Magenschmerzen, Müdigkeit, B12-/ Eisenmangel, SD-Unterfunktion

    Hallo zusammen,


    seit einiger Zeit leide ich unter diffusen Beschwerden und habe noch immer keine Lösung gefunden. Vielleicht kann mir ja jemand von euch weiterhelfen, es geht grob gesagt um:


    - Magenschmerzen nach dem Essen


    - Ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit


    - B12- und Eisenmangel


    - Schilddrüsenunterfunktion


    Jetzt wird’s ziemlich viel, aber ich weiß eben nicht, was davon alles wichtig ist. Denke aber, es lässt sich schnell lesen. Hier sind meine Symptome und die bisherigen Diagnosen:


    Symptome:


    Seit ca. 1 Jahr: starke Schmerzen im Oberbauch, strahlen von einem ganz bestimmten punkt aus, der ca. 2 fingerbreit unter der rippenkerbe sitzt. Treten nur nach den mahlzeiten auf, besonders bei süßen getränken, fettigem, rohkostsalaten, sahne (aber bei Milch keine Beschwerden). Ist dann ein starkes Drücken und Ziehen, totales Unwohlsein, Blähungen, Besserung durch aufstoßende Luft.


    Starke Verdauungsstörungen: Muss nur ca. 1 mal die Woche "richtig" auf Toilette. Manchmal sogar noch seltener.


    Seit ca. 1,5 Monaten habe ich nun immer wiederkehrende Bläschen an der Lidkante (trotz gründlicher Abschmink- und Lidrandhygiene, benutze seit ca. 2 jahren die gleichen kosmetika und hatte so etwas noch nie. Scheint eine verstopfung der talgdrüsen zu sein)


    Meine Augen und auch der Bereich um den Mund herum sind manchmal leicht gelblich verfärbt.


    Im September 2009 hatte ich eine Gürtelrose oder Herpes (konnte der Hautarzt wegen des frühen Stadiums noch nicht sagen) auf der Stirn. Habe seit diesem Winter sehr trockene Lippen und stark eingerissene und auch entzündete Mundwinkel (dachte es liegt an der trockenen Heizungsluft, aber vll ist es ja auch ein Mangel).


    Und habe ab und zu 2-3 Aphten auf der Mundschleimhaut


    Bin extrem müde trotz genügend Schlaf, total Antriebs- und Motivationslos, leide unter Depressionen. Manchmal hab ich plötzliche Schwindelattaken und hatte bisher 2 mal nachts Herzrasen, so dass ich nicht schlafen konnte.


    Milchprodukte esse ich viele, ohne besondere Auffälligkeiten.


    Habe vor 6 Monaten die Pille gewechselt (nach 6 Jahren Belara nehme ich nun Valette)


    Keine Appetitlosigkeit, eher vermehrtes Verlangen v.a. nach Süßem, oft totale Heißhungerattacken


    Habe auch immer sehr starke Augenringe


    Vor 1,5 Jahren musste ich Jodidtabletten wegen leichter Schilddrüsenunterfunktion nehmen, damit sollte ich aber vor einem Jahr aufhören, da die Werte ok wären. (ein paar Monate später traten erstmals die Magenschmerzen auf)


    Sonst hab ich nen relativ niedrigen Blutdruck (mal, 100/50, mal 120/70) und hin und wieder Kreislaufprobleme. Manchmal hab ich sowas wie eine ganz ganz kurze Atemnot, die aus der Mitte des Brustkorbes kommt. Dann stoße ich Luft aus und schon ists wieder vorbei.


    Untersuchungen:


    Bluttest im November 09: Ohne Befund


    Helicobakter-Atemtest im Januar 2010 : negativ


    Magenspiegelung Februar 2010 – > leicht gerötete Flecken, aber laut Biopsie kein Befund. Diagnose des Arztes: Reizmagen bedingt durch Stress


    Stress habe ich zwar, aber ich hatte schon weitaus mehr Stress, ohne solche Symptome


    März 2010: Feststellung eines B12-Mangels (über Serum): Wert 177, daraufhin 10 B12-Spritzen, nach erneutem Test liegt der Wert nun über 2000, psychisch geht’s mir viel besser, aber die Müdigkeit ist geblieben und seit der letzten Spritze wieder auffallend stärker.


