Meine geliebten Sternenkinder, ihr seid unvergessen

    Guten morgen,


    wieder einmal sitze ich hier und mir laufen die Tränen nur so herunter.


    Wann hört der Schmerz endlich auf?


    Kim und Robin habe ich früh verloren (8. und 12. SSW). Sie haben einen neutralen Namen bekommen, weil mein Psychologe meinte, so könnte ich den Verlust besser verarbeiten. Nach einem Jahr ging es mir auch wieder besser.


    Über den Tod von Steven in der 21SSW komme ich schwer hinweg. Er entstand durch eine Vergewaltigung. Ich hatte Angst, ob ich ihn lieb haben konnte und mache mir Vorwürfe, ob er es gespürt hat und deshalb ging. Ich bin mir sicher, dass ich ihn geliebt hätte.


    Aber meinen Tim, da komme ich überhaupt nicht darüber weg. Als ich in der 24. SSW war, fühlte ich Erleichterung, dass er es schaffen könnte.Drei Tage später setzten die Wehen ein und er kam spontan zur Welt. Still geboren.


    Ich wollte ihn nicht hergeben, habe geschrieen, dass sie doch schon ein Kind von mir hätten (Steven). Ich bekam eine Beruhigungsspritze.


    Steven liegt in einem Sammelgrab. Unser Tim liegt ganz alleine im Norden. Ich wohne im Süden und wollte bald zu meinem Freund nach Hamburg ziehen, deshalb wurde Tim da beerdigt. Aber dann ging mein Freund beruflich nach Amerika. Wir haben überlegt, ob wir ihn bei mir beerdigen lassen aber er soll in Frieden ruhen. Seine Oma und sein Stiefopa besuchen ihn und wir, sobald es möglich ist.


    Entschuldigung für den langen Text, es geht mir um folgendes:


    Ich habe das Gefühl, bzw. weisss, das niemand mehr an meine Sternenkinder denkt. Die Minis ok, aber die beiden anderen. Es tut mir so weh. Ich komme damit nicht klar.


    Vor 1 1/2 Monaten verstarb der Freund meines Sohnes innerhalb von 4 Tagen, nachdem er im Sportunterricht reanimiert wurde. Ich kann den Kleinen (12 Jahre) nicht vergessen und denke täglich an seine Eltern, die ein angeblich gesundes Kind zur Schule schickten und dann sowas passierte.


    Eine Woche nach seinem Tod habe ich in einem Trauerforum geschrieben, damit er nicht vergessen wird. Er bekam drei symbolische Kerzen. Er tat mir so leid. Ein Beitrag über ihm wurde ein Hamster betrauert. zwölf Kerzen! Bei Promis fange ich garnicht erst an.


    Sind Kinder so wenig wert. Werden alle Sternenkinder so schnell, ausser von den Eltern, vergessen? Meine Eltern vergossen beim Tod ihrer Enkel keine Träne, es gab nicht einmal eine Umarmung oder ein Händedruck. Nichts.


    Meine vier Sternenkinder und du kleiner Mann werdet von mir niemals vergessen werden. :°(

  • 13 Antworten

    Ja leider scheint es so zu sein. Es betrifft die Elter und niemand anders. Ein Tier zählt oft mehr und das kotzt mich arg an. Am 28.04. ist es ein Jahr her das unser Joshua geboren wurde. Zu früh und nicht still. Es zerreißt uns heute noch!

    Seid mir nicht böse, aber so ganz kann ich euer Anliegen nicht verstehen. Trauer ist doch etwas sehr persönliches und je näher man dem Verstorbenen steht, desto größer ist meist auch die Betroffenheit. Zu einem Ungeborenen oder auch einem Säugling werden Außenstehende bislang kaum eine Beziehung aufgebaut haben können und so überrascht es mich nicht, dass sie weniger Trauer verspüren.


    Und ist es nicht vollkommen egal, wer anonym im Internet wie viel Kerzen anzündet? Das ist doch Augenwischerei. Eure Trauer um den Verlust ist ohne Kerzen nicht weniger wert als mit tausenden. @:)

    Zitat

    Meine Eltern vergossen beim Tod ihrer Enkel keine Träne,

    Das hat nichts damit zu tun, dass Kinder nichts wert wären. Für Deine Eltern sind es erst Enkel, wenn sie auf der Welt sind. Davor haben sie nur für die richtigen Eltern eine so große Bedeutung. Sie haben sie doch noch gar nicht kennengelernt. Was ich nicht verstehe, ist die fehlende Umarmung. Wenn meine Tochter so leiden würde wie Du, wäre ich auf jeden Fall für sie da.


    Ist es eine Idee Deines Psychologen den Kindern schon so früh Namen zugeben? Ich habe das Gefühl, das macht alles nur noch schmerzlicher.

    Hey du liebe :)


    Glaube , du und ich befinden uns grade in exakt der gleichen Situation!


    Es ist so ... vor 2 Jahren hatte ich auch eine Fehlgeburt , da war ich erst 17.


    Ich wurde schwanger obwohl ich die Pille genommen hatte,aber iwas muss ich damals versehentlich Falsch gemacht haben (villt habe ich sie mal vergessen oder sie hat nicht gewirkt weil ich mich mal übergeben hatte usw – der Arzt und ich wissen es nicht) Nungut , ich habe mich damals trotzdem mit meinem Ex Freund für das Kind entschieden. Wir haben auch gleich alles mit seinem Arbeitgeber und meiner Schule geklärt. Wir haben das beste daraus gemacht und wollten auch gleich ausziehen , wenn wir 18 sind. (das wäre 3 Monate vor der geburt unseres Kindes gewesen) Wir haben uns so sehr auf das Kind eingestellt und unsere Freunde und Familien haben sich sehr mit uns gefreut. Das hat mich alles sehr glücklich gemacht!


