• Dauerhaft wenig Energie - wie lebt ihr damit?

    Sicherlich gibt es hier einige, die chronisch wenig bzw. weniger Energie haben im Alltag. Sei es aufgrund einer Erkrankung, als Nebenwirkung von Medikamenten oder einfach so. Wie äußert sich diese Energielosigkeit bei euch? Welche Beschwerden habt ihr dadurch? Wie habt ihr euch damit arrangiert? Und welche Einschränkungen in eurem Alltag dadurch…
  • 75 Antworten

    Ich gehöre wohl auch zu den Menschen, die dauerhaft wenig Energie haben.....


    Ich war mein ganzes Leben lang noch kein Energiebündel, aber seit ich im März mit Corona infiziert war, habe ich das long Covid Syndrom.


    Es gibt graue und weiße Tage. An grauen Tagen, muss ich mich zum wichtigsten was zu tun ist zwingen. Und leide trotzdem unter Atemnot, Bauchschmerzen oder schrecklicher Schwäche. An weißen Tagen habe ich zumindest Gott sei Dank mehr Energie, aber nur 60 -70 % der Kraft von vorher. Ob es besser wird vielleicht,

    Irgendwann

    just_looking? schrieb:

    Also das "es muss jetzt" ist bei mir privat auch geringer, aber ohne Arbeit davor ist es leichter mal möglich als damit. Wenn ich dann einmal einen Energieschub bekomme (passiert nicht zwingend), dann schaffe ich auch etwas. Aber wenn ich eben arbeiten war, dann ist die Energieanzeige so viel niedriger.

    Das verstehe ich gut. Danke für die Erläuterung.


    Leselotte schrieb:

    Bei deinem Eingangspost habe ich direkt an Schilddrüse gedacht. Etwas weiter unten, hast du es ja dann auch bestätigt. Bist du diesbezüglich sicher, dass du gut eingestellt bist? Bist du bei einem Spezialisten, der zweimal im Jahr eine Kontrolle macht und anhand deiner Symptome (und nicht nach Lehrbuch-Werten) einstellt?

    Meine Schilddrüsenwerte lasse ich zweimal im Jahr kontrollieren und bezahle auch die Bestimmung von ft3 und ft4 sowie einmal im Jahr die Kontrolle des Selenspiegels aus eigener Tasche. Ab und zu wird auch ein Ultraschall der Schilddrüse gemacht, zuletzt im August 2020.


    Selen nehme ich auch 300 Mikrogramm täglich auf Anraten meines Arztes.


    Ich bin mit der Schilddrüse bei meinem Hausarzt (Internist) in Behandlung, der mir auch die Hashimoto-Diagnose gestellt hat. Alles in allem bin ich mit dem status quo zufrieden und mein Hausarzt lässt auch mit sich bzgl. der Dosierung reden. Im Laufe der letzten Jahre hatte ich da eh viele Schwankungen, auch mit TSH-Werten um 5,000 mlU/l, weshalb es bzgl. meines Arztes kein Problem war, Dosissteigerungen zu testen. Ich will nicht behaupten, dass da alles optimal gelaufen ist, ist es nicht, aber bei Hashimoto ist das ja offenbar normal, dass man da als Patient selbst viel mitdenken muss und sonst eben Pech und eine schlechtere Lebensqualität hat. Allerdings ist es auch nicht so, als hätte mein Hausarzt keine Ahnung von der Erkrankung.


    Da habe ich von anderen Erkrankten, die gar bei einem Endokrinologen in Behandlung waren, der es als Spezialist am besten wissen müsste, deutlich Schlimmeres gehört, so dass ich das so beibehalten werde.


    Die Werte waren zuletzt:


    Oktober 2019 - mit 100 Mikrogramm Euthyrox:

    ft3: 2,92 pg/ml (Normbereich: 2,3 - 4,2)

    ft4: 1,73 ng/dl (Normbereich: 0,89 - 1,76)

    TSH: 0,019 mlU/l (Normbereich: 0,350 - 5,000)


    Da ich im Frühling 2019 vorher von 75 Mikorgramm auf 100 gesteigert hatte, habe ich die Dosis auf anraten meines Arztes dann auf 88 Mikrogramm reduziert. Danach sind erfreulicherweise ein paar Unterfunktionssymptome verschwunden, u.a. chronische Wassereinlagerungen.


