Angebliche Sehnenentzündung in der Schulter

    Hallo, hab folgendes Problem:


    Ich spiele Baseball und habe das einige Jahre lang sehr intensiv betrieben. Vor ungefähr 2-3 Jahren hat der stechende Schmerz in meiner Schulter begonnen, seitdem schmerzt die Schulter bei der Wurfbewegung, ansonsten eigentlich nie, außer am Tag nach einem Spiel. Ich war beim Hausarzt und im Krankenhaus, wo die Schulter auch geröngt wurde, die Ärzte sahen aber nichts ungewöhnliches. Aufgrund der Auswertung des Röngtenbildes und durch Ertasten schlossen sie auf eine Sehnenentzündung.


    Ein Freund hat mir einen Arzt vorgeschlagen, den ich dann auch besuchte, er stellte ebenfalls einen Entzündungsherd in der Schulter fest und legte mir eine Lasertheraphie nahe. Kurzfristig trat Besserung ein, aber das wars dann auch schon.


    Meine Frage ist folgende: Ist diese Problem operativ zu beheben? Oder wäre eine Theraphie die bessere Wahl? Wenn ja, welche? Und mit welchen Erfolg kann ich realistisch rechnen?


    Vielen Dank im Voraus

  • 13 Antworten

    Ehrlich gesagt, klingt das für mich noch nicht danach, als wurde an Untersuchungsmethoden alles ausgeschöpft... Eine Entzündung in der Schulter kann man sicher kurzfristig mit einer Cortisonspritze beheben. Zu empfehlen ist das allerdings nicht immer, da Cortison langfrsitig die Sehnen porös macht und sie dann reißen können und dann hast du ein Problem.


    Ich kenne mich mit Schulterverletzungen ein wenig aus, spiele selber Badminton und laboriere einige Zeit an einer.


    Wurde bei dir ein MRT gemacht? Ein Röntgenbild kann schon einiges aussagen und ausreichen. Ein MRT hingegen ist genauer und du hast zum Beispiel Gewissheit, ob die Sehne nicht vielleicht sogar angerissen ist etc. Leider verordnen es Ärzte nicht so gerne, weil die Untersuchung sehr teuer ist. Aber sprich mal mit deinem Arzt. Danach lässt sich im Bezug auf deine Sehne mehr sagen. Sinnvoll ist so etwas auch meist, wenn man schon vieles ausgeschöpft hat und keine Besserung auftrat.


    Was die Therapie angeht, ist durch eine OP meist nicht gesagt, dass es danach besser ist, gerade wenn es sich "nur" um eine Entzündung handelt. Oftmals ist da eine konservative Therapie die bessere Variante und erfolgversprechender.

    nein, MRT wurde noch nicht gemacht, hatte aber vor dieses machen zu lassen. werd in diesem oder vllt nächsten monat in eine spezialambulanz fahren, mal schaun was die dort sagen. von cortison wurde mir schon abgeraten, auch von diversen tabletten. habe nicht vor mich so schnell unters messer zu legen, würde theraphie sowieso bevorzugen. aber herzlichen dank aber für den beitrag.

    Zitat

    von cortison wurde mir schon abgeraten, auch von diversen tabletten.

    Warum? Bei mir hat genau das geholfen. Hatte jahrelang die gleichen Probleme wie du (auch hauptsächlich bei Wurfbewegungen) und eine! Spritze genau in den Herd hat das Elend beendet. Meine Schulter ist wieder völlig normal.

    von cortison wurde mir aus dem grund abgeraten, weil dadurch angeblich die sehnen spröde werden und dadurch das risiko eines sehnenrisses erhöht wird. aber würde gernen genauer wissen, wie das bei dir war mauseprinz, dh du hast eine spritze in den herd bekommen, und daraufhin war deine schulter wieder komplett in ordnung?? wie lange danach war das problem behoben? wie viel zeit ist seit der spritze vergangen?


    physiotherapie wurde nicht verordnet, nein.

    @ ernstl90:

    Wenn etwas richtig akut ist, dann hilft eine Cortisonspritze bei einer Entzündung. In der Regel hast du dann auch etwas Ruhe. In meinem Fall waren es 5-6 Wochen. Es kommt immer darauf an, welche Problematik vorliegt.


    Da du schreibst, dass du die Probleme über einen längeren Zeitraum hast und zwar schon seit 2-3 Jahren, würde ich – wie bereits erwähnt – die Finger von Cortison lassen.


