Sternenkind Lisa

    Hallo, am Montag war mir übel, weinerlich, schwindlig und hatte Ohrenweh und Kopfweh auch. Ich ging zum Arzt da ich vermutete schwanger zu sein. Dort wurde eine Schwangerschaft festgestellt ca 10 Woche aber ein Kind ohne Herzschlag um die 7. Woche. Ich versuchte es wegzustecken. Arzt sagte - in 1 Woche wissen wir mehr. Gut.


    Nicht gut, ich wusste, dass das Kind größer sein müsste, ich wusste, dass es sicher nicht mehr leben wird, ich wusste, dass es anscheinend eine kleine Sache ist. Denkste.


    Am nächsten Tag in der Arbeit fragte meine Chefin was mit mir los sei. Ich erzählte, sie sagte ich solle trauern. Nur wie. Voll klasse. Ich hatte eine furchtbare Nacht, mir tat alles weh, ich ging wieder zum Arzt, der schrieb mich die Woche krank. Bisal Fieber hatte ich auch, sodass ich eine Untersuchung im LKH hatte. Infekt und Schwangerschaft. Toll. Hura. nix Hura.


    Und da ich heute wieder fähig bin irgendetwas zu tun, mein Infekt und das Kind noch nicht weg sind, möchte ich hier folgendes schreiben:


    Wenn jedes Wort falsch ist!


    Wenn dich der Lebensmut verlässt, dir Menschen nur die halbe Wahrheit sagen, wenn Menschen schweigen, weil das zu sagende negativ sein könnte, wenn jeder Gedanke ins nichts führt, der Körper sich zu schwach für alles fühlt, das Hirn nicht mehr funktioniert, der Bauch den Klumpen los werden soll, dann weisst du, du durchlebst grade eine schwere Zeit!


    Eine schwere Zeit die Frauen oft erleben, wenige sprechen darüber, wenn dann nur im Faktenformat. -Das war so. - Wie sie sich fühlten, ist nach wie vor nicht geklärt.


    Welche Wunden diese Achterbahn der Emotionen hinterlässt, erfahren manche erst in späteren Zeiten, wenn die traurige Wahrheit 20 Jahre alt wäre. Sie fehlt dann überall, aber Gott hat damal anders entschieden. Sagen sie.


    Er hat mir eine zweite Chance gegeben um zu zeigen, es funktioniert doch noch, es funktioniert, nur nicht diesmal! Den Mut aufzubringen um es noch mal zu versuchen haben wenige, sie hängen immer noch den Gedanken des Klumpens nach. Der Weg heraus kann ein 2. Versuch sein, sagt man. Das sagt sich leicht, sei aber wichtig. Starke Worte die leicht gesagt sind, aber oft doch falsch sein können. Wer die Chance hat einen 2. Versuch zu wagen soll es versuchen, es wird dann ein wunderbares Ende finden, sagt man!


    Dieses Gedicht möchte ich meiner kleinen Lisa witmen, welche ich 10 Wochen unter meinen Herzen getragen habe! In Liebe deine Mama

  • 7 Antworten

    So, nach einer Woche hab ich mich wieder im Griff, dass ich sogar die Wohnung zusammengeräumt habe. Aber das Baby muss morgen in der Klinik herausgenommen werden.


    Alles was der Arzt sagte war - na da wird nix mehr, ich überweise sie in die Klinik. Nach nachfragen von mir wie lange das dauert sagte er, sie werden stationär aufgenommen.


    Wenn ich darüber in Foren lese heissts das geht an einen Tag.


    Da soll ich mich auskennen.


    Geht es mehreren Damen so die zum Arzt gehen und bei Fehlgeburt nur mit minimaler Information versorgt werden?

    Also nach dem ich das jetzt hinter mir habe...


    Es gibt anscheinend 3 Möglichkeiten, welche mir eine sehr erfahrene Ärztin im LKH mitgeteilt hat.


    Sie sagte:


    1. sie tun nichts und warten ab bis der Körper das alleine regelt.


