• Alkohol – willenlos verloren?

    Ich fragte mich in letzter Zeit mehrfach, anhand von Beiträgen hier im Forum, eigenen Erfahrungen und auch Leuten aus dem Bekanntenkreis, ob es sein kann, dass jemand, der Alkoholiker ist, gar keine Chance hat, irgendwas gegen die Sucht zu tun.. ob es das vorbestimmte Schicksal ist, bis zum bitteren Ende weiterzutrinken (und eventuell auf dem absoluten…
  • 174 Antworten

    Das kommt dann wohl auf den Blickwinkel an. Je nachdem was derjenige zu kompensieren versucht, was ihm zugestoßen ist, ob er sein reales Leben überhaupt ertragen kann ... das könnte dann natürlich Glückseligkeit bedeuten. Sowas wie Psychen-Suizid.


    Da ist Alkohol leider allzu oft eher persönliche Auswirkung als Problem. Plus der bekannten Teufelsspirale. Aber wie gesagt: Das ist ein ganz anderes Kaliber.


    Kein Gold, kein plüschiges Gefühl, sondern wegballern. Zum Glück kenn ich das nicht. Will nicht wissen was das für ein Leben wäre.

    Ja, stell ich mir auch absolut gruselig vor, das Dasein als Pegeltrinker.. hab auch schon einige Erfahrungsberichte gelesen, es ist wirklich kein Leben mehr. Komatös schlafen – aufwachen – zittern und entzügig werden – Nachschub organisieren – dichtschütten – zurück zum Anfang. Teilweise über Jahre, bis dann endlich irgendwas in die Therapie führt.

    Das mit der Therapie ist optimistisch. Die meisten finden den Weg dorthin nicht.


    Die die ich meine sind auch keine Pegeltrinker. Mehr oder weniger eigentlich gar keine 'klassischen' oder 'klassifizierbaren' Trinker. Tottrinker.

    Stimmt. Hat nur einen andere Qualität. ;-)


    Aber hey, ich wollt den Beitrag damit auch nicht unnötig aufladen. ;-D


    Es klang hier nur zwischenzeitlich ... hm ... so romantisch. :=o ;-D

    Ich frag mich allerdings wirklich, wenn man ein derartiges Pegeltrinker-Schicksal hat, und jeden Tag spürt dass das Leben so die Hölle ist, man nie fit ist und jede Lebensfreude im Keim erstickt wird, und man weiss, es gibt die Möglichkeit von Entzug und Therapie, warum man sich nicht für diese entscheidet.. aber menschliche Entscheidungen sind oft irrational und wer weiss was da alles an Scham, Ängsten etc. mit rein spielt. Trotzdem für mich unvorstellbar.

    Weil es einfacher ist, mit der Schulter zu zucken und zu sagen: "Ist eh nicht zu ändern!". Und gerade bei Männern ist die Hemmschwelle zum Psychologen zu gehen nochmal höher. Sucht heißt ja auch "Du willst mir wegnehmen, was mir hilft, mich gut zu fühlen". Nur, dass sich die Proportionen von gut fühlen halt auch mit der Zeit verschieben. Endstation von gut fühlen ist dann wohl, wenn man morgens mit einem Tremens aufwacht und erstmal nachladen muss, damit man aus dem Bett kommt.


    Und: ganz oft ist das normale Leben und ein wirkliches körperliches Wohlgefühl schon seit Jahren weg oder war nie wirklich da, weil so früh mit dem Stoffen begonnen wurde. Da scheint es dann umso riskanter, das Bekannte zu verlassen und sich auf eine konstruierte Realität zu vertrauen, die man lange nicht oder nie kannte.

    Mag sein, ja. Trotzdem enorm schwer nachvollziehbar, finde ich. Bzw es weckt eher den Gedanken "wie schlecht muss es einem eigentlich gehen, damit man sich freiwillig so verhält?".

    Der springende Punkt ist ja, dass diese Leute meist über lange Zeit überhaupt keinen Einblick haben, dass das, was mit ihnen passiert, eben auf freiwilliger Basis abläuft. Es heißt ja nicht umsonst Suchtdruck, die Sucht verlangt nach ihrem Stoff. Und das kann ganz grausliche Konsequenzen haben, zum Beispiel in Form von Entzugssymtomen, Krampfanfällen... aber da muss ich dir ja nichts erzählen...


    Die festgefahrene Realität im Kopf ist ja, dass man nichts ändern kann. Sich dann auch noch davon zu überzeugen, DASS man was ändern kann, das ist halt oft ein langer schmerzhafter Prozess.

    Also bei uns im Dorf gab es einen bekannten Obdachlosen ...


    Der war wohl vorher Dr. bei der Hoechst AG. Dann hat ihn seine Frau verlassen, da fing er vor Kummer an zu saufen, dann wurde er irgendwann entlassen, dann konnte er das Haus nicht mehr bezahlen ...

    Mir ging es ebenso wie Jan. Ich konnte über Monate trocken bleiben und dann auf einmal war da dieser Zwang, heute Abend wieder etwas zu trinken. Dann trank ich wieder wochenlang täglich ser viel Alokohol. Ich konnte dem einfach nicht widerstehen.


    Ich habe mich entschlossen eine Selbsthilfegruppe bei den AA aufzusuchen – schweren Herzens – und mit sehr gemischten Gefühlen.


    Ich kann es auch nicht näher erklären. Bei mir hat es bis heute funktioniert. Seit diesem Tag habe ich keinen einzigen Tropfen Alkohol mehr angerüht. Inzwischen sind über 8 Jahre vergangen. Für mich ist irgendwie das Wichtigste, zu erkennen, gegen den Alkohol keine Chance zu haben. Ich habe aufgehört zu kämpfen und mich als Alkoholiker angenommen. Hat was mit loslassen zu tun. Es hat irgendwann klick gemacht – seit dem ist der Druck, das Verlangen oder was auch immer weg.

    Zitat

    Für mich ist irgendwie das Wichtigste, zu erkennen, gegen den Alkohol keine Chance zu haben. Ich habe aufgehört zu kämpfen und mich als Alkoholiker angenommen. Hat was mit loslassen zu tun. Es hat irgendwann klick gemacht – seit dem ist der Druck, das Verlangen oder was auch immer weg.

    Genau das ist der Punkt!!!!

    Zitat

    Vllt. sollte man Alkoholische Getränke, in nur gesonderten Läden verkaufen. Das wäre war umständlich, aber dann würde man zweimal überlegen und das ist ja nicht schlecht.


    irgendwie ist es doch merkwürdig, das Alk. in unserer Gesellschaft so normal ist, das man ihn im jeden Supermarkt, Tanke, Kiosk bekommt.

    Hohe Preise gegen Alkoholsucht


    Tztztz, hätte nicht gedacht, das die meine Beiträge lesen und die dann auch gleich in die Tat umsetzen ]:D

    Zitat

    Vllt. sollte man Alkoholische Getränke, in nur gesonderten Läden verkaufen. Das wäre war umständlich, aber dann würde man zweimal überlegen und das ist ja nicht schlecht.


    irgendwie ist es doch merkwürdig, das Alk. in unserer Gesellschaft so normal ist, das man ihn im jeden Supermarkt, Tanke, Kiosk bekommt.

    Hohe Preise gegen Alkoholsucht


    Tztztz, hätte nicht gedacht, das die meine Beiträge lesen und die dann auch gleich in die Tat umsetzen ]:D