Erhöhtes/hochnormales Kalzium trotz Vitamin D-Mangel

    Hallo,


    weil ich Hashimoto habe, bin ich deswegen immer einmal im Jahr im Endokrinologikum vorstellig, wo u.a. auch ein ausführliches Blutbild gemacht wird. Die SD ist etwa noch halb so groß wie normal und wird auch regelmässig geschallt. Außerdem habe ich einen gut eingestellten Diabetes Typ 2.


    Ich habe mir die letzten beiden Blutbilder (Dez 15 und jetzt) faxen lassen, dabei fiel natürlich wieder der Vitamin D-Mangel auf, der ja wohl klassisch für Hashimoto ist. Meine Hausärztin wollte mir schon hochdosiertes Vit D verschreiben, aber dann hatte ich eine telefonische Auswertung des aktuellen Blutbilds beim Endokrinologen, und der meinte, Vit D wäre nur nötig, wenn der Calciumwert zu niedrig wäre, um diesen anzuheben, der wäre aber eher hochnormal, er schien ganz zufrieden damit zu sein und meinte, dass das sehr gut wäre (für die Knochen oder so). Darauf hab ich mich dann auch verlassen, bin davon ausgegangen, der Arzt würde schon sagen, wenn er etwas komisch findet. Andererseits ist er ständig ausgebucht, hat wenig Zeit, und Werte bespricht er grundsätzlich nur am Telefon.


    Jetzt bin ich rein zufällig darüber gestolpert, dass erhöhtes Calcium ein Anzeichen für Krebs sein kann, ich leide unter Krebsängsten, aber die Blutwerte sind ja nun nicht eingebildet:


    Dezember 2015: Vit.D 32,0nmol/l (52,5 - 175) , Calcium 2,40mmol/l (2,15 - 2,58), Parathormon normal.


    September 2016: Vit.D 37,8nmol/l (gleicher Referenzbereich), Calcium 2,60 (gleicher Referenzbereich), Parathormon normal.


    Ich bin sehr verunsichert. Zwar kann natürlich sein, dass der Vit.D-Spiegel etwas angestiegen ist, wenngleich noch immer stark im Mangelbereich, und der Calciumspiegel nachgezogen ist. Aber wenn man mal davon ausginge, was wäre, wenn ich keinen Vit.D-Mangel hätte, wo wäre das Calcium dann??


    Was mache ich jetzt am besten?

  • 15 Antworten

    Hallo! Dein Vit D Spiegel ist soweit ausreichend, kritisch wirds im einstelligen Bereich. Irgendeine Krebsgefahr sehe ich nirgend. Deine Hausärztin möge bitte mal rein vorsorglich und um Dich zu beruhigen Deinen "Tumormarker" bestimmen. Der ist ziemlich genau. Auf Null wird er aber nie gehen, weil beim Gesunden sterben immer irgendwelche Zellen ab, was der dann anzeigt.

    Mit dem Vitamin D ist es halt so, liegt soweit ich weiß am Hashimoto. Ich hätte halt gerne Vitamin D Präparate genommen um ihn in den Normbereich zu bekommen, aber das soll man nicht machen, wenn das Kalzium oben ist. Deshalb hat es mich auch nicht überrascht, dass der Endokrinologe das nicht wollte.


    Das hab ich der Hausärztin vorhin am Telefon auch gesagt, sie meinte okay, das wäre nachvollziehbar, dann eben kein Vitamin D obendrauf.


    Zu meiner Sorge meinte sie, dass sie da nicht das Problem sieht, weil ich keine Begleitsymptome wie Gewichtsverlust oder Bauchschmerzen hätte. Und der Endokrinologe hätte ja auch nichts dabei gesehen. Bei mir würde wegen dem Diabetes ja ohnehin vierteljährlich Blut abgenommen, da sollte ich beim nächsten Mal sagen, dass sie Kalzium mitbestimmen sollen.


    Ich hab mir noch mal ein das BB faxen lassen, das im Rahmen des Diabetes-Checks von der HA-Praxis gemacht wurde, da war der Kalziumwert bei 2,46 bei gleicher Referenz wie beim Labor der Endokrinologie. Dazwischen liegen genau 3 Tage. Offensichtlich schwankt der Wert, was mich doch etwas beruhigt.


    Im Dezember bin ich eh noch mal dran wegen BB für den nächsten Diabetes-Check, da lass ich Kalzium gleich noch mal mitmachen.

    Wenn ein Laborwert - hier: Calcium - ein wenig außerhalb des Referenzbereichs liegt, hat das oft gar keine Bedeutung (keinen "Krankheitswert"). Die Referenzbereiche werden meist mit statistischen Methoden ermittelt, das ist z.B. hier erklärt.


    Messungen können auch mal ungenau sein, vielleicht lag der Ca-Spiegel im September nicht wirklich bei 2,60 mmol/l, sondern tatsächlich etwas darunter.


    Deine Ca-Werte bedeuten jedenfalls nicht, daß Du kein Vitamin D einnehmen darfst. Es ist auch nicht so, daß jede Vitamin-D-Einnahme (bzw. Anhebung des Vitamin-D-Spiegels) automatisch zu höheren Calciumspiegeln führt; die Regulationsmechanismen des Körpers sind oft ziemlich komplex...