    Februar 2020 - mit 88 Mikrogramm Euthyrox:

    ft3 : 3,22

    ft4: 1,49

    TSH: 1,134


    August 2020 - mit 88 Mikrogramm Euthyrox:

    ft3: 2,99

    ft4: 1,50

    TSH: 0,994


    Ich denke inzwischen nicht mehr, dass es an den Schilddrüsenwerten liegt. ft3 könnte vielleicht für meinen Geschmack etwas höher sein, eben bei 3, .. als 2,... pg/ml aber eine Steigerung von Euthyrox sorgt nur dafür, dass ft3 sinkt und ft4 zu hoch wird; das hatte ich 2019 nämlich und daher auch die Werte vom Oktober 2019.


    Außerdem hatte ich in den Jahren schon mal ähnliche ft3-Werte in dem Bereich wie aktuell, ohne mich auffällig schlecht damit zu fühlen. Und umgekehrt habe ich mich auch schon mit höheren ft3-Werten müde etc. gefühlt. Deshalb sehe ich da inzwischen keinen Sinn mehr drin, da großartig etwas in die Werte zu interpretieren.


    melb1985 schrieb:

    Yoga, Pilates, Spazierengehen, Physio, arbeiten, Haushalt... und das alles muss.

    Muss es das? Läuft da was weg? Meiner Erfahrung nach ist morgen auch noch alles da.

    Und das was "muss", muss vielleicht auch nicht immer zu 100% und total perfekt.

    Runterfahren muss vielleicht eben auch.

    Ich habe persönlich (leider) kein Problem damit, das ein oder andere liegenzulassen, auch mal nicht zum Sport zu gehen oder den Tag im Bett zu verbringen.


    Nur macht das bei mir nichts besser, im Gegenteil. Seelisch oder körperlich erholter bin ich davon auch nicht. Am Ende habe ich innerhalb kürzester Zeit dann erhebliche Probleme, mich überhaupt noch zu etwas aufzuraffen, gehe gar nicht mehr zum Sport etc. und gerate in so eine Art Abwärtsspirale. Es geht mir besser, wenn ich mich im Rahmen des Möglichen immer zumindest ein wenig aufraffe.


    Immerhin: Seit Behandlung der Schilddrüse fällt mir das trotz aller nach wie vor bestehenden Hürden erheblich leichter, als in all den Jahren vorher. Insofern bin ich schon sehr dankbar und ich weiß im Nachhinein auch gar nicht, wie ich vorher überhaupt in dem Zustand Schule und Studium geschafft habe. Manchmal habe ich das Gefühl, als hätte ich einen Großteil meiner "Lebensernergie" in all den Jahren damals dafür verpulvert, überhaupt irgendwie einigermaßen zu funktionieren trotz der Dauermüdigkeit usw. und nun habe ich einfach nicht mehr so viel Energie, auch im guten Zustand. So wie Batterien, die man zu oft tiefenentladen hat und die sich trotz guter aktueller Umstände nur noch auf 80% ihrer ursprünglichen Kapazität wiederaufladen lassen.


    WurzelimLiebesraum schrieb:

    Mal blöd gefragt: wenn du trotz guter Ernährung an Mangelerscheinungen leiden kannst, könnte es evtl durch deine nicht erkannte lebensmittelunverträglichkeot dazu gekommen sein, dass dein Darm mal grundgereinigt werden müsste??? Ich würde dir dringend dazu raten!

    Der Darm reinigt sich meines laienhaften Wissens nach selbst. Auch von den Antibiotika damals bei der Sepsis hat sich mein Körper erholt. Ich habe auch keine Verdauungsbeschwerden o.Ä. und ernähre mich teils instinktiv, teils eben aufgrund der Unverträglichkeit sowie einer empfindlichen Galle recht gesund.


    Bei meiner Lebensmittelunverträglichkeit handelt es sich um eine Histaminintoleranz. Die äußert sich bei mir aber mit ziemlich allen anderen Problemen (laufende Nase, Ödeme, juckende Haut, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen usw.), nur nicht mit Verdauungsproblemen.


    darkwillow schrieb:

    Ich war mein ganzes Leben lang noch kein Energiebündel, aber seit ich im März mit Corona infiziert war, habe ich das long Covid Syndrom.

