Anne Declos/Sonnenwind

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    ...suche starken, selbstsicheren Mann mit Phantasie und Sinnlichkeit... und über mich? Vielleicht doch nur relativ harmlose Attribute wie leidenschaftlich oder sowas. Jedenfalls würde ich vermutlich umschreiben, was ich suche und es nicht so direkt sagen.


    Wahrscheinlich würde ich aber gar keine aufgeben, sondern auf welche antworten.

    Heißt es bei Inseraten nicht, dass man sich beschreiben sollte und nicht das, wen man sucht??

    Kleio:

    z.b. so?


    Starke, sinnliche, selbstbewusste sub, 44, immer neugierig und hinterfragend, sucht wilden, ursprünglichen, starken, sinnlichen, spontanen, offenen, leidenschaftlichen Mann, ab ca 35, single, für mehr als Neuneinhalb Wochen.

    Sonnenwind

    Zitat

    Kostbar wird es erst für den Mann, der so was sucht.

    Wenn Männer suchen ist nicht der Weg das Ziel. Darum entwickeln sie sich wenn sie ihr Ziel erreicht haben auch nicht weiter. Vielleicht ein Problem der Männer und ihrer Ansprüche an das Leben :-/

    Sonnenwind

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    Ich hab hier nie von Stärken und Schwächen gesprochen, es sei denn, ein Mann schwächelt beim Sex. HÄngt meiner Meinung nach stark mit seinem Selbstbewusstsein zusammen, und dem des Gegenüber, der aktuellen Partnerin.


    Ich bin eben anders. Und das ist völlig wertneutral. Kostbar wird es erst für den Mann, der so was sucht.

    Ich mache ja doch Fortschritte. ;-D So langsam geht mir der Knopf auf - sehr langsam. Ich hatte früher nie darüber nachgedacht, dass eine selbstbewusste Frau automatisch auf Gleichwertigkeit, Gleichberechtigung, usw. kommt, weil es allgemein eben gleichgesetzt wird und auch mit Wertungen wie "stark", usw. assoziiert wird. Das ist mir das erste Mal in einer Diskussion aufgefallen, als Anne Declos geschrieben hat, dass sie eine gleichberechtigte und gleichwertige Beziehung führt, aber ihre Sexualität mit ihrem Mann anders ist. Meine grauen Zellen werden ganz schön gefordert. ;-D Jetzt habe ich eine Denkfalte mehr. ;-D Langsam beginne ich zu verstehen.

    Kleio

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    Darum will sie ja einen potentiellen Partner, der diese Ansprüche an eine Partnerin stellt

    Diese meine ich, denn solange es "potentielle" sind, sind es ja mehrere Mögliche, oder gehst du davon aus, es gibt nur einen einzigen auf der Welt?

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    Darum will sie ja einen potentiellen Partner, der diese Ansprüche an eine Partnerin stellt, die ihre Bedürfnisse sind.

    Und das ist genau der Knackpunkt.


    1. Bist du der Ansicht, dass man einmal im Leben seine Bedürfnisse erkennt und diese dann für alle Zeiten so bleiben, oder ist es dir auch schon so ergangen, dass du etwas erlebt hast, was dir widererwartend gut gefiel und sich dadurch deine Bedürfnisse änderten oder dass sie sich durch Lebensumstände änderten? Oder auch: Du hast dir in deinen Vorstellungen die Erfüllung deiner Bedürfnisse anders vorgestellt. An einem Punkt angekommen, wo du dein Ziel erreicht hast, stellst du fest, es ist doch nicht so toll, wie du geglaubt hast.


    2. Nach meinen Vorstellungen wäre mein letzter Freund nicht für mich in Frage gekommen. Ich habe mich aber dennoch auf ihn eingelassen, wozu die Gelegenheit allerdings auch günstig war, weil ich ihn täglich im Büro sah und so Zeit hatte, ihn kennen zu lernen und zwar zunächst völlig unverbindlich, ohne irgendwelche Beziehungsabsichten.


    3. Mit einem festen Bild vom gewünschten Partner habe ich eine eingeschränkte Weltsicht. Alle, die nicht ins Raster passen, fallen raus. Ich vergebe mir also die Chance, Eigenschaften zu entdecken, die mir gefallen, die aber in meinem Raster gar nicht vorgesehen waren. Das hat auch viel mit kreativem Denken zutun, denn das hat auch sehr viel mit der Offenheit, seinen Horizont zu erweitern zutun. Festgefahrene "So muss es sein"-Menschen sind eben gerade nicht kreativ.

