Welcher Arzt könnte mir weiterhelfen?

    Hallo zusammen,

    ich habe hier schon ein paar Beiträge zu meinen Problemen geschrieben und will da gar nicht so sehr in die Tiefe gehen. In der Vergangenheit haben mich vor allem häufige und starke Kopfschmerzen (Spannungstyp) sowie chronische Verspannungen im Schulter/Nackenbereich mit entsprechenden Schmerzen und auch Benommenheit/Schwankschwindel/Unwohlsein/Kloßgefühl/Tinnitus usw. geplagt. Das wurde so schlimm, dass es mich auch psychisch extrem beeinträchtigt hatte.


    Seit über zwei Jahren mache ich jetzt regelmäßig Yoga (Mischung aus Vinyasa Flow, Yin und Power Yoga). Anfangs nur 1-2 mal pro Woche weil ich echt tagelange Ruhepausen danach brauchte und mittlerweile im Prinzip täglich. Ich brauche das richtig und es tut mir nicht nur körperlich sondern auch mental extrem(!) gut.

    Mir geht es deutlich besser mit gelegentlichen Rückschlägen, aber der krasse Schwankschwindel ist praktisch weg, Kopfschmerzen zwar noch oft da, aber weniger intensiv.

    Ich habe meine Muskeln somit ganz langsam aufgebaut, weil ich mit der Zeit gemerkt habe, dass zu viel Belastung auf einmal mir richtig schlecht tut, mir geht es dann zum Teil tagelang mies mit sowas wie Schwächegefühl, wieder Fiepen am Ohr usw.
    Laut Osteopath hab ich gleichmäßig gut ausgeprägte Muskulatur, allerdings die Beinrückseiten sind nach wie vor mega verkürzt.

    Und trotz des aktiveren Lebens bleiben noch der chronische Schmerz links zwischen Hals und Schulter und der Kopfschmerz. Außerdem habe ich seit kurzem immer mal so ein blitzen in der Kniekehle, was evtl vom Ischias kommt meinte meine Yogalehrerin.


    Ich war eine ganze Weile hier in der ansässigen Schmerzklinik in Behandlung, aber die konnten mir nicht so richtig helfen, wirkten eher ideenlos. Schmerzmittel helfen auch nur bedingt. Orthopäden, Osteopathen und Physios habe ich auch einige durch.


    Gibt es denn einen Arzt/Anlaufstelle, die einem von euch einfallen würde? Jemand der sich eher so auf Muskeln/Muskeltonus und Einengung von Nerven und/oder Blutgefäßen spezialisiert hat?
    Will jetzt hier keine Werbung machen, aber habe im Netz einen Orthopäden/Sportmediziner gefunden, der mit einer "Nackenklinik" wirbt und speziellen Diagnosemethoden. Leider nur für Selbstzahler. Aber ich wäre bereit etwas Geld in die Hand zu nehmen um weiter zu kommen...


    Danke für jeden Input zu dem Thema :)

  • 14 Antworten
    Luci32 schrieb:

    Noch ein niedergelassener Schmerzmediziner (oft besser als Klinik) oder Neurologen.

    Hm das mit dem niedergelassenen Schmerzmediziner ist ein guter Punkt, da werde ich mich mal informieren. Die Neurologen wo man überhaupt noch angenommen wird (ohne 6+ Monate Warteizeit) hatte ich hier leider schon.



    mandysu schrieb:

    Hallo,


    ich denke, zum Neurologen und was den Tinnitus betrifft zum HNO:

    Der Tinnitus ist zum Glück ja faktisch weg. Nur bei argen Verspannungen kommt es mir so vor als würde er häufiger mal "aufpiepen" was aber meist nur 30-120 sek. dauert.

    Hast du dich schon mal von einem Zahnarzt ordentlich untersuchen lassen? Bei einer Fehlstellung der Zähne, Druck oder Art des Zusammenbeissen des Kiefers kann das alles enorme Verspannungen bis zu den Halswirbeln auslösen. Eventuell neigst du zum Zähneknirschen?

    Lass dich da mal untersuchen, denn eventuell ist es ein Ansatz, der dir weiterhelfen kann. Alles Gute!

    Ich hatte dir 2017 schon erneut geraten das du zu einem Psychologen gehst, weil die Therapie dir dort geholfen hat, deine Beschwerden besser wurden.


    https://www.med1.de/forum/orth…in-kinase-erhoeht-737186/



    Du schriebst:

    Zitat




    Nach dem über einem Jahr Psychotherapie ging es mir genau um das Maß besser, was ich mich quasi psychisch durch den Schwindel "verrückt" gemacht habe.



    Nun, du warst ja jetzt auch bei sehr vielen Therapeuten, viele Therapien gehabt.


    Zitat


    Ich war eine ganze Weile hier in der ansässigen Schmerzklinik in Behandlung, aber die konnten mir nicht so richtig helfen, wirkten eher ideenlos. Schmerzmittel helfen auch nur bedingt. Orthopäden, Osteopathen und Physios habe ich auch einige durch.

