• Alkohol – willenlos verloren?

    Ich fragte mich in letzter Zeit mehrfach, anhand von Beiträgen hier im Forum, eigenen Erfahrungen und auch Leuten aus dem Bekanntenkreis, ob es sein kann, dass jemand, der Alkoholiker ist, gar keine Chance hat, irgendwas gegen die Sucht zu tun.. ob es das vorbestimmte Schicksal ist, bis zum bitteren Ende weiterzutrinken (und eventuell auf dem absoluten…
  • 174 Antworten

    Hallo miteinander.


    Dieser Thread ist für mich besonders interessant, da ich wie der Jan eben genau diesen anfangs beschriebenen Zwiespalt habe. Trinkt man einige Wochen nichts, sind schon bei den ersten Schlücken Gedanken da wie, "Kann ich noch aufhören", "will ich das?" Usw.


    Ich weiß nicht inwieweit wir uns da ähnlich sind (den Drang zum Beispiel immer weiterzutrinken habe ich nicht), aber ich stelle mir genau die selben Fragen.


    Zu meinem Konsum. Ich würde ihn als Moderat bezeichnen, zwei bis dreimal die Woche ein bis maximal drei Bier (eher selten)


    Bloß wenn ich nur zwei Tage hinternander zwei bier am Abend getrunken habe stelle ich mir den ganzen folgendem Tage die Fragen... Bin ich Alkoholiker? Brauch ich das jetzt? Wie wäre es jetzt ein Bier zu trinken? Diese Gedanken entwickeln sich regelrecht zu Zwangsgedanken. Wenn ich dann am Abend ein Bier trinke schütte ich es oft sofort weg.


    Ich glaube aber, dass es bei mir aus der hypochondrischen Richtung kommt. Die Angst von irg3ndwas abhängig zu sein beschäftigt mich schon seit 7 Jahren. Es war schon vor längerem so, auch als andere Drogen noch imSpiel waren, und ich glaube, dass mich meine Hypochondrie auch vor einigem geschützt hat (vor allem wenn ich mir meinen damaligen Freundeskreis jetzt betrachte)


    Selbat letzte Woche am Dienstag als ich meine Kochprüfung bestanden hatte ( :)= juhuuu) und die anderen sich gnadenlos abgeschossen haben habe ich aus Angst vermeintlichem Suchtdrucks meinen Alkoholkonsum trotz durchfeierns auf 4 Bier beschränkt.


    Hmm Jan kann es sein (wir hatten es in einem älterem Thread ja von Phobien, ich glaube Sozialphobie) das bei dir auch bestimmte hypochondrische Mechanismen immer wieder vorgaukeln du bräuchtest jetzt was? Ist bloß ne Idee mich würden auchmal andere Meinungwn interessieren

    Achso ich war sogar schon bei einer Suchtberatung genau wegen diesen merkwürdigen Gefühlen. Die meinten zu mir so lange ich mich an mein Credo halte (nie bei schlechter Stimmung Alkohol, nie mehr Tage am Stück als zwei, mindestens zwei Tage nichts die Woche), dass sich da gar keine physische Sucht bilden könnte.


    Psychische Abhängigkeit sei schwer zu sagen, aber eher unwahrscheinlich. Ich hätte "nur" eine Angststörung und solle mich beruhign. Naja große Hilfe...

    Meiner Meinung nach, ist dein Konsum vollkommen unbedenklich, sowohl was psychische Abhänigkeit angeht und erst recht Physische.


    Das Problem ist dann tatsächlich eher, die Grübelei, die mit der Hypochondri zusammenhängt. Wie du damit umgehst, ist natürlich deine Entscheidung. Begrenze es doch z.B. auf 5-7 Bier die Woche, wenn du die nach 3 Tagen weg hast, trinkst du halt die anderen nix ..


    Was natürlich das Wegballern angeht, kann man mal machen, besser ist aber man läßt es.

    J.a das wurde mir schon öfter nahegelegt, dass ich mich außerhalb des riskanten Konsums befinde.


    Dass ich Zwangsgedanken, Angst und Panikstörungen, zudem chronische Kopfschmerzen habe kommt alles irgendwie zusammen.


    Meine Misere ist, dass ich ja auch eine Zeit hatte in der ich mehr getrunken hatte, einfach weil ich mich im Nachtleben wohlgefühlt habe. Das war 2009/10 zur Zeit meines Abis.. ungefähr zu der Zeit manifestierte sich der ganze Kram.