    Ich lese ab und zu in diesem Faden mit, habe auch schon ein paar Sätze geschrieben, und mir wird die ganze Sache hier irgendwie immer unheimlicher. Die analytische und todernste Betrachtungsweise der sexuellen Vorlieben erscheint mir sehr kontraproduktiv. Ich verstehe die meisten von euch wahrscheinlich gar nicht richtig, weil ich eine ganz andere Einstellung zur Sexualität habe, deren Basis meine Gefühle sind.


    Ein Beispiel:


    Wenn ich meine Liebste streichele und merke, dass sie davon sexuell erregt wird, erregt mich das auch. Es fühlt sich also für uns beide gut an. So bekommen wir dann immer mehr Lust auf immer mehr schöne Gefühle, die wir uns gegenseitig bereiten können und dann geht es immer weiter ...


    Dabei spielen Techniken eine untergeordnete Rolle, es kommt nur auf die Wahrnehmung der Gefühle (eigene und des anderen) an. Wenn meine Liebste und ich nur noch durch starke Reize was fühlen (z.B. auspeitschen, Schmerzen zufügen, ...), dann stimmt mit unserer Reizschwelle was nicht mehr. Dann sind wir wahrscheinlich schon zu "abgestumpft". Dann ist unsere Sensibilität "flöten" gegangen und wir brauchen immer stärkere Reize, um überhaupt noch etwas zu empfinden. Dieser Weg führt über kurz oder lang direkt in eine Sackgasse bzw. ins Unglück.


    Das Problem sehe ich hier in vielen Fäden. Bei dem heutigen Sexterror, kombiniert mit Konsum-, Anspruchs- und Leistungsdenken geht eigentlich der sinnlich gefühlsmäßige Aspekt des Sex ganz verloren bzw. er wird verlernt.


    Ja, Ja, ich weiss, wahrscheinlich bin ich wieder am Thema vorbei und habe es wieder nicht verstanden ;-) .


    Aber denkt mal ein bisschen drüber - besonders du, Sonnenwind - nach. So ganz Unrecht habe ich doch wohl nicht ???


    Gibt es hier noch mehr, die ähnlich wie ich denken, oder bin ich jetzt hier der "Geisterfahrer" ???

    Luschi-007

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    Wenn ich meine Liebste streichele und merke, dass sie davon sexuell erregt wird, erregt mich das auch. Es fühlt sich also für uns beide gut an. So bekommen wir dann immer mehr Lust auf immer mehr schöne Gefühle, die wir uns gegenseitig bereiten können und dann geht es immer weiter ...

    :)^

    Zitat

    Wenn meine Liebste und ich nur noch durch starke Reize was fühlen (z.B. auspeitschen, Schmerzen zufügen, ...), dann stimmt mit unserer Reizschwelle was nicht mehr.

    Starke Reize stumpfen nicht automatisch ab. Sie machen einen danach vielleicht sogar besonders empfänglich für die schwächeren Reize. Sie erweitern die Bandbreite der Empfindungen.

    [Quote)Mit einem festen Bild vom gewünschten Partner habe ich eine eingeschränkte Weltsicht. Alle, die nicht ins Raster passen, fallen raus.

    ja, ganz richtig. Weil zu meinem FESTEN Wunsch, der jetzt schon jahrelang, unterschwellig jahrzehntelang besteht, eben nur der bestimmte Partner passt. Ihm muss Sex wichtig sein, er muss gerne verführen, er muss sinnlich sein, dazu dom/sad. Alle anderen passen nicht. Ist halt so.


    Ohne diese Eigenschaften geht es NICHT. Ich will keine anderen Eigenschaften zusätzlich entdecken - gut, schön, wenn er die hat, das bereichert das Bild, aber gewisse andere Eigenschaften, vor allen Dingen sexueller Art, müssen da sein. Und da es nun mal nicht gerade von Männern im fortgeschrittenen Alter wimmelt, die diese von mir gewünschten Eigenschaften erfüllen, wäre ich sehr froh, erst mal so einen zu finden, damit man was aufbauen kann.