    April 2010: Ferritin-Wert nur 25, keine anämie. Seitdem eine Eisentablette täglich (Ferro sanol duodenal)


    Leber/Niere/Rheumafaktoren/entzündungswerte, zucker usw. alles ok


    Schilddrüsenwerte:


    TSHn: 4,36 (März 2010), 3,27 (April 2010, nach 10 B12-Spritzen – keine ahnung, ob das ansenken des tsh mit b12 zu tun haben kann..)


    FT4: 13 ng/l


    FT3: 3,1 pg/ml


    Zu mir:


    Weiblich, 24 Jahre, Nichtraucherin, nur sehr selten und kontrolliert Alkohol, 1,69m groß, ca. 57 kg schwer, zurzeit kein Sport.


    Hier gibt’s noch weitere Werte meines Bluttests vom März (vor den B12-Spritzen).


    img383.imageshack.us/img383/8882/blutwerte.jpg


    Den Test nach den B12 Spritzen kann ich auch hochladen, allerdings ist der total unübersichtlich..


    Ich erhoffe mir von euch "einfach" eine Ansatz wie ich weiter vorgehen sollte, worauf ich achten soll und ob ihr aus meinen symptomen einen zusammenhang erschließen könnt. bei allen bisherigen ärzten werden meine beschwerden als psychosomatisch abgestempelt, den b12-mangel wollte man mir ausreden, keiner hält weitere untersuchungen für notwendig und ich weiß nicht mehr weiter ":/


    Vielen Dank erstmal fürs Durchlesen, hoffe mir kann jemand weiterhelfen…

  • 86 Antworten

    bei dem test von april stehen keine referenzbereiche dabei, aber bei dem vom märz (siehe link mit meinem blutbild, aber ich poste es nochmal):


    tsh basal: 4,36 (ref. 0,3-4,5), im april wie gesagt nur 3,27


    ft4: 1,3ng/dl (ref. 0,9-1,8), gleicher wert im april


    ft3: 3,1 pg/ml wurde nur im april getestet, dazu hab ich keine referenzwerte.


    wieso ist das denn laborabhängig? meine werte sind doch auch nicht laborabhängig oder versteh ich da was falsch?


    hier einfach mal noch die werte von april, wie gesagt aber total unübersichtlich, aber vll erkennt der ein oder andere ja doch was interessantes ;-)


    http://img195.imageshack.us/img195/887/blutwerteapril.jpg


    eine sonografie wurde nicht gemacht. war bisher nur bei zwei internisten und einem nephrologen (wollte bei der terminabsprache eigentlich zu einem hämatologen, habe aber erst nach der untersuchung festgestellt, dass das der falsche arzt war (gemeinschaftpraxis)).


    denke, ich werde dann wohl mal zu einem endokrinologen gehen, aber ich weiß halt noch gar nicht so genau wonach ich fragen soll und was ich beachten muss. habe leider bei einigen ärzten feststellen müssen, dass man selbst sehr genau wissen muss, was man untersuchen lassen will....


    sarah, was für sd-probleme hast du denn genau und welche symptome hast du auch? meine hauptprobleme sind die magenschmerzen und die extreme müdigkeit..

    Hallo Mök,


    hast du mal deine Nebenniere untersuchen lassen? Oder mal auf Borreliose testen lassen? Beides wären auch Erklärungen für die Symptome.


    Ich würde dir auch raten wirklich alle deine Symptome aufzuschreiben, seit wann du sie hast, wie oft sie kommen, in welchen Situationen etc. Einfach alles was dir dazu einfällt. Eventuell auch Dinge die dir an dir aufgefallen sind, wo du eventuell meinst, dass das normal sein könnte. Dann legst du dem entsprechenden Arzt einfach diese Liste vor. Dadurch läufst du nicht Gefahr, dass du ein paar Symptome vergisst, oder eben, dass dir der Arzt nicht vollständig zuhört.