    Lass ein MRT machen, dann weißt du 100%ig was im Argen ist. Danach ab zur Physiotherapie. Damit habe ich es nach 2 1/2 Jahren! einigen Rückschlägen und viel Geduld hinbekommen. Vor meinem MRT wurde auf eine Entzündung getippt, die ich zwar auch hatte, aber beim MRT kam auch noch heraus, dass meine Supraspinatussehne längs angerissen ist.


    Wundert mich, dass du keine Physiotherapie bekommen hast bei dem langen Beschwerdezeitraum.


    Auch empfehlen kann ich Kinesio-Taping, das entlastet und lindert den Schmerz. Aber das wäre etwas, wenn sichergestellt ist, was du nun genau hast. Dann weiß der Physio, wie er das Tape am optimalsten anlegt um dich bestmöglich zu unterstützen.

    ja, ich lass mal auf alle fälle ein mrt machen, eine gscheite diagnose stellen, und mir die möglichkeiten aufzählen, die ich dann hoffentlich hab. von cortison bin ich eh nicht so angetan, weils ja schon ein heftiges medikament ist. möglicherweise ist irgendwas sowieso schon grissen, bei mir, bei den schmerzen, die ich unter der wurfbelastung hab würds mich nichtmal wundern.


    während der physio, darf ich dann die schulter belasten? nehm mal an nein, oder?

    Die Schulter nicht mehr zu bewegen oder zu belasten, also quasi komplett ruhig stellen wäre fatal. Viel mehr geht es um wohl dosierte Belastungen. Klar, wirst du auch ein wenig kürzer treten müssen, aber das ist alles im Rahmen.


    Bei der Physio wird etwas mobilisiert und vor allem die umliegende Muskulatur nach und nach aufgebaut. Dann hält deine Schulter, speziell die Rotatorenmanschette, die hauptsächlich bei Wurfbewegungen eine große Rolle spielt, den Belastungen besser stand.


    Je nachdem, wie schlimm es bei dir ist, wird erst einmal nur passiv durch den Physio bewegt und später aktiv durch dich. Wichtig ist, dass du die Übungen, die du machen sollst auch regelmäßig machst.


    Das habe ich nicht immer soooo beherzigt und deshalb dauerte es bei mir erheblich länger. War etwas ungeduldig und habe einfach wieder wie vorher gespielt, als ich dachte: Oh, prima, merkst ja nix mehr. Und einen Tag später konnte ich meinen Arm wieder kaum heben. Geholfen hat es die Übungen regelmäßig zu machen und zusätzlich auch noch meine Technik etwas umzustellen. Ich mache nun regelmäßig prophylaktisch weiter Krafttraining für die umliegende Muskulatur der Schulter und habe seitdem keine Probleme mehr.

    danke für den beitrag, und wie lange dauert das in der regel, bis das durch die physio wieder alles in ordnung ist? weil 2 1/2 jahre ist schon sehr heftig.

    Keine Angst, so lange dauert es sicher nicht. Kommt ja auch darauf an, was du hast. Und danach kommt es darauf an, wie du damit umgehst.


    Ich war da sehr dumm. Anders kann man es so im Nachhinein nicht sagen. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, aber das was ich sonst immer meinen Lieben predige habe ich selber nicht eingehalten.


    Erst einmal habe ich mich ne Zeit lang mit diesem Problem herumgeschleppt. Irgendwann ging es halt nicht mehr und die Schmerzen kamen nach Cortisonspritzen nach einer Zeit immer wieder.


    Während der Physio habe ich halt dumm gehandelt. Meine Verletzung war fast kuriert und ich habe es geschafft, mich wieder auf NULL zu bringen und musste wieder von vorne beginnen.


    Ich glaube – wenn es auch schwer einzuschätzen ist, weil ich nicht weiß, was du hast – dass es evtl. schon mit 12-18 Terminen beim Physio auf nem richtig guten Weg ist und vielleicht behoben sein kann.


    Nur zwischendurch keine "Dummheiten" machen, die den Heilungsprozess behindern.

    Ist es eine Sehnenentzündung oder vielleicht auch Schleimbeutelentzündung? Ein Ultraschall der Schulter kann darüber auch Aufklärung geben. Wichtig wäre, die Ursache herauszufinden. Ist es z.B. aufgrund eines sog. Impingementsyndroms, d.h. eine Verengung unterm Schuterdach und einer mangelhaften Ausbildung des Infraspinatus und Teres minor und eines zu stark trainierten Deltamuskels. Die müsste man dann auftrainieren OHNE den Delta weiter zu trainieren. Dein Physio sollte dir diesbezügliche Übungen zeigen können.


    Bis alles wieder OK ist, solltest du bestimmte Übungen – sprich alles, was oberhalb Schulterhöhe ist, meiden. Ja, ich weiß, dass das beim BB oft ist. :-/