    Ich drücke dir die Daumen, dass sich dein Körper noch möglichst vollständig davon erholt. Teilweise kann es ja auch einfach sehr lange dauern, bis sich der Körper komplett regeneriert hat.


    Weiß du, warum du auch vor der Infektion dein ganzes Leben lang kein Energiebündel gewesen bist?


    darkwillow schrieb:

    Es gibt graue und weiße Tage. An grauen Tagen, muss ich mich zum wichtigsten was zu tun ist zwingen.

    Welche Tage überwiegen denn?

    Ich bin auch sehr antriebslos, kommt bei mir wahrscheinlich von Depressionen.


    Zuhause liege ich nur im Bett und mache im Haushalt das Nötigste.

    Ich versuche, so wenig Verbindlichkeiten wie möglich auszumachen (Treffen, Termine), weil es mich schnell stresst und überfordert, wenn mehrere Sachen anstehen und ich dazwischen zu wenig Regenerationszeit habe.
    Ich versuche aber trotzdem täglich rauszugehen, zu Fuß zu gehen. Manchmal hilft mir, wenn ich eine kleine Aufgabe habe, bei der ich aber weiß, dass sie schnell vorbei ist und kein Druck besteht, z.B. etwas backen, etwas an meiner Homepage basteln. Das kann meine Stimmung und Motivation heben, ohne dass es mich zu sehr erschöpft.


    Ich arbeite in Teilzeit, das ist anstrengend genug, weil mich Reize/Gespräche sehr schnell erschöpfen. Durchs Arbeiten habe ich privat noch weniger Energie für irgendwas, sehe aber auch keine andere Lösung.

    Ich war mein Leben lang schon schlank- und es war oft so, wenn es längere Zeit stressig wurde, bin ich krank geworden. (Erkältung)- Ich war da schon bei vielen, vielen Ärzten- alles ohne Befund.


    Im März lagen wir danieder mit Corona- zu schwach, um einen Krankenwagen zu rufen. Als ich wieder gesund war, ging es mir prächtig- ich hatte soooooo viel Energie, ca 5 Tage, dann hat das Immunsystem reagiert... und dann ging es mir nur noch schlecht. Bei meinem Mann war es genau so. Wir sind von Untersuchung, zu Untersuchung getingelt.... Es wurde mal besser- so dass wir dachten, wir sind auf dem Wege der Erholung, dann wurde es schlechter.


    Mal hatten wir Luftnot, mal eine schwere Erschöpfung, mal Übelkeit, mal Magenschmerzen, mal mehrere Symptome auf einmal.


    Blutwerte sind ja immer top in Ordnung.


    Manchmal habe ich viele graue Tage hintereinander 6Tage, wo es mir nicht gut geht- meistens auch in direkter Folge, wenn es vorher sehr stressig war. Ab dem 3 Tag werde ich dann oft panisch und depressiv, weil es einfach nicht besser wird.

    Dann gibt es aber auch wieder weiße Tage- da kommt mir alles wie ein böser Traum vor, und ich versuche nach zu holen, was ich verpasst habe (meistens putzen)


    Im Dezember gab es viele graue Tage... Unsere Kinder sind fast nie pünktlich in der Schule gewesen, obwohl wir schon früher aufstehen, aber es geht einfach nicht- ich muss mich so sehr konzentrieren morgens, damit ich Haferflocken koche und nicht, wie neulich Weizenkleie.... egal -jetzt ist lock down und ausschlafen hilft


    Letzte Woche Mittwoch waren wir im Uniklinikum- für Untersuchungen von long Covid Patienten- als wir nach 7 Stunden Untersuchungen und drei Stunden Autofahrt endlich wieder zu Hause waren- hatte der Fuchs in der Zwischenzeit unter den Hühnern ein Massaker angerichtet.... Mir ging es die Tage danach sooo schlecht. Ich habe nichts aufgeräumt, ich habe keine Hausaufgaben mit den Kindern gemacht, ich weis gar nicht mehr was ich gemacht habe...... (doch ich weis, ich war mit einem Huhn beim Tierarzt- weil es verletzt war)


