeder einzelne war überwältigt, aber: Mir das geben, was ich will, können sie nicht. Nicht sexuell, und erst recht nicht im BDSM-Kontext.

    Zitat

    Möchtest du es eigentlich verstehen?

    Alle bisherigen Erklärungen von euch waren sehr widersprüchlich, siehe meinen letzten Beitrag. Ein echter Dom/Sadist ist für mich ein Mensch, der seine Lust daraus zieht, andere zu beherrschen und zu quälen. Ihr redet aber hier von Männern, die sich deahalb wie Doms verhalten, weil sie so die Erregung ihrer Partnerin steigern können und daraus ihre eigene Erregung ziehen. Sein Verhalten und ob er sich als Dom oder Sadist verhält, wäre somit davon abhängig, was seine Partnerin erregt und nicht davon, dass ihn Quälen und Machtposition an sich erregt. Es würde also keinen Sinn machen, einen Dom zu suchen, sondern einen Mann, der seine Erregung aus der Erregung seiner Partnerin zieht und sich bei einer devoten Partnerin zum Dom entwickelt. Bei einer anderen Partnerin würde er sich aber anders verhalten.


    Möchtest du diesen Widerspruch nicht erklären?

    Sonnenwind

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    Dafür gibt es keine Erklärung, genausowenig wie für Masochismus.

    Das ist Quatsch. Wenn man es nicht einmal erklären kann, wie kann man dann jemandem solche Bezeichnungen zuweisen? Denn man weiss ja nicht einmal, was es ist und was es ausmacht, also kann man es auch nicht bezeichnen.

    Zitat

    ich empfehle dir das Buch: "Die Qual der Wahl", dir fehlt dringend einiges an unspektakulärem Hintergrundmaterial.

    Mein Hintergrundmateriel bezieht sich auf allgemeine psychologische Erkenntnisse, von denen Subs und Doms nicht ausgenommen sind.

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    Ein echter Dom/Sadist ist für mich ein Mensch, der seine Lust daraus zieht, andere zu beherrschen und zu quälen.

    ja. Mit der Einschränkung: "Ein echter Sadist"; das Wort "dom" möchte ich in dem Zusammenhang nicht gebrauchen.


    [qutoe] Ihr redet aber hier von Männern, die sich deahalb wie Doms verhalten, weil sie so die Erregung ihrer Partnerin steigern können und daraus ihre eigene Erregung ziehen. Sein Verhalten und ob er sich als Dom oder Sadist verhält, wäre somit davon abhängig, was seine Partnerin erregt

    ja. Consensual = Einvernehmlist einer der ganz wichtigen Eckpunkte des ganzen.

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    und nicht davon, dass ihn Quälen und Machtposition an sich erregt.

    wie definierst du "an sich erregt"? Sexuell erregt? Und, ganz wichtig: OHNE Rücksicht auf den Partner?


    Nein, das lehne ich ab.

    Sonnenwind

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    wie definierst du "an sich erregt"? Sexuell erregt?

    Ja, sexuelle erregt. Es gibt ja schließlich Menschen (aber in diesem Fall handelt es sich um echte Psychopathen), denen einer ab geht, wenn sie Macht auf andere ausüben, z.B. Vergewaltiger. Bei denen ist ja schon lange bekannt, dass sie nicht ihre "normalen" sexuellen Bedürfnisse ausleben wollen und weil sie so geil sind, sich nicht beherrschen können und daher eine Frau überfallen müssen, sondern sie ziehen ihre Erregung direkt aus der Machtposition. Die psychologische Grundlage ist in diesem Fall aber eher Minderwertigkeitskomplexe.

    Zitat

    OHNE Rücksicht auf den Partner?

    Den Begriff "Rücksicht" finde ich hier nicht passend. Sie ziehen Erregung aus der Handlung selber, egal, ob es die Partnerin erregt oder nicht.

    Zitat

    Bei einer anderen Partnerin wäre ein echter Sadist, der es einvernehmlich ausleben will, nicht zufrieden.

    Also zieht er doch seine Erregung aus seiner eigenen gewaltsamen Handlung? Er hat also selber Spaß dran, brutal zu sein und Macht auszuüben. Das wäre dann aber nach meiner Definition ein Psychopath, aber einer, der seine Gelüste vielleicht unter Kontrolle hat, im Gegensatz zum Vergewaltiger.


    Du klärst diesen Widerspruch nicht wirklich auf.