    Zitat

    eine telefonische Auswertung des aktuellen Blutbilds beim Endokrinologen, und der meinte, Vit D wäre nur nötig, wenn der Calciumwert zu niedrig wäre

    Ich wundere mich über diese grob vereinfachende, um nicht zu sagen falsche Aussage. Wenn dem so wäre, könnte man sich die (relativ teure) Vitamin-D-Bestimmung im Blut ja sparen und nur nach dem "billigen" Calciumwert entscheiden. Außerdem hat Vitamin D bzw. das daraus im Körper hergestellte Calcitriol etliche Wirkungen/Funktionen, nicht nur die Regulierung des Calcium-Haushalts.


    Beim Vitamin-D-Spiegel - wie auch bei anderen Laborwerten - führen die verschiedenen Maßeinheiten manchmal zur Verwirrung. Am gebräuchlichsten ist die Angabe des Spiegels in ng/ml (oder µg/l, was aber das gleiche ist). Umrechnung: 37,8 nmol/l = 15 ng/ml. Das ist schon ein Vit.-D-Mangel, wenn auch kein ganz schwerer. Ob's an der Hashimoto liegt, scheint mir eher fraglich - man findet solche Werte häufig, auch bei Menschen ohne Schilddrüsenprobleme.


    Der gesundheitlich optimale Bereich liegt vermutlich zwischen 30 und ca. 60 ng/ml (75 - 150 nmol/l). Manche Fachleute empfehlen sogar, mindestens 40 ng/ml anzustreben - ein Wert, der auf dem "natürlichen Weg", also durch Besonnung der Haut, für viele Menschen durchaus erreichbar ist (in Deutschland und bei der üblichen Lebensweise allerdings kaum).


    Da Du Diabetes hast: Vitamin-D-Mangel begünstigt Insulinresistenz.


    Link 1 - Link 2 - Link 3


    Eine ähnliche Fragestellung wie Deine wurde hier im Forum vor wenigen Monaten behandelt. Lesen! :)*

    Gerade noch was interessantes gefunden:

    Zitat

    Summary: Patients with a gland disorder that causes excessive calcium in their blood who also have vitamin D deficiency can safely receive vitamin D treatment without it raising their calcium levels, a new study has determined.

    (Übersetzung: Patienten mit einer Drüsenstörung, welche zu hohe Calciumspiegel in ihrem Blut verursacht, und die zusätzlich einen Vitamin-D-Mangel haben, können auf sichere Weise mit Vitamin D behandelt werden, ohne daß dadurch der Calciumspiegel weiter erhöht wird. Dies ergab eine neue Studie.)


    Mit Drüsenstörung ist hier der "primäre Hyperparathyreoidismus" gemeint, bei dem zu viel Parathormon produziert wird.


    -Quelle-

    In der Packungsbeilage der Vigantoletten steht u. a., dass die Vigantoletten bei einem Zuviel an Kalzium im Blut nicht genommen werden dürfen.


    Ich würde mich deshalb an die Aussage des Endos halten.

    Zitat

    Eine ähnliche Fragestellung wie Deine wurde hier im Forum vor wenigen Monaten behandelt. Lesen!

    Das war damals mein Thread :)z


    Ich habe seitdem alle 2 Wochen Dekristol genommen. Mein Vitamin D ist auf 30 angestiegen und jetzt im unteren Normbereich. Ich habe noch alle zwei Tage Vitamin K2 dazu genommen. Beim letzten Bluttest war mein Calcium von 2,7 auf 2,62 minimal gesunken.


    Keine Ahnung, ob es am K2 liegt, aber ich denke, du kannst es mit dem Vitamin D ruhig unter regelmäßigen Bluttests probieren.

    Nala


    In der Vigantoletten-1000-PB (online) wird darauf hingewiesen, dass man die Tabletten nicht einnehmen darf, wenn man an einer Hypercalcämie leidet, wobei natürlich die Frage im Raum steht, ob bei der TE bereits eine Hypercalcämie vorliegt oder ob es ein Grenzfall ist.


    Endlich mal ein Arzt, der offenbar eine PB kennt und sie ernst nimmt. Doch das ist jetzt auch wieder nicht recht.

    Eine Hypercalzämie fängt erst bei frühstens 2,7 mmol/l an (Quelle). 2,60 wie bei der TE ist ja wohl noch nicht wirklich erhöht, wenn der Grenzbereich bis 2,58 geht... Einen offensichtlichen Vitamin D-Mangel unbehandelt zu lassen, spricht nicht gerade für den Arzt. Man kann ja Calcium und Magnesium während der Therapie kontrollieren.

    Danke für eure Antworten.