    Man was für ein langer Text- sorry

    Zitat

    Immerhin: Seit Behandlung der Schilddrüse fällt mir das trotz aller nach wie vor bestehenden Hürden erheblich leichter, als in all den Jahren vorher. Insofern bin ich schon sehr dankbar und ich weiß im Nachhinein auch gar nicht, wie ich vorher überhaupt in dem Zustand Schule und Studium geschafft habe. Manchmal habe ich das Gefühl, als hätte ich einen Großteil meiner "Lebensernergie" in all den Jahren damals dafür verpulvert, überhaupt irgendwie einigermaßen zu funktionieren trotz der Dauermüdigkeit usw. und nun habe ich einfach nicht mehr so viel Energie, auch im guten Zustand. So wie Batterien, die man zu oft tiefenentladen hat und die sich trotz guter aktueller Umstände nur noch auf 80% ihrer ursprünglichen Kapazität wiederaufladen lassen.

    Wenn du den Energiemangel schon vorher hattest, wie kannst du dann wissen, dass du jetzt "nur" bei 80% bist? So gesehen bist du doch nie bei 100% gewesen.

    Vielleicht sind deine gefühlten 80% von heute auch deine persönlichen 100% - schon immer gewesen, möglicherweise. Immerhin ist es ja besser geworden.

    Nur eine Theorie. Wobei ich die mit der tiefenentladenen Batterie auch nachvollziehbar finde.

    Lebkuchenherzchen schrieb:

    Ich bin auch sehr antriebslos, kommt bei mir wahrscheinlich von Depressionen.

    Wäre dann noch die Frage, woher die Depressionen kommen. Das kann ja seelishce wie körperliche Ursachen haben.



    Lebkuchenherzchen schrieb:

    Ich versuche, so wenig Verbindlichkeiten wie möglich auszumachen (Treffen, Termine), weil es mich schnell stresst und überfordert, wenn mehrere Sachen anstehen und ich dazwischen zu wenig Regenerationszeit habe.


    Lebkuchenherzchen schrieb:

    Ich arbeite in Teilzeit, das ist anstrengend genug, weil mich Reize/Gespräche sehr schnell erschöpfen. Durchs Arbeiten habe ich privat noch weniger Energie für irgendwas, sehe aber auch keine andere Lösung.


    Das ist bei mir sehr ähnlich. Da ich recht introvertiert und etwas zu reizempfindlich bin, brauche ich viel Regenerationszeit von Menschen. Ich merke es immer deutlich, ob ich den Arbeitstag viele Telefonate/Gespräche führen musste, viele Unterbrechungen hatte oder ob ich recht ungestört vor mich hinarbeiten konnte.


    Heute war z.B. so ein Tag mit vielen Störungen sowie Telefonaten/Gesprächen, so dass ich irgendwann gegen Nachmittag einfach nur leichte Kopfschmerzen bzw. so ein "verschallertes" Gefühl im Kopf bekommen habe und ab Feierabend einfach nur noch meine Ruhe haben möchte; nicht mit irgendwem sprechen müssen, nicht auf irgendwelche Emotionen bei anderen eingehen oder überhaupt auf irgendetwas von Außen reagieren müssen, sondern einfach warten, bis das überreizte Gehirn sich wieder erholt hat.


    Das ist mit ein Grund, warum es für mich absolut nicht infrage käme, mit jemanden zusammenzuwohnen. Ich brauche einen Ort, an dem ich alleine bin und niemand irgendetwas von mir möchte, so dass ich nicht ständig im stand-by-modus bleiben muss, sondern abschalten kann.


    Lebkuchenherzchen schrieb:

    Ich versuche aber trotzdem täglich rauszugehen, zu Fuß zu gehen. Manchmal hilft mir, wenn ich eine kleine Aufgabe habe, bei der ich aber weiß, dass sie schnell vorbei ist und kein Druck besteht, z.B. etwas backen, etwas an meiner Homepage basteln. Das kann meine Stimmung und Motivation heben, ohne dass es mich zu sehr erschöpft.

