Dauerhaft wenig Energie - wie lebt ihr damit?

    Sicherlich gibt es hier einige, die chronisch wenig bzw. weniger Energie haben im Alltag. Sei es aufgrund einer Erkrankung, als Nebenwirkung von Medikamenten oder einfach so.


    Wie äußert sich diese Energielosigkeit bei euch? Welche Beschwerden habt ihr dadurch? Wie habt ihr euch damit arrangiert? Und welche Einschränkungen in eurem Alltag dadurch stören euch am meisten?


    Mich stört am meisten die Antriebslosigkeit und teils auch die Anhedonie. Es ist gefühlt alles sehr egal.

  • 75 Antworten

    Ja ich - ich habe Fibromyalgie. Bin deshalb auch schon in Rente. Mir fehlt vor allem morgens /vormittags jeglicher Antrieb. Das ist extrem störend zumal es mir dadurch noch schlechter geht. Im Laufe des Tages geht es mir meistens besser.

    Die Antriebslosigkeit ist auch das was mich am meisten stört. Vom Kopf her würde ich gerne ganz anders >:(

    Ich habe jetzt beschlossen nach Weihnachten einen Versuch mit einem antriebssteigernden AD zu versuchen.

    ;-D ;-D herrlich, hier wurde grade meine Fibromyalgie ( Die ich übrigens seit 20 Jahren habe. Ich bin über mein Krankheitsbild sehr gut informiert) mit Gymnastik geheilt ":/ Ich weiß grad gar nicht was ich sagen soll. Ausser vielleicht das Fatigue bei mir zum Krankheitsbild gehört und Land_Kind bitte erst informieren bevor man einfach etwas raushaut :|N

    Nessaja68 schrieb:

    Ja ich - ich habe Fibromyalgie. Bin deshalb auch schon in Rente.

    Das tut mir Leid. Ich stelle mir das ziemlich unangenehm vor.


    Verentet bin ich nicht, aber wie ich es bis zu meinem Beruf geschafft habe mit dem wenigen "Elan", weiß ich nicht; hatte wohl viel Glück. Dafür mache ich nach meiner Arbeit in der Freizeit praktisch nichts mehr, weil ich zu müde und lustlos bin.


    Nessaja68 schrieb:

    Ich habe jetzt beschlossen nach Weihnachten einen Versuch mit einem antriebssteigernden AD zu versuchen.

    Und das hilft auch, wenn man keine Depression hat?


    Persönlich bilde ich mir ein, dass mir manchmal sehr viel Koffein etwas hilft, aber nur bedingt. Und ich habe vereinzelt Phasen, in denen ich plötzlich Antrieb habe. Das hält aber nicht lange an und kommt und geht, ohne dass es sich planen lässt.


    Land_Kind schrieb:

    versucht einfach jeden Tag Gymnastik zu machen... das hilft :)^

    Nein, bei dieser Art Antriebslosigkeit komme ich erst gar nicht dazu oder quäl' mich allenfalls so durch den Sport und bin hinterher nur erleichtert, es hinter mir zu haben, obwohl ich eigentlich gerne Sport gemacht habe.


    Rein gefühlt könnte ich teilweise den ganzen Tag im Bett liegen, aber das vermeide ich, weil ich dann zu gar nichts käme, mich nur noch benebelt fühlen würde und das erst recht nichts besser macht. Ich finde es eh schon immer blöd, privat kaum etwas erledigt zu bekommen und wenn dann nur nach zähem Ringen gegen unsichtbaren Widerstand.

    Das mit dem antriebssteigernden AD ist zumindest einen Versuch wert. So ganz 100% kann man die Psyche ja nie ausschließen. Bei Fibro sagt man zB das sie in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei mir ist es so das mein Kopf will und der Körper einfach nicht funktioniert. Das entspricht meinem Krankheitsbild.

    Hast du eigentlich eine Diagnose?

    Du fragtest im Eingangspost ja wie man damit umgeht. Nun ich habe gute und schlechte Tage. Danach richte ich mich halt bei vielen Dingen (wie zB Hausarbeit oder Erledigung) unterm Strich ist der Haushalt gemacht, die Haare gewaschen und spazieren war ich auch. Aber ich laufe halt nur auf 50 Prozent und das nervt irre.

    Ich habe diesbezüglich eine ernst gemeinte Frage. Wenn ich mir mich so anschaue, woran erkennt man den Unterschied zwischen Antriebslosigkeit/wenig Energie und Faulheit?


    Hintergrund: ich weiß ich habe weniger Energie als andere, wurde auch schon als faul bezeichnet. Allerdings ich kenne meinen Energie Status nicht anders. Daher fällt mir das jetzt auch nicht direkt auf. Zumindest nicht dauernd, das ist halt irgendwie normal für mich. Und ich kann echt nicht immer unterscheiden ob ich jetzt etwas nicht tue weil ich nicht will oder nicht "kann".

    just_looking? schrieb:

    Ich habe diesbezüglich eine ernst gemeinte Frage. Wenn ich mir mich so anschaue, woran erkennt man den Unterschied zwischen Antriebslosigkeit/wenig Energie und Faulheit?

    hmm... grob gesagt:


    Antriebslosigkeit = nicht können

    Faulheit = nicht wollen


    so würde ICH es am ehesten beschreiben. Antriebslosigkeit ist außerdem mit Leidensdruck verbunden, was bei Faulheit eher weniger der Fall ist.

    _Lynx_ schrieb:

    Wie äußert sich diese Energielosigkeit bei euch? Welche Beschwerden habt ihr dadurch? Wie habt ihr euch damit arrangiert? Und welche Einschränkungen in eurem Alltag dadurch stören euch am meisten?