    Zitat

    Die analytische und todernste Betrachtungsweise der sexuellen Vorlieben erscheint mir sehr kontraproduktiv. Ich verstehe die meisten von euch wahrscheinlich gar nicht richtig,

    nein, das glaube ich auch nicht. Ich habe mich lange genug selbst analysiert und weiß deshalb sehr genau, was ich will und was nicht. Und das hat nix mit höher, schneller, weiter zu tun.


    Logisch ist aber auch, dass man dann versucht, das zu bekommen, was man will, oder nicht?

    Luschi

    Zitat

    Wenn meine Liebste und ich nur noch durch starke Reize was fühlen (z.B. auspeitschen, Schmerzen zufügen, ...), dann stimmt mit unserer Reizschwelle was nicht mehr. Dann sind wir wahrscheinlich schon zu "abgestumpft". Dann ist unsere Sensibilität "flöten" gegangen und wir brauchen immer stärkere Reize, um überhaupt noch etwas zu empfinden. Dieser Weg führt über kurz oder lang direkt in eine Sackgasse bzw. ins Unglück.

    Irgendwie kann ich sogar nachvollziehen, dass man sich das so vorstellt, wenn sich für einen selbst aus der "härteren Art" kein erotischer Reiz ergibt.


    Aber aus meiner Erfahrung funktioniert das ganz anders, auch wenn ich festgestellt habe, dass ich das leider meistens nicht gut erklären kann.


    Ich empfinde die Zärtlichkeiten nämlich überhaupt nicht "schwächer", sondern einfach anders. Es ist also für mich nicht die Zärtlichkeit durch das andere ersetzt worden, damit der Reiz noch stark genug ist. Sie ist überhaupt nicht ersetzt worden, sondern ich brauche sie sogar sehr. Ich brauche einfach beides, damit es wirklich rund und gut ist.

    Zitat

    Starke Reize stumpfen nicht automatisch ab. Sie machen einen danach vielleicht sogar besonders empfänglich für die schwächeren Reize. Sie erweitern die Bandbreite der Empfindungen.

    Schön geschrieben bifu. So ungefähr empfinde ich es auch.

    Luschi-007

    Zitat

    Dabei spielen Techniken eine untergeordnete Rolle, es kommt nur auf die Wahrnehmung der Gefühle (eigene und des anderen) an. Wenn meine Liebste und ich nur noch durch starke Reize was fühlen (z.B. auspeitschen, Schmerzen zufügen, ...), dann stimmt mit unserer Reizschwelle was nicht mehr. Dann sind wir wahrscheinlich schon zu "abgestumpft". Dann ist unsere Sensibilität "flöten" gegangen und wir brauchen immer stärkere Reize, um überhaupt noch etwas zu empfinden. Dieser Weg führt über kurz oder lang direkt in eine Sackgasse bzw. ins Unglück.

    Abgestumpt im Gegensatz zu???;-D


    Meine Erklärung dafür: Es gab einen Faden, da haben einige geschrieben, dass sie ihre Neigungen schon im Alter von 7-8 Jahren hatten. In wieweit das nun ein Zeichen einer Abstumpfung ist oder nicht, spielt doch gar keine Rolle, wenn diese Neigung nicht als negativ empfunden wird.


    Menschen sind schon einmal biologisch unterschiedlich und nicht jeder empfindet gleich. Die Sinne sind total unterschiedlich. Es gibt Menschen, die überhaupt keinen körperlichen Schmerz empfinden - ein Extrem zu Menschen, deren Schmerzgrenze absolut hoch ist (es hängt eben immer davon ab, was und wie man vergleicht). Die könnte man auspeitschen bis zum geht nicht mehr und sie würden nichts spüren. Darum denke ich, dass man auch da nicht von sich auf andere schließen kann.


    Es gibt natürlich auch Menschen, die ihre eigene Reizschwelle steigern, weil ihnen genau das Spaß macht und sie genau darin die Herausforderung sehen.


    Natürlich gibt es auch Menschen, die durch Kindheitserlebnisse Schmerz an sich nicht als lustfördernd empfunden haben, sondern irgendwie dazu konditioniert wurden. Da wäre es möglich, sich "zurück" zu konditionieren.