    Das Problem ist, Patienten die schon bei vielen Therapeuten waren, die ganze Bank an Therapeuten durch haben, denen wird auch der 100 Therapeut nicht helfen können.

    Erlebe ich immer wieder.

    Es macht also m.E. keinen Sinn noch wieder 10 neue Physios, Osteopathen ect aufzusuchen.


    Schau das du dich erneut auch wieder in psychologische Behandlung begibst in Kombination mit einer Schmerztherapie .

    dieSanfte schrieb:

    Hast du dich schon mal von einem Zahnarzt ordentlich untersuchen lassen? Bei einer Fehlstellung der Zähne, Druck oder Art des Zusammenbeissen des Kiefers kann das alles enorme Verspannungen bis zu den Halswirbeln auslösen. Eventuell neigst du zum Zähneknirschen?

    Lass dich da mal untersuchen, denn eventuell ist es ein Ansatz, der dir weiterhelfen kann. Alles Gute!

    Ja das habe ich schon durch und ich trage nachts auch eine Aufbissschiene. Ich presse die Zähne nachts wohl gern mal zusammen. Allerdings konnte der keine Probleme in Richtung CMD (ich denke darauf spielst du an) erkennen.

    Hyperion schrieb:

    Das Problem ist, Patienten die schon bei vielen Therapeuten waren, die ganze Bank an Therapeuten durch haben, denen wird auch der 100 Therapeut nicht helfen können.

    Erlebe ich immer wieder.

    Es macht also m.E. keinen Sinn noch wieder 10 neue Physios, Osteopathen ect aufzusuchen.


    Schau das du dich erneut auch wieder in psychologische Behandlung begibst in Kombination mit einer Schmerztherapie .


    Ja ich habe viele Therapeuten verschlissen und mittlerweile auch schon insgesamt zwei Psychotherapien! Nur wenn sogar die PT mir sagen das sie nicht wissen was man noch tun könnte, das da noch was körperliches sein muss und mir z.B. zu Sport raten und andererseits Physios oder Orthopäden sagen das es muskuläre Probleme wären und ich beim Sport aufpassen soll oder der Neurologe, dass es Spannungskopfschmerzen sind, wozu sollte ich dann jetzt nochmal den PT Ansatz gehen? Ich verstehe die Abläufe und kann gut mit den Symptomen umgehen. Ich habe keine Angst davor und spüre wenn ich zu viel Stress habe, fahre den dann runter. Trotz allem bleiben die Probleme wenn auch schwächer ausgeprägt.


    Mein Problem ist ja, dass auch bei der Schmerztherapie eher nach Schema F vorgegangen wurde. Medikamente wurden probiert und Spritzen direkt ins Gewebe. Auf meine Anmerkungen wann und wie es schlimmer wurde wird gar nicht eingegangen.


    Ich persönlich bin der Meinung, das ich im Schulter/Nackenbereich eine wie auch immer geartete Einschränkung habe. Meine Frage, die ich gestern hier konkret gestellt habe, bezieht sich eben darauf, ob jemand eine Idee hat wo ich hingehen könnte - wer sich auf solch muskuläres eventuell spezialisiert hat.


    Mein Erleben ist: Orthopäde schaut sich das Knöcherne an und röntgt, sagt dann ist muskulär. Der Neurologe schaut sich seinen Bereich an, sagt sind Spannungskopfschmezen und rät zu Sport. Der HNO sagt, am Ohr ist nix. Es muss doch nen eher ganzheitlichen Ansatz bei sowas geben? Sportmediziner?


    Du hast schon recht, es bringt nix zum zehnten Physio zu rennen aber gibt es nix ganzheitlicheres wo man sich nochmal untersuchen lassen könnte? Evtl auch sowas wie ne Diagnoseklinik? Ernsthaft: ich habe nicht das Gefühl, das ich von einem (schulmedizinischen) Arzt bisher wirklich durchgecheckt wurde was das angeht.

    gomez80 schrieb:

    Ja das habe ich schon durch und ich trage nachts auch eine Aufbissschiene.

    Hast du da auch Krankengymnastik gekriegt? Ich presse die Zähne auch extrem zusammen und meine ZA hat mir am Anfang Krankengymnastik verschrieben. Sie meinte, dass man die Verspannungen im Kiefer auch durch eine Aufbisschiene nicht wirklich weg kriegt, sondern da am Anfang erstmal aktiv arbeiten muss. Ich musste dann zu einem Therapeuten, der auf Kiefer spezialisiert war. Der hat dann im Mund ganz hinten bei den Backenzähnen in so einer Kuhle rumgedrückt und mir lief vor Schmerzen die ersten male tatsächlich der Schweiß runter. Im Alltag habe ich das aber auch "nur" durch Verspannungen und Kopfschmerzen bemerkt. Heute passiert das auch noch, weil ich auch im Alltag die Zähne zusammenpresse, aber durch die "Übungen" aus der Physio kann ich das selber lockern.