    Finde ich gut, gerade auch, dass du trotz allem täglich rausgehst.


    darkwillow schrieb:

    Im März lagen wir danieder mit Corona- zu schwach, um einen Krankenwagen zu rufen. Als ich wieder gesund war, ging es mir prächtig- ich hatte soooooo viel Energie, ca 5 Tage, dann hat das Immunsystem reagiert... und dann ging es mir nur noch schlecht. Bei meinem Mann war es genau so. Wir sind von Untersuchung, zu Untersuchung getingelt.... Es wurde mal besser- so dass wir dachten, wir sind auf dem Wege der Erholung, dann wurde es schlechter.


    Mal hatten wir Luftnot, mal eine schwere Erschöpfung, mal Übelkeit, mal Magenschmerzen, mal mehrere Symptome auf einmal.


    Blutwerte sind ja immer top in Ordnung.

    Hm, das ist ja merkwürdig. Stelle ich mir frustrierend vor, so gar keinen Anhaltspunkt zu haben, warum der Körper trotz der überstandenen Covid-Erkrankung und zunächst scheinbarer Genesung danach so vor sich hinschwächelt, mit Top-Blutwerten. ":/


    Ich drücke deinem Mann und dir die Daumen, dass die Ärzte die Ursache noch herausfinden und ihr euch vollständig erholt.



    darkwillow schrieb:

    Letzte Woche Mittwoch waren wir im Uniklinikum- für Untersuchungen von long Covid Patienten- als wir nach 7 Stunden Untersuchungen und drei Stunden Autofahrt endlich wieder zu Hause waren- hatte der Fuchs in der Zwischenzeit unter den Hühnern ein Massaker angerichtet.... Mir ging es die Tage danach sooo schlecht. Ich habe nichts aufgeräumt, ich habe keine Hausaufgaben mit den Kindern gemacht, ich weis gar nicht mehr was ich gemacht habe...... (doch ich weis, ich war mit einem Huhn beim Tierarzt- weil es verletzt war)

    Waren die Hühner für dich eher Nutztiere oder hatten die den emotionalen Stellenwert eines lieben Haustieres für dich?


    Seinen Nutztieren wünscht sowas natürlich auch niemand.


    Nach so einem Tag wären glaube ich viele platt gewesen (aber evtl. nicht gerade gleich mehrere Tage).


    melb1985 schrieb:

    Wenn du den Energiemangel schon vorher hattest, wie kannst du dann wissen, dass du jetzt "nur" bei 80% bist? So gesehen bist du doch nie bei 100% gewesen.

    Vielleicht sind deine gefühlten 80% von heute auch deine persönlichen 100% - schon immer gewesen, möglicherweise.

    Ich kann es natürlich nicht beweisen und möglicherweise täusche ich mich da ja auch, nur habe ich als Teenager viel mehr Energie und eine bessere Stimmung gehabt, bevor dann schleichend immer mehr Beschwerden aufgetreten sind, die sich im Nachinein als Unterfunktionssymptome sowie Beschwerden durch die Histaminintoleranz entpuppt haben. Selbst meine Familie hat damals verwundert festgestellt, dass ich vorher "ganz anders" draufgewesen bin. Man hielt es damals eben für "ist eben Pubertät" und der Klassiker "wird wohl einfach psychisch sein".


    Irgendwann in den ersten Jahren der Schilddrüsenbehandlung habe ich eine wunderbare Phase gehabt, in der ich körperlich alles passte, der Körper nicht irgendwelche ominösen Beschwerden hatte, sondern einfach mal "normal" funktioniert hat und ich stimmungsmäßig sehr gut drauf war.

    Ich habe damals schon befürchtet, dass das viel zu gut ist nach all den anderen Jahren, um von Dauer zu sein. Und so ist es dann eben gekommen. Seitdem laboriere ich eben wieder rum, wenngleich auf besserem Niveau, als vor der Hashimoto-Diagnose.


    Wenn ich mir etwas wünschen könnte, würde ich gerne wieder auf dieses sehr gute Niveau zurück. Ich weiß seitdem, wie schön das Leben sein kann und wie leicht einem Aufgaben etc. fallen können.

    Allerdings ist es wohl nicht realistisch.