    Weil ich wirklich verunsichert bin, werde ich am kommenden Montag bei der quartalsmässigen BE für den Diabetescheck darum bitten, Kalzium gleich mitzubestimmen. Dazu habe ich noch eine Frage an euch: Ich bin momentan wieder dabei, ein paar Kilo abzuspecken, das muß ich in Abständen machen, weil das Gewicht bei mir immer wieder langsam hochkrabbelt. ??Die Diät ist ziemlich strikt, ich bekomme das nur über ein bis zwei einweißhaltige Diät-Shakes am Tag und striktes FdH hin, ich spare v.a. an KH. Darüber möchte ich hier nicht disktuieren.?? Die eigentliche Frage ist, inwiefern ich mit meiner Diät den Kalziumwert verfälschen könnte. Im September wurde 2x von mir Blut entnommen, wobei der Kalzium-Wert bestimmt wurde. Der 1. Kalzium-Wert wurde am 15.09. in der HA-Praxis im Rahmen des Diabeteschecks bestimmt und lag bei 2,46, und der Wert von 2,60 wurde am 19.09. gemessen in der Endo gemessen. Bis zum 09.09. hatte ich ebenfalls kräftig auf die Essbremse getreten, bis mir klar wurde, dass die Blutwerte dann vielleicht nicht ganz realistisch sind, was mir aber wichtig ist, vor allem, wenn es um kritische Werte geht. Ich weiß jetzt nicht, ob ich vom 09.09. bis zum 15.09. (wo ich wieder normal gegessen habe) durch die Diät diesen guten Wert hatte und weitere fünf Tage später wieder den, den ich sonst haben würde?


    Jetzt stecke ich im selben Dilemma. Seit 1 Woche Diät, knapp 2kg abgenommen damit, aber in 4 Tagen wieder Blutentnahme. Was mache ich am besten, um einen realistischen Kalziumwert zu bekommen? Ich denke, wenn ich jetzt durch normale Lebensmittel (fettarmer Joghurt, Kefir, Harzer Käse) 2.000mg Kalzium zu mir nehme, müsste ich einen etwaigen Mangel (durch die Diät der letzten Woche) doch wieder bis Montag behoben haben, oder? Ich will auf keinen Fall Kalziumtabletten nehmen, damit bringe ich dann alles durcheinander. Was man über normale Ernährung zu viel sich nimmt (Milchprodukte), müsste ja ausgeschieden werden, oder? Ich möchte nur ungern meine Diät gerade unterbrechen, aber eben auch den Kalziumwert haben, den ich normalerweise habe und nicht einen, der durch eine Diät niedriger ist als sonst. Ich will vermeiden, dass ich durch die Diät jetzt einen Normalwert habe, wo er normalerweise höher liegen und behandlungsbedürftig wäre. Was meint ihr?

    Zitat

    Die eigentliche Frage ist, inwiefern ich mit meiner Diät den Kalziumwert verfälschen könnte.

    Sehr wahrscheinlich überhaupt nicht! Du zerbrichst Dir da unnötig den Kopf. Wenn die Calciumaufnahme aus der Nahrung zu gering ist oder der Ca-Spiegel aus anderem Grund absinkt, reagiert der Körper darauf schnell (es wird vor allem mehr Parathormon ausgeschüttet) und holt Calcium aus den Knochen. Auch wird die Ausscheidung über den Urin vermindert.


    In den Knochen hat ein Erwachsener ca. 1 Kilogramm Calcium, im gesamten Blut hingegen nur ungefähr ein halbes Gramm.


    (Für das Calcium i.S. gilt: 2,4 mmol/l = 9,6 mg/dl = 96 mg/l. Das macht bei 5 Litern Blutflüssigkeit rund 480 mg.)


    Ungesund ist es, wenn über einen langen Zeitraum hinweg (mehrere Monate oder Jahre) ständig zu wenig Calcium aus der Nahrung aufgenommen wird. Die häufigste Ursache hierfür ist ausgeprägter Vitamin-D-Mangel. Wenn dann für lange Zeit mehr Ca aus den Knochen gelöst wird als wieder eingebaut werden kann, ist das logischerweise schlecht für die Knochen.


    Ausführlich etwa hier:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Calcium-_und_Phosphathaushalt


    https://de.wikipedia.org/wiki/Calcium#Funktionen_im_menschlichen_Organismus


    http://med4you.at/laborbefunde/lbef2/lbef_calcium.htm


    Ein zu langes "Stauen" des Blutes bei der Entnahme kann den gemessenen Calciumwert nach oben hin verfälschen.

    Dankeschön, das hilft mir schon mal weiter, gelassener auf die BE am Montag zuzugehen. Ich trink jetzt am Tag halt einen Becher Kefir, der allein schon gute 500mg Kalzium hat, und dann schaue ich, was am Montag beim Kalziumwert rauskommt. Ich hoffe, dass da alles im grünen Bereich ist. Meine Sorge war/ist halt, dass man überall liest, dass ein zu hohes Kalzium auf Tumore hindeuten würde. Wenn der Wert wieder okay ist, lag es vielleicht am Stauen.

    Zitat

    Einen offensichtlichen Vitamin D-Mangel unbehandelt zu lassen, spricht nicht gerade für den Arzt

    Er wird eine Risiko-Abwägung vorgenommen haben - erhöhte Kalziumwerte vs. Vitamin-D-Mangel. Was ist für den Körper gefährlicher?


    Manchmal muss man sich eben entscheiden zwischen Pest und Cholera.