    Es wäre echt sehr ratsam, wenn du mal zu einem guten Endokrinologen gehen würdest. Hier findest du gute Ärzte:


    http://www.top-docs.de/include.php?path=login/arzts.php


    Viel Erfolg bei deinem weiteren Vorgehen. Ich jage auch noch der Ursache meiner Symptome hinterher. Viele sind ähnlich...


    Liebe Grüße

    danke für deine antwort.


    der nephrologe hat in seinem befund geschrieben: "sehr gute sicht, unauffälliger befund im bereich sämtlicher oberbauchorgane". mit nierenwerten im blut kenn ich mich gar nicht aus, dachte da hätte er alles wichtige im blutbild gemacht oder (s.link)? oder ist die nebenniere da speziell? das hat dann ja was mit cortisol zu tun oder? war ich auch schonmal draufgestoßen, aber hatte mich nicht mehr getraut das zu sagen, weil der arzt mir ständig reingequasselt hat und ich froh war, ihn überhaupt zum b12-test überreden zu können :|N


    die ärzteliste bin ich schon durchgegangen, leider steht da keiner in meiner stadt drin (hab leider zurzeit kein auto), nur ein scheinbar guter internist, der aber wohl auch mit neusten sd-erkrankungen u. hashi auskennt – wäre das eine alternative oder sollte ich wirklich zu einem enokrinologen gehen? hab ich per google zwar auch zwei gefunden, aber der eine davon wurde schonmal woanders schlecht bewertet..


    borreliose-test wurde nicht gemacht, daran hab ich noch gar nicht gedacht. kann man das übers blut festellen?


    und was mir noch an mir aufgefallen ist: im letzten jahr hat meine sehleistung ziemlich rasant nachgelassen. laut fielmann-test hab ich zwar nur ne sehr leichte weitsichtigkeit (0,5) und leichte hornhautverkrümmung, aber ich sehe auffallend schlechter als früher, da war meine sehleistung immer besonders gut...

    hey,


    also ich würde erst einmal zu dem Internisten gehen. Der kann dann eventuell auch andere Dinge behandeln, wenn es nicht von der Schilddrüse oder der Nebenniere kommen sollte. Die Nebenniere produziert Cortisol und noch andere Hormone. Aber das Cortisol ist das Wichtigste. Am aussagekräftigsten ist ein Speichel-Test mit 2 Proben Morgens und 3 Proben Abends. Das zahlt nur leider die Kasse nicht. Kann man aber ganz einfach privat zu Hause machen. Einfach ein Labor aussuchen, die das bestimmen, Materialien einfordern und zurückschicken. 7 Tage später ist dann das Ergebnis da. Ein Bluttest sagt da relativ wenig aus, da der Cortisolspiegel sich über den Tag verändert. Beim Blut misst man ja nur zu einem Zeitpunkt.


    Die verringerte Sehleistung lässt sehr gut auf die Schilddrüse schließen. Kann aber auch von etwas anderem kommen.


    Borreliose kann man einfach übers Blut testen. Bestehe aber darauf den Elisa (Antikörpertest der immer gemacht wird) UND einem Westernblot-Test, welcher sensibler ist und auch positiv ausfallen kann,trotz negativem Elisa, machen zu lassen.


    Liebe Grüße

    ok, vielen dank, werd mir deine tipps auf jeden fall auf meine liste schreiben :)


    hat noch jemand weitere hinweise? kann man allein an meinen sd-werten schon auf eine unterfunktion schließen oder kann der tsh von anderen dingen beeinflusst sein?

    Hallo Mök, Ja, Deine freien SD-Hormonwerte (und die aller anderer Menschen) sind Labor-abhängig; deswegen ist es sinnvoll, sie in Prozente, bezogen auf ihre Normalbereiche, umzurechnen, weil diese dann auch mit Werten anderer Labors und anderer Menschen vergleichbar sind.


