Sommerdepression? Sommermanie!

    Hallo allerseits,


    ich hatte in dem Faden von Sommerallergiker geantwortet, aber dieser ist ja dann geschlossen worden. Nachdem ich allerdings nicht weiter gekommen bin, eröffne ich hiermit nun einen eigenen Faden, obwohl ich nicht weiß, ob dieser nicht besser unter "Hormone" bzw. was auch immer zu führen wäre.


    Meine Symptome, nur im Sommer, sind:


    *Totale Unruhe einerseits,


    *andererseits am Tag starke Müdigkeit, Schlappheit (trinke ich dagegen einen Kaffee, werde ich noch unruhiger, wie wenn ich 2 Kannen Kaffee getrunken hätte), könnte nur noch schlafen. Ich kann mich dann hinlegen und sofort(!) einschlafen, so fertig bin ich. Es ist ja im Grunde 24 Stunden so wie Gas geben und bremsen gleichzeitig, was man auch immer macht, ist falsch;


    *extreme Schlafstörungen, z.T. weil der Kopf noch so wach ist, und dann körperlich keine Müdigkeit;


    *fast kein Hunger, dafür Durst ohne Ende, vielleicht auch bedingt durch das


    *heftige Schwitzen? Ich sag immer, das sind die Wechseljahre; nur hören die jeden Herbst auf ...


    *frühmorgens sofort hellwach und auch sofort auf die Toilette müssen; also der Stoffwechsel(?) schon wieder (oder immer noch) auf Touren ist


    *übertriebene Reaktion auf Nichtigkeiten (fällt z.B. ein Plastikdeckel runter, erschrecke(!) ich), daraus resultieren dann für mich


    *Angstzustände.


    Es fängt im Frühjahr an und endet dann, je nach Wetterlage, im Herbst. D.h., wenn es kühler bzw. dunkler wird.


    Bei zufälligen Blutuntersuchungen im Sommer war immer der TSH-Wert unter 1; im Winter über 1, bei gleicher Dosis. Deshalb dachte ich immer, es sind Anpassungsstörungen der Schilddrüse.


    Nur: Wenn ich dann in den letzten Jahren die L-Thyroxindosis bei diesen Zuständen reduziert habe, dauerte es immer eine Weile, bis der Spiegel unten war.


    Ändert sich aber das Wetter gen dunkel/kühl war ich am 2. Tag fast immer die Alte.


    Daraus folgere ich, es ist doch nicht die Schilddrüse (alleine), - aber was dann???


    Letztes Jahr habe ich dann wochenlang probiert, durch extrem frühes Aufstehen und erledigen des Alltags (bin freiberuflich), der Wärme/Hitze zu entgehen, aber es hat gar nichts gebracht.


    Wahrscheinlich hat dies auch noch meinen Schlaf-Wach-Rhythmus zusätzlich zerschossen und damit alles nur noch schlimmer gemacht.


    Der ganze Zauber geht so, mal stärker, mal schwächer, seit 2002, wenn nicht schon länger.


    Medikamente nehme ich keine außer dem L-Thyroxin, esse und trinke nichts anderes im Sommer als im Winter.


    UV-Strahlung: Dazu kann ich nichts sagen, denn ich habe mein Leben lang Sonne nie gut vertragen, direkte Strahlung vermieden, vielleicht instinktiv? Ich weiß es nicht.


    Daß es eine Sommerdepression gibt, ist bekannt.


    Man sagt, sie tritt auf durch zu viel Licht, zu viel Wärme bzw. eine Adaptionsstörung des Körpers bei diesen 2 Faktoren.


    Auch weiß man, daß Serotonin, Melatonin oder 3(?) Neurotransmitter daran beteiligt sind.


    Gut und schön, aber was kann ich dagegen machen?


    Es ist ja nicht so, daß ich gerne friere oder im Dunkeln sitze. Ich freue mich auch über Wärme und Sonne, aber vertrage sie eben nicht.


    Hat hier irgendjemand irgendwelche praktischen Ratschläge bzw. Erfahrungen? Danke!


    Mir graust es vor dem nächsten Sommer!

  • 9 Antworten
    Zitat

    Wahrscheinlich hat dies auch noch meinen Schlaf-Wach-Rhythmus zusätzlich zerschossen und damit alles nur noch schlimmer gemacht.

    Ist der immer noch gestört?


    Wie war es jetzt im Winter?

    Eine praktisch veranlagte Freundin von mir hat mir empfohlen, daß ich ausprobieren soll, entweder getrennt die Wärme oder dann das Licht "in den Griff" zu bekommen.


    Also habe ich mit dem Licht angefangen, und schlafe jetzt das 1. Mal in meinem Leben mit heruntergelassenen Jalousien. Das Schlafen jetzt ist besser als zuvor.


    Die nächste Überlegung in dieser Richtung wäre wohl eine Sonnenbrille oder Schlafbrille.