    Hey Lynx, also das mit Antriebslosigkeit kenne ich gut. Ich war schon immer sehr lebendig, munter und totale Frohnatur. Irgendwann (so mit ca. Mitte 20) hat es sich schleichend verändert. Ich wurde gegen 16:00 schlagartig müde, hatte privat keine Lust auf Spaziergänge oder Städtetouren... Hab das auf Übergewicht (ca. 10 Kilo Zuviel) und zuwenig Bewegung geschoben, dachte das sei das Älterwerden, kannte es dann nicht mehr anders. Bis bei mir mit Anfang 30 ein großer angeborener Herzfehler (3 cm großes Loch) entdeckt und geschlossen wurde. Das Loch führt (kurzerklärt) dazu, dass das sauersroffarmes Blut zurück in den Körper geflossen ist. Mit der Zeit könnte das Herz das nicht mehr kompensieren und ich litt wohl unter Sauerstoffmangel.


    Nach der OP (per Herzkatheter) ist es weg. Seit ca. 5 Jahren habe ich ein neues Leben. Energie ohne Ende. Sehr Leistungsfähig im Job. Ja, ich werde auch müde, aber erst gegen 23 Uhr. Stehe um 5 auf. Es gibt schlechtere Tage, aber grundsätzlich bin ich wieder topfit.


    Gut, es gab eine kurze Phase, da musste ich Betablocker nehmen. Mein Blutdruck war im Keller, ich dachte direkt nach dem Aufwachen, wie überstehst den Tag, aber gut, war. Nebenwirkung. Kollegen meinten, bist Du noch am Leben? Weil ich mich gar nicht bewegt habe. Hab nach 3 Wochen den Beta eigenhändig abgesetzt, es passierte nichts weiter.


    Checke mal Dein Herz und die Sauerstoffsättigung. Vielleicht kommt noch was von der Ecke?

    Hätte man deine Probleme mit einem Pulsoximeter gesehen ?

    Hey Land_ Kind, ups, eine sehr gute Frage, danke dafür! Ich weiß wirklich nicht, ob der Sauerstoffmangel messbar gewesen wäre. Niemand kam auf die Idee, es zu messen. Auch sämtliche Fitness-Gadgets (Armband zur Pulsmessung) habe ich erst danach angeschafft. Jetzt, im Nachhinein, denke ich: es kann niemandem schaden, einige Parameter auch mal zu überprüfen. Ich möchte z.B. es nicht mehr missen, permanent sehen zu können, wie hoch mein Puls ist. Natürlich ist es nur ein Richtwert. Jedoch gibt es schon Aufschlüsse. Wenn ich z.B. Zu scharf gegessenen habe und nicht schlafen kann, weil der Puls um 100 ist, werde ich scharfe Gewürze das nächste Mal meiden etc. wenn ich wieder mal en wenig schlecht Luft bekomme und der Puls um 50 ist, weiß ich, warum ich schlecht Luft bekomme. Das kommt bei mir nach dem Sport vor, Legt sich auch wieder. Das Armband berechnet auch V02Max, das schwankt bei mir etwas. Jetzt wenn ich mich weniger bewege, ist es schlechter.

    Dreams2015 schrieb:

    Hey Land_ Kind, ups, eine sehr gute Frage, danke dafür! Ich weiß wirklich nicht, ob der Sauerstoffmangel messbar gewesen wäre. Niemand kam auf die Idee, es zu messen. Auch sämtliche Fitness-Gadgets (Armband zur Pulsmessung) habe ich erst danach angeschafft. Jetzt, im Nachhinein, denke ich: es kann niemandem schaden, einige Parameter auch mal zu überprüfen. Ich möchte z.B. es nicht mehr missen, permanent sehen zu können, wie hoch mein Puls ist. Natürlich ist es nur ein Richtwert. Jedoch gibt es schon Aufschlüsse. Wenn ich z.B. Zu scharf gegessenen habe und nicht schlafen kann, weil der Puls um 100 ist, werde ich scharfe Gewürze das nächste Mal meiden etc. wenn ich wieder mal en wenig schlecht Luft bekomme und der Puls um 50 ist, weiß ich, warum ich schlecht Luft bekomme. Das kommt bei mir nach dem Sport vor, Legt sich auch wieder. Das Armband berechnet auch V02Max, das schwankt bei mir etwas. Jetzt wenn ich mich weniger bewege, ist es schlechter.