    Ich war selbst mal jahrelang Schmerzpatientin und ich kann dir sagen: Irgendwann kommt der Punkt, da bringt es einfach nichts mehr von Arzt zu Arzt und von Therapeut zu Therapeut zu rennen. Du hast den Punkt auch schon längst überschritten. Wichtig ist doch, dass du weißt:

    - dass du keine ernste Erkrankung hast (sonst wäre bei den zig Arztbesuchen schon was rausgekommen)

    - wie du mit deinen Ängsten umgehen musst

    - dass dir Bewegung bzw. Yoga gut hilft

    - dass sich Beschwerden zum Teil gebessert haben


    Doch was brauchst du jetzt? Ganz einfach GEDULD!


    Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass chronische Schmerzen nicht von heute auf morgen verschwinden. Das braucht Zeit - sehr viel Zeit mitunter sogar. Als chronischer Schmerzpatient musst du dich auch von den Gedanken verabschieden, dass du jemals ganz geheilt wirst. Es kann sein, und das ist auch häufiger der Fall, dass nur eine Linderung der Beschwerden eintritt. Doch das ist schon besser als kein Fortschritt. Also sei dankbar für jede positive Veränderung. Und warte einfach ab, was noch folgt. Vielleicht gehen die Beschwerden doch irgendwann weg. Dein Körper nimmt sich die Zeit, die er dafür braucht. Vertraue auf die Selbstheilungskräfte deines Körpers. Höre auch auf deinen Körper und mache das, was dir gut tut (in deinem Fall Yoga). Dein Körper wird es dir danken! Du hast doch schon viel getan und du siehst doch, dass es geholfen hat. Also mache weiter so! Nur: Höre mit der Arztrennerei auf! Das bringt doch nichts. Welcher Arzt konnte dir bisher helfen? Du hast dir doch selbst geholfen. Also hilft dir weiter selbst.

    Schon mal an Fibromyalgie gedacht? Könnte passen, aber dazu hast du mir eigentlich zu wenig Schmerzen in Armen und Beinen.

    :)z:)^:)^

    Sehr gut gesagt

    tiramisu01 schrieb:

    Hast du da auch Krankengymnastik gekriegt?

    Ja hatte damals auch einen Therapeuten der mir im Mund rumgedrückt hat, das war grausam. Er hat mir aber auch gezeigt, wie man ganz gut von außen die Kiefermuskeln lockern kann. Ich achte zudem jetzt drauf nicht mehr "zuzubeißen" wenn ich angespannt bin das wird im Yoga auch immer wieder thematisiert und ich bin da recht sensibel mittlerweile.

    Ja das ist in der Tat gut gesagt und ich gebe dir in weiten Teien absolut Recht! :-) Danke für die schönen Worte!
    Die Punkte die du aufgezählt hast sind korrekt und ich würde sagen das könnte man unter einer Weiterentwicklung verstehen das ich die so weiß und sehe/damit umgehe.
    Und ja, ich weiß ich brauche Geduld allerdings gibt es immer wieder Zeiten wo ich nicht verstehe, warum es jetzt wieder schlechter wird. Die Zusammenhänge sind mir auch noch nicht 100% klar was es für mich schwer macht die nötige Akzeptanz zu erreichen (darauf willst du ja auch hinaus).


    Mir geht es halt darum final zu verstehen woher es kommt, denn ich habe das Gefühl keiner der Ärzte ist bis zu dem Punkt vorgedrungen.


    Es gab neulich nen Beitrag bei "Visite" (https://www.ndr.de/ratgeber/ge…,halswirbelsaeule100.html) dazu da hab ich mich sehr wiedergefunden. Ich denke es würde mir total helfen, wenn mir ein solcher Arzt, der sich damit auskennt, ein paar Tipps geben würde ggf. auch für eine ganz gezielte Physiotherapie oder so, da käme ich sicher noch ein gutes Stück weiter.


    Daher rührt mein Antrieb nochmal irgendwo hingehen zu wollen, ich hoffe du kannst das nachvollziehen.


    Und ich würde auch die "aktuten" Beschwerden trennen von den chronischen, allein deshalb könnte ich nicht so rigoros sagen ich gehe jetzt gar nicht mehr zu irgendwelchen Ärzten oder Therapeuten.

    sportfan schrieb:

    Schon mal an Fibromyalgie gedacht? Könnte passen, aber dazu hast du mir eigentlich zu wenig Schmerzen in Armen und Beinen.

    Hm ja die hab ich eigentlich gar nicht, und wenn dann strahlt da mal ein Triggerpuntk von der Schulter in den Arm aus.
    Das "bitzeln" im Knie ist denke ich eher was akutes dazu müsste ich wahrscheinlich wirklich nochmal zu nem Arzt um abzuklären, ob es ne harmlose Nervenreizung ist oder mehr...