    Das hellere Licht merke ich jetzt schon. Wahrscheinlich wird dies allgemein als Frühlingsgefühle beschrieben?

    Zitat

    Also habe ich mit dem Licht angefangen, und schlafe jetzt das 1. Mal in meinem Leben mit heruntergelassenen Jalousien. Das Schlafen jetzt ist besser als zuvor.

    Das ist ganz wichtig. Um gut schlafen zu können muss es auch ausreichend dunkel sein. Viele dunkel ihr Schlafzimmer nicht richtig ab und kommen nicht in den Schlaf weil es zu hell ist.


    So beginnt dann auch der Kreislauf mit den Schlafstörungen.


    Wichtig ist, dass du dein Zimmer ausreichend gut verdunkelst. Eine Schlafmaske kann zusätzlich helfen.


    Auch Geräuschquellen solltest du beseitigen z.B. tickende Uhren ect wenn möglich.


    Handy und Tablets/E-Books gehören auch nicht ins Bett. das blaue Licht hält wach.


    Nur wenn es gut dunkel ist, kann das "Dracula"-Hormon auch seine Wirkung tun.


    Hast du denn einen Sonnenallergie?


    https://www.apotheken-umschau.de/sonnenallergie

    All' die angeführten Dinge beachte ich jetzt schon wegen der Schlafhygiene.


    Eine Sommerallergie hatte ich wohl als Kind; aber mir sind da keine Symptome in Erinnerung.


    Ich habe mich zuerst halt mit dem Licht auseinandergesetzt, da es ja (im Winter) wegen Lichtmangels Lampen für eine Lichttherapie gibt.


    Ich dachte, wenn man im Winter wegen Lichtmangels depressiv wird, müßte man im Sommer im Umkehrschluß wegen Lichtfülle all diese/meine Symptome bekommen.


    Ist aber ja nur eine Idee, die nicht stimmen muß.


    Aber mit irgendetwas wollte ich anfangen.


    Eine weitere Überlegung ist das Zusammenspiel zwischen Serotonin und Melatonin bei beiden Formen der SAD.


    Nur verstehe ich da zu wenig davon, um wirklich verbessernd eingreifen zu können.


    Kennt sich da jemand zufällig damit aus?

    Hallo,


    für mich klingt das alles nach einer Schilddrüsenüberfunktion. Ich würde da evtl nochmal zu einem (anderen) Facharzt (Endokrinologen) gehen und die Symptome nochmals vorlegen. 🤔


    Alles Gute

    Danke.


    Ich weiß schon, daß es wie eine Schilddrüsenüberfunktion aussieht. Das dachte ich ja selber jahrelang. Und habe deshalb seit letztem Herbst nichts mehr an der Dosis geändert, diese damals sogar etwas heruntergesetzt.


    Nur denke ich eben jetzt, daß diese Art von Manie eventuell die Schilddrüse anheizt, aber es nicht die Schilddrüse ist.


    (Bei einem speziellen Schilddrüsenforum wollte ich dann auch, wenn ich gar nicht weiterkomme, mal nachfragen, ob es dort Personen mit den gleichen Symptomen gibt.)


    Denn ich habe immer die Hormone sofort abgesetzt, wenn ich mal wieder (zu spät) gemerkt habe, daß ich schon wieder zu hochtourig bin. Und es hat immer eine Weile gedauert, bis der Pegel so weit gesenkt war, daß ich mich wieder normal gefühlt habe.


    Während wenn das Wetter schlecht war, also dunkel und kühl, ich innerhalb von ca. 2 Tagen wieder normal war.


    Und deshalb ist mir erst richtig letztes Jahr bewußt geworden, daß es eben nicht die Schilddrüse sein kann.

    Ich dene das du da mit einem Facharzt sprechen solltest und ggf muss evtl dein Serotin-Melatoninspiegel eingestellt werden, weil er durch den Wechsel von Winter zu Sommer durcheinander kommt. Das führt dann zur Sommerdepression.


    Der richtige Ansprechpartner wäre ein Psychotherapeut, der dir wenn erforderlich auch ein Antidepressivum verschreibt das du dann im Sommer einnehmen kannst.

    Die Fachärzte kennen sich da nicht immer sooo aus. Bisher befragte Ärzte kannten grade mal die Winterdepression ...


    Ich denke, daß es nicht der Wechsel ist, sondern ein Überangebot an Serotonin.


    Und ein Antidepressivum würde ja das Serotonin noch steigern, weil die Wirkung der meisten Antidepressiva ja darauf beruht.


    Außerdem bin ich nicht depressiv.


    Deshalb habe ich jetzt mal Serotonin gegoogelt habe: Es gibt ja sogar ein Serotoninsyndrom, was ich bisher gar nicht wußte. Und die Symptome würden ja sogar teilweise übereinstimmen. Nur müßte ich dann wissen, wie man Serotonin drosselt (im Sommer).