    Und wie ist dein Herz dann diagnostiziert worden? per Ultraschall

    Ja genau, per Ultraschall. auf EKG und Abhören war das Loch nicht zu erkennen. Mit einfach“chem Ultraschall hat man schon das Loch gesehen. Dann hat man TEE (Schluck-Ultraschal) gemacht, ein Ultraschall aus der Speiseröhre- ist genauer. Auch die OP war „nur“ per Katheter, also ohne Vollnarkose und den Brustkorb zu öffnen. Ich habe großes Glück gehabt, außer ab und zu Herzrhythmusstörungen habe ich nix und einen Ruhepuls von 60.

    Dreams2015 schrieb:

    Ja genau, per Ultraschall. auf EKG und Abhören war das Loch nicht zu erkennen. Mit einfach“chem Ultraschall hat man schon das Loch gesehen. Dann hat man TEE (Schluck-Ultraschal) gemacht, ein Ultraschall aus der Speiseröhre- ist genauer. Auch die OP war „nur“ per Katheter, also ohne Vollnarkose und den Brustkorb zu öffnen. Ich habe großes Glück gehabt, außer ab und zu Herzrhythmusstörungen habe ich nix und einen Ruhepuls von 60.

    Da hast du echt Glück gehabt... mein Vater hat die Aortenklappe gewechselt bekommen... und er ist aufgemacht worden ... Nicht schön... :=o

    Dreams2015 schrieb:

    Nach der OP (per Herzkatheter) ist es weg. Seit ca. 5 Jahren habe ich ein neues Leben. Energie ohne Ende. Sehr Leistungsfähig im Job. Ja, ich werde auch müde, aber erst gegen 23 Uhr. Stehe um 5 auf. Es gibt schlechtere Tage, aber grundsätzlich bin ich wieder topfit.

    Gut, dass es dir seit der OP wieder gut geht. Auf einen Herzfehler als Ursache muss man erst mal kommen, gerade in dem Alter. Zumal sich die Beschwerden bei dir ja so schleichend entwickelt haben, so dass ich sehr gut verstehen kann, dass man dann nicht an eine Erkrankung denkt.


    Freut mich auch, dass du keine Betablocker nehmen musst. Musst du wegen des Herzfehlers seit der OP im Alltag irgendwas beachten? Hast du dadurch irgendwelche Einschränkungen, dass du z.B. bestimmte Sportarten nicht machen darfst oder so?


    Dreams2015 schrieb:

    Checke mal Dein Herz und die Sauerstoffsättigung. Vielleicht kommt noch was von der Ecke?

    Danke für den Tipp. Mein Herz stand bisher nie im medizinischen Fokus.


    Beim Stichwort Sauerstoffmangel fällt mir nur ein, dass ich seit Jahren einen niedrigen Hämoglobinwert habe, der aber just noch im unteren Normalbereich liegt. Mein Hausarzt hat das mal recht regelmäßig auf dem Schirm gehabt, auch weil ich sehr auffällig blass bin, aber herausgekommen ist nur, dass der Eisenspeicher gut mittig gefüllt ist und der Eisenwert im Blut etwas zu gering. Hämatokrit ist auch immer etwas niedrig bei mir.


    Eine Erklärung wurde nicht gefunden, die anderen Werte wie MCV etc. waren normal und das Thema ist dann auch quasi abgehakt worden. Ich habe auch später hochdosierte Eisentabletten genommen, die ich bis heute ab und zu nehme, und da der Eisenspeicher ja wirklich gut gefüllt ist, kann es ja keine Eisenmangel-Anämie sein.

    (Ich bin auch mal die anderen Anämieformen durchgegangen, aber davon passt bei mir nichts.)


    Seitdem die Unterfunktion behandelt wird, sind auch meine Nierenwerte besser geworden und normal, vorher waren die immer etwas leicht auffällig, aber nichts ernsthaftes.


    Ein Elternteil sowie meine Großmutter haben eine Niereninsuffizienz, aber bei denen hat sich das wohl aus jahrelang unerkannt zu hohem Blutdruck entwickelt. Da bin ich nicht gefährdet, weil mein Blutdruck eher normal bis niedrig-normal ist.

    Könnte auch ein Grund sein, warum ich so blass bin. Außerdem sehe ich selten das Tageslicht. Tagsüber bin ich unter der Woche im Büro und in meiner Freizeit bin ich eher nach Sonnenuntergang Draußen; Vitamin D supplementiere ich aber schon extra deshalb; mein Hausarzt hatte mir das empfohlen.