    Ein Hypochonder denkt sich ja nichts aus, er steht nur unter ständiger Selbstbeobachtung und selbstkontrolle und deutet bestimmte Körpersignale falsch.


    Habe ich zum Beispiel abends mal Lust auf ein Bier kommen sofort Gedanken zu meinen ganzen psychischen Baustellen und die Frage"Therapiere ich mich gerade selbst?"


    Was ebenfalls meine Zwangsgedanken nährt ist die Sache, dass ich eben Koch bin. Als trockener Alkoholiker könnte ich diesen Beruf nicht mehr so machen wie gewohnt.


    Da Soßenansätze mit Rotwein gemacht werden usw...


    Derartige Gedanke habe ich aber wie gesagt schon seit 7 Jahren und ich denke, dass es mich ja eben auch schützt. Viele Freunde von mir sind Drogenabhängig oder und selbstmordgefährdet.


    Eine Einschränkung der Lebensqualität ist es aber trotzdem.


    Naja ich schweife aus. Passt auch nicht wirklich zum Faden. Wobei. Obwohl. Irgendwie ja doch. Naja


    Danke für eventuelle konstruktive Vorschläge. Ne angenehme Nacht noch *:)

    Naja, dass sowas die Lebensqualität beeinträchtigt, ist ja klar. Ich glaub, für Dich wärs am einfachsten, wenn Du einfach konsequent gar nicht trinkst. Dann entfallen diese Gedanken und gesünder ist es auch.

    Ja, ich glaubs auch. Zumindest bis ich meine Kopfschmerzen und Panikattacken auf die Reihe bekommen habe. Ich glaube gar nichts trinke fällt mir auch einfacher. So komisch wies klingt

    Find ich gar nicht komisch, geht mir genauso. Wenn Alkohol generell den Status "in meinem Leben kein Thema mehr" erreicht hat, und man NICHT mit ihm verhandelt (und die Option "trinke ich heute?" nicht zur Verfügung steht), fällt mir Abstinenz ziemlich leicht. Sowie ich Trinken generell als "zur Verfügung stehende Option" ansehe, wird es immer mal wieder ein Kampf, und alles in allem trinke ich mehr als ich will und gesund ist.

    Zitat

    Psychische Abhängigkeit sei schwer zu sagen, aber eher unwahrscheinlich. Ich hätte "nur" eine Angststörung und solle mich beruhign. Naja große Hilfe...

    man kann auch aus Panik eine Scheinsucht entwickeln. Eben aus Angst oder Einbildung man sei süchtig. Da leider der krankhafte Glaube zur Zeit in Dtl grassiert, dass jeder der Alkohol trinkt potentieller Alki ist, bzw. dass der blosse Konsum von Alkohol automatisch bei jedem zu Sucht führt...


    Sucht ist höchst wahrschenlich genetisch bedingt. Einige Menschen haben das Talent Sucht zu Entwickeln, andere sind da weniger talentiert und Entwickeln eine gute Distanz zum Alkohol...


    Weiß man nie im Vorfeld, deshalb ist Vorsicht immer gut. aber ganz ehrlich, man muss nur mal in die Familie gucken, dann kennt man sein Risiko.


    Es ist manchmal vielleicht etwas anderes, was Menschen aus bestimmten alkoholischen Geränken ziehen und nicht direkt der Alkohol. Daran denkt niemand. :|N


    Als Beispiel Bier:


    Dass du Bier trinkst kann auch mit Hopfen zusammen hängen, wenn du ein ängstlicher Mensch bist. Hopfen wirkt nämlich sedativ, angstlösend und fördert den Schlaf. Es ist übrigens ein Cannabis gewächs. ;-)


    Nein, du wirst nicht zum kiffer dadurch. Es enthält kein THC und Hopfen ist glaub ich ziemlich gesund.


    Sprich es ist vielleicht einfach der Hopfen, der dich ab und zu dein Bier trinken lässt, weil es dich sediert.


    Und guck mal, mit dem Wissen, dass Hopfen angstlindernd wirkt, kannst du in die Apotheke gehen und dir Hopfentabletten besorgen. Dann kannst du mal gucken, ob du so besser auf dein Bier verzichten kannst. Oder trinkst Malztrunk, dass schmeckt wenigstens im Gegensatz zu richtigem Bier. :-q


    Schlägst dann zwei Fliegen mit einer Klappe. Du beruhigst dich erstens durch den Hopfen generell und zweitens damit, dass du nicht mehr immer das Bier willst und dir nicht mehr um irgendeine Sucht sorgen machen musst. :-D


    wer weiß, wer weiß...