    Die Obergrenze des TSH-Normalbereichs ist selbst unter Medizinern umstritten, aber sehr viele Ärzte setzen ihn mit 2.5 an (mein SD-Prof behandelt bei Beschwerden ab 2.0); insofern läge Dein TSH oberhalb der Norm (Verdacht auf UF). Dein fT4 = 44%, bezogen auf den Normalbereich. Jetzt wäre natürlich der fT3-Normalbereich wichtig; vielleicht könntest Du ihn noch bei Deinem Arzt telephonisch abfragen. Am wahrscheinlichsten liegt bei Dir eine latente UF vor, bei der also beide freien Hormonwerte noch in der Norm liegen, wobei allerdings auch schon UF-Symptome auftreten können (die allerdings ja oft nicht sehr spezifisch sind). Da Deine Depressionen aber ja nahelegen, die Ursache in der Psyche zu suchen, sofern eine körperliche Ursache nicht zu finden ist, würde ich an Deiner Stelle eine komplette SD-Diagnostik auf mich loslassen, also einschließlich der Bestimmung der SD-Antikörper, Sonographie und, falls Knoten vorhanden, Szintigraphie.

    und kann ein internist auch all diese sd-spezifischen untersuchungen durchführen? und noch was: nach den b12-spritzen ist mein tsh ja von 4,36 auf 3,27 gesunken. kann das mit den spritzen zusammenhängen oder ist das auch abhängig vom arzt? waren nämlich 2 verschiedene ärzte..

    Für die Untersuchungen braucht der Internist die Geräte zur Durchführung von sono- und Szintigraphie. Abhängigkeit vom Arzt ist auszuschließen (der schickt das Blut ja an ein Labor zur Bestimmung der Werte). Aber Einfluß Vitamin B12 auf die SD? Keine Ahnung.

    ok dann erkundige ich mich, ob der internist diese möglichkeiten hat. noch was anderes:


    es ist ja so, dass die ursache für einen b12-mangel oft auf eine magenschleimhautentzündung (typ a) zurückzuführen ist, da bei dieser der intrinsic-faktor zerstört wird und dieser faktor benötigt wird, um b12 aufzunehmen. ausserdem hängt die magenschleimhautentzündung oft mit sd-unterfunktion, bzw. hashimoto zusammen, und das wiederum mit eisenmangel.


    diagnostiziert wurde bei mir ja ein b12-mangel (177), ein eisenmangel (ferritin 25) und eine magenschleimhautREIZUNG (rötliche flecken, aber laut biopsie keine entzündung, was ich aber aufgrund meiner syptome nicht so recht glauben mag).


    Es würde sich also der kreis schließen – unter einer bedinung: wenn ich die magenschleimhautentzüundung doch habe, müssten dann nicht auch entzündungswerte im blut darauf hinweisen? welche werte wären das?


    vielleicht hat der arzt die gewebeprobe einfach von einer ungünstigen stelle entnommen oder die entzündung war noch nicht bis in die oberen gewebeschichten vorgedrungen (keine ahnung, ob das möglich ist, aber die symptome und die folgeerscheinungen passen einfach zu gut ":/ )

    Zitat

    Seitdem eine Eisentablette täglich (Ferro sanol duodenal)

    mit der Dosis wird es ewig dauern, bis sich was tut


    Zöliakie ausgeschlossen (Biopsie bei MAgenspiegelung)?


    Ißt Du Fleisch?

    mein arzt meinte auf mein nachfragen, dass er keine hinweise auf eine glutenunverträglichkeit gefunden hat. das wäre dann ja zöliakie oder muss man da spezielle dinge prüfen? geht das auch übers blut?


    ja, ich esse fleisch, seit ich aber für mich selbst koche (und nicht mehr mama :) , sind jetzt ca 4 jahre) esse ich es nur noch ziemlich selten fleischgerichte, vll. so einmal pro woche. dann ess ich puten- oder schweinefleisch. aber ich esse ziemlich oft wurst, halt einfach auf brot. aber es heißt doch, dass man so geringe mengen an b12 braucht, dass es unter "gesunden, normalen" umständen nicht zu einem mangel kommt, es sei denn bei vegetariern..das bin ich jedenfalls nicht :-q

    Es geht um den Esenmangel, eine Frau im fruchtbaren Alter braucht einiges, rotes Fleisch bringt´s, Leber ist noch besser.