    Aber die Schwangerschaft war schwierig und ich habe es laut Arzt nur bis zur 10 ssw geschafft (ich bin immer noch überzeugt das es die 12 ssw war,mein Kleines war auch schon relativ ''gut'' entwickelt)


    Naja,das Herz hat einfach aufgehört zu schlagen und es hat mir wirklich den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich war danach lange , lange depressiv. Mit meinem mitlerweile ex- Freund habe ich kaum über unser Sternchen geredet,weil mir jeder das Gefühl gab , dass ich nichts besonderes verloren habe. Erst hat sich jeder gefreut und dann wird dieser Verlust einfach so hingenommen. Momentan geht es mir wieder schlechter. Und niemand versteht es. Mir wird sogar aufs auge gedrückt,dass andere glücklich schwanger sind. Super. Ich denke , dass ich oft vergessen werde mit meinem Verlust. Selbst mein Ex Freund kam mit meiner trauer nicht zurecht und hat sich von mir getrennt. Obwohl es ihm als Vater doch eig auch nahe gehen müsste.


    Ich wünschte der Schmerz würde leichter werden,doch es ist nach 2 Jahren immer noch sehr schwierig. Seitdem läuft mein Leben drunter und drüber. Und ich denke auch , dass ich der einzige Mensch bin ... der so sehr an mein Kleines denkt. Aber ich bin ja auch die Mama und habe es in mir getragen. Ich denke das ist also normal.


    Ich wünsche dir ganz viel kraft <3

    Es tut mir so unendlich leid was du durchmachen musstest. Ich weiß nicht was ich dir sagen soll außer das es menschen gibt die ich will nicht sagen das selbe durchmachen aber diesen schmerz verstehen. Ich hoffe es hilft wenn ich dir sage solange wir den schmerz noch spüren wissen wir das wir unsere kinder ob geboren oder ungeboren geliebt haben. Nicht wie die die ihre kinder töten und weggeben.

    Danke für eure Beiträge.

    @ flieger40 und Putenschnitzel,

    es tut mir sehr leid, dass ihr auch diesen Schmerz ertragen musstet :)_


    An manchen Tagen kann ich lachen und habe doch ein schlechtes Gewissen dabei. Ich möchte nach vorne schauen, alleine auch wegen der Kinder, die ich habe. Aber es geht nicht immer. Immer noch nicht. Meine Jungs wären jetzt schon im Kindergarten. Das schlechte Gewissen, dass ich schuld bin oder sein könnte, frisst mich auf. Die Therapeutin hilft mir da auch nicht weiter.

    Es tut mir sehr leid für dich, dass du so viele Kinder verloren hast und es ist sehr traurig, solche Sachen zu lesen.


    Aber bitte nimm es den anderen Menschen nicht übel, wenn sie nicht gleich trauern. Wenn man einem Menschen nicht nahe stand ist es natürlich schwerer zu trauern. Wenn ich wegen jedem Menschen, der stirbt und mir nicht nahe gestanden ist traurig werden würde, würde ich den ganzen Tag heulend rumlaufen. Es ist auch ein natürlicher selbstschutz sich nicht jeden Tod extrem nahe gehen zu lassen, sonst würde man kapput gehen.

    YElectra ja, ich verstehe was du meinst und das ist sicher richtig.


    Dennoch hätte mir eine stille Umarmung von meiner Mutter gut getan oder mein Vater hätte sich die Worte "war besser so" sparen können.


    Meine Mutter weiss, wo Steven begraben ist. Zwei Jahre lang habe ich sie gefragt, ob sie mir zeigen könnte, wo er begraben liegt. Sie macht es nicht.


    Sowas sind Dinge, die mich verletzen.

    Ich bin schwanger und weiß, dass das Kind nur in meinem Bauch überleben kann (Anenzephalie). Es wird vermutlich eine ganz normale Schwangerschaft und nach den regulären 9-10 Monaten wird das Kind lebend zur Welt kommen. Danach wird es innerhalb von wenigen Tagen oder vielleicht sogar nur Stunden sterben.


    Während sich meine Eltern, Schwiegereltern, Geschwister und Freunde sich damit abgefunden haben, dass das Kind kein Kind ist, sondern ein Wesen ohne Gehirn, ohne Bewusstsein, ohne Chance. Sie wollen, dass ich die Schwangerschaft jetzt so spät noch abbreche, damit ich kein Kind verliere, sondern "nur" eine Fehlgeburt habe.


    Ich bin nicht sauer auf sie, bevor ich selber diese Erfahrung machen musste, war ich mir auch sicher, dass eine Fehlgeburt relativ leicht zu verkraften ist und schon gar nicht mit dem Tod eines älteren Kindes vergleichbar ist.


    Das Baby kann nur in meinem Bauch leben- ich würde ihn mir abschneiden, damit es länger darin leben kann. Das Baby wird sterben- ich will an ihrer Stelle sterben, damit sie ihren Papa kennenlernen kann, weil er ist echt toll. Das Baby hat kein Gehirn- ich würde meines geben.


    Die Schwangerschaft ist so schwer, weil sie mich nur näher an den Tod meines Kindes bringt.

    gib nicht auf


    OH nein das ist ja wohl das schrecklichste was es überhaupt gibt!!!!!!!!!!!


    ich mag gar nicht dran denken, denn wir basteln gerade


    ich wünsche euch ganz ganz ganz viel kraft für die zukunft :)* :)* :)* :)* :)* :)*