    WAI

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    Dann gibt es den, der zwar seine Partnerin schlägt, quält, dies aber hauptsächlich genießt, weil es sie erregt. >>>Allerdings macht es ihm auch aus eigenem Antrieb Spass, er genießt also das Schlagen ansich, neben die Erregung seiner Partnerin.<<<<

    >>> = Zusammenhang = gehört zum ersten Satz <<<

    Zitat

    oder beziehungsgeschädigt, oder Alkoholiker, oder haben sonst eine irreparable Macke


    Du meinst wirklich selbstbewusste Männer?

    lol... die gibt es nicht. Bis auf die 2 "echten" doms, die ich kennengelernt habe.

    Zitat

    OHNE Rücksicht auf den Partner?


    Den Begriff "Rücksicht" finde ich hier nicht passend. Sie ziehen Erregung aus der Handlung selber, egal, ob es die Partnerin erregt oder nicht.

    *grummel* ... aber nicht im BDSM-Kontext.


    Ich schrieb oben: Consensual - EINVERNEHMLICH.

    Er zieht die Erregung aus dem einvernehmlichen Tun - Der Kombination aus der Handlung an sich und der Erregung und Lust der Partnerin. KEINER der beiden Teile fällt weg (und zwar NICHT bloß deshalb, weil er sein fälschlicherweise angenommenes "Psychopathentum" im Griff hätte).


    Ich finde, Annes Erklärung macht das absolut deutlich.


    Was stört dich da so?


    Dem Kern dessen, was mich eigentlich so verärgert hat, bist du nach wie vor ausgewichen und ich gehe davon aus, dass ich darauf auch keine Antwort mehr erhalte. Zu deinen Gunsten will ich dir einmal unterstellen, dass du weißt, dass das nicht angebracht war und du nur Schwierigkeiten hast, das auch zu sagen.

    Sonnenwind

    Zitat

    Wo ist das Problem?

    Kein Problem an sich, aber ich würde Menschen, die Erregung daraus ziehen, anderen weh zu tun (einvernehmlich) und Macht asuzuüben, nicht als "selbstbewusst" definieren. Das, was du zu den "Dumm-Doms" schriebst (ist länger her, daher habe ich keine Lust es zu suchen), dass sie dann doch im Grunde ihres Herzens eher Minderwertigkeitskomplexe hatten, das passt einfach viel mehr zu dem, was ich bisher über die psychologische Grundlage von Macht und Gewalt gelernt habe und dass sie zum Alkoholismus oder sonstigen Macken neigen, wie du eben sagtest, passt auch.


    Es passt aber nicht zu einem selbstbewusstem Mann, der sich seiner Macht so bewusst ist, dass sie für ihn selbstverständlich ist und daher kein Quell besonderer Erregung. Die besten Führer sind diejenigen, die souverän und ganz ohne Machtallüren oder psychische oder physische Gewalt regieren. Das haben sie nicht nötig, weil sie tatsächlich Autorität ausstrahlen.


    Nicht uninteressant ist ja auch, dass gerade Menschen, die im täglichen Leben selbstbewusst und vielleicht sogar gesellschaftliche Machtposition genießen, eher dazu neigen, sexuell devot zu sein, so als würden sie zum Ausgleich genau das Umgekehrte ausleben. Wie wäre dann der Umkehrschluß bei sexuell dominanten?

    wai, ich will hier jetzt KEINE Machtdiskussion.


    Darauf läuft es nämlich hinaus. Mir geht es klar um sexuelle Macht, und das kapieren die meisten ja sowieso nicht. Bis auf die 2, 3 "echten" doms, die wirklich schon am ANFANG einer möglichen Beziehung, also beim Kennenlernen, an meiner Lust interessiert waren.


    Und daran, NUR an dieser Prämisse, werde ich demnächst aussortieren.


    Macht über Lust (-befriedigung), anders geht es nicht. Und im Alltag ein Partner, der mir gewachsen ist bzw. von dem ich idealerweise noch was lernen kann, der mir auch mal eine Stütze ist.


    Ich habe darüberhinaus nirgends gesagt, dass diese Menschen zu Alkoholismus neigen und/oder beziehungsgestört sind. Du solltest genau lesen. Ich brachte diese Dinge in Zusammenhang mit dem, was man an "normalen" MÄnern so kennenlernt, im fortgeschrittenen Alter.

    Zusatz zum Thema: Macht über Lust (-befridigung):


    Und wenn es dafür nötig ist bzw ich es gerne habe, wenn er mich vorher verprügelt, oder was weiß ich mit mir macht, ist das auch in Ordnung. Es geht nur darum. Und einvernehmlich. Dazu gehört auch das Thema "einvernehmlich gezwungen werden".