    2. sie bekommen eine Tablette und sind zu hause und der Körper macht das alleine


    3. sie bekommen eine Cürretage und sind morgen wieder zuhause.


    zu 1 - Körper regelt das.. gut, nur wie lange das dauert .. weiss niemand und wenn ich arbeiten muss geht das nicht.


    zu 2 - Klingt auch gut, jedoch habe ich gelesen dass es passieren kann am Ende doch eine Ausschabung zu bekommen weil nit alles rausgeht.


    zu 3 - ich habe mich dafür entschieden, da es sowieso raus muss und wenn ich eine Ausschabung habe dann bitte unter sauberen Bedingungen wo ich danach keine Schäden mehr habe.


    Wie gings jetzt danach:


    1. Tag danach war ich froh alles hinter mir zu haben. Heben von 1 Liter Wasser geht gar nicht, Eingangstür aufmachen ist auch sehr schlecht. Ich hab den Tag im Bett verbracht und wenig bis keine Blutung gehabt.


    2. Tag: aufstehen geht soweit... heben geht langsam, die Gebärmutter zieht sich zusammen, das spühre ich.


    3. Tag: fühle mich fit und spielte mich mit den Gedanken mich fürs Wochenende gesund zu schreiben.


    Da ich nicht voreilig Dinge tun will... reicht es wenn ich Montag gesund geschrieben werde. Außerdem sagt meine Mutter, nach einer Operation sollte man 6 Tage Ruhe geben.


    So habe ich angefangen Wäsche zu waschen, bügeln... und wieder Filme schaun. Körperlich wird die Blutung mehr wenn ich viel tue... also lieber weniger tun und mehr Ruhezeiten einplanen.


    Psychisch ist das Alleinesein nicht gut. Auch wenn ich jetzt den ganzen Frühling und Sommer mit Wochenende Aktivitäten verplant habe... sehne ich mich einfach nach jemanden der mich einfach im Arm nimmt und drückt.


    Mein Freund sieht das lockerer da seine Schwester das auch hatte... der plant schon... ich aber bekomme derzeit bei den Gedanken Kind die Krise.


    Ich kenne mich selber nicht mehr... voll kras.

    Was ihr sicher schon bemerkt habt ist, dass mir das Schreiben hier sehr sehr hilft.


    Ich bin wieder aufgestanden und will wieder arbeiten gehen, mein Freund ist mit meiner Tochter zur Schwiegermutter gefahren da ich arbeiten muss.


    Damit ich nicht so alleine bin die 5 Tage lasse ich sogar meine ... Mutter... kommen, deren Gequatsche nicht immer auszuhalten ist.


    Mitte Mai habe ich Termin beim Frauenarzt und danach... werde ich schaun wie es mit Schwangerschaft 3 aussieht... da ich heute das alte Spielzeug meiner 4 Jährigen weggeräumt habe.


    Ich bin jetzt fast 37 mit Schilddrüsenunterfunktion... aber ich werde es nochmal versuchen, wenn es nicht klappt weiss ich ja was auf mich zukommt.


    Ein sehr guter Freund hat mal gesagt, vergiss nicht einmal mehr aufzustehen als hinzufallen!


    Alles Liebe wünscht Caro

    Hallo Caroline! Es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist. Schreib ruhig, wenn es Dir hilft.


    Was Frauenarzt und Klinik da gemacht haben, verstehe ich nicht. Schon allein wegen der psychischen Belastung und der jederzeitigen Gefahr einer Fehlgeburt bzw. Blutvergiftung von Dir, wäre eine Eileinweisung mit Krankenwagen angebracht gewesen und dort eine sofortige - darf ich sagen? - Abtreibung des Sternenkindes. Jeder reagiert anders und Deinen Freund belastet das halt weniger als die Mutter des Sternenkindes. Aber Du brauchst in jedem Fall eine Auszeit, Zeit für die Trauer und nicht business as usual.


    Deiner weiteren Kinderplanung steht nichts im Wege, ich meine gesundheitlich. Aber bitte bei einem anderen Frauenarzt oder besser Frauenärztin - der geht ja wohl gar nicht.