    Dreams2015 schrieb:

    Niemand kam auf die Idee, es zu messen. Auch sämtliche Fitness-Gadgets (Armband zur Pulsmessung) habe ich erst danach angeschafft. Jetzt, im Nachhinein, denke ich: es kann niemandem schaden, einige Parameter auch mal zu überprüfen. Ich möchte z.B. es nicht mehr missen, permanent sehen zu können, wie hoch mein Puls ist. Natürlich ist es nur ein Richtwert. Jedoch gibt es schon Aufschlüsse.

    Geht mir auch so. Ich habe auch sowohl ein Blutdruckmessgerät, als auch einen Fitnesstracker. Das Blutdruckmessgerät nutze ich seit Längerem nur selten, wenn mich akut der Wert interessiert, z.B. weil mir schwindelig ist und mich dann einfach interessiert, ob es am Blutdruck liegt.


    Der Fitnesstracker ist super, den nutze ich täglich als Uhrenersatz. Und es ist als Spielerei interessant, den Puls angezeigt zu bekommen. Wenn die Arbeit stressig ist, habe ich im Sitzen Pulswerte um die 100 - 110, und ansonsten bei dem Normalstresspegel so um die 80/90. Einmal hatte ich auch 130, aber da hätte ich auch ohne Fitnesstracker gewusst, dass ich gerade gestresst bin. ;-D


    Bevor die Unterfunktion behandelt wurde, hatte ich meistens so um die 60, der Blutdruck war auch niedriger im Durchschnitt. Aber das war für mich zu wenig und auch beim Sport gefühlt immer so, als wenn der Körper gar nicht auf Leistung hochfährt. Ätzend.

    _Lynx_ schrieb:

    aber herausgekommen ist nur, dass der Eisenspeicher gut mittig gefüllt ist und der Eisenwert im Blut etwas zu gering. Hämatokrit ist auch immer etwas niedrig bei mir.

    Das einzige, was ich manchmal habe ist, dass ich z.B. beim Joggen, aber auch im Alltag bei körperlicher Anstrengung das Gefühl habe, zwar "barrierefrei" atmen zu können, aber trotzdem nicht genug Luft zu bekommen.


    Das könnte aber auch einfach mangelndes Training sein. Ich schätze, ich bin einfach unsportlich geworden. Ich glaube, ich muss mich/meinen Körper da einfach rigoros regelmäßig zu Sport zwingen, egal ob vermeintlich nicht genug Sauerstoff, komische Müdigkeit etc.. Solange ich nicht umkippe dabei, ist das wohl wirklich eher Faulheit und zu viel "Selbstschonung" bei mir. Wenn der Körper ernsthaft aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr kann, werde ich das ja merken. Aber solange ich auf diese Befindlichkeiten Rücksicht nehme, kann ich es nicht herausfinden, ob es bei mir nun Faulheit oder Krankheit ist.:-/

    _Lynx_ schrieb:
    _Lynx_ schrieb:

    aber herausgekommen ist nur, dass der Eisenspeicher gut mittig gefüllt ist und der Eisenwert im Blut etwas zu gering. Hämatokrit ist auch immer etwas niedrig bei mir.

    Das einzige, was ich manchmal habe ist, dass ich z.B. beim Joggen, aber auch im Alltag bei körperlicher Anstrengung das Gefühl habe, zwar "barrierefrei" atmen zu können, aber trotzdem nicht genug Luft zu bekommen.


    Das könnte aber auch einfach mangelndes Training sein. Ich schätze, ich bin einfach unsportlich geworden. Ich glaube, ich muss mich/meinen Körper da einfach rigoros regelmäßig zu Sport zwingen, egal ob vermeintlich nicht genug Sauerstoff, komische Müdigkeit etc.. Solange ich nicht umkippe dabei, ist das wohl wirklich eher Faulheit und zu viel "Selbstschonung" bei mir. Wenn der Körper ernsthaft aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr kann, werde ich das ja merken. Aber solange ich auf diese Befindlichkeiten Rücksicht nehme, kann ich es nicht herausfinden, ob es bei mir nun Faulheit oder Krankheit ist.:-/

    Vielleicht nutzt du die falsche Atemtechnik und atmest zu flach :=o