    Was meinst du damit, wie sich die Energielosigkeit äußert? Keine Energie heißt keine Energie, oder?

    Arrangiert - gar nicht. Wenn es mir an Energie fehlt, heißt es dagegenwirken und Energie tanken.



    Land_Kind schrieb:

    versucht einfach jeden Tag Gymnastik zu machen... das hilft :)^

    Ja, egal welche Art Bewegung, am besten auch an die frische Luft.

    Naja Fibro ist ein Systemkomplex. Mit der Diagnose wurde ich dann auch verrentet. Es ist das erste Mal in meinem Leben das sich eine Diagnose richtig anfühlt. Ich stehe durchaus unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle. Hausarzt und Schmerzmediziner, gelegentlich Psychologische Unterstützung.

    Ich würde gerne unglaublich viel machen aber da sagt die Fibro einfach "nö ;-D"

    Möglich das mich Medikamente sehe runter fahren aber ohne geht es halt auch nicht . Mit Gymnastik meint ihr Physio? Ja die habe ich selbstverstandlich. Spazierengehen macht mir aber mehr Spaß :)z

    Fibro ist eine entzündliche Schmerzkrankheit die im ganzen Körper wüten kann und auch innere Organsysteme befällt. Die Fatigue gehört da mit zu.

    Mich stört genau diese Kraftlosigkeit am meisten. Möglich das ein AD da helfen kann 8-( ich versuche es einfach mal ]:D

    Nessaja68 schrieb:

    ;-D ;-D herrlich, hier wurde grade meine Fibromyalgie ( Die ich übrigens seit 20 Jahren habe. Ich bin über mein Krankheitsbild sehr gut informiert) mit Gymnastik geheilt ":/ Ich weiß grad gar nicht was ich sagen soll. Ausser vielleicht das Fatigue bei mir zum Krankheitsbild gehört und Land_Kind bitte erst informieren bevor man einfach etwas raushaut :|N

    Jetzt noch ein Glas frisch gepressten Orangensaft jeden Morgen und du läufst nen Marathon:)^

    Man muss nur dreimal 'Chronische Erkrankung' und den Spiegel sprechen und hinter einem taucht wer auf der 'Versuchs mal mit Yoga' sagt

    Fiorentina2017 schrieb:
    Nessaja68 schrieb:

    ;-D ;-D herrlich, hier wurde grade meine Fibromyalgie ( Die ich übrigens seit 20 Jahren habe. Ich bin über mein Krankheitsbild sehr gut informiert) mit Gymnastik geheilt ":/ Ich weiß grad gar nicht was ich sagen soll. Ausser vielleicht das Fatigue bei mir zum Krankheitsbild gehört und Land_Kind bitte erst informieren bevor man einfach etwas raushaut :|N

    Jetzt noch ein Glas frisch gepressten Orangensaft jeden Morgen und du läufst nen Marathon:)^

    Man muss nur dreimal 'Chronische Erkrankung' und den Spiegel sprechen und hinter einem taucht wer auf der 'Versuchs mal mit Yoga' sagt

    hilft auch manchmal ;)

    Ich habe Small Fiber Neuropathie -symptomatisch wie Fibromyalgie mit Fatigue und wahrscheinlich auch schon sehr lange.


    Ich arbeite Teilzeit (30h), keine körperliche Tätigkeit. Das habe ich entschieden, bevor ich eine Diagnose hatte, aber ich bin froh, dass ich den Mut hatte, das bei meiner jetzigen Stelle anzusprechen.

    An Sport mache ich fast nur low-intensity Sachen, also oft spazieren gehen :D Nach Corona will ich nochmal Pilates anfangen.

    Probleme mit Antriebslosigkeit habe ich früher viel gehabt, jetzt nur noch selten.

    Wichtig ist bei mir, dass ich mir meine Kraft gut einteile. Ich habe einen freien Tag in der Woche, und der geht dann drauf für Termine, Erledigungen und nochmal schlafen, wenn ich zwischendrin "crashe".

    Ich nehme Anti-Epileptika in Höchstdosis und leide sowieso unter einer (diagnostizierten) abnormalen Ermüdbarkeit.


    Dazu hatte ich bei krassem Schlafentzug auch schwere epileptische Anfälle - lange war das nicht einstellbar und ich bin mit diesem Damoklesschwert über dem Kopf herumgelaufen. Auch heute muss ich bei extremem Stress aufpassen, aber dank der Anti-Epileptika bin ich anfallsfrei.


    Ich bin alleinerziehend mit einem Kind, das besonders viel Aufmerksamkeit braucht (ASS und ADS)


    Ich habe schon früh gelernt, dass ich anders als andere nicht sagen konnte "Arbeit geht vor, ich muss arbeiten" - nein, wenn ich die Kraft nicht hatte, durfte ich das nicht ignorieren. Da reichte auch das einmal Ausschlafen am Wochenende nicht mehr.


    Ich war deshalb fast zehn Jahre mit Kind zuhause - Arbeit und Kind ging nicht. Jetzt arbeite ich zwischen 25 und 30 Stunden und das ist auch die absolute Höchstgrenze. 30 ist eigentlich zuviel.


    Ich habe lange mit mir gehadert, aber: mein Körper, mein Kopf reagiert sofort, ich bekomme eine Art Aura, ein Vorgefühl für einen Anfall, wenn ich ignoriere das ich nicht mehr kann (auch seelisch)Wenn ich "durchziehen" würde, wäre der nächste Schritt ein potentiell sogar tödlicher Anfall (Status Epilepticus)


    Ich gestehe mir zu, Grenzen zu setzen, Prioritäten festzulegen - zum Beispiel auf mein Kind. Arbeiten ist toll, aber wenn ich es temporär oder auch dauerhaft nicht mehr kann, dann ist das so.